Dortmund Hörde-Zentrum
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Gebietscharakter und Ausgangslage
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Das Programmgebiet Hörde Zentrum ist das räumlich-funktionale Zentrum des Stadtbezirks Hörde. Hier befinden sich die zentralen öffentlichen Einrichtungen Hördes und mit dem Hörder Bahnhof auch einer der wichtigsten Umsteige- und Haltepunkte im ÖPNV-Netz der Stadt Dortmund.

Das Stadtumbaugebiet Hörde Zentrum zeichnet sich durch eine Vielfalt der Quartiere und Kleinsträume mit ihrer Mischung aus Bauten unterschiedlichen Baustils und Alters aus. Die Architektur der Wohnbebauung reicht von Straßenzügen mit individueller Gründerzeitbebauung über zusammenhängende Strukturen in einheitlichem Siedlungsbau der Nachkriegszeit bis zu schmucklosen Zweckbauten aus den gerade vergangenen Jahrzehnten. Die Hörder Burg stellt, wie die Schlanke Mathilde im Hörder Geschäftszentrum, ein bedeutendes Identifikationsmerkmal im Stadtbezirk dar. Daneben sorgen viel alter Baumbestand und topografische Bewegung für den Charme des Stadtteils.

Gegenüber den übrigen Ortsteilen von Hörde ist das Stadtbezirkszentrum relativ dicht bebaut und verfügt über eine vergleichsweise hohe Einwohnerdichte, jedoch sind wenige öffentliche Grün- und Freiflächen vorhanden. Des Weiteren fehlen attraktive Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Altersgruppen.

Die Vergangenheit in der Montanindustrie prägt den Stadtbezirk und das Zentrum. Nach der Schließung der Stahl- und Hüttenwerke PHOENIX Ost und PHOENIX West 1998 bzw. 2001 entstand ein Konzept mit zwei unterschiedlichen Schwerpunkten: PHOENIX West wird zu einem Standort für innovative Unternehmen erschlossen, insbesondere aus dem Bereich der Mikrosystemtechnik. Auf PHOENIX See entsteht rund um den neuen See eine attraktive Mischung aus modernen Wirtschafts- und Freizeitflächen, zusammenhängenden Grün- und Parkflächen sowie modernen Wohnbereichen. Der PHOENIX-Standort ist gesamtstädtisch, aber auch regional zu einem bedeutenden Projekt der Stadtentwicklung geworden, welches auch erhebliche Auswirkungen auf die umliegenden Stadtteile und auf das Hörder Zentrum hat. Aber noch sieht man im Stadtbild deutlich, dass Hörde unter der Deindustrialisierung und dem damit verbundenen Abbau von tausenden industriellen Arbeitsplätzen leidet.

Die Standortentwicklungen PHOENIX West und PHOENIX See sind im Sinne eines integrierten Gesamtansatzes realisiert. Wichtig ist dabei die Aufwertung der räumlichen und funktionalen Mitte, die das Stadtbezirkszentrum bildet. Ohne die gleichzeitige Entwicklung aller drei Raumeinheiten, kann eine nachhaltige Entwicklung des Stadtbezirks nicht stattfinden.

2002 beschloss der Rat der Stadt Dortmund die Durchführung der Vorbereitenden Untersuchung gemäß § 141 Baugesetzbuch (BauGB) für einen abgegrenzten Untersuchungsbereich. Im Ergebnis der Vorbereitenden Untersuchung wurde die Durchführung einer städtebaulichen Sanierungsmaßnahme im Ortskernbereich und im Bereich um die Hochofenstraße und den Piepenstockplatz und die Festlegung eines räumlich definierten Ergänzungsgebiets bzw. Stadterneuerungsgebiets an der Hermannstraße empfohlen. Im Rahmen einer kleinräumlichen Quartiersanalyse im angrenzenden Wohngebiet „Hörder Neumarkt“ (2007/2008) wurde festgestellt, dass diese Quartier in das Stadterneuerungsgebiet einbezogen werden sollte.

Potenziale und Handlungsansätze

Der Stadtteil Hörde ist seit Schließen der Montanindustriestandorte enormen Veränderungsprozessen ausgesetzt worden und muss sich nun an die neuen Entwicklungen anpassen. Die Entwicklung neuer Wachstumsimpulse auf PHOENIX bieten große Chancen, müssen aber mit der Anpassung der bestehenden städtebaulichen Struktur im Bezirkszentrum Hörde eng abgestimmt werden. Die Entwicklungen auf PHOENIX profitieren von einem attraktiven Zentrum und das Stadtbezirkszentrum nutzt die Impulse von PHOENIX.

