Dinslaken Blumenviertel
Meilensteine
Ansprechpartner


Gebietscharakter und Ausgangslage
Wohnbebauung Talstraße vorher (Quelle: Wolfgang Wilms gen. Graf) Wohnbebauung Talstraße vorher (Quelle: Wolfgang Wilms gen. Graf)

In der Stadt Dinslaken leben rund 72.000 Einwohner. Das Projektgebiet Blumenviertel ist ein Erweiterungsgebiet für den seit 1999 im Rahmen des Handlungsprogramms Soziale Stadt NRW anerkannten Stadtteil Lohberg. Grundlage für die Stadtteilerneuerung ist ein fortgeschriebenes und erweitertes Integriertes Handlungskonzept für Dinslaken-Lohberg und Dinslaken-Blumenviertel, das seit 2008 vorliegt. Das Projektgebiet Blumenviertel umfasst Teilbereiche der Stadtteile Blumenviertel, Feldmark und Bruch und grenzt südwestlich an den Stadtteil Lohberg an. Auf einer Fläche von insgesamt ca. 125 ha leben hier rund 7.700 Menschen.

Wohnbebauung Talstraße nachher (Quelle: Wolfgang Wilms gen. Graf) Wohnbebauung Talstraße nachher (Quelle: Wolfgang Wilms gen. Graf)

Das Projektgebiet Blumenviertel ist geprägt durch das Nebeneinander von mehrgeschossigen Wohngebäuden sowie kleinteiligeren Wohnformen aus den 1960er- und 1970er Jahren. Insbesondere in den verdichteten, mehrgeschossigen Wohnanlagen lebt ein hoher Anteil an Bewohnern mit sozioökonomischer Benachteiligung. Zu Projektbeginn wurden drei Schwerpunktgebiete benannt (Talstraße, Sedanstraße und Baßfeldshof), die zudem von baulichen Mängeln und monotoner Architektur sowie einem Wohnumfeld mit geringer Aufenthaltsqualität geprägt sind. Handlungsbedarf besteht zudem zur Verbesserung der Bildungschancen und Unterstützung für Kinder, Jugendliche, Familien und Alleinerziehende.

Aufgrund seines Gebietscharakters fehlt es an einer „Stadtteilidentität“ und einer Vernetzung der lokalen Akteure. Ziel ist es Beteiligungsstrukturen aufzubauen, die über die Programmlaufzeit hinaus fortbestehen.

Potenziale und Handlungsansätze
Mehrgenerationenplatz vorher
(Quelle: Wolfgang Wilms gen. Graf) Mehrgenerationenplatz vorher (Quelle: Wolfgang Wilms gen. Graf)

Das Projektgebiet Blumenviertel baut auf vielfältige Potenziale auf:

  • Vielfalt an Freizeitanlagen mit einem Freibad, einer Eissporthalle, einer Skateranlage, zwei Ballspielplätzen und der weitläufigen Grünanlage „Volkspark“
  • Engagierte Einrichtungen und Initiativen: Hauptschule Volksparkschule, GGS Klaraschule, Kindertagesstätten, Familienzentrum Düppelpunkt, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Vereine u. a.
  • Ausreichende Angebote zur Nahversorgung in fußläufiger Entfernung

Mehrgenerationenplatz nachher
(Quelle: Wolfgang Wilms gen. Graf) Mehrgenerationenplatz nachher (Quelle: Wolfgang Wilms gen. Graf)

Zentrale Handlungsansätze sind:

  • Aufwertung von Fassaden und Wohnumfeld in den problematischen verdichteten Wohnquartieren
  • Attraktivierung von Grün- und Freiräumen mit Treffmöglichkeiten, Freizeit- und Bewegungsangeboten für Kinder und Jugendliche
  • Gestaltung der Schulhöfe GGS Klaraschule und Volksparkschule
  • Aufwertung von Spielplätzen
  • Sozial-integrative Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen, Familien und Alleinerziehende
  • Erweiterung des Familienzentrums Düppelpunkt um ein Kinderrestaurant

Organisation und Lokale Partner
Sedanstraße vorher (Quelle: Immeo Wohnen Service GmbH) Sedanstraße vorher (Quelle: Immeo Wohnen Service GmbH)

Die kommunale Federführung liegt bei der Stabstelle des Sozialdezernats. In einem Projektbeirat wird über den aktuellen Stand der Projekte reflektiert und die weitere Strategie abgestimmt. Er setzt sich aus einer Vertreterschaft aller Parteien, der Wohlfahrtsverbände und der beiden Schulen zusammen. In interdisziplinär besetzten Projektegruppen werden die einzelnen Projekte und Maßnahmen geplant und die Umsetzung begleitet. Zur Modernisierung der Wohnungsbestände erfolgte eine enge Abstimmung mit den Wohnungsgesellschaften und die Einbindung externer Planer.

