Baesweiler Setterich-Nord
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Gebietscharakter und Ausgangslage
Luftbild Setterich-Nord. Quelle: Planungsgruppe MWM, Aachen<br> (Klick zum vergrößern) Luftbild Setterich-Nord. Quelle: Planungsgruppe MWM, Aachen
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Setterich ist ein Stadtteil im Norden von Baesweiler in der StädteRegion Aachen. Der Stadtteil ist vom ehemaligen Bergbau auf den umliegenden Zechen Emil-Mayrisch in Siersdorf und Carl-Alexander in Baesweiler geprägt: Innerhalb sehr kurzer Zeit - im Wesentlichen in den 1950er und 1960er Jahren - entstand das Quartier Setterich-Nord zur schnellen Aufnahme der zuziehenden Bergleute, von denen viele als „Gastarbeiter“ aus der Türkei und Marokko kamen. Hierdurch vervierfachte sich die Einwohnerzahl Setterichs innerhalb eines Jahrzehnts – der Schwerpunkt lag auf dem heutigen Programmgebiet Setterich-Nord. Hier wohnen mittlerweile 3.757 Menschen, das entspricht ca. der Hälfte der Einwohnerzahl Setterichs (48,3 %) und über 13 % der Gesamtbevölkerung der Stadt Baesweiler. 1.178 davon sind ausländische Mitbürger. Mehr und mehr ist eine räumliche und emotionale Abkapselung zwischen dem alten Ortskern Alt-Setterich und Setterich-Nord erkennbar.

Aufgrund der historischen Entwicklung des Gebietes als ehemalige Bergarbeitersiedlung ist die Bebauung teilweise sehr verdichtet und die Verkehrsflächen sind zum Teil unterdimensioniert. Aufenthalts- und Bewegungsflächen zur Feierabend- und Wochenenderholung sind kaum vorhanden. Die seinerzeit errichteten Häuser sind zwar zum Teil saniert, es gibt aber auch Bereiche, in denen weiterer Sanierungsbedarf besteht.

Die bauliche Substanz des Stadtteils Setterich-Nord ist heute durch ehemalige Bergarbeiterwohnungen, Reihen- und Mehrfamilienhäuser sowie Wohnblocks geprägt. Die ehemaligen Bergarbeiterwohnungen sind überwiegend im Eigentum der Evonik Wohnen GmbH. 10 % dieser Wohnungen stehen leer. Ein großer Teil des Bestandes umfasst öffentlich geförderten Wohnraum, in dem 69 % der Einwohner Setterich-Nords leben. Viele sind arbeitslos und Leistungsbezieher. Drei Kennziffern charakterisieren die soziale Lage der Bewohner von Setterich-Nord

  • 69% der Bewohner von Setterich-Nord leben in öffentlich gefördertem Wohnraum.
  • 27,6% aller ALG II-Empfänger Baesweilers leben in Setterich-Nord.
  • Gesamtstädtisch gesehen leben 46 % der Sozialhilfeempfänger (SGB XII) in Setterich-Nord.

Aus der im Vergleich zum gesamten Stadtgebiet hohen Arbeitslosigkeit ergibt sich zunehmend sozialer Handlungsbedarf. Trotz zahlreicher Bemühungen stellt die fehlende Integration vieler Bürger mit Migrationshintergrund eine erhebliche Problematik dar.

Potenziale und Handlungsansätze

Ein großes Potential stellt der hohe Anteil an Kindern und Jugendlichen - insbesondere derer mit Migrationshintergrund – dar. Durch eine erfolgreiche Integration kann es gelingen, bislang ungenutzte Potenziale auszuschöpfen und somit neue Perspektiven bezüglich Bildung und Beruf zu eröffnen.

Des Weiteren ist durch das ausgeprägte Vereinswesen eine Basis für ein gutes Miteinander vorhanden. Dies wird zum Beispiel in der täglichen Arbeit der vielen Sportvereine deutlich, die schon länger einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten. Bei den türkischen und marokkanischen Kulturvereinen gibt es die Bereitschaft zur Kooperation, sodass auf dieser Basis weitergearbeitet werden kann.

