Recklinghausen Hochlarmark
Meilensteine
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Bilanz nach 7 Jahren Programmlaufzeit

Während der siebenjährigen Projektlaufzeit wurden zahlreiche Maßnahmen erarbeitet, die die soziale, soziokulturelle, städtebauliche und ökologische Situation verbesserten:

  • Der ehemalige Zechenstandort RE II wurde vom Kommunalverband Ruhrgebiet und der Stadt Recklinghausen als Stadtteilpark für Sport und Freizeit hergerichtet. Dabei wurde großer Wert auf die Verknüpfung der baulichen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gelegt und örtliche Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger in die Bauausführung integriert.
  • Kernstück der Anlage ist das ehemalige Fördermaschinenhaus, dessen Sanierung über einen örtlichen Förderverein – mit Unterstützung der Stadt Recklinghausen und des Landes NRW – getragen wurde und das nun den Stadtteilbewohnern und lokalen Vereinen als stadtteilkulturelles Zentrum zur Verfügung steht.
  • Auf der Anlage entstanden außerdem ein Bike & Skate Park mit einem Rollhockeyfeld, verschiedenen Skate-Anlagen, einem Bike-Trial und einem als Naturbühne ausgeformten Plateau.
  • Auf Anregungen der Bürgerinnen und Bürger wurde der Marktplatz des Stadtteils zu einem modernen Aufenthalts- und Veranstaltungsort umgestaltet und mit einem gemeinsam organisierten Stadtteilfest eingeweiht.
  • Mit Kinder- und Jugendeinrichtungen, Schulen und Beschäftigungsträgern entstanden auf Schulhöfen und Spielplätzen interessante und optimal ausgestattete Bewegungs- und Aufenthaltsbereiche für Kinder und Jugendliche.
  • Die umfangreichen Wohnumfeldverbesserungsmaßnahmen einer großen Wohnungsgesellschaft sind bis 2008 beendet worden. Das äußere Erscheinungsbild einiger Quartiere (z.B. Bereich Salentinstraße) ist erheblich verbessert worden.
  • Erste Lösungsansätze zur Verbesserung der Integration ausländischer Bewohner, zum Abbau von Sprachdefiziten und zur Förderung und Belebung des Zusammenlebens wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kinder, Jugend, Familie, der Stadtteil-Volkshochschule, dem Stadtteilbüro Hochlarmark und lokalen Institutionen entwickelt. Sie wurden in verschiedenen Einzelmaßnahmen wie z.B. in einem Nachbarschaftsgespräch und in Form eines Sprachförderkonzeptes in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen umgesetzt.
  • Verstetigung:
    • Die „Aktive Stadtteilrunde“ (ein Zusammenschluss von engagierten Bewohnerinnen und Bewohnern) führt auch nach Projektabschluss noch einige Maßnahmen fort. Das Hochlarmarker Lichterfest ist u.a. ein fester Bestandteil im Stadtteil geworden, an dem sich alle örtlichen Vereine und Einrichtungen beteiligen. Den Erlös gibt die Stadtteilrunde jedes Jahr an verschiedene Stadtteileinrichtungen weiter, um die Projektarbeit zu unterstützen.
    • Einige neue Verfahren u.a. die Spielplatzbeteiligung und Sprachförderung hat der FB Kinder, Jugend und Familie der Stadt Recklinghausen als Standard eingeführt und wendet diese stadtweit an. Das im Rahmen des Stadtteilprojekts entstandenen Mädchenzentrum ist auch nach siebenjähriger Abschlussphase als kontinuierliches Stadtteilangebot fest installiert worden.

Seit dem 01.01.2003 befindet sich Recklinghausen Hochlarmark formell nicht mehr im NRW-Landesprogramm Soziale Stadt NRW.

Gebietscharakter und Ausgangslage
Siedlungsbild vor der Modernisierung Siedlungsbild vor der Modernisierung

In dem deutlich vom Bergbau geprägten Stadtteil Hochlarmark leben rund 11.000 Einwohner auf ca. 587 ha.

