Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh
Meilensteine
Ansprechpartner
Gebietscharakter und Ausgangslage

Das Untersuchungsgebiet „Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh“ liegt im Nordwesten der Stadt Dortmund, rund 7 km [Luftlinie] von der Innenstadt entfernt. Es gehört zum Stadtbezirk Dortmund-Mengede und umfasst eine Fläche von 636,3 ha. Die 13.644 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand: Dezember 2013) leben in einem kompakten Siedlungsbereich, der im Süden und Westen in großräumige Landschaftsräume eingebettet ist. Entstanden ist er um die ehemalige Zeche Westhausen, die von 1873 bis in die 1980er Jahre hier ein wichtiger Arbeitgeber war. Das Siedlungsbild ist geprägt durch

Wohnungsbestand Speckestraße in Westerfilde (Foto: Planungsgruppe Stadtbüro) Wohnungsbestand Speckestraße in Westerfilde (Foto: Planungsgruppe Stadtbüro)

  • Bergarbeitersiedlungen aus den1920 und1930er Jahren im Nordosten,
  • Vorwiegend zweigeschossige Zeilenbauten aus den 1950er und 1960er Jahren im Westen sowie
  • Geschosswohnungsbauten aus den 1960er und 1970er Jahren im Ortskern und im Nordosten des Untersuchungsgebietes.

Im Teilgebiet Westerfilde wird seit mehreren Jahren festgestellt, dass die Wohnqualität in Teilbereichen Besorgnis erregend abnimmt. Ursächlich hierfür ist insbesondere das Verhalten einzelner Vermieter, deren Aufgabenwahrnehmung als unzulänglich zu bewerten ist. In zunehmendem Ausmaß geht damit auch ein Verlust an Lebensqualität für die Gesamtbevölkerung einher.

Großes Freiflächenangebot (Foto: Stadt Dortmund) Großes Freiflächenangebot (Foto: Stadt Dortmund)

Auf der Grundlage des von der Stadt Dortmund initiierten und finanzierten „Aktionsplans Soziale Stadt“ wurde ein Aktionsraumbeauftragter eingesetzt, der gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern Westerfildes erste Maßnahmen wie einen Bürgergarten, eine Bürgerwohnung, ein Frauenfrühstück etc. realisiert hat. Es hat sich im weiteren Verlauf aber gezeigt, dass diese Sofortmaßnahmen alleine nicht ausreichen werden, um eine umfassende und nachhaltige Stabilisierung des Stadtteils zu erreichen. Deshalb beauftragte der Rat der Stadt Dortmund durch einen Beschluss vom 15. November 2012 die Verwaltung, ein Integriertes Handlungskonzept für Westerfilde/Bodelschwingh zur Aufnahme in die Städtebauförderung zu erarbeiten.

Potenziale und Handlungsansätze

Im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts sind neben Handlungsnotwendigkeiten auch Handlungspotentiale für die zukünftige Stadtteilentwicklung in Westerfilde/Bodelschwingh formuliert worden.

Gute ÖPNV-Versorgung über die Stadtbahnlinie U47 (Foto: Planungsgruppe Stadtbüro) Gute ÖPNV-Versorgung über die Stadtbahnlinie U47 (Foto: Planungsgruppe Stadtbüro)

Als Stärken und Potenziale des Stadtteils lassen sich u. a. die nachstehenden Punkte festhalten:

  • Ortsverbundenheit der Bewohnerschaft
  • Kontinuierliche Zunahme der Wohnbevölkerung
  • Unterdurchschnittlicher Anteil an Langzeitarbeitslosen
  • Baulich durchmischter und teilweise bereits aufgewerteter Wohnungsbestand
  • Größtenteils moderates Mietniveau sowie gute Größenstruktur und Zuschnitt von Wohnungen
  • Großes Grün- und Freiflächenangebot
  • Gute Versorgung mit Schulen, Betreuungseinrichtungen für Kinder und ergänzenden Angeboten
  • Ein als ausreichend und zugleich preiswert eingeschätztes Nahversorgungsangebot
  • Gute ÖPNV- und Verkehrsanbindung
  • Wachsende allgemeine Kooperationskultur unterschiedlicher Akteure (Vereine, städtische Verwaltung, Politik, soziale Träger, Wohnungswirtschaft, Gewerbetreibende, etc.)

Spielplatz Spielplatz "Kleine Zeche" an der Westerfilder Straße (Foto: Planungsgruppe Stadtbüro)

Diese Ergebnisse bilden neben den Handlungsnotwendigkeiten die Grundlage für die nachstehenden Leitlinien für eine nachhaltige Stadtentwicklung in Westerfilde/Bodelschwingh:

  • Den Wohnungsbestand sichern, entwickeln und zukunftsfähig machen
  • Den öffentlichen Raum aufwerten und in seiner Nutzbarkeit verbessern
  • Das Gemeinwesen stärken, Zusammenleben und Inklusion fördern
  • Die lokale Ökonomie stärken und zukunftsfähig machen
  • Adressbildung: Das Image verbessern
  • Die lokale Beteiligungsstruktur stärken und entwickeln.

