Dortmund Hörde-Clarenberg
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Bilanz nach 8 Jahren Programmumsetzung

Die städtebauliche Aufwertung der gesamten Großsiedlung Clarenberg ist seit Anfang 2009 abgeschlossen. Für alle Menschen ist nunmehr deutlich sichtbar, dass durch die Fertigstellung aller Arbeiten ein attraktives und gestalterisch interessantes Wohnquartier geschaffen wurde. Durch Begleitung dieser städtebaulichen Maßnahmen mit Projekten zur Bewohnerbeteiligung, zur Aktivierung von Nachbarschaften, zur Förderung von Kindern und Jugendlichen und zur Förderung der Integration wird die Erneuerung der Großsiedlung Clarenberg auch im sozialen Bereich stabilisiert.

Gebietscharakter und Ausgangslage
Der alte Clarenberg Der alte Clarenberg

Die Großwohnsiedlung Clarenberg hat eine vergleichsweise kurze Geschichte: Das sehr grüne Quartier wurde zwischen 1969 und 1973 auf der Fläche einer abgerissenen Arbeitersiedlung neu errichtet. Insgesamt 25 vier- bis siebzehngeschossige Gebäude entstanden auf einem Areal von ca. 8 ha. Rund 3.177 Menschen leben hier in unmittelbarer Nähe des Stadtteilzentrums Hörde etwa 5 km südöstlich der Dortmunder Innenstadt - mit der U-Bahn in 15 Minuten zu erreichen. Die Wohnungsbestände der Großsiedlung Clarenberg befinden sich überwiegend im Eigentum der Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft mbH (RLW). Sie hat die Großwohnsiedlung 1992 von der damaligen VEBA Wohnstätten mit dem Ziel erworben, die Siedlung umfassend zu modernisieren.

Der Clarenberg wies erhebliche städtebauliche Mängel in den Bereichen Wohnen und Wohnumfeld auf, die als typisch für Siedlungen dieses Bautyps gelten können:

  • nutzbare Freiflächen fehlten,
  • unübersichtliche Wegeführungen und Durchgänge erschwerten die Orientierung innerhalb der Siedlung,
  • die Gebäudefassaden waren unzureichend wärmegedämmt und
  • die Hauseingänge waren gestalterisch und städtebaulich unzulänglich.

Hinzu kamen soziale Probleme u.a. bedingt durch eine hohe Fluktuationsrate, ein extrem hoher Anteil an Kindern und Jugendlichen im Sozialhilfebezug und Defizite bei sozialen und kulturellen Angeboten. Ein negatives Außenimage hat sich verfestigt.

Potenziale und Handlungsansätze
Der neue Clarenberg (Quelle: Cornelia Suhan) Der neue Clarenberg (Quelle: Cornelia Suhan)

Wichtige Potenziale sind die beschriebene günstige Lage im Hinblick auf Nahversorgung und -erholung. Einen wichtigen Grundpfeiler der Aktivitäten bildet aber vor allem das Engagement des Wohnungsunternehmens.

Erste Verbesserungsmaßnahmen für den Clarenberg sind bereits im "NOA-Konzept" (Neues ökosoziales Ambiente) aus 1995 skizziert. Das daraus abgeleitete "Integrierte Handlungskonzept für die Weiterentwicklung der Großsiedlung Clarenberg" beinhaltet vor allem gebäudebezogene und städtebauliche Maßnahmen, die mit beschäftigungswirksamen Projekten verknüpft werden sollen. Leitziele sind die Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen sowie die Integration der Siedlung in den Stadtteil Hörde. Der gesamte Erneuerungsprozess wird von einer umfassenden Bewohnerbeteiligung und einem wohnungswirtschaftlichen Quartiersmanagement begleitet.

Organisation und Lokale Partner

Zentrale Gremien neben der Projektsteuerung im Dortmunder Stadtplanungsamt sind die Projektkonferenz Clarenberg - ein Stadtteilgremium mit Politik, Akteuren und Verwaltung - und der Arbeitskreis Clarenberg, ein Zusammenschluss der am Clarenberg tätigen ca. 40 Institutionen, Vereine,Verbände und Bewohner.

Weitere Einzelakteure sind:

  • AWO
  • Diakonie Dortmund
  • eine Eigentümergemeinschaft
  • gws-Wohnen Dortmund-Süd e.G.
  • Jugendberufshilfebetrieb "Come On"
  • Landesentwicklungsgesellschaft NRW als Projektmanagerin für die Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft mbH
  • Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft mbH
  • Sozialdienst kath. Frauen Hörde
  • Werk- und Begegnungszentrum Hörde

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
Okt 1995
NOA-Konzept (Neues ökosoziales Ambiente) für den Clarenberg
1995
Gründung des Arbeitskreises Clarenberg
Seit 1995
Durchführung der Clarenbergfeste durch den Arbeitskreis Clarenberg
1996/ 1997
Ratsbeschluss und Aufnahme in das Landesprogramm
1998
Neugestalteter Eingang mit Concierge-Loge (Quelle: Cornelia Suhan) Neugestalteter Eingang mit Concierge-Loge (Quelle: Cornelia Suhan)
Umgestaltung der Großwohnsiedlung

