Dortmund Scharnhorst
Meilensteine
Ansprechpartner


Bilanz nach 11 Jahren Programmlaufzeit

Zahlreiche Projekte haben die Großsiedlung innerhalb der Projektlaufzeit sichtbar aufgewertet. Neben der optischen Verbesserung sind für die Bewohnerinnen und Bewohner neue Angebote für die Nutzung des Wohnumfeldes und der angrenzenden Freiflächen entstanden. Daneben haben die Projekte und insbesondere die Arbeit des Stadtteilbüros zur Aktivierung, Qualifizierung und Vernetzung von Akteuren beigetragen. Dazu gehört auch eine neue Kultur der Zusammenarbeit der Wohnungsunternehmen in Scharnhorst.

Seit dem 01.01.2006 befindet sich Dortmund Scharnhorst/ Ost formell nicht mehr im NRW-Landesprogramm Soziale Stadt NRW. Die Umsetzung des Programms mit allen bewilligten Projekten wird vorrausichtlich bis Ende 2011 andauern. Bis dahin bleiben auch die Steuerungsstrukturen im Stadtteil und in der Verwaltung erhalten.

Gebietscharakter und Ausgangslage

Zwischen 1966 und 1975 entstand die Großwohnsiedlung angrenzend an den von der Zeche Scharnhorst geprägten gleichnamigen Stadtteil im Nordosten Dortmunds. Die Siedlung verfügt über ein eigenständiges Stadtteilzentrum mit Geschäften und Dienstleistungseinrichtungen. Sie liegt am Rande des "Regionalen Grünzugs G" (Seseke Landschaftspark) der IBA Emscherpark.

Der etwa 120 ha große Stadtteil hat 5.400 Wohnungen und 12.385 Einwohner (Stand 31.12.2009). Der hohe Anteil an Sozialwohnungen (über 51,2 % Stand 31.12.2008) bedingt eine Konzentration benachteiligter Bevölkerungsgruppen. Die dadurch niedrige Kaufkraft erschwert die Bedingungen für den örtlichen Einzelhandel. Der starke Zuzug von Spätaussiedlern ab Mitte der 1980er Jahre stellt besondere Anforderungen vor allem an die Jugendarbeit.

Potenziale und Handlungsansätze
Neu gestalteter Wohnhof der GAGFAH Immobilien GmbH
Neu gestalteter Wohnhof der GAGFAH Immobilien GmbH

Die Potenziale der Großsiedlung im Grünen liegen in der vorhandenen Infrastruktur, der starken Durchgrünung, den in der Peripherie vorhandenen Freiflächen sowie der traditionell vorhandenen Kooperation der örtlichen Akteure.

1994 begann der Erneuerungsprozess mit den drei Handlungsfeldern

  • Lokale Ökonomie/ Beschäftigung und Qualifizierung
  • Gemeinwesenarbeit mit Kindern und Jugendlichen und
  • Stadtteilbezogene Gesundheitsförderung.

Inzwischen liegt mit Projekten zur Müllreduzierung, zum Regenwasser, zur Energieeinsparung und der Erhaltung des Grünbestands der Schwerpunkt in der ökologischen Erneuerung der Großsiedlung.

Weitere Bausteine des integrierten Handlungsansatzes sind:

  • die Entwicklung des Wohnungsbestands
  • Wohnumfeldverbesserung
  • Integration der Schulen
  • Stadtteilmanagement und Stadtteilimage (Slogan "Scharnhorst-Ost - lebendiger Stadtteil im Grünen")

Bei allen Projekten spielen die Beteiligung und Aktivierung der Bewohner, sowie der Aufbau geeigneter Kooperations-, Vernetzungs- und Entscheidungsstrukturen eine entscheidende Rolle.

Organisation und Lokale Partner

Zentrales Gremium neben der Projektsteuerung im Dortmunder Stadtplanungsamt ist die Projektkonferenz Scharnhorst, ein Stadtteilgremium aus Politik, Wohnungsgesellschaften, lokalen Akteuren und Verwaltung. Das im Jahr 2000 eingerichtete Stadtteilbüro bildete eine Koordinierungsstelle vor Ort.

Weitere Akteure:

  • Der "Runde Tisch": Zusammenschluss von ca. 50 verschiedenen Gruppen und Akteuren im Stadtteil (u. a. Schulen, Kindergärten, Kirchen, Vereine, Verbände, Wohnungsunternehmen, Mieterbeiräte, VHS, Einzelhändler, Werkhof, ZWAR-Gruppe, Politiker, verschiedene Stadtämter)
  • Alle Wohnungsgesellschaften:
    • Dortmunder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH
    • GAGFAH Immobilien-Management GmbH
    • LEG NRW GmbH
    • Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft mbH
    • Spar- und Bauverein e.G.
  • Verschiedene thematische Arbeitskreise im Stadtteil

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
1994
Aufnahme in das Landesprogramm „Soziale Stadt“ und

Ratsbeschluss zur bewohnerorientierten Erneuerung

seit 1994
Wohnumfeldgestaltungen mit intensiver Mieterbeteiligung
seit 1995
Berufsorientierungsseminare für Jugendliche

