Grenzen aufheben


 Bonn Dransdorf
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Bilanz nach 9 Jahren Programmlaufzeit (1996 – 2005)

9 Jahre integriertes Handeln in Dransdorf zeichnet sich durch folgende Struktur aus: Im Auftrag der Kommunalpolitik ziehen viele im Stadtteil aktive städtischen Ämter mit den vor Ort arbeitenden sozialen Einrichtungen und den aktiven Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam an einem Strang, um zusammen für die Verbesserung der Wohn-, Lebens- und Arbeitsbedingungen im Programmgebiet einzustehen. Individuelle Ämter- oder Trägerinteressen stehen eher zurück, wenn es im Sinne dieser Zielsetzung erforderlich ist. Nur so lassen sich effektive Problemlösungsstrategien für soziale Problemlagen entwickeln, umsetzen und nachsteuern. Auch eine Prozessoptimierung ist somit Bestandteil des integrierten Handelns und garantiert Effizienz und Effektivität.
Politische Entscheidungen, Verwaltungshandeln und operative Umsetzung gehen auf kurzen Wegen ohne größere Reibungsverluste Hand in Hand.
Die bisher in Dransdorf gemachten Erfahrungen werden nun bezüglich der organisatorisch-strategischen und operativen Vorgehensweise auf ein weiteres Teilgebiet des Stadtteils Dransdorf erweitert. Diese Übertragung/Erweiterung des Konzeptes des integrierten Handelns ist sicher auch als Lob für alle beteiligten Institutionen und darin handelnden Personen zu verstehen.

 


Gebietscharakter und Ausgangslage

Dransdorf ist ein dörflich geprägter Stadtteil am nordwestlichen Stadtrand von Bonn mit einer Fläche von rund 230 ha und ca. 5.000 Einwohnern. Er wird von einer Stadtbahnlinie durchtrennt und durch Pendler- und Lkw-Verkehr stark belastet. Die Siedlungsstruktur ist kleinteilig und sehr heterogen: Ein gewachsener Dorfkern mit Resten der Dransdorfer Burg wird von einer dreigeschossigen Zeilenbebauung, kleineren Einfamilienhäusern und Reihenhäusern umschlossen. Eine in den 60er und 70er Jahren entstandene Hochhaussiedlung im Kernbereich wirkt dagegen wie ein Fremdkörper. Ungeordnete Übergänge zum Ortskern und zur Landschaft charakterisieren die fehlende Einbindung in den Stadtraum.

Zur Verbesserung der städtebaulichen und sozialen Situation besteht insbesondere im Bereich Lenaustraße/ Hölderlinstraße Handlungsbedarf. Hier leben Menschen 37 (!) unterschiedlicher Nationalitäten direkt nebeneinander. Große Lücken bestehen vor allem in der Betreuung und Beratung von zugewanderten Bewohnern und von Kindern und Jugendlichen. Es fehlen Angebote und Räume für selbstorganisierte Aktivitäten. Zudem sind erhebliche Mängel in der Gebäudesubstanz und -struktur festzustellen.

 




Potenziale und Handlungsansätze

Das integrierte Handlungskonzept Dransdorf setzt seit 1996 vor allem auf die Beteiligung der Akteure. Schon bei der Festlegung und Durchführung erster Signalprojekte wurden die Bewohner und Einrichtungen des Stadtteils miteinbezogen.

Die Maßnahmen konzentrieren sich sehr stark auf den Siedlungsbereich Lenaustraße/ Hölderlinstraße und die Qualität seines Umfelds: Der Stadtbahnhaltepunkt, der eine kurze Verbindung zur Innenstadt bietet, soll gestalterisch und funktional verbessert werden. Die offene Landschaft soll zugänglich und für Freizeitaktivitäten nutzbar gemacht werden.

WohnungsneubauIm Wohnungsbestand geht es neben der baulichen Sanierung und Weiterentwicklung primär um eine sozialverträgliche Belegung. Der ergänzende Neubau von Wohnungen bot sich als eine besondere Möglichkeit an. Die Bauvorhaben sollten möglichst mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen kombiniert werden.

Parallel dazu wird eine Verbesserung der sozialen Infrastruktur und der gemeinwesenorientierten Stadtteilarbeit angestrebt. Es werden zielgruppenorientierte Handlungsansätze entwickelt, wie etwa die Betreuung von Kindern und Jugendlichen und eine stadtteilorientierte Ausländerpolitik.

Wohnungs-
neubau


Organisation und Lokale Partner

Im Bonner Planungsamt ist die Federführung für das integrierte Handlungskonzept angesiedelt. Wichtiger Partner bei der Weiterentwicklung und Umsetzung der Maßnahmen ist das örtliche Stadtteilbüro. Zentrales Gremium ist die Projektgruppe Dransdorf mit folgenden Beteiligten: Stadtverwaltung, Vereinigte Bonner Wohnungsbau-Aktiengesellschaft (Vebowag), Stadtteilverein Dransdorf, WohnBund Beratung NRW GmbH.