Diese und weitere Elemente finden sich auch in den Maßnahmen des Handlungskonzeptes wieder:

  • Wohnumfeldverbesserung Bauliche Aufwertung und Attraktivierung des öffentlichen Raumes zur Verbesserung der Wohnqualität im Programmgebiet sowie der Nahversorgung. Aufwertung der Freizeitbereiche als Integrationsbeitrag.
  • Verbesserung der Wohnverhältnisse Maßnahmen wie Wohngebäudesanierung, Belegungsmanagement, altengerechtes Wohnen und Fassadenerneuerung.
  • Lokale Ökonomie und Beschäftigung Stabilisierung der lokalen Ökonomie durch städtebauliche Aufwertung des zentralen Versorgungsbereiches, Leerstandsmanagement und Anlaufstelle für Existenzgründer und Gewerbetreibende.
  • Verbesserung der sozialen Infrastruktur Aufbau eines Netzwerkes „Haus Setterich“ als Integrationsvorhaben. Zusammenhalt zwischen Migranten und Deutschen festigen und ausbauen. Bildungs- und Fortbildungsangebote, wie z. B. Sprachkurse anbieten sowie Isolation bei Migrantinnen verringern.
  • Stadtteilmanagement Einrichtung eines Stadtteilmanagements zur Koordinierung, Vernetzung und Ergänzung der im Stadtteil bestehenden Angebote. „Haus Setterich“ als Begegnungsstätte.

Organisation und Lokale Partner

Verantwortlich für die Ausführung- und Durchführung des Projektes Soziale Stadt „Setterich-Nord“ sind die involvierten Ämter der Stadtverwaltung Baesweiler sowie das Stadtteilbüro. Die Verwaltung schafft mit der Beantragung der Fördermittel bei der Bezirksregierung Köln die Voraussetzung für die Projekte in der Stadtteilerneuerung.

Die Arbeit im Stadtteilbüro wird durch das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Kreis Aachen e. V., koordiniert, organisiert und durchgeführt.

Ein Stadtteilbeirat, in dem Vertreter der Politik und der Stadtteilöffentlichkeit vertreten sind, wurde mit der Funktion eines Projektbeirates eingerichtet, in dem projektrelevante Themen diskutiert und Entscheidungen für den Rat bzw. die Ausschüsse vorbereitet werden.

Weitere wichtige Akteure im Programmgebiet sind:

  • Industriegewerkschaft Bergbau und Chemie (IGBCE) Ortsgruppe Setterich
  • Interessengemeinschaft der Settericher Ortsvereine
  • Evangelische Kirchengemeinde Setterich-Siersdorf
  • Katholische Kirchengemeinde St. Andreas Setterich
  • Türkischer Integrations- und Bildungsverein Setterich e. V.
  • Türkischer Kultur- und Sozialverein
  • Sozialer und kultureller marokkanischer Verein in Baesweiler-Setterich und Umgebung
  • SC 07/86 Setterich e. V.
  • Evonik Wohnen GmbH
  • AWO Ortsverband Setterich
  • Nachbarschaftstreff Setterich
  • Malteser Jugendtreff Setterich
  • Schulen und Kindertagesstätten

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2009
Aufnahme in das Programm
Februar 2010
Einrichtung des Stadtteilbüros und Gründung des Stadtteilbeirats
Ab März 2010
Intensive Maßnahmen zur Beteiligung der Bevölkerung und Öffentlichkeitsarbeit
Perspektiven

Ziele des Projektes sind die Aufwertung des Stadtteilimages, die Steigerung der Attraktivität von Infrastruktur und Wohnumfeld und die bessere Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Auch spezielle ergänzende Angebote gerade für Seniorinnen und Senioren sowie für Kinder und Jugendliche sollen im Rahmen des Projektes geschaffen werden.

Das „Haus Setterich“ soll als Begegnungsstätte und Koordinierungsbüro in der Gebietsmitte des Projektgebietes dienen. Hier sollen bereits bestehende Angebote besser vernetzt sowie zusätzliche Betreuungs- und Freizeitmaßnahmen durchgeführt werden. Nach Fertigstellung (voraussichtlich Mitte 2011) wird hier auch das Stadtteilbüro eingerichtet. Bis dahin wird dieses in angemieteten Räumlichkeiten betrieben.

 



 Ansprechpartner

Stadt Baesweiler

Beigeordneter Frank Brunner
Stadtverwaltung Baesweiler
An der Burg 3
52499 Baesweiler
Tel: 02401-800528
E-Mail: frank.brunner@stadt.baesweiler.de

Sozialamtsleiterin:
Angelika Breuer
Stadtverwaltung Baesweiler
An der Burg 3
52499 Baesweiler

Tel.: 02401-800509
E-Mail: angelika.breuer@stadt.baesweiler.de

Stadtteilbüro Haus Setterich

Emil-Mayrisch-Straße 20
52499 Baesweiler
Tel.: 02401-60372-38
Fax: 02401-60372-39
Mobil: 0151-14845590

betrieben durch
DRK Kreisverband Kreis Aachen e.V.

Ute Fischer (Projektleitung)
E-Mail: ute.fischer@drk.ac

Stand: Mai 2010
Frank Brunner, Stadt Baesweiler

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