Düsseldorf Flingern/ Oberbilk
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Mit dem Förderantrag 2008 ist das Programmgebiet Soziale Stadt NRW Flingern/ Oberbilk ausfinanziert.

In acht Jahren und mit Investitionen von 15 Millionen Euro setzte die Stadtverwaltung Düsseldorf mit den Bürgerinnen und Bürgern aus Flingern und Oberbilk ein umfangreiches Vor-Ort-Programm um, von dessen Wirksamkeit der in 2009 erschienene Abschlussbericht des Stadtplanungsamtes zeugt.

Sonnenpark Sonnenpark

Die Ziele des Handlungskonzeptes sind erfüllt, die Wohnquartiere sind wieder attraktiver und lebenswerter geworden. Gradmesser hierfür sind auch die privaten Investitionen in neuen, hochwertigen Wohnungsbau in den beiden Stadtteilen für unterschiedliche städtische Lebensstile und die Investitionen in neue Dienstleistungen und Arbeitsplätze. Die bauliche Erneuerung ist auf nahezu allen ehemaligen Industrieflächen umgesetzt. Seit Jahren ziehen wieder mehr Menschen nach Oberbilk und Flingern.

Mit den neu gewonnenen Freiflächen im Wohnumfeld ist viel erreicht: Auf 73.000 qm entstanden unterschiedliche grüne Stadt-Oasen für Jung und Alt – von den beiden „Leuchtturm-Projekten“ Sonnenpark und Stadtwerkepark bis zu einem von der Architektenkammer ausgezeichneten Nachbarschafts-Garten. Das Stadt(teil)bild verschönerten Stadt und Private, Künstler und Kinder auf vielfältige Art. Neu gebaut wurde auch für Freizeit und Spiel auf Schulhöfen und für die kulturelle Bildung der Jugend.

Die vielen Bauprojekte hatten Schrittmacherfunktion für positive Entwicklungen, die die Lebensqualität in den beiden Stadtteilen zusätzlich verbessern, und deren Akteure eigenverantwortlich nach dem Auslaufen der Förderung weiter arbeiten:

  • in leistungsfähigen Kooperationen und Netzwerken für Familien, Kinder und Jugendliche
  • in Kooperationen für eine aufmerksame und achtsame Nutzung des neu gestalteten öffentlichen Raums
  • in Stadtteilmarketinginitiativen in den beiden Nahversorgungszentren.

Gebietscharakter und Ausgangslage
Das Programmgebiet im Luftbild mit seinen Grenzen Das Programmgebiet im Luftbild mit seinen Grenzen

Das Programmgebiet Flingern/Oberbilk grenzt östlich an die Stadtmitte Düsseldorfs und liegt damit "jenseits" des Hauptbahnhofs im Gürtel der gründerzeitlichen Stadterweiterung. Die Fläche von ca. 390 ha umfasst zwei Siedlungsbereiche. Zwischen ihnen liegt ein großes ehemaliges Industrieareal.

Die Abwanderung der Stahlindustrie bot Chancen für das Quartier - hinterließ aber auch nicht mehr zeitgemäße Strukturen: Ehemalige Arbeiterquartiere am Rande des Stadtzentrums, dicht, eng und mit alten und kleinen Wohnungen, kaum Grün- und Freiflächen – zudem stark belastet durch Hauptverkehrsstraßen, angrenzende Industrie- und Gewerbestandorte sowie Eisenbahntrassen.

Leerstehende Ladenlokale und Investitionsrückstände in der Instandhaltung von Immobilien waren schwierige Entwicklungsvoraussetzungen.

Ein großer Teil der Gebietsbevölkerung von ca. 42.000 Einwohnern sind Migranten und Bewohner mit niedrigen Haushaltseinkommen. Die unterschiedlichen Milieus und Gruppen bringen oft gegensätzliche Erwartungshaltungen an das Leben im Stadtteil mit - dies betrifft insbesondere die Nutzung von Infrastruktureinrichtungen.

Potenziale und Handlungsansätze

Neben der zentralen Lage im Stadtgebiet und der guten Verkehrsanbindung für den Individualverkehr und den ÖPNV sind einige Straßenzüge wegen der gründerzeitlichen Architektur oder der historischen Baumbestände beliebt. Eine Vielzahl von sozialen Trägern, aktiven Vereinen und städtischen Einrichtungen wirkt in den Stadtteilen. Die unterschiedlichsten Nationen sind durch eigene Infrastruktur sichtbar und prägen den lebhaften Charakter der Stadtteile. Die kulturelle Vielfalt und das “Bunte” wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern geschätzt.

Potenziale lagen auch in der Möglichkeit zu Um- und Neunutzungen von ehemaligen Gewerbeflächen - vom Hinterhof bis zur Industriebrache ist hier alles vorhanden.

