Evaluation

Grundsätze
Die Evaluation des Programms Soziale Stadt in NRW ist darauf ausgerichtet, zu einer verbesserten Programmumsetzung und -steuerung beizutragen. Zu diesem Zweck werden fortlaufend und zeitnah Informationen erhoben und die Ergebnisse kontinuierlich in die Praxis rückgekoppelt. Das Evaluationskonzept in NRW ist daher bewusst prozessbegleitend und mehrstufig angelegt: Es setzt zum einen auf der kommunalen bzw. der Umsetzungsebene im Stadtteil an, zum anderen erfolgt eine landesweite Zusammenführung.

Ziel ist es, verlässliche Kenntnisse über Ergebnisse und Wirkungszusammenhänge in der integrierten Stadtteilerneuerung zu erhalten und Lernprozesse auf allen Ebenen in Gang zu setzen. Die Ziele des Handlungskonzeptes sowie die Umsetzung der Maßnahmen und ihr Beitrag zur Zielerreichung werden  themen- und akteursübergreifend betrachtet und zu einem Gesamtbild verknüpft. Dieses soll sowohl den Kommunen als auch den Verantwortlichen auf Landesebene ermöglichen, das politisch-strategische sowie das tägliche praktische Handeln vor Ort zielgerichteter zu gestalten.

 
 
I - Evaluationspraxis in der Kommune
Im Mittelpunkt des nordrhein-westfälischen Evaluationskonzepts der Sozialen Stadt steht die konkrete Umsetzung der integrierten Handlungskonzepte auf Stadtteilebene. Nach Artikel 104 GG und den Förderrichtlinien Stadterneuerung (2008), konkretisiert durch den Erlass des MBV NRW vom 10.07.2009 sind Zielentwicklung und Selbstevaluation „fester und verpflichtender Bestandteil der Arbeit der Programmstadtteile der Sozialen Stadt“ (MBV NRW). Diese prozessbegleitende ‚Zielüberprüfung‘ im Stadtteil liefert fortlaufend Informationen, die zur Steuerung und Weiterentwicklung der örtlichen Handlungskonzepte beitragen. Zudem bietet sie die Chance, die Ziele des Erneuerungsprozesses und die Ergebnisse der Arbeit im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wirkungsvoller zu präsentieren. Die Mitgliedsstädte des Städtenetz Soziale Stadt NRW haben sich dazu in einer Erklärung ebenfalls selbst verpflichtet.

 
Zielentwicklung

Als Bewertungsgrundlage sind Zielsysteme zu entwickeln, die neben Ober- und Teilzielen vor allem operative Ziele enthalten, die mittels Indikatoren überprüfbar sind. Das Zielsystem sollte Handlungsgrundlage für alle beteiligten Akteure bei der Entwicklung und Umsetzung von Projekten sein.

PDF-Download: Schematischer Aufbau eines Zielsystems
PDF-Download: Beispiel eines Zielsystems (Velbert Birth-Losenburg)

 
Selbstevaluation / Bewertung der Zielerreichung
Auf der Grundlage des Zielsystems wird beispielsweise mithilfe von Akteursgesprächen und Projektdokumentationen Bilanz gezogen: inwieweit definierte Ziele bereits erreicht sind, inwiefern die einzelnen Projekte zur Zielerreichung beitragen und in welchen Bereichen Nachsteuerungsbedarf besteht. Soweit möglich soll auch die Ebene der Wirkungen mit abgebildet werden. Die Anforderungen des Landes berücksichtigen dabei den jeweiligen Umsetzungsstand der Handlungskonzepte.

