Potenziale & Probleme

Die spezifischen Problematiken benachteiligter Stadtgebiete erstrecken sich vom wirtschaftlichen und sozialen Bereich bis zur räumlichen Lebensumwelt – sprich Wohnraum und Wohnumfeld, Straßenverkehr, Grünflächen u.v.m.

Die Programmstadtteile weisen häufig deutlichen Erneuerungsbedarf in zahlreichen Handlungsfeldern auf – abhängig von Größe, Lage und Gebietstyp sowie der eigenen Entwicklungsgeschichte und Charakteristik des jeweiligen Quartiers.

Gemeinsam ist allen Stadtteilen, dass dort zahlreiche Menschen in kritischen sozialen Lagen unter schwierigen Bedingungen und oft auf engem Raum zusammenleben:

  • Einkommensarmut betrifft vor allem
    • Alleinerziehende,
    • Langzeitarbeitslose,
    • Zuwanderer,
    • Kinder und Jugendliche
    • sowie Senioren.
  • Es kommt zu häufigen Wohnungswechseln, soziale Bindungen fehlen, Konflikte zwischen verschiedenen Ethnien und Generationen treten häufiger als in anderen Gebieten auf.
  • Adäquate Arbeitsmöglichkeiten fehlen.
  • Bildungs-, Betreuungs- und Freizeitmöglichkeiten sind unzureichend.
  • Die Versorgungsmöglichkeiten sind eingeschränkt, auch durch die begrenzte Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln.
  • Wohnungen und Wohnumgebung sind veraltet, nicht alltagsgerecht und belasten die psychosoziale Situation.
  • Das negative Stadtteilimage stigmatisiert, drückt den Bewohnern 'einen Stempel auf'.

Die einzelnen Problembereiche können sich gegenseitig verstärken. Generell ist in den Städten eine wachsende soziale und ökonomische Polarisierung in arm und reich zu beobachten, die sich auchräumlich abbildet: Benachteiligte Gruppen konzentrieren sich in benachteiligten Quartieren.
So können sich die unterschiedlichen Merkmale von Benachteiligung verfestigen und verstärken – die Gebiete befinden sich in einer 'Abwärtsspirale'.

In den Quartieren der Sozialen Stadt NRW sollen Lösungen entwickelt werden, die Vorbildfunktionen für die Stadtentwicklung einnehmen können. Die entstandene Eigendynamik kann nur durchbrochen werden, wenn konsequent an mehreren Punkten zugleich angesetzt wird.

Jeder Stadtteil besitzt auch individuelle Stärken und Potenziale. Diese ‚Reichtümer‘ der Stadtteile müssen erschlossen und dauerhaft nutzbar gemacht werden. Die Notwenigkeit, das eigene Profil des Stadtteils zu entwickeln und zu stärken, ist eine zentrale Grundlage des Programms Soziale Stadt NRW.

Diese Potenziale sind im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich genauso zu finden wie in den baulichen und räumlichen Gegebenheiten. Beispiele sind:

  • Aktive Bewohnerinnen und Bewohner sowie Organisationen wie Kirchengemeinden, Sport- oder Kulturvereine, die ihr Engagement aktiv einbringen,
  • das Dienstleistungs-, Versorgungs- und Arbeitsplatzangebot – gerade auch von Unternehmen, die von Migranten geführt werden,
  • zur Mitwirkung bereite Hausbesitzer und Wohnungsgesellschaften,
  • erschließbare Freiflächen oder besondere naturräumliche Potenziale und
  • interessante ungenutzte Gebäude, die neue Einrichtungen aufnehmen und ein gutes Image prägen können.

 

PDF-Download Problemlagen und Potenziale (ca. 1 MB)
Auszug aus: ILS NRW (2000): Analyse der Umsetzung des integrierten Handlungsprogramms für Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf. ILS NRW Schrift 166. Dortmund
 

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