Seine isolierte Lage im Süden Recklinghausens an den Stadtgrenzen zu Herten und Herne wird u.a. durch die stark befahrenen Autobahnen A2 und A43 zusätzlich verstärkt. Angrenzende industrielle Nutzungen wie z.B. die Müllverbrennungsanlage, das Kohlekraftwerk der STEAG, die Kohlerückhalteflächen, Schrottbetriebe usw. verursachen hohe Schadstoff- und Lärmbelästigungen. Trotzdem besitzt der Stadtteil viele Grün- und Freiflächen. Hier stellt insbesondere die Nähe zum regionalen Grünzug „D“ über den Emscherbruch im Süden des Stadtteils eine attraktive Grünverbindung dar.

Die Stilllegung der Zeche Recklinghausen II im Jahr 1988 brachte nicht nur massive Arbeitsplatzverluste mit sich, sondern hinterließ dem Stadtteil auch eine 8,5 ha große Zechenbrache.

Die Wohnbebauung besteht aus zwei- bis dreigeschossigen Siedlungshäusern, Einfamilienhäusern, viergeschossigen Wohnhauszeilen und aus 1950er Jahre-Siedlungen. Die Belegungspolitik des Bergbaus der letzten Jahre hat in diesen kostengünstigen und wenig attraktiven Wohnbereichen eine hohe Konzentration von ausländischen Bevölkerungsgruppen – meist türkischer Herkunft – unterstützt. Insgesamt sind rd. 18% der Bewohner nicht-deutscher Herkunft.

Potenziale und Handlungsansätze

Zu den städtebaulichen Potenzialen des Stadtteils zählt das markante und attraktive Erscheinungsbild einiger Quartiere. Viele abwechslungsreiche Grün- und Spielflächen stehen den Bewohnern zur Verfügung. Aufgrund seiner Lage wird Hochlarmark zukünftig auch für den Radtourismus interessant sein.

Themenschwerpunkte des integrativen Handlungskonzeptes waren:

  1. Handlungsansätze zur Verbesserung der Umweltsituation
  2. Handlungsansätze zur Förderung der Stadtteilkultur
  3. Städtebauliche Erneuerung des Stadtteils
  4. Entwicklung von sozialintegrativen Angeboten und Projekten zur Förderung von Kindern und Jugendlichen
  5. Integrative Ansätze zur Kombination von Maßnahmen der wohnungsnahen Grün-, Verkehrs- und Freiraumgestaltung und Aktivitäten zur Förderung von Beschäftigung und Qualifizierung

Organisation und Lokale Partner

Innerhalb des Stadtteils kooperieren verschiedene Akteure zu unterschiedlichen Anlässen und Themen und mit verschiedenen Strategien und Handlungsebenen, etwa um Leistungen koordiniert zu erbringen oder Interessen gemeinsam durchzusetzen.

Ca. 70 Vereine, Institutionen und Bewohnergruppen haben sich bislang aktiv an der Aufwertung ihres Stadtteils beteiligt.

Durch das Stadtteilprojekt konnten vorhandene Strukturen gestärkt und in Form der "Aktiven Stadtteilrunde" zusammengeführt und etabliert werden. Die Stadtteilrunde bietet allen Akteuren ein gemeinsames Betätigungs- und Kommunikationsfeld. Die Koordination und Organisation erfolgte bis zum Abschluss des Projekts (2002) über das Stadtteilbüro Hochlarmark.

Teilnehmer der "Aktiven Stadtteilrunde" sind u.a.: Bürgerinnen und Bürger, Bürgerinitiative-TEK, Schulen, Kindergärten, (Sport-) Vereine (SC Preussen, Verein für Bergbau und Industriegeschichte, Bürgerschützengilde, Rollhockeyclub, Rollkunstlauf), Kinder- & Jugendstandort Leonhard, Jugendzentrum Extra 3, Vestische Tanzsportgemeinschaft Grün Gold, Parteien

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
1994
Ratsbeschluss: Handlungsrahmen zur ökologischen Verbesserung in RE-Hochlarmark
1996
Aufnahme in das Programm „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ (jetzt Soziale Stadt NRW)
1997/98
Wohnumfeldverbesserungen z.B. Begrünung der Auguststraße, Straßenumbau "An der Zechenbahn"
1997
Eröffnung des Stadtteilbüros Hochlarmark

