Duisburg Bruckhausen
Meilensteine
Ansprechpartner


Gebietscharakter und Ausgangslage

Der Stadtteil Bruckhausen im Norden von Duisburg wird maßgeblich durch seine "Insellage" geprägt. Unmittelbar angrenzende Gewerbegebiete und die weiträumigen Industrieflächen der Thyssen Krupp Stahl AG schließen ihn im Westen, Norden und Osten ein. Die südliche Ortsteilgrenze wird durch die Autobahn A 42 markiert. Fließende Übergänge zu anderen Stadtteilen bestehen nicht.

Hohe Umweltbelastungen und eine starke Beeinträchtigung der überalterten Bausubstanz sind negative Folgen der Industrienähe. Diskussionen über eine Ausweitung der Thyssen-Werke und über einen damit verbundenen Abriss des Stadtteils lösten trotz einer erwirkten Bestandsgarantie einen Investitionsrückgang aus.

Über Jahre hinweg hat sich ein Wandel in der Bevölkerungsstruktur vollzogen: Der Anteil der Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger liegt deutlich über dem der Gesamtstadt. Bei einem Anteil von über 80 % Menschen mit Migrationshintergrund, die überwiegend türkischer Herkunft sind, gestaltet sich das Zusammenleben oftmals schwierig. Religiöse und kulturelle Unterschiede, gepaart mit Sprachproblemen, erschweren die Annäherung der Bewohner zueinander.

Potenziale und Handlungsansätze

Bereits seit den frühen 80er Jahren wurden in Bruckhausen Maßnahmen zur Erneuerung des Stadtteils eingeleitet, die einem ganzheitlichen Ansatz folgten. Es kann also auf langjährige Erfahrungen und etablierte Akteure zurückgegriffen werden. Dies zeigt sich vor allem in den bestehenden Netzwerken sowie in der engen Zusammenarbeit und Solidarität in der Bearbeitung der gemeinsamen Probleme.

Im Vordergrund der Arbeit standen zunächst

  • Sanierungsprojekte in Kombination mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen,
  • der Ausbau der sozialen Infrastruktur und
  • die Verbesserung der nachbarschaftlichen Beziehungen, vor allem zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund

Das im Juli 2004 durch den Rat der Stadt Duisburg beschlossene Konzept zur Weiterentwicklung des Integrierten Handlungsprogramms mit den Schwerpunkten Bildung, Weiterbildung, Qualifizierung und soziales Zusammenleben ist weitgehend umgesetzt.

Besondere Bedeutung für die weitere Stadtteilentwicklung hat der Kulturbunker Bruckhausen, der in neuer Trägerschaft eine Vielzahl an Angeboten aus dem sozialen und kulturellen Bereich für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen bietet. Darüber hinaus gibt es Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten vor Ort, u. a. in Zusammenarbeit mit der VHS Duisburg, der Agentur für Arbeit und der Gesellschaft für Beschäftigungsförderung.

Markt in Bruckhausen Markt in Bruckhausen

Zentrale Themen waren und sind darüber hinaus die soziale Stabilisierung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, insbesondere durch Sprachförderung, Bildungsmaßnahmen, die Entwicklung und Ergänzung von kulturellen Aktivitäten, die Mitarbeit an der Stadterneuerung und die Förderung von Eigeninitiativen (Bürgerbeteiligung).

Vor dem Hintergrund sich verändernder demographischer, sozialer, ökologischer und ökonomischer Rahmenbedingungen ist das Projekt „Grüngürtel Duisburg-Nord“ entstanden. Die städtebaulichen Funktionsverluste und Substanzschwächen insbesondere in den Nahtlagen von Wohnnutzung und Industrieanlagen in den Stadtteilen des Duisburger Nordens zeigen dringenden Handlungsbedarf.

