Castrop-Rauxel – Habinghorst
Meilensteine
Ansprechpartner
Gebietscharakter und Ausgangslage

Im Programmgebiet „Soziale Stadt Habinghorst“ leben rd. 5.000 Menschen unterschiedlichster sozialer und ethnischer Herkunft. Das Gebiet gehört zum Stadtteil Habinghorst und wird im Wesentlichen durch die Römerstraße im Norden und den Deininghauser Bach im Süden begrenzt. Die Bundesstraße B 235 zerschneidet das rd. 106 ha große Programmgebiet vertikal.

Die Lange Straße bildet die räumliche und funktionale Mitte des Stadtteils und ist damit wichtiger Ausgangspunkt für Aufwertungsmaßnahmen. Städtebaulich wie funktional sind deutliche Trading-down-Prozesse zu erkennen. Das Nahversorgungszentrum erfüllt derzeit nur zum Teil seine Versorgungsfunktion.

Neben der Funktion als Wohnstadtteil, mit zum Teil veraltetem Wohnungsbestand und hohem Sanierungsbedarf, ist Habinghorst ein bedeutender Bildungsstandort. Ein Berufskolleg, eine Realschule und eine Grundschule befinden sich zentral im Programmgebiet.

Habinghorst ist multikulturell geprägt. Bei einer für Castrop-Rauxel relativ hohen Bevölkerungsdichte leben hier mehr als 40 Nationalitäten nah beieinander. Der Ausländeranteil ist mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtstadt. Konfliktpotenzial liegt in den unterschiedlichen Kulturen sowie in den Gegensatzpaaren „jung und ausländisch“ gegenüber „alt und deutsch“ sowie in allgemein sozial benachteiligen Gruppen der Gesellschaft. Während die Gesamtbevölkerungszahl stagniert, steigt die Anzahl von Personen mit Migrationshintergrund, was inzwischen auch zu einer räumlichen Differenzierung von Bereichen mit deutschen und ausländischen Bewohnern geführt hat. Hohe Fluktuationen im Bereich Lange Straße erschweren zusätzlich die Bildung von Nachbarschaften.

Potenziale und Handlungsansätze

Der Stadtteil Habinghorst hat wesentliche Funktionen für die Gesamtstadt Castrop-Rauxel eingebüßt und befindet sich auf der Suche nach einer neuen Identität und einer Verbesserung des angegriffenen Images. Die Potenziale des Stadtteils liegen dabei u.a. in

  • der hohen Bedeutung der Lange Straße als räumlicher und funktionaler Mitte von Habinghorst; es besteht eine hohe Identifikation mit der Lange Straße,
  • der Orientierung des Stadtteils auf die großzügigen Grün- und Freiräume in Richtung Deininghauser Bachtal,
  • der bemerkenswert homogenen Struktur der Wohnquartiere im nördlichen Teil mit ihren grünen Innenbereichen,
  • der Funktion als bedeutendem Bildungsstandort,
  • der multikulturellen Vielfalt,
  • den bestehenden Initiativen (Inwerb, Save the planet e.V. Habinghorst e. V., Generationencafé e. V.).

Die Strategie des „Integrierten Handlungskonzeptes Habinghorst“ zielt zum einen darauf ab, das Bild des Stadtteils positiv zu gestalten; zum anderen geht es darum, die vorhandenen Entwicklungspotenziale für eine Stabilisierung zu nutzen.

Daher wurden in offenen und kooperativen Verfahren Handlungsfelder zu den zentralen Aspekten der Stadtteilentwicklung definiert, denen einzelne Maßnahmen zugeordnet worden sind.

Als Ankerprojekte zentraler Bedeutung fungieren in diesem Kontext:

  • die „neue“ Lange Straße mit Umgestaltung und neuem Lichtkonzept,
  • das Stadtteilbüro in der Lange Straße,
  • Haus der Begegnungen (HadeBe) in der Lange Straße,
  • die grün-orientierte Achse Habinghorst,
  • der Skate-Park,
  • die Umgestaltung Schulhof Fridtjof-Nansen-Realschule,
  • der Internationale Bürgergarten,
  • der Spielort Oskarstraße,
  • der Seniorengarten Kampstraße,
  • die Umgestaltung Schulhof Erich-Kästner-Schule sowie
  • der Verfügungsfonds als bürgeraktivierendes Instrument.

