Bergheim Süd-West
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Wir leben SüdWest!

Viele Aktive in SüdWest Viele Aktive in SüdWest

Nach 12 Jahren Soziale Stadt wird die Förderung für Bergheim Süd-West 2014 beendet (nur der Rückbau des Hochhauses Berliner Ring 41-45 wird noch bis Mitte 2015 dauern). Über 250 Projekte und Einzelmaßnahmen wurden, organisiert durch das Stadtteilbüro, umgesetzt. Hierzu zählen im investiven Bereich 25 Projekte in Wohnumfeld und Infrastruktur, fünf Gebäudesanierungsprojekte mit Förderung sowie der Rückbau eines Hochhauskomplexes. Dazu kommen die vielen kleinen Projekte im sozialen und ehrenamtlichen Bereich - teilweise durch den Budgetbeirat gefördert. Viel wichtiger aber sind die Veränderungen in den Köpfen: Gemeinsam handeln, mitmachen statt zuschauen! So konnte erreicht werden, dass das Bürgerzentrum FuNTASTIK und das Integrationsbüro auch über den Förderzeitraum hinaus erhalten bleiben und durch die Stadt Bergheim in Kooperation mit dem Bürgerverein SüdWestWind e.V. weiter durch pädagogische Kräfte betreut werden. Es muss nun in den nächsten Jahren in erster Linie darum gehen, die soziale Situation mit Ehrenamtlern und Kooperationspartnern weiter zu stabilisieren.

Gebietscharakter und Ausgangslage
Rückbau Berliner Ring mit Bauzaungestaltung Rückbau Berliner Ring mit Bauzaungestaltung

Die Kreisstadt Bergheim, Mittelzentrum mit rd. 63.500 Einwohnern, liegt im Städtedreieck von Köln, Düsseldorf und Aachen im nördlichen Erftkreis.

Das Programmgebiet Bergheim Süd-West besteht aus Teilen der Stadtteile Zieverich und Kenten. Beide Teilbereiche entstanden Ende der 60er/ Anfang der 70er Jahre als Großwohnsiedlung mit Punkthochhäusern, 4-5 geschossigen Wohnblöcken und mit Einfamilienhäusern in den Randlagen. Das Besondere im Programmgebiet ist, dass rd. 1.000 der insgesamt rd. 1.300 Wohneinheiten in den Großwohnungsanlagen und Wohnblöcken Eigentumswohnungen sind (mit besonderer Ausstattung wie Schwimmbad, Kegelbahn, Partyräumen). So gibt es für 46 Gebäude allein 11 Wohnungseigentümergemeinschaften mit je eigener Hausverwaltung. Weitere 15 Gebäude sind im Eigentum von drei verschiedenen Wohnungsgesellschaften. Der Wohnungsbestand entwickelte sich auch in Bergheim immer mehr zu einer Kapitalanlage – Investitionen blieben weitgehend aus. Mieter und Eigentümer, die es sich leisten konnten, zogen weg. Entsprechende sozial und ökonomisch benachteiligte Bevölkerungsgruppen kamen hinzu.

Die Ausgangslage im Jahr 2001 war gekennzeichnet durch:

  • eine Konzentration von Familien mit hohen sozialen Belastungen,
  • Wohnungsleerstand in kritischem Ausmaß und/oder hohe Mietnebenkosten (2. Miete)
  • Überbelegung der Wohnungen auch durch Unterbringung von Saisonarbeitern (Tagebau)
  • hoher Investitionsstau bei Modernisierungen,
  • fehlende Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes,
  • wenige Freizeitangebote und Begegnungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen,
  • negatives Image,
  • schlechter Zugang zu Arbeits- und Ausbildungsplätzen,
  • soziale und familiäre Konflikte im Stadtteil (hoher Anteil bei Anzeigen im Delikt körperliche Gewalt),
  • Leerstand von zahlreichen Ladenlokalen in den Hochhauszeilen.