Durchführung kleinteiliger Sofortmaßnahmen z.B. Einrichtung eines Leseparadieses, Bau einer Kletterwand, Durchführung einer stadtteilweiten Kampagne zur Übernahme von Baumpatenschaften

seit 1997
Durchführung von sozial-integrativen Maßnahmen, z.B. Einrichtung eines Mädchentreffs, Spiel- und Sprachförderung für ausländische Kinder im Vorschulalter, Einrichtung eines Kindertreffs
1998-2002
Auch Wünsche von Erwachsenen wurden bei der Umgestaltung berücksichtigt Auch Wünsche von Erwachsenen wurden bei der Umgestaltung berücksichtigt
Förderprogramm zur Gestaltung privater Haus- und Hofflächen z.B. mit einzelnen Stadtteilbewohnern und der TreuHandStelle GmbH

Umgestaltung von Spielplätzen z.B. Spielplatz Arndtstraße, Spielplatz Charlottenburger Straße, Umgestaltung des Außengeländes am Jugendzentrum Extra 3

seit 1998
Themenbezogene Stadtteilspaziergänge
1999
"Kinder planen mit" – Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Spielmöglichkeiten in der Thomasstraße, Konradstraße usw.
1999-2001
Der neue Stadtteilpark in Hochlarmark Der neue Stadtteilpark in Hochlarmark
Umgestaltung des ehemaligen Zechengeländes RE II in einen Stadtteilpark und des Maschinenhauses zu einem stadtteilkulturellen Zentrum
1999-2002
Förderung von Bewegung, Spiel und Sport in Hochlarmark z.B. Unterstützung bei der Anlage eines Baseballfeldes, Kauf von mobilen Bolztoren, Sportangebote für bestimmte Zielgruppen (z.B. Frauen)
seit 1999
Umsetzung beschäftigungsfördernder Maßnahmen gemeinsam mit lokalen gemeinnützigen Qualifizierungs- und Beschäftigungsträgern z.B. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Qualifizierungsmaßnahmen für Jugendliche

Kanalbau und Straßenbegrünung, Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen

1999-2005
Modernisierung des LEG-Wohnungsbestands
2000
Umgestaltung des Marktplatzes an der Holzstraße Umgestaltung von Schulhöfen (Grundschule an der Westfalenstraße, Grundschule an der Auguststraße)
seit 2000
Stadtteil VHS, Sprachkurse, Computerkurse
seit 2001
Aufbau und Etablierung der "Aktiven Stadtteilrunde"
2002-2003
Kunst in Hochlarmark
2002
Offizielles Ende des Stadtteilprojektes
2003
Das Stadtteilbüro Hochlarmark übernimmt das Stadtteilmanagement in Recklinghausen Süd
2006
Sanierter Wohnungsbestand Sanierter Wohnungsbestand
Die "Aktive Stadtteilrunde" setzt sich weiterhin für die Stadtteilentwicklung ein

Die Modernisierung des LEG-Wohnungsbestandes ist zum Teil fertig gestellt

Perspektiven
Das Fördermaschinenhaus Das Fördermaschinenhaus

Der Recklinghäuser Süden wird in den nächsten Jahren im Rahmen des Projekts „Emscherbruch“ gemeinsam mit der Stadt Herten durch zusätzliche Angebote in den Bereichen Freizeit und Wirtschaft ausgebaut. Die Umsetzung des Siegerentwurfs „Kunst in Hochlarmark“ – die Lichtinstallation des Förderturms der ehemaligen Zeche RE II – setzt über den Stadtteil hinaus ein Zeichen. Es steht symbolisch für Bewegung und Veränderung – Zuversicht und Zukunft. Diesen Aspekt berücksichtigt auch die ‚Aktive Stadtteilrunde’ bei ihren Aktivitäten, die das Leben im Stadtteil ehrgeizig mitgestaltet.

 


Stand: Februar 2010
Andrea Staubermann, Projektbüro

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