Sechs Handlungsfelder umfasste die vom Rat beschlossene Leitschnur der integrierten Stadterneuerung:

  • Sicherung und Stärkung der Stadtteilzentren
    Wohnungsnahe Versorgung sichern, "Adresse" des Quartiers aufwerten, Aufenthaltsqualität schaffen
  • Grün- und Freiflächen
    Nutzbare Aufenthaltsräume gewinnen, das Stadtbild verbessern
  • Wohnen und Wohnumfeld
    Neuen Wohnraum schaffen - Bestand modernisieren, Wohnumfeld im öffentlichen und privaten Raum verbessern
  • Umwelt und Ökologie
    Immissionen aus Gewerbe und Verkehr mindern, Flächenrecycling nach Bodensanierung
  • Arbeitsplätze und Beschäftigung
    Neue Arbeitsstandorte schaffen, Beschäftigung im Stadtteil fördern
  • Soziale Infrastruktur - Zusammenleben im Stadtteil
    Bürger beteiligen, Nachbarschaften stärken

Organisation und Lokale Partner

Das Programm “Soziale Stadt” wurde in Kooperation mit verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Schulen, Initiativen, Kirchen, Vereinen, und der Politik umgesetzt. Die “Federführung” für die Umsetzung des Programms hatte das Stadtplanungsamt, die Abteilung Stadtentwicklung und Stadterneuerung. Diese richteten im Jahr 2001 die Stadtteilbüros ein, in denen je eine Sozialarbeiterin und eine Stadt-/Raumplanerin an drei Tagen in der Woche ein offenes Ohr für das Schöne und Schwierige im Zusammenleben der Menschen hatten.

Das Quartiersmanagement umfasste zudem: die Entwicklung neuer Maßnahmen, die Organisation von Transparenz des städtischen Planens und Handelns, eine breite und vielschichtige Öffentlichkeitsarbeit (Workshops zu Neugestaltungen, Zukunftswerkstätten, Beteiligungsveranstaltungen), das Initiieren und Organisieren von Bewohner getragenen Strukturen und Projekten, die sowohl das Zusammenleben im Stadtteil fördern als auch die Verschönerungen schützen und bewahren. Ziel war es, die Bewohner zu aktivieren und die Selbsthilfepotenziale auszubauen, damit der Erneuerungsprozess eine innere Angelegenheit des Stadtteils wurde. Hierfür wurde das Potenzial der Kindergärten, Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und Seniorenzentren genutzt, die Stadtteilbüros initiierten darüber hinaus neue Kooperationen.

Weitere Partner waren je nach Thema:

  • Evangelisches Jugendzentrum Oberbilk
  • Aktion und Kultur mit Kindern (AKKI e.V.)
  • Evangelische Familienberatungsstelle (efa)
  • Stadtteilladen der Diakonie in Flingern
  • Interkulturelles MigrantInnenzentrum (IMAZ e.V.)
  • Verbund Flingern Süd
  • Oberbilker Kita-Tisch
  • zentrum plus, Caritas Begegnungsstätte Kölner Str.
  • Bürgerinitiative Langerstraße, Bürgerinitiative Flingern e.V.
  • FLIN e.V. (Einzelhändlerinitiative)
  • Oberbilker Bürgerverein
  • Erlebniseinkauf Oberbilk e.V. (Einzelhändlerinitiative)
  • Industrie- und Handelskammer zu Düssedldorf
  • Lokale Agenda Gruppe Kölner Straße
  • Polizei
  • Wohnungsgenossenschaft und Wohnungsbauinvestoren
  • Künstlerinitiative „Wo sind Sie zu Hause“
  • Nachbarschaftsverein „Oberbilker Stadtgärtner e.V.“
  • Jugendberufshilfe gGmbH
  • Forum Schule und Unternehmen
  • Zukunftswerkstatt Düsseldorf gGmbH (Beschäftigungsträger)

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
Dez 1998
Ratsbeschluss: Auftrag an die Verwaltung, beispielhaft zwei Stadtteile auszuwählen und ein integriertes Handlungskonzept zu erarbeiten
Nov 1999
Aufnahme in das Landesprogramm für Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf
Sept 2001
Eröffnung der Stadtteilbüros Birkenstraße 54 und Ellerstraße 221 mit je einer Stadtplanerin und einer Sozialarbeiterin
März 2002
Zukunftswerkstätten in Flingern und Oberbilk mit Anwohnern und Schlüsselpersonen aus unterschiedlichsten Zusammenhängen
ab 2002
Richtlinien zur Fassadengestaltung sowie Hof-, Dach-, Fassadenbegrünung