Mit dem Quartiersmanagement wurde das Büro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH beauftragt. Das Büro übernimmt die Umsetzung und Begleitung sowohl der investiven als auch nicht investiven Maßnahmen. Als Vor-Ort-Büro hat das Quartiersmanagement Räumlichkeiten im Familienzentrum Düppelpunkt bezogen, in dem je nach Bedarf Gespräche und Arbeitsgruppen stattfinden können. Da die bestehenden Einrichtungen im Gebiet mit neuen Angeboten gestärkt werden sollten, wurde bewusst kein neues Stadtteilbüro eingerichtet, so dass kein neuer sozialer Treffpunkt entstanden ist.

Sedanstraße nachher (Quelle: Immeo Wohnen Service GmbH) Sedanstraße nachher (Quelle: Immeo Wohnen Service GmbH)

Das Projekt Blumenviertel wird von einer Vielzahl an Bewohnern und Akteuren und ihrem ehrenamtlichen Engagement getragen, zum Beispiel bei folgenden Aktivitäten

  • Hausaufgabenhilfe
  • Veranstaltungen wie z.B. Kindertrödelmarkt am Baßfeldshof, Skater-Event PDS-Jam oder das Familienfest HEIMSPIEL
  • Nachbarschaftsfeste an der Talstraße und an der Fröbelstraße
  • Second-Hand-Märkte
  • Kleinstprojekte im Rahmen des Verfügungsfonds – bis 2014 wurden insgesamt 60 Mikroprojekte wie z.B. eine Mädchenfreizeitfahrt, Fotoprojekt und die Unterstützung der Schulbibliothek realisiert.

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2008
Erarbeiten des integrierten Handlungskonzepts
Januar 2009
Zustimmung des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes NRW zur Gebietserweiterung Blumenviertel
August 2009
Start des Quartiersmanagements – Stadtteilanalyse, Expertengespräche und Organisation der Projektarbeit
2008-2010
Anbau Kinderrestaurant an das Familienzentrum Düppelpunkt
2009-2011
Aufwertung Schulhof der Gemeinschaftsgrundschule Klaraschule
2010-2011
Umgestaltung eines Teils des Schulhofs der Sekundarschule zum „Jugendpark“
2011-2013
Schaffung eines „Mehrgenerationenparks“ und Neugestaltung einer zentralen Wegeverbindung als „Roter Teppich“
2010-2012
Aufwertung des Ballspielplatzes Talstraße
2010-2014
Aufwertung der Wohnungsbestände der Immeo Wohnen Service GmbH am Baßfeldshof
2011-2012
Spielplatzplanung Sedanstraße (Quelle: Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH) Spielplatzplanung Sedanstraße (Quelle: Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH)
Aufwertung des Spielplatzes Sedanstraße
2012-2014
Aufwertung Wohnungsbestand der Wohnbau Service GmbH an der Talstraße
2013
Schaffung einer Querungshilfe zur Schulwegsicherung
2014
Schaffung eines „Sinnesgartens“ auf einer Fläche der Evangelischen Kirche Fröbelstraße
2014
Start der Mitmach-Kunst-Reihe „Nimm Platz“ – Schaffung eines Walk of Fame auf dem „Roten Teppich“ mit Fußabdrücken von Bewohnern und Akteuren
Perspektiven

Um das bürgerschaftliche Engagement nach Auslaufen der Förderung im Jahr 2015 zu sichern, wurde es von Projektbeginn an direkt in den Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Vereinen und Verbänden verankert. Die Sozialraumarbeit im aufgebauten Netzwerk der lokalen Akteure wird durch die Stadt Dinslaken fortgeführt. Noch in der Umsetzung befinden sich der Umbau des Spielplatzes Augustaplatz, eine Ampelanlage an der Augustastraße, die Modernisierung von Wohngebäuden an der Sedanstraße und Talstraße sowie Aktionen mit Bewohnern im Rahmen des Kunst-Projekts „Nimm Platz“. Das Verstetigungskonzept wird derzeit erarbeitet.

 

Materialien zum Download

Zahlreiche weitere Materialien (Pläne, Stadtteilzeitungen etc.) zum Stadtteilprojekt Blumenviertel finden Sie auf der Website des Stadtteilprojekts unter
www.dinslaken-blumenviertel.de.

Integriertes Handlungskonzept Blumenviertel (Fortschreibung aus dem Jahr 2010) (PDF 7 MB)



 Ansprechpartner

Koordination

Holger Mrosek
Projektleiter
Stadt Dinslaken
Wilhelm-Lantermann-Straße 65
46535 Dinslaken

Fon: +49 (0) 20 64 / 66 215
Fax: +49 (0) 20 64 / 66 404
E-Mail: holger.mrosek@dinslaken.de


Stand: August 2014
Bettina Gringel

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