Weitere Akteure sind:

  • Arbeitsagentur Bonn/Rhein-Sieg
  • ARGE Bonn
  • Deutscher Kinderschutzbund
  • Aktive Vereine: u.a. Dransdorfer Karnevalsverein, TUS Dransdorf
  • Diakonisches Werk
  • Wissenschaftsladen Bonn
  • Joseph-von-Eichendorff-Schule
  • Karl-Simrock-Hauptschule
  • Augsut-Macke-Schule
  • Stadtwerke Bonn
  • Stadtteilarbeitskreis Dransdorf/ Endenich: Zusammenschluss der im Stadtteil tätigen Verbände, Vereine, Eigentümer, Schulen und Kindertagesstätten, Kinder- und Jugendeinrichtungen, engagierter Personen und Vor-Ort-Verantwortlicher städtischer Ämter






 Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele

Okt
1995

Ratsbeschluss zur Entwicklung eines Integrierten Handlungskonzeptes für Dransdorf


Juni
1996



Annahme des Konzeptes durch den Rat der Stadt Bonn

Sept
1996

Eröffnung eines Stadtteilladens als Verknüpfungsstelle zwischen Projektentwicklung und Bewohnerinnen und Bewohnern


seit Ende
1996

Projekt „Gesunde Ernährung - Schulfrühstück“ der Ketteler-Grundschule


Juni
1997


ührung eines kooperativen Wettbewerbs mit Öffentlichkeitsbeteiligung für den Neubau von ca. 300 Wohnungen in den Bereichen „Im Wasserfeld“ und „An der Stadtbahn“


1998


Abriss von WohnungsbestandAbriss eines achtgeschossigen Hauskomplexes mit Neubau als drei- bis viergeschossige Zeilenbebauung

Umgestaltung des Spielplatzes an der Lenaustraße im Rahmen der Beschäftigungsmaßnahme eines Selbsthilfevereins mit intensiver Beteiligung von Kindern und Bewohnern


seit
1998


Mutter-Kind Gruppen und Frauenfrühstück

Schulprojekte: Video-, Radio-, MUSE-Kunstaktionen zum Schulhofumbau

Konzept zur Reduzierung der Müllkosten einschließlich Schaffung eines Arbeitsplatzes

Stadtteilzeitung „Dransdorfer Blättche" erscheint

Bürgerbeteiligungsaktion zu allen geplanten Maßnahmen werden etabliert


Apr
2000


Eröffnung der neugebauten Stadtteilbegegnungsstätte mit Café, Versammlungsraum, Gruppenräumen und Multimediatreff (Internet)


Mai
2000


Abschluss der Sanierung und Modernisierung des Wohnungsbestandes mit Pförtnerlogen, Kiosk, Fahrradwerkstatt etc.

Wärmedämmung und Bau eines Blockheizkraftwerkes


seit
2002

Schaffung einer Nahversorgung: Ladenlokal für Gemüsehandel, selbstverwalteter (Bewohner-)Jugendraum, Kleingewerbe

Verkehrsberuhigung Lenaustraße/ Hölderlinstraße

Umgestaltung des Siedlungsrandes mit Freizeitanlage und Grabeland

Ausbau der Kinder- und Jugendarbeit u.a. “Werkstatt Sport”, Videoprojekt in Kooperation mit der Gesamtschule, Dransdorf online etc.

Förderung des ehrenamtlichen Engagements u.a. offenes Frühstück, Mittagstisch, Seniorenarbeit

Ausbau des Kurs-, Bildungs- und Beratungsangebotes u.a. Sprachkurs, Alphabetisierung, Sportkurs, Sozialberatung etc.

Dreharbeiten für das Videoprojekt

Stadtteilverein wird als Arbeitgeber tätig: individuelle Qualifizierung über den „2.” bzw. „3. Arbeitsmarkt”


2003

Jugendprojekt Traumrad: von Jugendlichen selbstorganisierte Fahrradwerkstatt


Aug
2003


Dransdorf wird über das Bundsprogramm „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ (LOS) gefördert. Ein beispielhaftes Projekt ist die Existenzgründung mit Waschsalon und Nähstube


Sep
2003

Im Rahmen des Stadtteil-Erneuerngsprogramms wird die neue Freizeitanlage eröffnet. Die Spazierwege und Spielflächen bieten die Möglichkeit Freizeit- und Sportaktivtäten durchzuführen


2004


Wohnumfeldmaßnahme „Garagenrückwand-Gestaltung“ mit Bewoherbeteiligung


Sommer
2004

1. Dransdorfer Siedlungsfest, in Eigenregie der Bewohnerinnen und Bewohner

Der Rat der Stadt Bonn beauftragt die Stadtverwaltung, die Arbeit des Stadtteilverein Dransdorf e.V. nach Auslaufen der Förderung „Soziale Stadt“ so weit wie möglich finanziell abzusichern.


