Bonn Neu-Tannenbusch
Meilensteine
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Gebietscharakter und Ausgangslage
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Bonn, bis 1999 Sitz der Bundesregierung, wird in vier Stadtbezirke (Bonn, Bad Godesberg, Beuel, Hardtberg) mit insgesamt 51 Ortsteilen unterteilt. Einer von 65 statistischen Bezirken ist Tannenbusch. Tannenbusch ist dem Stadtbezirk Bonn zugehörig und wird der Entstehungszeit nach in ‚Alt-Tannenbusch’ und ‚Neu-Tannenbusch’ gegliedert.

Suburbanisierungsentwicklungen und Wohnungsknappheit in den 1970er Jahren erforderten Stadterweiterungsmaßnahmen im Nordwesten Bonns. Entwürfe für die geplante Großwohnsiedlung sollten bis 1985 insgesamt 30.000 Menschen auf einem bisher unbebauten Areal unterbringen (18.000 Menschen in Neu-Tannenbusch). Heute leben 9.983 Bürger in Neu-Tannenbusch. In erster Linie fungiert Neu-Tannenbusch als Wohnstandort. Merkmale dessen sind ein baulich dichtes Gefüge mit städtischem Charakter. Nach wie vor prägen mehrgeschossige Wohngroßsiedlungen im Süden das Ortsbild. Nördlich angelegte Einfamilienhaussiedlungen im Reihenhausstil runden dieses Bild ab. Neben baulichen Missständen haben insbesondere soziale Problemstrukturen deutlich an Gewicht gewonnen: Arbeitslosenquote (19 %) wie auch der Anteil an Empfängern von Leistungen gemäß SGB II (28,4 %, unter 15 Jahre 51,7 %) sind im Vergleich zur Gesamtstadt besonders hoch.

Für die Tannenbuscher Bevölkerung bildet das Tannenbusch-Center sowohl die Ortsmitte als auch den zentralen Nahversorgungsbereich mit einem Stadtbahnhaltepunkt. Das Einkaufscenter befindet sich schon länger in einem Trading Down-Prozess. Diese Entwicklungen in Verbindung mit baulichen und sozialen Missständen verstärken die Abwärtsspirale.

Potenziale und Handlungsansätze
Grünzug Bonn-Nord Grünzug Bonn-Nord

Trotz der allgemeinen Negativentwicklungen der letzten Jahre birgt der Stadtteil gute Grundvoraussetzungen:

  • Gute Anbindung an den ÖPNV (innerörtlich und überörtliche Stadtbahnanbindung nach Bonn und Köln, zudem drei Buslinien): Haltestellen sollen in Zukunft mehr Sauberkeit und Sicherheit bieten
  • Gute soziale Infrastruktur (Schulzentrum, städtische und private Kitas), mehrere soziale Träger und Einrichtungen: Die Vielzahl der unterschiedlichen Leistungsangebote soll erhöht, stärker vernetzt und gebündelt werden, um den jetzt schon vorhandenen und neuen innovativen Projekten mehr Effizienz zukommen zu lassen.
  • Insgesamt ein ‚grüner’ Stadtteil mit Angrenzung und Einbindung an den ‚Grünzug Bonn-Nord’: Verbesserung der Aufenthaltsqualität, Naturnähe den Kindern und Jugendlichen vermitteln. Natur- und Erlebnisausflüge über die Ortsteilgrenzen hinaus veranstalten / Mal vor die Tür kommen.
  • Ökonomische Potentiale in leerstehenden Ladenzeilen und Gebäudekomplexen: Leerstand als Chance sehen, um auf die Bedarfslage und Wünsche der Bewohner einzugehen und zukünftige Nutzungen zielgerichteter zu planen.
  • Viele im Ortsteil in den zwei Studentenwohnheimen wohnende Studierende (ca. 870 Wohneinheiten): Diese sollen noch mehr ins Stadtteilleben eingebunden werden und als Vorbildcharaktere (fachlich, kulturell) in Schulen fungieren (Bildungslotsen)

An den allgemeinen Tendenzen und Potentialen knüpft das Integrierte Entwicklungskonzept für Bonn Neu-Tannenbusch mit folgenden Handlungsfeldern an:

  • A Nachhaltige Erneuerungsstrategie für Wohngebäude – Gesundes und zukunftsfähiges Wohnen
  • B Orte für Kommunikation und Aktivität – Erleben und Erholen, Natur, Kunst und Kultur
  • C Zweite Chance – Bildung und Beschäftigung im Stadtteil
  • D Zukunftsperspektive Leben in Tannenbusch – Ganzheitliche Familienarbeit
  • E Quartiersmanagement – Neues Image und aktive Nachbarschaften
Organisation und Lokale Partner
Schemenhafte Darstellung  der  Organisationsstruktur zum Entwicklungskonzept Bonn-Neu-Tannenbusch (Klick zum vergrößern) Schemenhafte Darstellung der Organisationsstruktur zum Entwicklungskonzept Bonn-Neu-Tannenbusch (Klick zum vergrößern)

Die Organisationsstruktur stellt sich auf drei Ebenen dar. Auf der Entscheidungsebene agieren sowohl Vertreter der Politik und der Interfraktionelle Beirat als auch die beteiligten Dezernate und Amtsleitungen in der Lenkungsgruppe. Die Dezernenten und Amtsleiter der Fachbereiche Soziales und Planung, Stabsstelle Integration und Projektmanagement treffen sich turnusgemäß und entscheiden über die vorgelegten Projekte und Vorhaben. Diese kommuniziert die Lenkungsgruppe mit den zuständigen politischen Gremien (Beirat).

Auf der Ebene der Projektsteuerung / Projektumsetzung ist die Leitung mit Verwaltungsmitarbeitern besetzt. Insbesondere die Kontrolle des Projektmanagements und die internen Abstimmungen gehören zu den Aufgaben. Die Projektgruppen bestehen je nach Themenbereich aus städtischen Mitarbeitern und eingebundenen Akteuren.

Hierzu ein Beispiel: Der Arbeitskreis (AK) Wohnungsunternehmen setzt sich zusammen aus den vor Ort tätigen Wohnungsunternehmen, der Polizei und städtischen Fachressorts.

Die Steuerung des Prozesses liegt beim Stadtplanungsamt der Stadt Bonn, wobei die jeweiligen Projekte und deren Durchführung in der Verantwortlichkeit der entsprechenden Fachverwaltungen liegen. Das Projektmanagement wird derzeit noch organisiert. Es ist vernetzt mit allen Arbeitsbereichen der Projektebene und schließlich mit der dritten Ebene der Projektbeteiligung. Hierzu gehören Bewohner- und Bürgerbeteiligungen sowie das Quartiersmanagement, die an der Projektumsetzung maßgeblich beteiligt werden.

Im Stadtteil waren und sind jetzt schon unabhängig vom Projekt der Sozialen Stadt viele Akteure mit (sozialer) Stadtteilarbeit beschäftigt. Dieses dichte Akteursnetz bietet gute Voraussetzungen, auch für zukünftige Projekte im Rahmen der Sozialen Stadt.

 

Chronologie der Erneuerung
Bürger bei der ersten Stadtteilkonferenz Bürger bei der ersten Stadtteilkonferenz

Zurzeit stehen seitens des Landes und der Bezirksregierung Köln die Bewilligungsbescheide für das Projekt ‚Soziale Stadt Bonn Neu-Tannenbusch’ noch aus. Viele der bisherigen Handlungsnachweise bestehen deswegen vielmehr aus Vorbereitungs- und Planungsarbeiten. Wie der Chronologie entnommen werden kann, standen verwaltungsinterne und bürgernahe Beratungs- und Diskussionsrunden sowie Arbeitskreise bis heute im Vordergrund. Konkrete Projektideen sind in den Köpfen vieler engagierter Akteure sehr wohl vorhanden und warten auf den Beginn und die Umsetzung.

Meilensteine und Projektbeispiele
Dez 2007
Podiumsdiskussion, daraus Gründung der Initiative ‚Tannenbusch ist besser als sein Ruf‘
Apr 2008
Bürgerantrag der Initiative ‚Tannenbusch ist besser als sein Ruf‘: Entwicklung eines Konzeptes für den Stadtteil Tannenbusch
Okt 2008
Beschluss durch den Hauptausschuss: Verwaltung soll beim Land die Aufnahme von Teilen Tannenbuschs in das Programm ‚Soziale Stadt‘ beantragen
Mai 2009
Beschluss des Bau- und Vergabeausschusses: Beauftragung des Büros Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH (Köln) zur Erarbeitung eines Integrierten Entwicklungskonzeptes (IEK)
Juni 2009
Gesprächsrunden zur Beteiligung am IEK zu den Themen:
  • Kinder, Jugend und Familie
  • Integration, Zusammenleben, Kultur und Bildung
  • Arbeitslosigkeit, Beschäftigungsförderung und Qualifizierung
  • Jugendkriminalität und Kriminalprävention
Dez 2009
Intermag teilt der Stadt mit, dass positiv über den Antrag der Stadt Bonn zur Aufnahme des Stadtteils Bonn Neu-Tannenbusch ins Bund-Länder-Programm ‚Soziale Stadt NRW‘ und Förderung aus dem EU NRW Ziel 2-Programm 2007-2013 (EFRE) votiert wurde

