Düsseldorf Wersten/Holthausen
Meilensteine
Ansprechpartner
Gebietscharakter und Ausgangslage

Das Programmgebiet Wersten/Holthausen liegt im Düsseldorfer Süden im Stadtbezirk 9 und setzt sich aus Teilen der beiden Stadtteile Wersten und Holthausen zusammen. Der Ge-bietszuschnitt umfasst 240 ha, in dem ca. 18.000 Einwohner leben.

Das Gebiet gliedert sich in unterschiedliche Siedlungsstrukturen und ist geprägt vom kleinstädtischen Charakter. Die Kölner Landstraße stellt eine Zäsur im Stadtteil Wersten dar; sie trennt zwei städtebaulich und sozial sehr unterschiedlich strukturierte Sozialräume und wird von den Menschen auf beiden Seiten sehr bewusst als Grenze wahrgenommen.

Lage im Stadtgebiet (Klick zum vergrößern) Lage im Stadtgebiet (Klick zum vergrößern)

Östlich der Kölner Landstraße entwickelte sich das Gebiet durch die zeitlichen Etappen des sozialen Wohnungsbaus; die Wohnbebauung weist teilweise heute noch einen niedrigen Standard auf.

Im Süden ist das Gebiet durch die Nähe zum Industriestandort Henkel geprägt. Der internationale Konzern nimmt mit einer Werksfläche von 1,5 km2 ein Viertel des gesamten Stadtteils Holthausen ein und prägte diesen auch lange. Nach der Ansiedlung im Jahr 1900 wuchs Holthausen sehr schnell, es entstanden neue Siedlungen für die Henkel-Mitarbeiter.

Heute leben im Stadterneuerungsgebiet viele Bewohner von staatlicher Unterstützung, insbesondere bei Kindern liegt dieser Anteil teilweise sehr hoch. Viele Jugendliche schaffen keinen Hauptschulabschluss oder eine Berufsausbildung. Der Grad der Benachteiligung prägt den Ruf des Gebietes.

Luftbild mit Gebietsabgrenzung (Klick zum vergrößern) Luftbild mit Gebietsabgrenzung (Klick zum vergrößern)

Einzelhandel und Dienstleistungen auf der Kölner Landstraße und im Einzelhandelszentrum in Holthausen sichern ein wohnungsnahes Angebot für den täglichen und teilweise für den periodischen Bedarf. Die Anbindung des Gebiets an den ÖPNV wie auch die Erreichbarkeit für den Individualverkehr ist gut.

Bei Bewohnern beliebt sind die vielen Grün- und Freiräume, die das Gebiet vom ‚Werstener Deckel‘ (über die A 46) über die wohnungs- und einrichtungsnahen Flächen bis hin zum Grünzug Wersten durchziehen.

Potenziale und Handlungsansätze

Mit einer ressortübergreifenden Strategie der integrierten Quartiersentwicklung sollen die Lebensbedingungen nachhaltig mit einer städtebaulichen Erneuerung und durch eine soziale Stabilisierung verbessert werden. Eine Qualifizierung und Ergänzung des Wohnungsbestandes, der Grün- und Freiräume sowie der Infrastruktureinrichtungen folgen diesem Ziel. In einer Zielvereinbarung hat die Stadt Düsseldorf mit den vier vor Ort ansässigen Wohnungsunternehmen im Jahr 2009 die städtebaulichen und sozialräumlichen Perspektiven benannt.

Das Handlungskonzept Wersten / Holthausen benennt drei Leitziele, welche die Grundlage für die Stadterneuerung bilden:

  • Stabilisierung der Wohnverhältnisse
  • Aufwertung des Wohnumfeldes und des Freiraums
  • Schaffung von sozialer Stabilität und Stärkung des Zusammenlebens

Städtebaufördermittel in Höhe von 5 Mio. € (finanziert zu 60 % durch das Land sowie zu 40 % durch die Stadt) können eingesetzt werden; zusätzliche Mittel der Wohnungsunternehmen durch Modernisierungsmaßnahmen und Neubauten fließen in das Gebiet. Darüber hinaus werden weitere Mittel insbesondere der Jugendhilfe, z. B. durch das Landesprogramm ‚Kein Kind zurücklassen‘ eingeworben.

Ein wesentliches Entwicklungspotential liegt mit der Zielvereinbarung zwischen den Wohnungsunternehmen und der Stadt vor. Sie bezieht sich auf den zentralen Bereich Wersten-Südost und strebt eine komplexe Gebietsentwicklung an.

Die Grünflächen bergen ein beachtliches Entwicklungspotential bei entsprechender Gestaltung und Nutzungsregelung. Als positives Beispiel wirkt das als Jugendfarm genutzte Außengelände des Aktivtreffs mit Koppel, Weiden, Grillplatz und Treffmöglichkeiten, das Nutzer und Nachbarn mit konstantem Engagement pflegen und hüten.

Die Angebote der sozialen Einrichtungen wirken positiv der Bildungsbenachteiligung, der Armut und der Vereinzelung entgegen. Ein Hemmnis in der Arbeit, das durch das Programm behoben werden soll, liegt zum Teil in unzureichenden bis mangelhaften Räumlichkeiten.

Organisation und Lokale Partner

Das integrierte Handlungskonzept Wersten / Holthausen wurde vom Stadtplanungsamt in Kooperation mit verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung, Wohnungsunternehmen, Mieterbüro, Kinder- und Jugendeinrichtungen und Akteuren im Erneuerungsgebiet erarbeitet. Umgesetzt und weiterentwickelt wird das Programm Soziale Stadt über die benannten Beteiligten hinaus mit der Politik, insbesondere der bezirklichen Ebene, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, dem Aktivkreis Wersten-Südost, der Stadtteilstiftung ‚Mit Herz und Hand‘ und dem Arbeitskreis Holthausen.