Anforderungen und Hinweise zum Verfahren

  • Ein erstes Grundkonzept der Evaluation ist bereits im integrierten Handlungskonzept darzustellen.
  • Das methodische Vorgehen ist den Kommunen überlassen. Es empfiehlt sich jedoch ein Mix aus quantitativen und qualitativen Methoden. Das vom ILS NRW herausgegebene ‚Handbuch zur Zielentwicklung und Selbstevaluation‘ (PDF 5,7 MB) zeigt Instrumente und bewährte Ansätze (‚best practices‘) der Zielentwicklung und Selbstevaluation im Stadtteil auf.
  • Um Rückwirkungen in den laufenden Prozess zu unterstützen, ist eine intensive Mitgestaltung der Selbstevaluation durch die Verantwortlichen in Kommune und Stadtteil unerlässlich - mit der operativen Durchführung können jedoch auch externe Auftragnehmer beauftragt werden.
  • Neben Evaluationsberichten zu vorgegebenen Terminen (aktueller Termin: 31.08.2010) ist bei der Ausfinanzierung von Maßnahmen ein Sachbericht vorzulegen (vgl. Nr. 31 Förderrichtlinien Stadterneuerung NRW 2008).

Finanzierung
Beauftragt die Kommune Externe mit der Durchführung der Evaluation bzw. mit der Unterstützung bei der Selbstevaluation, so ist dies nach Ziffer 12 der Förderrichtlinien Stadterneuerung förderfähig. Es gelten die üblichen Fördersätze.

 
 
II - Evaluationspraxis auf Landesebene

Von diesem Fokus auf lokaler Ebene ausgehend werden landesweite Schlussfolgerungen gezogen, die zur Programmsteuerung beitragen: 2010/2011 ist eine erste vergleichende Analyse der Ergebnisse aus allen Programmkommunen vorgesehen.

Bereits seit Anfang des Jahres 2003 werden in NRW landesweit in allen Programmstadtteilen Bausteine eines Evaluationskonzeptes umgesetzt, das Vertreterinnen und Vertreter aus Stadtteilen, Landesministerien und Wissenschaft gemeinsam entwickelt haben. Neben dem Baustein der Zielentwicklung und Beobachtung der Zielerreichung wurden Untersuchungen zu weiteren drei Bausteinen durchgeführt:

  1. Soziale Kontextbedingungen der Stadtteilentwicklung [mehr...]
  2. Analyse qualitativer Prozesse [mehr...]
  3. Fallstudien (zu den Themen ‚Schule im Stadtteil‘ und ‚Lokale Ökonomie‘) [mehr...]

Mit diesem Evaluationskonzept wird der Vielschichtigkeit des Programms Soziale Stadt NRW Rechnung getragen, indem es auf die unterschiedlichen Ebenen abhebt und Prozessqualitäten ebenso in den Blick nimmt wie quantitative Veränderungen. Es ermöglicht sowohl kontinuierliche Beobachtungen als auch übergreifende wie fallbezogene Analysen.

 
Bearbeitungsstand
Die Bearbeitung der Bausteine ist abgeschlossen. Die Studie zu den Kontextindikatoren 2006 und 2009 wurde 2013 veröffentlicht. Der Prozess der Selbstevaluation wurde begonnen. Eine Querauswertung erfolgte 2010/2011.

 
  
Übergreifende Berichte zur Evaluation in NRW (PDF-Downloads)

 
  
Evaluierung der Städtebauförderung – Kommunale Arbeitshilfe sowie Leitfaden für Programmverantwortliche

  • Die vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung herausgegebene Kommunale Arbeitshilfe (PDF, 3 MB) zeigt Schritt für Schritt, wie die Akteure das eigene Vorgehen, die Ziele, Wirkungen und den Mitteleinsatz überprüfen können.
  • Der Leitfaden für Programmverantwortliche (PDF, 0,9 MB) erläutert die Inhalte des Evaluierungskonzeptes anhand von weiterführenden Checklisten, Materialhinweisen und zahlreichen Beispielen. Vorgestellt werden Anforderungen an Programmevaluierungen, Methoden und Instrumente. Er richtet sich besonders an die Programmverantwortlichen von Bund und Ländern.
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