Durch die Entwicklung eines großflächigen Grüngürtels als Park mit Wall in Bruckhausen mit überregionaler Anbindung und eines Gewerbegebietes in Beeck (Arnold-Overbeck-Straße) sowie städtebauliche Maßnahmen im benachbarten Marxloh sollen u. a. die Wohn- und Lebensverhältnisse in den Quartieren verbessert werden. Dazu ist der Rückbau von Wohnbebauung notwendig. Der Rat der Stadt Duisburg hat am 10.12.2007 das Projekt „Grüngürtel Duisburg-Nord“ als förmliche Sanierungsmaßnahme beschlossen.

Organisation und Lokale Partner

Die Steuerung der Erneuerungsaktivitäten erfolgt in Duisburg seit 1999 zentral durch die EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH, eine eigenständige, zu 50 % städtische Tochtergesellschaft (50 %ige Gesellschafterin ist seit 2009 die Bürgerstiftung Duisburg gAG). Anlaufstelle vor Ort ist ein Bürgerbüro, das u. a. im Bereich der interkulturellen Verständigung agiert.

Das Stadtteilmanagement hat unterschiedliche Partner, vor allem aus den sozialen Einrichtungen vor Ort:

Kooperation im Stadtteil (Quelle: EG DU 2002) Kooperation im Stadtteil (Quelle: EG DU 2002)

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
1983
Ratsbeschluss über ein gebietsbezogenes Programm zur Wohnumfeldverbesserung
1988
Es folgt ein Gesamtkonzept zur baulichen, sozialen und kulturellen Erneuerung des Stadtteils mit einem ganzheitlichen Ansatz
1989
Beginn umfangreicher Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, sozio-kultureller Stadtteilarbeit, regelmäßige Durchführung stadtteilbezogener Kulturveranstaltungen (z.B. interkulturelles Fest, Nikolausmarkt)
1.1.1991
Entwicklungsgesellschaft Duisburg-Bruckhausen mbH - EGB – wird al wird als Sanierungsträgerin im Auftrag der Stadt gegründet
1991
Umbau einer ehemaligen Schnapsfabrik zum Qualifizierungszentrum Bruckhausen

Start für Neubau von 56 öffentlich geförderten Wohnungen (Baulückenschließungen) und rund 800 Modernisierungsmaßnahmen

1992
Stadtteilbüro vor und nach der Sanierung Stadtteilbüro vor und nach der Sanierung
Eröffnung und Betrieb des Ortsteil-Bürgerbüros

Neubau eines zweizügigen Kindergartens an der Schulstraße

1993
Bruckhausen wird als einer der ersten Stadtteile in das neu aufgelegte Landesprogramm für Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf aufgenommen
1994
Umbau einer ehemaligen Beamtenvilla zu einer Kindertagesstätte
1995
Bau eines Dienstleistungszentrums mit Supermarkt, Stadtsparkasse, Arztpraxis, Apotheke, Bäckerei und Blumenladen

Einrichtung einer internationalen Spielstube in Zusammenarbeit mit den Moscheen

1997
Umbau einer ehemaligen Sparkasse zu einem Kindergarten und Umbau eines Denkmalgebäudes an der Dieselstraße zu einer vierzügigen Kindertagesstätte
1998
Initiierung des deutsch-türkischen Sportvereins "VfB Bruckhausen"
1.1.1999
Die EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH wird als Rechtsnachfolgerin (u.a.) der EGB gegründet
1999
Errichtung des Bolzplatzes und des Kinderspielplatzes auf der Dieselstraße

Eröffnung eines Internetcafés für Mädchen

Entwicklung eines Sprachförderkonzeptes für den Stadtteil

2000
Beginn des Umbaus eines Hochbunkers zur Kultur- und Begegnungsstätte
2001
Skaterbahn Skaterbahn
Eröffnung der Skaterbahn an der Dieselstraße

Eröffnung des Sozialpädagogischen Familienzentrums auf der Dieselstraße

Ideenwerkstatt Umgestaltung Heinrichplatz und Kinderpartizipation bei der Umgestaltung des Spielplatzes

Gründung des Vereins "Bunker Etage II"