Das „Integrierte Handlungskonzept Habinghorst“ (IHK) bildet die Grundlage für die Jahre 2010 bis 2017, um im Stadtteil Habinghorst Maßnahmen und Projekte zur Stabilisierung und Sicherung dieses Stadtteiles auf den Weg zu bringen. Gemeinsam mit der Bürgerschaft, Vereinen, Verbänden und Initiativen sollen in dieser Zeit vielfältige Maßnahmen erarbeitet und durchgeführt werden.

Auf Grundlage einer jährlichen Evaluation wird das IHK regelmäßig fortgeschrieben. Zwischenzeitlich erfolgte eine Verlängerung des Förderzeitraums bis Ende 2017.

Organisation und Lokale Partner

Das „Integrierte Handlungskonzept Habinghorst“ wurde in mehrstufigen, kooperativen Verfahren unter Beteiligung der betreffenden Fachbereiche der Stadt Castrop-Rauxel, von Vereinen und Institutionen sowie Bürgerinnen und Bürgern des Stadtteils aufgestellt.

Die Federführung bzw. Gesamtkoordination des Projektes liegt bei der Stadt Castrop-Rauxel, Bereich Stadtentwicklung. Die Stadt ist verantwortlich für die Steuerung der kommunalen Ressourcen, die Gesamtprojektsteuerung und die Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes einschließlich Finanzplanung, Berichtswesen, etc.

Für die operativ-koordinierende Arbeit vor Ort wurde ein Stadtteilbüro eingerichtet. Zentrale Aufgaben sind die horizontale Vernetzung, die Unterstützung der Projektkoordination bei der Steuerung des Gesamtprozesses und die Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren. Als Anlaufstelle für BewohnerInnen trägt das Büro zur Aktivierung der Bevölkerung bei. Es berät bei Verfügungsfondsanträgen, koordiniert die Bürgerbeteiligung bei baulichen Maßnahmen und bietet den Bürgern durch regelmäßige Öffnungszeiten einen verlässlichen Ansprechpartner. Neben der Akquisition von Drittmitteln ist auch die Öffentlichkeitsarbeit Teil der Arbeit.

Des Weiteren ist ein Stadtteilbeirat, der sich aus BürgervertreterInnen, ThemenvertreterInnen und ParteivertreterInnen zusammensetzt, eingerichtet worden. Der Stadtteilbeirat nutzt die Erfahrungen seiner Mitglieder für die Entwicklung von Habinghorst. Er fungiert als Schnittstelle zwischen Politik und Stadtteil und regt durch seine öffentliche Arbeitsweise den Informationsaustausch, die Meinungsbildung und die Aktivierung von Projektideen an. Nicht zuletzt entscheidet er über die Mittel des Stadtteilfonds (Verfügungsfonds), mit denen engagierte Bürger kleinteilige Maßnahmen/Ideen umsetzen können.

Aus dem Stadtteilbeirat haben sich mehrere Arbeitskreise nach Interessenschwerpunkten gebildet, die sich eigenständig treffen, um Themen vertieft zu diskutieren und Projekte zu entwickeln. Das Stadtteilbüro unterstützt und begleitet diese Aktivitäten. Unter anderem haben sich folgende Arbeitskreise gebildet:

  • Arbeitskreis Schule – Kinder – Jugend
  • Arbeitskreis Wirtschaft
  • Arbeitskreis Soziales – Integration – Nachbarschaft
  • Arbeitskreis Umbau Lange Straße

