Verstetigung

Das Programm Soziale Stadt NRW gibt für die Erneuerung benachteiligter Stadtteile wesentliche Impulse: Neue Strategien werden entwickelt, Strukturen werden neu geordnet und z. T. wird die Funktion der Quartiere verändert. Akteure werden zusammengebracht und können ihre Angebote besser koordinieren. Nicht zuletzt werden durch die finanziellen Investitionen zahlreiche Entwicklungen angestoßen, die sich sowohl in sichtbaren baulichen Ergebnissen zeigen als auch eher struktureller Art sind. Zudem erhält das Gebiet durch die Programmzugehörigkeit öffentliche und politische Aufmerksamkeit.

Diese Impulse sind jedoch – wie das Wort bereits sagt – nur Anstöße in befristeter Zeit mit befristeten Ressourcen. Je nach Themenstellung und Komplexität des Erneuerungskonzeptes benötigen die angestrebten Veränderungsprozesse in den Stadtteilen in der Regel noch einen deutlich längeren Zeitraum, um sich entfalten und Wirkung zeigen zu können. In vielen Fällen müssen sie daher ‚verstetigt‘ werden.

Für die Verantwortlichen auf kommunaler und Stadtteilebene bedeutet dies, über die befristete Förderung im Rahmen der Sozialen Stadt hinaus Strukturen zu entwickeln, die die begonnenen Prozesse weitertragen und so Kontinuität schaffen können. Eckpunkte einer Strategie zur Verstetigung sind daher:

  • Eine Darstellung des Erreichten und des Status Quo.
  • Eine Analyse der künftig notwendigen Angebote und Funktionen: Was müssen wir sichern, wo müssen wir weitermachen? Hilfreich ist eine Analyse der Zielerreichung zum Programmende, um die Themenbereiche für die kommenden Jahre zu identifizieren, in denen weiterer Handlungsbedarf besteht.
  • Etablierte raumbezogene Arbeitsstrukturen der integrierten Stadterneuerung in der Verwaltung erhalten: Welche Strukturen sind bereits vorhanden, wo entstehen durch den Wegfall der Förderung Lücken?
  • Vor Ort sind oftmals weiterhin ‚Kümmerer‘ wichtig. Hier ist vor allem die Frage der Finanzierung zu klären: Kann die Kommune (mit)finanzieren, gibt es mögliche Träger, Wohnungsunternehmen,…?
  • Schließlich könnte auch eine Finanzierung zusätzlicher Maßnahmen erforderlich sein, um die Stadterneuerung in die Nachhaltigkeit zu führen. Dies können kommunale Mittel, Fördergelder aus anderen Programmen sowie private Mittel sein.

Die praktische Erfahrung zeigt, dass die Diskussion der Verstetigung bereits frühzeitig, optimalerweise bereits mit Umsetzungsbeginn, ansetzen muss. Oft braucht es Zeit, um Verständnis dafür zu schaffen  sowie tragfähige Strukturen mit den entsprechenden Ressourcen aufzubauen.

In verschiedenen Stadtteilen NRWs wurde dieser Prozess begonnen. Beispiele für einen breiten Verstetigungsdiskurs sind Gelsenkirchen Bismarck oder Wuppertal Ostersbaum, in denen gemeinsam mit den Akteuren intensiv über die künftig notwendigen Aufgaben und Unterstützungsleistungen diskutiert wurde und vor Ort existierende Strukturen (z.B. das Nachbarschaftsheim in Wuppertal) als Schnittstelle weiterhin bestehen bleiben. Die gesamte Breite der Verstetigungsdiskussion in NRW ist der Broschüre ‚Kontinuität in der Sozialen Stadt‘ (PDF, 4,7 MB) aus dem Jahr 2006 zu entnehmen, die eine Fachtagung zu diesem Thema dokumentiert.

Seit 2011 zeigt die Veröffentlichung 'Verstetigung integrierter Quartiersentwicklung in benachteiligten Stadtteilen in Nordrhein-Westfalen' (PDF, 3,3 MB) des nordrhein-westfälischen Bauministeriums anhand vieler guter Beispiele, wie Verstetigung in der Praxis gelingen kann und bietet damit eine Hilfestellung für die schwierige Phase nach der öffentlichen Förderung.

 
Gute Beispiele

Konzeptentwicklung

Vereinsgründungen

Erhalt geschaffener Strukturen

 

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