2002
Gründung "Runder Tisch Bruckhausen", entstanden aus dem „Trägertreff“, der sich 1990 im Stadtteil gebildet hat

Umwandlung von Wohnraum zum Internationalen Studentenhaus

März 2003
Eröffnung des Bunkers am Heinrichplatz
Juli 2004
Gründung des Vereins "Kulturbunker Bruckhausen"
Sept. 2004
Eröffnung des umgestalteten Kinderspielplatzes Heinrichplatz
2004-2008
69 Mikroprojekte im Rahmen des Programms „Lokales Kapital für soziale Zwecke“
2005
Kleinräumige Bedarfsanalyse „Älter werden im Stadtteil“
Sept. 2006
Beschluss zur Durchführung von Vorbereitenden Untersuchungen zum Projekt „Grüngürtel Duisburg- Nord“
Dez. 2007
Ratsbeschluss zur Umsetzung des Projektes „Grüngürtel Duisburg- Nord“
2008
Umgestaltung des Marktplatzes Heinrichplatz
Mai 2008
Gründung des Sanierungsbeirates Bruckhausen/Beeck (Arnold-Overbeck-Straße)
2008
Errichtung eines Kleinkinderspielplatzes Dieselstraße

Eröffnung „Kleine Kochschule“

2007-2009
Projekt AiS „Ausbilden im Stadtteil“
2007-2009
Xenos-Projekt MiA „Mütter in Aktion“
seit 2009 laufend
Projekte im Rahmen von „Stärken vor Ort“
2008 - Juni 2010
Modellprojekt „Im Quartier bleiben“
seit 2009 laufend
Bundesmodellprojekt „Gesundheitsförderung und Sensibilisierung von Migranten“
März 2009
Bewohner-Workshops zur Gestaltung des „Parks vor der Haustür“ im Rahmen des Projektes „Grüngürtel Duisburg- Nord“
April 2009
Veranstaltung zur Aufwertung des verbleibenden Stadtteils
seit 2009 laufend
Zwischennutzungen: Durchführung von kleinräumigen, temporären Projekten
2009 laufend
„MIQUA“-Projekt
2010
Erarbeitung eines Verstetigungskonzeptes
Perspektiven
Kinder beim interkulturellen Stadtteilfest Kinder beim interkulturellen Stadtteilfest

Derzeit wird ein Verstetigungskonzept für Bruckhausen erarbeitet und im Rahmen von Werkstätten mit den lokalen Akteuren diskutiert.

Neue Impulse für die nahezu abgeschlossene städtebauliche Entwicklung resultieren aus dem Projektkontext Grüngürtel Duisburg-Nord hinsichtlich der Aspekte Bau des Parks, Aufwertung und Zwischennutzung.

Durch die im Rahmen des Projektes bereitstehenden Mittel für die weitere Stabilisierung des Ortsteils können die baulichen Verbesserungen durch kleinteilige Projekte auch zur Verstetigung der Erneuerungserfolge in den Handlungsfeldern der sozialen kulturellen Stadtteilentwicklung begleitet werden.

Die hierzu notwendigen Konkretisierungen und Projektentwicklungen finden zurzeit unter intensiver Bewohnerbeteiligung statt.

 



 Ansprechpartner

Koordination Soziale Stadt

Brigitte Grandt
EG DU Entwicklungsgesellschaft
Duisburg mbH
Willy-Brandt-Ring 44
47169 Duisburg

Tel.: +49 (0)203 99429-10
Fax: +49 (0)203 99429-11

E-Mail:
bgrandt@eg-du.de
Website:
www.eg-du.de

EG DU Stadtteilbüro Bruckhausen

Edeltraud Klabuhn (Stadtteil­managerin)
Gabi Jasper (Mitarbeiterin)
Bayreuther Straße 40
47166 Duisburg

Tel.: +49 (0)203 99429-60
Fax: +49 (0)203 99429-63

E-Mail:
eklabuhn@eg-du.de
gjasper@eg-du.de


Stand: März 2010
Brigitte Grandt, Edeltraud Klabuhn, EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH

nach oben zurück zur Übersicht der Stadtteilprofile