Potenziale und Handlungsansätze
FuNTASTIK – neuer Mittelpunkt im Quartier FuNTASTIK – neuer Mittelpunkt im Quartier

Vielfältige Potenziale bildeten die Basis für das integrierte Handlungskonzept:

  • Das Gebiet an der Erft hat eine landschaftlich schöne Lage: Naturschutzgebiet.
  • Der Stadtteil liegt nahe am Stadtzentrum von Bergheim mit Fußgängerzone, Stadt- und Kreisverwaltung, Krankenhaus etc. Auch die Versorgung durch preiswerte Handelsmärkte ist gedeckt.
  • Mit Grund-, Haupt-, Realschule und Gymnasium sind alle Schulformen sowie zwei Kindertagesstätten im Programmgebiet vorhanden.
  • Abstandsflächen zwischen den Gebäuden mit gutem Baumbestand und Platz zur Neugestaltung.
  • Absichtserklärungen von Wohnungseigentümergemeinschaften zur Investition in den Bestand.
  • Abstandsflächen zwischen den Gebäuden mit gutem Baumbestand und Platz zur Neugestaltung.
  • Beschäftigungsträger führt Maßnahmen in der Grünflächenpflege sowie im Landschaftsbau und im Themenbereich Integration von Zuwanderern aus.
  • In leer stehenden Wohnungen, Ladenlokalen und Gebäuden können vielfältige neue Nutzungen etabliert werden. Eine mögliche Option ist die Schaffung eines "sozialen Zentrums" mit Beschäftigungsträger, Beratungseinrichtungen und Bürgertreff.

Die Hauptziele des Handlungsprogramms waren:

  • Schaffung sozialer Stabilität,
  • Abbau ökonomischer Nachteile,
  • Verbesserung der Wohnverhältnisse,
  • Stabilisierung des Mietniveaus und
  • Verbesserung des Wohnumfeldes

Neben der Aktivierung von Bewohnern geht es insbesondere darum, die Bereitschaft zur Eigeninitiative zu wecken. Besondere Förderung erfahren daher die zahlreichen durch Ehrenamtler betreuten Gruppen. Zentrum der Stadtteilarbeit und des Stadtteilmanagements ist das Stadtteilbüro im FuNTASTIK. Es symbolisiert die neue Mitte des Stadtteils, verknüpft die Menschen und ihre Aktivitäten miteinander und ist Ratgeber und Anlaufstelle für alle Fragen rund um den Stadtteil. Im August 2009 ist das Stadtteilbüro in den aus dem Modellprogramm "Wir setzen Zeichen" geförderten Neubau FuNTASTIK (Zentrum für Familie und Nachbarschaft, Toleranz, Aktion, Soziale Themen, Integration und Kultur) eingezogen.

Organisation und Lokale Partner
Das Stadtteilteam Das Stadtteilteam

Der Fachbereich Jugend, Bildung und Soziales der Stadt Bergheim ist für die Projektleitung und Programmkoordination zuständig. Für die Abwicklung und Umsetzung wurde im Februar 2010 die Entwicklungsgesellschaft Bergheim (EG-BM) gegründet, eine gGmbH mit 50 % Teilhaberschaft Stadt Bergheim und 50 % des ASH Sprungbrett e.V.

Wichtigste Kooperationspartner in der Zusammenarbeit aber auch in der Entwicklung und Durchführung von Projekten sind:

  • Familienzentrum Kita Abenteuerland
  • Stadtteilverein SüdWestWind e.V.
  • ASH Sprungbrett e.V.
  • Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen

Die Gremien in der Stadtteilarbeit sind die ca. achtmal jährlich tagende AG Süd-West-Total, an der sowohl interessierte Bürger als auch Ehrenamtler, Gruppenleiter und Mitarbeiter aus unterschiedlichen sozialen Einrichtungen teilnehmen. Auf Verwaltungsebene tagte seit 2002 alle zwei Monate die ämterübergreifende Projektgruppe, die mit Gründung der gGmbH durch die Gesellschafterversammlung abgelöst wurde. Zudem finden ca. einmal jährlich Stadtteilforen statt, zu denen alle Bewohner und Akteure eingeladen sind, Ideen und Projekte zu entwickeln und sich über den Stand der Erneuerung zu informieren. Der Budgetbeirat ist ebenfalls zum wichtigen Gremium über die Geschicke des Stadtteils geworden. Er trifft sich viermal im Jahr und wird auch nach 2014 bestehen bleiben.