Die Federführung für die Umsetzung hat im Stadtplanungsamt die Abteilung Stadtentwicklung und Stadterneuerung, von wo aus das Quartiersmanagement gesteuert wird:

  • Entwicklung und Koordination von Maßnahmen innerhalb der Verwaltung, mit den Eigentümern und weiteren beteiligten Partnern
  • Organisation und Durchführung von passgenauen, auf das Projekt bezogenen Be-teiligungsformaten
  • Geschäftsführung und Organisation des Verfügungsfonds für bürgerschaftliches Engagement im Programmgebiet
  • Aktivierung und Vermittlung von Projektständen und Maßnahmen in Arbeitskreisen und Gremien des Stadtteils und der Politik

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
Dez 2011
Bescheid zur Aufnahme in das Landesprogramm Soziale Stadt NRW
März 2012
Ratsbeschluss zum Integrierten Handlungskonzept Soziale Stadt Wersten / Holthausen (und Rath / Mörsenbroich)
Mai/Juni 2012
Beteiligung von Kindern und Jugendlichen für die Umgestaltung des Spiel- und Bolzplatzes Reusrather Straße
Juli 2012
Gründung des quartiersbezogenen Budgetbeirates zur Vergabe der Mittel aus dem Verfügungsfonds nach städtischen Richtlinien
Sept 2012
Bewohnerbefragung: Meinungsbild vor Ort, Baustein zur Evaluation, Veröffentlichung im Sommer 2013
Jan 2013
Projektstart: Individuelle Bildungsplanung für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf im Rahmen der landesweiten Kampagne ‚Kein Kind zurücklassen‘
Feb 2013
Fachgespräche im Stadtteil: Konflikte im öffentlichen Raum
Mai 2013
Neugestaltung des Spiel- und Bolzplatzes Reusrather Straße
In die Planung des Büros Röthig flossen die Ergebnisse von Beteiligungswerkstätten mit Kindern und Jugendlichen, die das Quartiermanagement mit den Trägern vor Ort durchgeführt hat. (Kosten: 280.000 €, davon 141.000 € anteilige Förderung durch das Land NRW)
Nov 2013
Eröffnung des neuen Bolzplatzes 2013 Eröffnung des neuen Bolzplatzes 2013
Übergabe des neuen Spiel- und Bolzplatzes an die Kinder, Jugendlichen und Eltern durch den Beigeordneten Dr. Bonin.
Details anzeigen
Mit dem hochwertigen, synthetischen Belag, den neuen Toren und den Sitztribünen zeigen sich die kickenden Kinder und Jugendlichen mehr als zufrieden. Mehrere Initiativen und Einrichtungen machen Angebote: Mit den „Bolzplatzhelden“ bietet die BürgerStiftung Düsseldorf öffentliches Fußballtraining, der Awo-Aktivtreff trainiert Kinder und Jugendliche für die Düsselchamp-Liga – ein Fußballturnier zwischen den Düsseldorfer Jugendeinrichtungen. Dank des neuen Fußballplatzes mit den Sitztribünen verfügen die Fußballer aus dem Quartier nun über ein adäquates „Heimstadion“. Die Spielplatzscouts – finanziert über den Verfügungsfonds – sprechen die Eltern der Kinder an, regen zum gemeinsamen Spiel an und beraten und informieren über weitere Angebote im Stadtteil.
Sept 2014
Information und Beteiligung der Anwohner sowie Vertreter von Vereinen und Initiativen zur Planung des Nachbarschaftsgartens in Kooperation mit dem Caritasverband
Perspektiven

  • Zur Aufwertung des Wohnumfeldes wird die städtische Wohnungsgesellschaft SWD die Innenhöfe mit Beteiligung der Mieter erneuern.
  • Die nicht mehr modernisierungsfähigen Gebäude auf der Langenfelder Str. sollen für Wohngruppen und Sozialen Wohnungsbau einer Neubebauung zugeführt werden.
  • Zur Stärkung des Zusammenlebens soll eine im Innenhof brachliegende Grünfläche (2.500 m2) als ‚Nachbarschaftsgarten‘ an einen sozialen Träger im Stadtteil verpachtet werden. Ziele: Nachbarschaftliche Hilfen, Umweltbildung, Ort der Begegnung für Menschen unterschiedlicher Kulturen.
  • Der geplante Neubau eines Stadtteiltreffs unter Leitung der Stadt an zentraler Stelle im Stadtteil stellt die größte Einzelmaßnahme und das ‚Herzstück‘ der Erneuerung dar. Der Neubau soll auch als Ersatz für die derzeitigen maroden Räume des AWO-Aktiv-Treffs dienen. Die Stadt Düsseldorf und die Wohlfahrtspflege stellen aktuell weitreichende Angebote in dem hoch belasteten Sozialraum bereit. Das Angebot eines (neuen) Stadtteiltreffs wird die vorhandenen Netzwerke unterstützen und fördern, im Sozialraum Präventionsarbeit leisten und in den gesamten Stadtteil hineinstrahlen.

 

Materialien zum Download

Integriertes Handlungskonzept Düsseldorf Wersten/Holthausen (PDF 16 MB)



 Ansprechpartner

Landeshauptstadt Düsseldorf
Stadtplanungsamt
Stadterneuerung

Wilfried Brandt
Telefon: +49 (0)2 11 / 89 96746
Telefax: +49 (0)2 11 / 89 36 832
E-Mail: wilfried.brandt@duesseldorf.de

Website:
www.duesseldorf.de/stadtplanungsamt/stadterneuerung/werstenholthausen.html


Stand: November 2014

nach oben zurück zur Übersicht der Stadtteilprofile