Castrop-Rauxel - Deininghausen
Meilensteine
Ansprechpartner
Gebietscharakter und Ausgangslage
Blick auf Deininghausen Foto: M. Herold, Stadtteilbüro Blick auf Deininghausen Foto: M. Herold, Stadtteilbüro

Der Stadtteil Deininghausen, für gut 3000 Einwohner geplant, entstand ab 1965 als eine für die damalige Zeit typische autogerechte Großwohnsiedlung am Stadtrand. Bis dahin war Deininghausen eine durch Einzelhoflagen geprägte Landschaft.

Um das Zentrum mit vorwiegend viergeschossigem Sozialwohnungsbau und Infrastruktureinrichtungen gruppieren sich Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäuser verschiedenen Bautyps. Ein kleiner Stadtteilplatz mit angrenzenden Ladenlokalen und das benachbarte Grundschulgelände prägen den öffentlichen Bereich des Zentrums. Die evangelische Kirche mit Pfarr- und Gemeindehaus bildet einen weiteren Komplex innerhalb der Wohnbebauung. Neben dem ringförmigen Straßenverlauf erschließen Fußwege die verschiedenen Wohnquartiere.

Deininghausen ist umgeben von alten Bauerhöfen, Weiden, Feldern und von großen Waldflächen mit überörtlichen grünen Wegeverbindungen.

Seit den späten 80er Jahren entwickelt sich Deininghausen aufgrund sich gegenseitig verstärkender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen zu einem sozialen Brennpunkt. In die Ende der 60er Jahre mit Mitteln des sozialen Wohnungsbaus errichteten Geschosswohnungen investierten Wohnungsgesellschaften nur wenig. Der preisgünstige, aber hochgradig sanierungsbedürftige Wohnraum wurde zunehmend von Mieterinnen und Mietern in prekären Lebenslagen und/oder mit finanziellen Problemen bezogen.

Die soziale Situation des dicht besiedelten Stadtteils ist heute gekennzeichnet durch einen hohen Anteil an Migranten und Aussiedlern. Aufgrund des hohen Anteils an Kindern und Jugendlichen ist Deininghausen aber auch der „jüngste“ Stadtteil von Castrop-Rauxel.

In den letzten Jahren wechselten die Geschosswohnungen im Kernbereich dreimal den Eigentümer. Das führte zur Verunsicherung der Mieter und trägt zu immer größerer Fluktuation bei der Wohnungsbelegung bzw. zu Leerständen bei. Die Nahversorgungssituation im Zentrum ist stark eingeschränkt.

Das Freizeit- und Kulturangebot im Stadtteil ist insgesamt sehr gering. Es gibt ein Jugendzentrum „d-town“, das für die Kinder und Jugendlichen des Stadtteils offen steht. Zwei Buslinien verbinden Deininghausen mit dem Stadtzentrum von Castrop-Rauxel und dem Stadtteil Oestrich in Dortmund.

Am Rande der Siedlung finden sich auch hochwertige Eigentumsobjekte, in denen zunehmend ältere Eigentümer wohnen. Die Kluft zwischen relativ gut situierten, überwiegend älteren und sehr armen, kinderreichen Bevölkerungsteilen ist daher besonders auffallend. Die Frustration über diese Situation entlädt sich in zunehmendem Vandalismus und Ordnungswidrigkeiten und führt dazu, dass sich das negative Image des Stadtteils nach außen verfestigt.

Potenziale und Handlungsansätze

Deininghausens bevorzugte grüne Lage und der städtebauliche Grundriss sind wesentliche Potentiale, um den Stadtteil wieder zu einem attraktiven Ort werden zu lassen.

Die kurzen fußläufigen Wege in die umgebende Landschaft und überschaubare nachbarschaftlich-orientierte Quartiere können die Attraktivität in den kommenden Jahrzehnten erheblich steigern.

Bürgerschaftliches Engagement ist ein weiteres Potenzial: Seit mehreren Jahren ist der Verein „Bürger für Deininghausen e.V." aktiv. Außerdem beteiligen sich Deininghausener im Rahmen der „Lokalen Agenda 21“ an der Stadtteilentwicklung. Mit Unterstützung durch ein externes Büro wurden bereits im Vorfeld der Aufnahme in das Programm Soziale Stadt problemorientierte Workshops wie „Schule und Soziales“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ im Stadtteil durchgeführt.

Das „Integrierte Handlungskonzept“ für Deininghausen wurde von den Bewohnern und Bewohnerinnen unter Mitarbeit einer verwaltungsinternen Arbeitsgruppe Deininghausen aufgestellt. Ziel ist es, auf verschiedenen Handlungsebenen gleichzeitig zu agieren, um nachhaltige und sich verstetigende Angebote und Qualitäten in Deininghausen zu etablieren.

Im Rahmen der sozial flankierenden Maßnahmen wurde ein Stadtteilmanagement aufgebaut. Die Einrichtung des Stadtteilbüros als Anlaufstelle sowie der Aufbau eines von Bürgern verwalteten Begegnungszentrums sind wesentliche Maßnahmen, um die Integration und Vernetzung von Angeboten zu verbessern. Verschiedene Angebote von Sprachkursen bis hin zu sportlichen Aktivitäten sollen dazu beitragen, die Lebenschancen der sozial benachteiligten Bewohner zu verbessern und das Eigenengagement im Stadtteil zu fördern.

Organisation und Lokale Partner

Die Stadtverwaltung Castrop-Rauxel mit dem Bereich Stadtentwicklung ist für die Koordination der Stadtteilentwicklung in Deininghausen verantwortlich.