 

Chronologie der Erneuerung
Stadtteil von oben Stadtteil von oben

Ein Schlüsselthema und zugleich gutes Beispiel für Synergieeffekte sind die Investitionen in den Wohnungsbestand. Nach langen Prozessen mit Eigentümergemeinschaften und Hausverwaltungen gelang es bis 2014, umfangreiche Sanierungsmaßnahmen bei vier größeren Objekten mit Förderung aus dem Hof- und Fassadenprogramm und bei 3 weiteren Objekten sogar ohne öffentliche Förderung umzusetzen. Der Rückbau des Komplexes Berliner Ring 41-45 mit vorherigem Ankauf der 226 Wohnungen aus Einzeleigentum durch die Stadt Bergheim ist das zeitlich, finanziell und logistisch umfangreichste Projekt und bietet ständig neue Herausforderungen (zu Beginn des Jahres 2014 Asbestfunde im Objekt) so dass es zu Bauzeitverlängerung von ca. 8 Monaten kommt.

Meilensteine und Projektbeispiele
Dez 2001
Aufnahme ins Handlungsprogramm "Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf"
2002
Ratsbeschluss zur Umsetzung

Start der Stadtteilarbeit mit Eröffnung des Stadtteilbüros

Start verschiedener Einzelprojekte wie: jährliche Stadtteilfeste, Café Global, Eltern-Kind-Treff, Frühstückstreff, Suchtvorbeugung, Seniorennetzwerk, Initiative der Arbeitssuchenden, AG Süd-West-Total, Arbeitskreis mit Hauseigentümern und Verwaltungen

2002-2005
Planung mit Kinderbeteiligung und Bau der Spielelandschaft Wohnpark Zieverich, Umsetzung durch Beschäftigungsträger ASH Sprungbrett e.V.
2003-2006
Berliner Ring 3-5, vorher und nacher (Quelle: Ursula Schlösser) Berliner Ring 3-5, vorher und nacher (Quelle: Ursula Schlösser)
Sanierung Objekt Berliner Ring 1-3 und Berliner Ring 5, vom Beschluss der zahlreichen Einzeleigentümer bis zur Fertigstellung und offiziellen Eröffnung durch die Bürgermeisterin
Anbau Jugendzentrum mit Beteiligungsworkshop Kinder- und Jugendliche zur Fassadengestaltung.
2005-2006
Umbau des Schulhofs der Realschule: Beteiligung von Schülern, Lehrern und Eltern bei Planung und Umbau, Bau durch Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt
2005-2007
Sanierung Gebäude und Wohnumfeld Schwalbenweg 4
2005-2009
Sanierung Wohnpark Gutenbergstraße mit Wohnumfeld
2005
Zeitung SüdWestPool und Internetseite online

Erster Budgetbeirat tagt

Ehrung des ehrenamtlichen Engagements bei der Messe B.E.S.T Bürgerengagement im Stadtteil für Café Global und Musikprojekt

2006-2009
Spielplatz im Park Spielplatz im Park
Süd-West-Wiesen Parkanlage: Beteiligungsworkshop, Spielplatzplanung, Bau durch Beschäftigungsträger ASH Sprungbrett e.V. , Kunst im Park
2008-2012
Umbau der Schulhöfe Astrid-Lindgren-Grundschule, Erich-Kästner-Hauptschule und Gutenberggymnasium durch Beschäftigungsträger ASH Sprungbrett e.V.
2007 bis Sept 2009
Planung und Bau Stadtteilzentrum FuNTASTIK