Der Clarenberg wurde in vier Bauabschnitten umgestaltet:

  • alle Gebäudefassaden wurden erneuert, gedämmt und mit einem künstlerischen Farbkonzept gestaltet
  • alle Hauseingänge wurden neugestaltet
  • ein Hausservice (Concierge) tut täglich, auch abends und an Wochenenden, Dienst
  • Videosicherungssysteme der Häuser und einer Tiefgarage wurden gebaut
  • übergroße Hausnummern (bis zu 8 m) sind ein weiteres künstlerisches und gestalterisches Element
  • Wegeverbindungen und Beleuchtung auf den Flächen der Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft mbH wurden erneuert
  • die privaten Freiflächen der Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft mbH wurden neu gestaltet
  • Spielflächen wurden neu gestaltet und
  • Durchgangsschotten geschlossen
Neugestalteter Spielplatz Neugestalteter Spielplatz
Die bauliche Neugestaltung wurde mit intensiver Beteiligung der Bewohner durchgeführt und von Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Die Maßnahmen zur Neugestaltung des Wohnumfelds wurden mit dem Jugendberufshilfebetrieb „Come on“ im Rahmen von Beschäftigung und Qualifizierung realisiert.
1998
Neubelebung der drei ”Nachbarschaftstreffs” durch das wohnungswirtschaftliche Quartiersmanagement zu Treffpunkten für unterschiedlichste nachbarschaftliche Aktivitäten

Unterschiedlichste Projekte zur Bewohnerbeteiligung, zur Aktivierung von Nachbarschaften, zur Förderung von Kinder und Jugendlichen sowie zur Integrationsförderung

Jugendberufshilfebetrieb "Come On", ein Projekt zur Qualifizierung im Garten- und Landschaftsbau durch GrünBau

1999
"StartClar", ein Projekt im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Trainingsjahres (FSTJ) durch dobeq
2000
Fertigstellung einer Entlüftungsanlage mit Dacherneuerung zur langfristigen Standortsicherung des Werk- und Begegnungszentrum Hörde
seit 2000
"Ran an die Schüppe", ein Projekt zur Beteiligung der Bewohner im Rahmen von Pflanzaktionen Second-Hand-Laden ”Jacke wie Hose” der Diakonie
2001-2005
"Miteinander leben am Clarenberg", ein Projekt zur kulturellen und beruflichen Integration von Spätaussiedlern
2001
Ausstellung des Alexander Leybfreyd ”Ein Hörder Neubürger zeichnet seine Stadt” durch die Bezirksvertretung und die jüdische Kultusgemeinde
2002
Schulhofneugestaltung der Stift-Grundschule
Seit 2002
Jährliche Durchführung einer Weihnachtsfeier für ehrenamtlich tätige Bewohner durch die Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft mbH, die Diakonie und den Sozialdienst kath. Frauen Hörde
2003-2007
Einrichtung des Nachbarschaftsbüros zum Aufbau dauerhafter nachbarlicher Strukturen und Aktivitäten durch den Sozialdienst kath. Frauen Hörde
2005-2008
Folgeprojekt der Diakonie „Der Clarenberg aktiv, ein Stadtteil bewegt sich“ mit dem Ziel, Integrationshindernisse von Jugendlichen zu verringern, Gemeinwesenarbeit und Ehrenamt zu stärken und die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Kulturen zu fördern
2007
Punktuelle Umgestaltung der Straße „Clarenberg“

Umbau und Erweiterung der Jugendfreizeitstätte Hörde

2008/2009
Neugestaltung des Spielplatzes „Goystraße“
2009
Fertigstellung der künstlerischen Fassadengestaltung am Werk- u. Begegnungszentrum

Abschluss des Projektes

Perspektiven

Dortmund Clarenberg ist seit dem 01.01.2006 formell kein Programmgebiet der Sozialen Stadt NRW mehr.

Kinder bei der Einweihung des 2. Bauabschnitts Kinder bei der Einweihung des 2. Bauabschnitts

 

Materialien zum Download

Kommunen und Wohnungsunternehmen gemeinsam für das Quartier – Das Beispiel Dortmund-Clarenberg. Dokumentation des Stadtteilforums und des Fachgespräches Wohnungsunternehmen als Akteure der integrierten Stadt(teil)erneuerung am 30. November 2006 in Dortmund. (PDF 2,4 MB)

Abschlussdokumentation Clarenberg (PDF 3,2 MB)



 Ansprechpartner

Koordination

Susanne Linnebach
Stadt Dortmund
Amt für Wohnen und Stadterneuerung
Abteilung Stadterneuerung und Quartiersentwicklung
Südwall 2-4
44122 Dortmund

Tel.: +49 (0)2 31 / 50 - 22 642
E-Mail: slinnebach@stadtdo.de

Website: www.dortmund.de


Stand: Februar 2010
Gregor Dimmerling, Stadtplanungs- und Bauordnungsamt

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