Das Stadterneuerungsprogramm soll ab 2015 mit einem Maßnahmenpaket starten, dessen integrierte und vernetzte Umsetzung in den nächsten Jahren einen wirkungsvollen Impuls setzen kann, um eine nachhaltige Erneuerung und Entwicklung von Westerfilde/Bodelschwingh zu erreichen.

Organisation und Lokale Partner
3. Bürgerdialog Westerfilde am 02.12.2014 (Foto: IKU_die Dialoggestalter) 3. Bürgerdialog Westerfilde am 02.12.2014 (Foto: IKU_die Dialoggestalter)

Die Vorbereitung des Stadterneuerungsprozesses in Westerfilde/Bodelschwingh wird durch das Projektteam der Stadt Dortmund unter Beteiligung der örtlichen Akteure organisiert. Vier wesentliche Handlungsstränge werden hierbei zusammengeführt:

  • Beauftragung eines Quartiersmanagements mit geringem Stundenumfang. Aufgabenschwerpunkt: Aufbau von Nachbarschaftsstrukturen, Förderung der Kooperation mit den Eigentümer/innen [Großwohnanlagen], Unterstützung bei der Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzeptes
  • Einrichtung eines Lenkungskreises innerhalb der Stadtverwaltung. Aufgabenschwerpunkt: fachliche Begleitung der Erstellung des Integrierten Handlungskonzeptes, operative Lenkung der Umsetzungsphase
  • Aktivierung des Prozesses „Inklusives Westerfilde“ mit der Zielsetzung einer modellhaften Weiterentwicklung Westerfildes zu einem inklusiven Sozialraum. Arbeitsschwerpunkt: Abstimmungsrunden, Ortsbegehungen und Aktionstag „Inklusives Westerfilde“
  • Initiierung eines Bürgerdialogs durch den Oberbürgermeister der Stadt Dortmund. Aufgabenschwerpunkt: gemeinsame Erörterung der aktuellen Stadtteilsituation sowie die Zukunftsperspektive mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern.

    Durch die Anwendung unterschiedlicher Beteiligungsformate [Akteursrunden, Bewohnerbefragung, Bürgerdialog] ist vor Ort eine inhaltlich breite Diskussion erfolgt. Diese frühzeitige und umfangreiche Beteiligung stellt das Integrierte Handlungskonzept auf eine solide Basis und sichert die für die Umsetzung notwendige Unterstützung und Akzeptanz. Der Beteiligungsaspekt wird auch bei der Umsetzung der Maßnahmen eine wesentliche Rolle spielen. Dabei soll die Gremienstruktur gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt werden und auf den bereits bestehenden Strukturen [Aktionsplan Soziale Stadt/Aktionsraumbeauftragter, Bezirksvertretung Mengede, Projekt „Inklusiver Sozialraum“, Fachgespräch Wohnungswirtschaft, Westerfilde/Bodelschwingh, Arbeitskreis AG §78 KHG – Ortsgruppe Westerfilde, Mieterbeirat Westerfilde, Städtischer Lenkungskreis Westerfilde/Bodelschwingh] aufbauen bzw. an sie anknüpfen.

     