Vor Ort übernimmt das Stadtteilbüro die folgenden Aufgaben:

  • Schnittstelle zwischen Bürgern des Stadtteils und Verwaltung
  • Beratung und Information von Bürgerinnen und Bürgern
  • Weiterentwicklung des Integrierten Handlungskonzeptes
  • Unterstützung von Mieterrat und Bürgerverein

Die lokalen Akteure beteiligen sich mit dem Runden Tisch Deininghausen an der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes.

Teilnehmer des Runden Tisches sind:

  • „Bürger für Deininghausen e.V.“
  • „Dein Treff Punkt e.V.“
  • Grundschule, Förderschulen
  • Tageseinrichtung für Kinder der AWO
  • Bereiche der Stadtverwaltung wie Stadtplanung, Jugend, Soziales, Integration
  • ARGE

Weitere Akteure im Stadtteil sind:

  • Kirchengemeinden
  • Jugendzentrum „d-town“

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2004
Gründung des Vereins „Bürger für Deininghausen e.V.“

Das „Integrierte Handlungskonzept“ wird von Bürgerinnen und Bürgern zusammen mit der verwaltungsinternen Arbeitsgruppe Deininghausen erarbeitet und der Politik und Öffentlichkeit vorgestellt

Seit 2005
Das Stadtteilbüro zieht in eine leerstehende Wohnung im Stadtteil und wird Sitz des kommunalen Stadtteilmanagements und eines Wohnquartiermanagers, das die Mieterschaft im Geschosswohnungsbau betreut.

Der „Runde Tisch“ wird gegründet.

Deininghausen wird in das Programm „Soziale Stadt NRW“ aufgenommen.

Ende 2006
Die Mittelzusage ist erfolgt.

Die Planung von sozial flankierenden und Bauprojekten beginnt.

Seit Dezember 2006
Beratung in russischer Sprache bei Schulproblemen und in Erziehungsfragen
Seit 2007
Einstellung von zwei Mitarbeiterinnen in Teilzeit.

Ausbau eines Begegnungszentrums

Beginn der Umgestaltung des Schulhofes

Umsetzung der sozial flankierenden Maßnahmen

Veranstaltung eines Stadtteilfestes

Gründung eines Betreibervereins für das Begegnungszentrum

Seit Januar 2007
Beratung in türkischer Sprache bei Schulproblemen und in Erziehungsfragen
Seit Sommer 2007
Foto: Interkulturelle Kochgruppe kocht für MdB; Quelle: 
Frank Schwabe Foto: Interkulturelle Kochgruppe kocht für MdB; Quelle: Frank Schwabe
Interkulturelle Kochgruppe, Frauen mit und ohne Migrationshintergrund kochen einmal im Monat gemeinsam in der Grundschule Deininghausen internationale Gerichte. Die Betreuung der Kinder ist in dieser Zeit gewährleistet
Februar 2008
Fertigstellung und Ergänzung des Begegnungszentrums „Dein Treff Punkt“
Seit Sommer 2008
Kulturcafé, niederschwelliges Sprachlernangebot für Frauen aus Zuwandererfamilien. Lebensweltorientiertes Lernen der Sprache anhand von Alltagssituationen.
Seit Ende 2008
Sportangebot für Frauen mit und ohne Migrationshintergrund einmal in der Woche. Für die Betreuung der Kinder ist gesorgt.
April 2009
Die Umgestaltung des Schulhofes der Grundschule ist fertig gestellt.
Dezember 2009
Die erste Ausgabe der Stadtteilzeitung „Dein Blatt“ erscheint im Rahmen des „image-Projektes“
Ab Frühjahr 2010
Foto: entstehender Stadtteilgarten Foto: entstehender Stadtteilgarten
Stadtteilgarten

Fördermittel des "Gelsenwasser Generationenprojekts" ermöglichen die Neugestaltung des ehemaligen Schulgartens der Grundschule zu einem Stadtteilgarten. Hier wird kultur- und generationenübergreifend ein Garten zu einem Ort des gemeinsamen Arbeitens aber auch zu einem Ort der Begegnung umgestaltet.

Unterstützung erhalten die Gärtnerinnen und Gärtner durch den Bezirksverband der Kleingärtner.

Ab Frühjahr 2010
Beginn der Neugestaltung des Stadtteilplatzes

 

Ab Frühjahr 2010
Fotoserie über die verschiedenen Aktivitäten des Ortsteils

 

Seit vielen Jahren
Foto: gemeinsames Fasten brechen Foto: gemeinsames Fasten brechen
Einmal im Jahr findet ein Stadtteilfest statt unter dem Motto: „Deininghausen kocht“. Feste anderer Kulturen, wie zum Beispiel das Aschura-Fest, werden gemeinsam gefeiert
Materialien zum Download

Integriertes Handlungskonzept Deininghausen (PDF 237 KB)

Stadtteilbüro Deininghausen (Flyer) (PDF 107 KB)



 Ansprechpartner

Martin Oldengott

Stadtverwaltung Castrop-Rauxel
Bereich Stadtentwicklung
Europaplatz 1
44575 Castrop-Rauxel

Telefon: +49 (0) 2305 / 106 2890
Fax: +49 (0) 2305 / 106-2895
E-Mail: stadtentwicklung@castrop-rauxel.de

Website: www.castrop-rauxel.de
Website: www.deininghausen.de

Stand: Februar 2010
Autor/-innen: Bernhard Lammers, Manfred Herold, Izabella Koput

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