Anlage eines Stadtteilparks mit Kleingartenanlage

1996
Umgestaltung und Öffnung des Schulgeländes der Kautsky - Grundschule, der Buschei - Grundschule und der Gesamtschule
seit 1996
Stadtteilbezogene Gesundheitsförderung
1997 - 1999
Neugestaltung der Ost-West-Wegeverbindung: Spielachse mit platzähnlichen Aufweitungen auf öffentlichen und privaten Flächen
1997
Erneuerung des Außengeländes des Montessori-Kindergartens
1997 - 2001
Beteiligungsaktion im Rahmen der Umweltinitiative Beteiligungsaktion im Rahmen der Umweltinitiative
Umweltinitiative Scharnhorst - EU Urban Pilot Projekt zur Verbesserung der abfallwirtschaftlichen Situation
1998
Umgestaltung/ Aufwertung des Einkaufszentrums Scharnhorst
seit 1999
Modellprojekt ´Neuer Umgang mit Regenwasser´:<br>Regenwassersammlung an der Kita Am Stuckenrodt Modellprojekt ´Neuer Umgang mit Regenwasser´:
Regenwassersammlung an der Kita Am Stuckenrodt
Modellprojekt "Neuer Umgang mit Regenwasser"
  • Regenwasserforum
  • Bauprojekte an Schulen und Kindertageseinrichtungen
  • Beteiligung von bisher zwei Wohnungsgesellschaften mit verschiedenen Maßnahmen in Gebäuden und auf Freiflächen
  • Pädagogische Projekte, eigener Arbeitskreis der pädagogischen Einrichtungen mit eigenem Projektbudget, Schüler der Gesamtschule erstellten umsetzungsbegleitend eine Internetdokumentation unter www.regenwasserprojekt.de
2000 - 2006
Stadtteilbüro
seit 2002
Grünordnungskonzept zur zukunftsweisenden Sicherung und Entwicklung des (Groß-)Grünbestands, Lenkungskreis mit allen fünf Wohnungsgesellschaften, Umweltamt und Regiebetrieb Stadtgrün.

1. Umsetzungsphase von 2003 bis 2005 mit Beteiligung von Beschäftigungsträgern abgeschlossen.

2002 - 2003
2. Bauabschnitt der Spielachse: Verbesserung der Spiel- und Aufenthaltsqualität auf öffentlichen und privaten Flächen
2008
Abschluss des Regenwasserprojektes mit der Umgestaltung der Platzfläche „EKS Wäldchen“
seit 2008
„Wohnungswirtschaftliches Quartiermanagement“ Projektlaufzeit drei Jahre
2009
Umbau des ehemaligen Direktionsgebäude der Zeche Gneisenau zu einem Qualifizierungs- und Beschäftigungszentrum für Jugendliche und junge Erwachsenen
Perspektiven

Alle noch nicht abgeschlossenen Projekte werden im Stadtteil fortgeführt.

Viele Inhalte der begleitend geförderten pädagogischen Projekte sind in die reguläre Arbeit der Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie den Unterricht der Schulen integriert worden.

Die im Grünordnungskonzept definierten Ziele bearbeiten die Beteiligten im Rahmen der Flächenunterhaltung aus eigenen Mitteln.

Die vor Ort tätige Wohnungsunternehmen - DOGEWO21, LEG Wohnen GmbH, Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft mbH, Spar- und Bauverein eG - und die Stadt Dortmund- haben sich zu einer Kooperation zusammengeschlossen, die die Aufwertung und Weiterentwicklung des Wohnstandortes Scharnhorst-Ost zum Ziel hat. Dazu haben sie zum 01.10.2008 für die Dauer von drei Jahren das „Wohnungswirtschaftliches Quartiersmanagement“ für Scharnhorst-Ost eingerichtet. Ziel des „Wohnungswirtschaftlichen Quartiermanagements“ ist die langfristige Stabilisierung der Bewohnerschaft und die nachhaltige Absicherung der wohnungswirtschaftlichen Investitionen in der Großwohnsiedlung. Schwerpunktmäßige Handlungsfelder sind:

  • Familien
  • Senioren
  • Menschen mit Migrationshintergrund
  • Verbesserung des Außenimages
  • Stärkung der Identifikation mit dem Quartier
  • Absicherung der Veränderungsprozesse über den Zeitraum des Quartiersmanagements hinaus

Finanziert wird das Projekt von den kooperierenden Wohnungsunternehmen sowie durch Fördermittel des Landes NRW aus dem Modellvorhaben „ Soziale Stadt NRW – Wir setzen Zeichen“ und aus Stadterneuerungsmitteln der Stadt Dortmund.

 

Materialien zum Download

Gebietsabgrenzung (PDF 669 KB)

Regenwasserinfo 1 (PDF 590 KB)

Regenwasserinfo 2 (PDF 882 KB)

Regenwasserinfo 3 (PDF 741 KB)

Regenwasserinfo 4 (PDF 1,3 MB)

Regenwasserinfo 5 (PDF 994 KB)

Dokumentation Regenwasserprojekt (PDF 3,4 MB)

Broschüre Stadterneuerung (PDF 3,4 MB)



 Ansprechpartner

Koordination

Heike Lindenblatt
Stadt Dortmund
Amt für Wohnen und Stadterneuerung
Abteilung Stadterneuerung und Quartiersentwicklung
Südwall 2-4
44122 Dortmund

Telefon: +49 (0) 231 / 50-25 871
Telefax: +49 (0) 231 / 50-23 987

E-Mail: hlindenb@stadtdo.de
Website: www.dortmund.de


Stand: März 2010
Heike Lindenblatt, Stadt Dortmund

nach oben zurück zur Übersicht der Stadtteilprofile