Öffentlichkeitsarbeit zu Programm und Erfolgen der Stadtteilerneuerung,

Moderationsverfahren, Mediationsverfahren, Beteiligungswerkstätten und Wettbewerbe

Einrichtung eines Wochenmarktes auf dem Hermannplatz Flingern,

Belegungsmanagement im Sozialen Wohnungsbau,

Wandmalaktionen, Mitmachkunstaktionen, Mitmach-Graffiti-Aktionen, Kulturfrühstück, Lese-Lust-Aktionen, Aktion „Flingern gesund bewegt“ – alles an unterschiedlichen Orten im öffentlichen Raum

2004
Wesentliche Verbesserungen im Wohnumfeld sind fertig gestellt:
  • die beiden neuen Stadtteilparks „Sonnenpark“ und „Stadtwerkepark“,
  • vier von acht neuen Schulspielhöfen,
  • drei neue Spielflächen für Kinder und Jugendliche,
  • einer von drei neuen grünen Innenhöfen für Wohnungsmieter.
  • Die Stadtteilbüros veranstalten fünf Eröffnungsfeste für die neuen Grün- und Spielflächen.
  • Das Stadtteilzentrum Kölner Straße ist umgebaut mit einer hohen Aufenthaltsqualität.
  • Der Grundstein für das neue Akki-Haus wird gelegt - ein außerschulischer Lernort der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche in Oberbilk.
2008
Collage Fassaden (Klick zum vergrößern) Collage Fassaden (Klick zum vergrößern)
Neue Grün- und Freiflächen entstanden auf insgesamt 73.000 qm: Mit der Eröffnung des neuen Hermannplatzes die fünfte neue Spielfläche für Kinder und Jugendliche, der Öffentliche Garten Ellerstraße wird im 2. Gartenjahr dem Stadtteil in seiner Schönheit vom Verein „Oberbilker Stadtgärtner“ präsentiert, seit 3 Jahren tagen Runde Tische zur langfristigen Qualitätssicherung des Sonnenparks und Stadtwerkeparks.

Mit dem Fassadenerneuerungsprogramm sind 166 Fassaden neu gestaltet.

Schüler und junge Künstler gestalteten eine Fußgängerunterführung neu mit Kunst und Licht.

Die Stadtteilbüros haben erfolgreiche Kooperationen in beiden Stadtteilen aufgebaut:
  • Oberbilker Kitas und Grundschulen,
  • Verbund Flingern Süd,
  • das Netzwerk „Forum Schule und Unternehmen“ zur gezielten Berufsorientierung junger Menschen,
  • das Integrations- und Qualifizierungsprojekt für Frauen mit Zuwanderungsgeschichte - „Familienpatinnen“,
  • die Lenkungsteams der Stadtteilmarketingprozesse Birkenstraße und Kölner Straße.
Die Stadtteilbüros Birkenstraße und Ellerstraße schließen Ende Dezember.
2009
Garten in Oberbilk Garten in Oberbilk
Im Auszeichnungsverfahren „Lebendige Nachbarschaften – das gute Quartier“ erhalten Nachbarschaftsverein „Oberbilker Stadtgärtner“ und Stadtteilbüro von der Aktionsplattform „NRW wohnt“ einen Preis.

Der Abschlussbericht Soziale Stadt NRW Düsseldorf Flingern/Oberbilk erscheint als Beitrag zur Stadtplanung und Stadtentwicklung des Stadtplanungsamtes und geht als Dank an alle Unterstützer und Akteure der Stadtteilerneuerung.

Materialien zum Download

Gebietsabgrenzung (PDF 1,5 MB)

Abschlussbericht Soziale Stadt NRW Flingern / Oberbilk Nr.19 (Externer Link)

Vortrag Städtenetz-Sitzung Soziale Stadt NRW, Okt. 2009 (Externer Link)

Dokumentation Auszeichnungsverfahren (Externer Link)

Gute Praxis Beispiel der Schader Stiftung – Sonnenpark (Externer Link)



 Ansprechpartner

Landeshauptstadt Düsseldorf
Stadtplanungsamt
Stadterneuerung

Brigitte Kugler
Telefon: +49 (0)2 11 / 89 96 832
Telefax: +49 (0)2 11 / 89 36 832
E-Mail: brigitte.kugler@duesseldorf.de

Barbara Wolf
Telefon: +49 (0)2 11 / 89 96 748
Telefax: +49 (0)2 11 / 39 96 748
E-Mail: barbara.wolf@duesseldorf.de

Website:
www.duesseldorf.de/stadtplanungsamt/stadterneuerung/soziale-stadt-flingernoberbilk.html

Stand: Mai 2010
Barbara Wolf, Landeshauptstadt Düsseldorf

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