2005


Neubau der Höldelinstraße 32, 19 öffentlich geförderte Wohnungen werden bezugsfertig

Kooperationsprojekt „Mystery 5“, ein Filmprojekt des Sielhauses „Uno“ für 6-14jährige Kinder bzw. Jugendliche.

Der Stadtteilverein eröffnet seine „Vertrauensbibliothek“: „Buch mitnehmen, lesen, zurück bringen“

Kooperationsprojekt Fitnessraum unter Leitung der Schwimm- und Sportfreunde Bonn.

Dransdorf erhält letztmalig offiziell Mittel als „Gebiet mit besonderem Erneuerungsbedarf“ im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“


2006


Die Gemeinwohlarbeit des Stadtteilvereins wird ausgebaut:

  • 6 Medienbetreuer arbeiten alte PCs auf und stellen sie Bonner Schulen zur Verfügung (inc. Hard und Software-Betreuung)
  • Im GaLaBau leisten inzwischen 14 Personen „Stadtteil-Verschönerungsarbeiten“ (Baumbeete werden „in Schuss“ gehalten, Wege frei geschnitten, Rasen gemäht etc.)
  • 6 Schulbegleiter arbeiten im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit einer Förderschule und einer Hauptschule mit einzelnen Schülern und Kleingruppen in den Klassen und unterstützen die Lehrer bei Sonderprojekten
Der Rat der Bundesstadt Bonn beauftragt die Stadtverwaltung, ein Integriertes Handlungskonzept für einen anderen Stadtteilbereich Dransdorfs: Südost, zu erarbeiten. Es wird ausdrücklich auf die sehenswerten Erfolge des ausgelaufenen Integrierten Handlungskonzepts Drandorf verwiesen.

Das vom Land NRW geförderte Projekt „Wohnungsnotfallhilfe“ starten in Kooperation mit der Wohnungsbaugesellschaft VEBOWAG und dem Amt für Soziales und Wohnen

Das ehrenamtlich arbeitende Bewohner/-innen-Team des Stadtteilvereins wird mit dem Ehrenamt-Preis der Stadt Bonn „Für mich. Für uns, für Bonn“ ausgezeichnet


2007


Die Gemeinwohlarbeit des Vereins wird um den Baustein „Senioren-Alltagshilfe“ erweitert. Das Kooperationsprojekt mit dem Haus der Bonner Altenhilfe richtet sich an Senior/-innen, die Dienstleistungen unterhalb der Pflege anfragen.

Die Bildungsarbeit wird ausgebaut, der Computerkurs für Senioren wird stark nachgefragt und die Sprachkurse werden erweitert um einen Kurs mit Kinderbetreuung, gesponsert vom Rotary-Club Bonn.


Sep
2007



Der Stadtteilverein Dransdorf e.V. wird in diesem Jahr 10 Jahre alt


Okt
2007


Der Startschuss zur Erweiterung eines Kinder-Spielplatzes in Kooperation mit dem Kinderschutzbund Bonn fällt.

Abriss von Wohnungs-
bestand

Dreharbeiten für das Videoprojekt


Perspektiven

Dem Stadtteil Dransdorf hat den Ausstieg aus dem Landesprogramm, auch dank vielfältiger (finanzieller) Hilfe unter der Federführung des Amtes für Soziales und Wohnen der Stadt Bonn mit einer weichen Landung vollzogen.

Mit dem zur Zeit in Arbeit befindlichen Integrierten Handlungskonzept Dransdorf Südost werden die in den zurückliegenden 10 Jahren gemachten positiven Erfahrungen auf andere Stadtteilgebiete übertragen und weiter entwickelt.
Der Stadtteilverein Dransdorf e.V. wird sich mit dem Projekt „Stadtteil-Küche“ an der Modellförderung „Wir setzen Zeichen“ im Rahmen des Bund-Länderprogramms „Soziale Stadt“ NRW beteiligen.

 Ansprechpartner


Koordination

Bis 2006:
Götz Straube
Stadt Bonn
Stadtplanungsamt
Berliner Platz
53111 Bonn

Fon: +49 (0)2 28 / 77–22 08
Fax: +49 (0)2 28 / 77–30 95

E-Mail: goetz.straube@bonn.de

Ab 2006:
Barbara Zarfelder
Stadt Bonn
Amt für Soziales und Wohnen
Friedrich-Breuer-Straße 65,
53225 Bonn

Fon.: +49 (0) 228 / 77–4955
Fax: +49 (0) 228 / 77–4945

E-Mail: barbara.zarfelder@bonn.de



Stadtteilbüro

Annette Rosen-Roevenich
Stadtteilverein Dransdorf
Lenaustr. 14
53121 Bonn

Fon: +49 (0)2 28 / 96 69 65 4
Fax: +49 (0)2 28 / 96 69 65 6


E-Mail: stadtteilverein@dransdorf.org
Internet: www.dransdorf.org

Stand: November 2007
Autor/-innen: Brigitte Karhoff, WohnBund Beratung NRW und Michael Weßling, Stadtteilverein Dransdorf












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