Zur Verstetigung des Projektes Soziale Stadt Habinghorst wurde auf Wunsch des Stadtteilbeirates Anfang 2015 ein Bürgerverein „Habinghorst e.V.“ gegründet. Eines der wesentlichen Ziele des Vereins ist es, die Arbeit des Stadtteilbeirates als eine Art Stadtteilparlament über 2017 hinaus fortzusetzen. Hier sollen Kooperationen initiiert, Themen diskutiert und Beschlüsse an die Stadtverwaltung herangetragen werden. Neben dieser Schnittstellenfunktion sind die Belebung des Stadtteils, die Schaffung eines „Wir-Gefühls“, die Erhöhung der Identifikation mit dem Stadtteil, sowie die Vernetzung der Habinghorster Vereine, Unternehmen und Organisationen ein zentrales Anliegen des Vereins. Dies soll einerseits über Veranstaltungen mit kulturellem Hintergrund, andererseits durch gezielte Aktionen im Stadtteil erfolgen.

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
Mai/Juni 2009
erste verwaltungsinterne Abstimmungsgespräche
Juli 2009
erste Veranstaltung des „Runden Tisch“ Habinghorst für Akteure, Initiativen und Vereine
August 2009
Verwaltungsinternes Abstimmungsgespräch zu den geplanten Maßnahmen des „Integrierten Handlungskonzept Habinghorst“
September 2009
Beschluss des Rates der Stadt Castrop-Rauxel für das „Integrierte Handlungskonzept Habinghorst“
19.12.2009
Aufnahme in das Landesprogramm "Soziale Stadt NRW“
März 2011
Das Stadtteilbüro wird eröffnet.
April 2011
Start der Runden Tische und Stadtteilspaziergänge
Mai 2011
Erste Planungsworkshops
  • Lange Straße
  • Grüne Achse
  • Stadtteileingänge
  • Spieleorte
  • Schulhofgestaltung
September 2011
Das Haus der Begegnung wird eröffnet
Oktober 2011
Erste Sitzung des Stadtteilbeirats, regelmäßige Treffen alle zwei Monate
Frühjahr 2012
Beginn der Gartenarbeit im Bürgergarten
April 2012
Erste Ausgabe Stadtteilzeitung „Neues vom Horst“
November 2012
Erster Spatenstich zum Stadtteilpark und Skatepool
Anfang 2013
Start des Projektes Stadtteilmütter
Juni 2013
Fertigstellung der Umgestaltung Schulhof der Fridtjof-Nansen-Realschule
Januar 2014
Eröffnung der „Grünen Achse“
Anfang 2014
Baubeginn Lange Straße
März 2015
Gründung Bürgerverein „Unser Habinghorst e.V.“
Mai 2015
Eröffnungsfest Lange Straße
August 2015
Das Fassadenprogramm startet.
Dezember 2015
Erstes Kennenlernfrühstück zwischen Flüchtlingen und alteingesessenen Bürgern
Januar 2016
Planungsworkshop Seniorengarten
April 2016
Stadtteilkonferenz zur Verstetigung des Projektes auch nach 2016
Mai 2016
Baubeginn Spielort Oskarstraße
September 2016
Planungen zum Umbau der Erich-Kästner-Schule
Oktober 2016
Baubeginn Seniorengarten Habinghorst
Mai 2017
Der Seniorengarten wird eröffnet.
Perspektiven

Die Förderung des Programmgebietes läuft Ende 2017 aus. Derzeit wird verwaltungsseitig intensiv daran gearbeitet, wie der Prozess nachhaltig auch ohne Förderung weitergeführt werden kann.

 



 Ansprechpartner

Koordination

Martin Oldengott
Stadtverwaltung Castrop-Rauxel
Bereich Stadtentwicklung
Europaplatz 1
44575 Castrop-Rauxel
Telefon: +49 (0) 2305 / 106 2890
Fax: +49 (0) 2305 / 106-2895

E-Mail:
stadtentwicklung@castrop-rauxel.de

Website:
www.castrop-rauxel.de

Stadtteilbüro

Stadtteilbüro Habinghorst
Sarah Loch, Anna Wassiliori, Lennart Palmer
Lange Straße 46
44579 Castrop-Rauxel
Telefon: 02305-9472414
Fax: 02305-9472433

E-Mail:
info@stadtteilbuero-habinghorst.de


Stand: Juni 2017

nach oben zurück zur Übersicht der Stadtteilprofile