1. Umsetzungsphase (2010 - 2014)

1.1. Verbesserung des öffentlichen Raumes, des Wohnumfeldes und der Erschließung
- Stadtgestaltungsleitplan und Umsetzung
- Umgestaltung öffentlicher Straßen und Flächen
- Parkraumkonzept
- Werbe- und Gestaltungsleitlinien
- Hof-, Fassaden- und Lichtgestaltung
- Planungen im öffentlichen Raum

1.2. Verbesserung des innenstadtnahen Wohnens
- Aktivierung von Immobilieneigentümern
- Quartiershausmeister

1.3. Stadtteilmanagement/Bewohneraktivierung
- Stadtteil-/Quartiersmanagement
- Stadtteilfonds
- Bürgerschaftliches Engagement/Partizipation

1.4. Existenzgründung und Bestandspflege
- Citymanagement/Stadtmarketing
- Vernetzung lokaler Kulturaktivitäten und -orte

1.5. Bildung und Schule im Stadtteil
- Bildung und Schule, Sprachförderung
- Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen
- Mobile Angebote für Jugendliche „Rampe“

1.6. Senioren im Stadtteil
- Jugendliche Seniorenbegleiter
- Hilfe für pflegende Angehörige „Freiraum“

2. Umsetzungsphase: 2015ff

2.1. Verbesserung des öffentlichen Raumes, des Wohnumfeldes und der Erschließung
- Umgestaltung öffentlicher Haupterschließungsstraßen
- Umgestaltung öffentlicher Plätze und Flächen
- Hof-, Fassaden- und Lichtgestaltung
- Planungen im öffentlichen Raum/Archäologische Begleitung
- Gestaltung von Anlieger- und Nebenstraßen

2.2. Verbesserung des innenstadtnahen Wohnens
- Eigentümerberatung/-aktivierung und Schaffung innovativer Wohnqualitäten
- Sanierungsbeauftragter

2.3. Stadtteilmanagement/Bewohneraktivierung
- Umsetzung des Informationsleitsystems
- Stadtteilmanagement/Stadtteilbüros
- Stadtteilfonds
- Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit

2.4. Klimaanpassung
- Stadtökologie

Organisation und Lokale Partner

Das Projektmanagement besteht aus Projektleitern in der Stadtverwaltung sowie extern besetzten Vor-Ort-Managements, welche die Organisation der engen Zusammenarbeit zwischen den Akteuren, Geschäftsleuten und Initiativen vor Ort und die Beteiligung der Bewohnerschaft organisieren:

  1. Verwaltungsinterne Projektleitung und Projektkoordination: Die Projektleitung obliegt dem Amt für Wohnen und Stadterneuerung der Stadt Dortmund. Sie hat lenkende und initiierende Funktion für den Gesamtprozess des Programms Stadtumbau Hörde Zentrum und die Umsetzung der Projekte.
  2. Stadtteilmanagement: Das Stadtteilmanagement ist extern besetzt, unterstützt die Projektleitung und arbeitet vor Ort in Hörde an der Umsetzung der Projekte.
  3. Citymanagement/Ausbau des Stadtbezirksmarketings: Das Citymanagement hat bis Ende 2013 die Zusammenarbeit und die Motivation der Einzelhändler und sonstiger Gewerbetreibender und die Akquise Gewerbetreibender übernommen, sowie das bestehende Stadtbezirksmarketing unterstützt.

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2002
Der Rat der Stadt Dortmund beschließt die Durchführung der Vorbereitenden Untersuchung gemäß § 141 Baugesetzbuch (BauGB).
2004
Schlussbericht Vorbereitende Untersuchungen Dortmund-Hörde
2008
Abschlussbericht kleinräumliche Quartiersanalyse „Hörde Neumarkt“

Gutachten zum städtebaulichen Entwicklungskonzept für das Stadtbezirkszentrum in Dortmund-Hörde

2009
Grundsatzbeschluss zum städtebaulichen Entwicklungskonzept und Festlegung des Stadtumbaugebietes Hörde Zentrum
2010
Fortschreibung des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes für das Stadtbezirkszentrum Dortmund-Hörde
2014
Beschluss zur Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes – 2. Umsetzungsphase
Perspektiven

Um eine hohe Effizienz bei Projektsteuerung und –realisierung sowie bei der Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten, wurden die mit Mitteln der EU, des Bundes, des Landes und der Stadt Dortmund finanzierten Projekte und Maßnahmen des Stadtumbaus Hörde Zentrum schon während der ersten Umsetzungsphase evaluiert.

Der Evaluator kam zum Ergebnis, dass es durch eine Vielzahl und geschickte Kombination von Einzelmaßnahmen der baulichen Aufwertung, der Aktivierung und Einbindung der Bewohner, Gewerbetreibenden und Eigentümer, der sozialen und kulturellen Integrationsarbeit sowie der Öffentlichkeitsarbeit innerhalb weniger Jahre gelungen ist, eine Entwicklungsdynamik in Gang zu setzen und das Image des Gebietes nach innen und außen zu verbessern.

Diese Impulse wurden aufgenommen und werden durch die Projekte der 2. Umsetzungsphase fortgeführt, bzw. werden die Handlungsansätze durch die Aufnahme der Maßnahmen zur Stadtökologie verbreitert. Die Maßnahmen der 2. Umsetzungsphase sollen bis spätestens 2022 abgeschlossen werden.

Im Programmverlauf der ersten Umsetzungsphase hat sich die Grenzziehung des Stadtumbaugebietes in einigen Bereichen als nicht immer Zielführend herausgestellt. Es werden daher zurzeit im Rahmen einer kleinräumlichen Quartiersanalyse die Gebietsgrenzen überprüft.

 



 Ansprechpartner

Koordination

Ulrich Dreiskämper
Stadt Dortmund
Amt für Wohnen und Stadterneuerung
Abteilung Stadterneuerung und Quartiersentwicklung
Südwall 2-4
44122 Dortmund

Telefon: +49 231 50-24669
Telefax: +49 231 50-23987

E-Mail: stadtumbau-hoerde@stadtdo.de
Internet: www.hoerde-zentrum.dortmund.de


Stand: November 2014

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