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2008
Kleinräumige Quartiersanalyse in Teilbereichen des statistischen Unterbezirks Westerfilde: Dabei sind erhebliche Probleme – unter anderem im Immobilienbereich, in der sozialen Struktur und in der Lebenssituation der Bewohnerschaft – festgestellt worden: hohe Leerstandsquote, Modernisierungsstau, Bevölkerungsrückgang und eine unausgewogene Bevölkerungsstruktur mit deutlichen Phänomenen sozialer Benachteiligung.
2009
Auf der Grundlage des „Aktionsplans Soziale Stadt“ wurde ein Aktionsraumbeauftragter eingesetzt, der gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern erste Maßnahmen wie u.a. einen Bürgergarten, eine Bürgerwohnung, ein Frauenfrühstück realisiert hat. Auch eine Vernetzung mit vorhandenen lokalen Strukturen, wie u.a. Mieterverein, Mieterbeirat, lokale Vereine und Kirchengemeinden konnte erreicht werden.
Ende 2012
Ratsbeschluss der Stadt Dortmund zur Erarbeitung eines Integrierten Handlungskonzepts für Westerfilde/Bodelschwingh
2013
Einrichtung eines Lenkungskreises innerhalb der Stadtverwaltung, in dem sich die für die Stadtentwicklung wesentlichen Fachbereiche regelmäßig in Bezug auf Handlungsbedarfe, Ziele und Lösungsmöglichkeiten abstimmen.
2013
Beauftragung eines vorläufigen Quartiersmanagements durch die Stadt Dortmund, das die Aktivierung und Vernetzung lokalen Engagements weiter vorantreiben und damit zu einer inhaltlichen Konkretisierung und Differenzierung des Integrierten Handlungskonzeptes beitragen soll.
2013
Anstoß des Prozess „Inklusives Westerfilde“ durch die Stadt Dortmund. In diesem Zusammenhang sind verschiedene Abstimmungsrunden, Ortsbegehungen sowie der Aktionstag „Inklusives Westerfilde“ am 12. Oktober 2013 durchgeführt worden. Die Ergebnisse dieses Prozesses wurden in das Integrierte Handlungskonzept eingebunden und werden bei der Umsetzung berücksichtigt.
2013
In Ergänzung zur kleinräumigen Quartiersanalyse wurde im Untersuchungsgebiet Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh eine Bewohnerbefragung durchgeführt. Ziel dieser Befragung war es, das Meinungsbild der Bewohnerschaft bezüglich ihrer Wohn- und Lebenssituation im Untersuchungsgebiet zu ermitteln.
2013 / 2014
Im Rahmen des durch den Oberbürgermeister der Stadt Dortmund initiierten Bürgerdialogs wurden die aktuelle Stadtteilsituation sowie die Zukunftsperspektive gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern an drei Terminen erörtert.
2014
Initiierung des Fachgesprächs Wohnungswirtschaft und Unterzeichnung einer ersten Kooperationsvereinbarung als Grundlage der Zusammenarbeit aller großen Bestandshalter im Gebiet.
Ende 2014
Verabschiedung des Integrierten Handlungskonzeptes durch den Rat der Stadt Dortmund sowie erster Zuwendungsbescheid aus dem Förderprogramm Soziale Stadt für die Startermaßnahmen.
Perspektiven

Für die anstehende Ausgestaltung der weiteren Akteurs- und Bürgerbeteiligung wird es erforderlich sein, aufgrund der Größe des Untersuchungsgebietes und der kleinräumig sehr unterschiedlichen Handlungsbedarfe, sowohl große auch kleinteilige Strukturen aufzubauen. So ist neben dem Wunsch nach einer „Stadtteilkonferenz“ auch der Bedarf geäußert worden, dem Kernbereich Westerfildes besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Denkbar ist ein „Jour Fixe“ im kleinen Kreis speziell für diesen Bereich oder auch die Gründung von „Hausgemeinschaften“.

Der Bürgergarten als wichtiges Gemeinschaftsprojekt (Foto: Stadt Dortmund) Der Bürgergarten als wichtiges Gemeinschaftsprojekt (Foto: Stadt Dortmund)

Im Laufe 2015 sollen folgende Starterprojekte beginnen: Ein leistungsstarkes Quartiersmanagement mit eigenem Vor-Ort-Büro, die Einrichtung eines Stadtteilfonds’ zur Förderung und Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements sowie das Angebot eines Freiflächen- und Fassadenprogramms. Letzteres soll begleitend zum eingerichteten Kooperationsverbund „Fachgespräch Wohnungswirtschaft“ die privaten Investitionen der Eigentümer unterstützen. Weitere Projekte werden ab 2016 sukzessive umgesetzt und das Programm bei Bedarf ergänzt. Der Fortschritt des Programms wird kontinuierlich evaluiert.

Darüber hinaus steht in der ersten Jahreshälfte 2015 die förmliche Gebietsfestlegung an. Dabei wird die Prüfung der planungs- und sanierungsrechtlichen Eingriffsmöglichkeiten Bestandteil der Diskussion sein. Ziel ist die Bündelung und der gezielte Einsatz aller zur Verfügung stehenden Ressourcen und Einflussmöglichkeiten (Aufbau von Netzwerkstrukturen, private Investitionen, finanzielle Unterstützung durch Städtebau- oder Wohnraumförderung, Einsatz von hoheitlichen Instrumenten etc.).

 

Materialien zum Download

Integriertes Handlungskonzept (PDF 8,4 MB)



 Ansprechpartner

Koordination

Kerstin Furkert
Stadt Dortmund
Amt für Wohnen und Stadterneuerung
Abteilung Stadterneuerung und Quartiersentwicklung
Südwall 2 - 4
44122 Dortmund

Fon: +49 (0) 2 31 / 50 – 2 37 76
Fax: +49 (0) 2 31 / 50 – 2 39 87
E-Mail: kfurkert@stadtdo.de

Website: www.dortmund.de


Stand: Dezember 2014

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