Gründung des Arbeitskreises ‚Wohnungsunternehmen’

Jan 2010
Bürgerinformationsveranstaltung im Gustav-Heinemann-Haus (Einführungsveranstaltung) mit ca. 250 Teilnehmer/innen
Feb 2010
Ratsbeschluss und Stellungnahme der Verwaltung zum Antrag der Stadt Bonn zur Aufnahme des Stadtteils Neu-Tannenbusch in das Bund-Länder-Programm ‚Soziale Stadt’
März 2010
Gesprächsrunde zum Thema Soziale Stadt und Integration

Erste Stadtteilkonferenz ‚Soziale Stadt Bonn Neu-Tannenbusch’ im Tannenbusch-Gymnasium

April 2010
Gründung des Arbeitskreises ‚Vielfalt’

Starttreffen zum Thema Sicherheit und Kriminalprävention im Einkaufzentrum Tannenbusch

Starttreffen mit Verantwortlichen des MBV zum Thema ‚Landeswettbewerb Studentisches Wohnen‘

Apr - Mai 2010
Treffen der Arbeitskreise zu den Themen:
  • Kinder, Jugendliche und Familie
  • Wohnen, Wohngebäude und Wohnumfeld
  • Schule, Bildung und Beschäftigung
  • Integration
Juli 2010
Zweite Stadtteilkonferenz ‚Soziale Stadt Bonn Neu-Tannenbusch’
Perspektiven
Arbeitsgruppe ‚Wohnen & Wohnumfeld‘: hier präsentiert der Amtsleiter des Stadtplanungsamtes das Gebiet zum Landeswettbewerb ‚Studentisches Wohnen’ Arbeitsgruppe ‚Wohnen & Wohnumfeld‘: hier präsentiert der Amtsleiter des Stadtplanungsamtes das Gebiet zum Landeswettbewerb ‚Studentisches Wohnen’

Aktuell werden die Ergebnisse der bisherigen Sitzungen der Arbeitskreise, des AK Wohnungsunternehmen und der ersten Stadtteilkonferenz ausgewertet. Diese werden in Anlehnung an den Maßnahmenkatalog des Integrierten Entwicklungskonzepts Projektschwerpunkte definieren. Für diese Projekte wird dann eine Förderung beantragt. An dieser Stelle können einige zum jetzigen Zeitpunkt angedachte Projekte für 2010 genannt werden.

  • Landeswettbewerb zum studentischen Wohnen 2010 für die Studentenwohnheime Tannenbusch I + II. Im Rahmen des experimentellen Wohnungsbaus soll neuer, nachfragegerechter Wohnraum für Studierende errichtet werden. Dafür wird eines der Wohnheime abgerissen.
  • Einrichtung eines ‚Informationsbüros Soziale Stadt‘ in zentraler Lage vor Ort. Jegliche Anliegen können dort an fachkompetentes städtisches Personal gerichtet werden.
  • Auftaktfest und Zukunftswerkstatt zur Neugestaltung des Spielgeländes am Spielhaus des KBE-Dreieck
  • ‚Müllfeste‘ in den Großwohnanlagen zum Zwecke der Müllerziehung

Zudem sollen Einzelgespräche mit Wohnungsunternehmen und Institutionen vor Ort zur Planung konkreter Maßnahmen stattfinden.

 

Materialien zum Download

Um die Öffentlichkeit stetig am Prozess zur Sozialen Stadt teilhaben zu lassen, wurde auf der Internetseite der Stadt Bonn ein gesonderter Themenblock zum Entwicklungskonzept Bonn Neu-Tannenbusch eingerichtet. Weitere Informationen und Downloads sind unter folgendem Internetlink abrufbar:

www.bonn.de (webcode: @soziale-stadt)



 Ansprechpartner

Bundesstadt Bonn
Stadtplanungsamt
Berliner Platz 2
53111 Bonn

Michael Isselmann
Telefon: +49 (0) 228 / 77-3784
E-Mail: michael.isselmann@bonn.de

Stand: September 2010
Autor/in: Stadtplanungsamt Bonn

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