Eröffnung Integrationsbüro Otto-Hahn-Str, Eröffnung Mosaik Berliner Ring

2009
Erster FuNTASTisch – langer Tisch rund ums FuNTASTIK Eröffnung FuNTASTIK
2010
Start Beratungsnetz SüdWest

Start Kulturwind Reihe

2011
Gestaltung Unterführung und Bau Jugendhütte im Park
2012
Beschluss zum Ankauf der Wohnungen Berliner Ring 41-45 durch die Stadt
2013
Entmietung und Rückbauplanung Berliner Ring

Verstetigungsprozess - Workshops mit Bewohnern

2014
Das Auenland liegt in SüdWest – Wasserspielfläche für Jung und Alt Das Auenland liegt in SüdWest – Wasserspielfläche für Jung und Alt
Start Rückbau Berliner Ring

Umbau: Auenland Projekt, Stadtteilentree und Fuß- und Radwegebrücke über die Erft

Kooperationsvereinbarung Stadt Bergheim mit SüdWestWind zur Verstetigung

Maßnahmen zur Aufwertung der Wohnsituation, des Wohnumfeldes und der Schulstandorte wurden mit Teilnehmern eines Beschäftigungsprojektes der ASH Sprungbrett e.V. umgesetzt. Menschen aus "benachteiligten Verhältnissen" bekommen eine Chance und einen Zugang zum Wirtschaftsleben (Bildung, Ausbildung, Qualifikation). Im Handlungsfeld Lokale Ökonomie wurden insgesamt 25 Projekte mit unterschiedlichen Kooperationspartnern durchgeführt.

Auszeichnungen
Minister Groschek beim FuNTASTisch Minister Groschek beim FuNTASTisch

  • Das Konzept für das Familienzentrum FuNTASTIK wird als Modellprojekt des Landes NRW im Wettbewerb „Wir setzen Zeichen“ 2008 gefördert.
  • Auszeichnung der Umgestaltung der Parkanlage Süd-West-Wiesen mit Kunst- und Beteiligungsaktionen mit dem Preis "Vorbildprojekte in der Sozialen Stadt" 2009
  • Der Rückbau Berliner Ring 41-45 wird in der Sonderkategorie "Umgang mit Schrottimmobilien" im Auszeichnungswettbewerb "10 Jahre Stadtumbau in NRW" 2014 prämiert.

Materialien zum Download

Zahlreiche Materialien (Handlungskonzept mit Fortschreibungen, Pläne, Stadtteilzeitungen etc.) zum Stadtteilprojekt Bergheim Süd-West finden Sie auch auf der Website des Stadtteilprojektes unter www.bergheim-sued-west.de (im Menüpunkt Downloadbereich)

Ein Haus. Für alle (PDF 8,8 MB)

Kleine Projekte. Starker Stadtteil! (PDF 3,4 MB)

Mitten im Leben und Teil von allen – Integrationsbüro (PDF 4,3 MB)

Wir leben SüdWest – Ein Stadtteil entdeckt sich neu (PDF 2,1 MB)

Verstetigung in Süd-West (PDF 42 KB)



 Ansprechpartner

Koordination

Horst-Günter Lankers (Projektleiter)

Stadt Bergheim – EG BM
FB Jugend, Bildung und Soziales
Bethlehemer Straße 9 - 11
50126 Bergheim

Telefon: +49 (0) 22 71 / 89-370
Telefax: +49 (0) 22 71 / 89-239

E-Mail:
horst-guenter.lankers@eg-bm.de

Website: www.eg-bm.de

Stadtteilbüro im FuNTASTIK

Elisabeth Alt-Kaul
(pädagogische Leitung)

EG-BM Stadtteilbüro im FuNTASTIK
Meissener Straße 7
50126 Bergheim

Telefon: +49 (0) 22 71 / 98 37 77
Telefax: +49 (0) 22 71 / 98 38 25

E-Mail:
elisabeth.alt-kaul@eg-bm.de

Website:
www.bergheim-sued-west.de

Paradies für SüdWest-Zwerge – der Zwergenspielplatz Paradies für SüdWest-Zwerge – der Zwergenspielplatz


 

Stand: September 2014
Antje Eickhoff

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