Euskirchen Viehplätzchenviertel
Meilensteine
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Gebietscharakter und Ausgangslage
Übersicht Viehplätzchen (Klick zum vergrößern) Übersicht Viehplätzchen (Klick zum vergrößern)

Das ca. 5 ha große Viehplätzchen-Viertel ist Teil der historischen Innenstadt Euskirchens. Es liegt am Rand des zentralen Einkaufsbereichs, unweit des zentralen Platzes ‚Alter Markt‘. Das von historischer Bebauung geprägte Viertel stellt innerhalb des Stadtgefüges einen eigenen Bereich dar, der sich räumlich und funktional von seiner Umgebung abgrenzt. Wesentliche Kenngrößen des Viehplätzchenviertel sind:

  • Im Gebiet leben 700 Menschen in 400 Haushalten.
  • 26 % der Einwohner sind Ausländer, zusätzlich haben 15 % der Menschen mit deutschem Pass einen Migrationshintergrund.
  • Im Gebiet gibt es 164 Häuser, davon sind 104, also fast zwei Drittel, gemischt genutzt.
  • 23 % der Gewerbeobjekte stehen leer.

Potenziale und Handlungsansätze
Bestandssituation Bestandssituation

Die Sanierung soll die sozial spürbaren Barrieren abbauen und das Gebiet wieder zu einem lebendigen Teil der Innenstadt machen. Dazu soll das Viertel als Wohn- und Geschäftsviertel gestärkt, die Vernetzung mit dem Umfeld verbessert und die Nachbarschaft im Quartier gefördert werden. Die zum Teil vorhandene soziale Isolation ist durch die Stärkung und Entwicklung der vorhandenen Lagevorteile in der Innenstadt zu mindern.

Das Integrierte Handlungskonzept schlägt zur Sanierung des Gebiets eine Mischung von Ordnungsmaßnahmen, öffentlich geförderten privaten Baumaßnahmen und nicht geförderten, jedoch durch Ordnungsmaßnahmen in der Umgebung ausgelösten reinen Privatinvestitionen vor.

Zugleich soll die Einwohnerstruktur stabilisiert werden. Hierzu sind Maßnahmen zur Förderung der Integration und Qualifikation geplant. Die Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Viertel soll gesteigert und das Image des Viertels verbessert werden. Serviceeinrichtungen sollen geschaffen, die Integration der Kulturen soll gefördert, Bildungs- und Qualifizierungsangebote sollen eingerichtet und die Identifikation und Verantwortlichkeit soll unterstützt werden. Zur Stärkung der lokalen Ökonomie sollen Gastronomie und multikulturelle Läden und Dienstleistungen zu neuen Angeboten bewegt werden.

Für die Sanierung werden mindestens fünf Jahre erforderlich sein.

Karte Maßnahmenplan Karte Maßnahmenplan

  • Ziel: Serviceangebote für Zielgruppen schaffen
    Das Image des Gebiets soll durch Serviceangebote wie wohnungsbezogene Dienstleistungen (insbesondere für ältere oder hilfsbedürftige Bewohner), Nachbarschaftsdienste und Angebote wie eine Quartiersplattform oder mittels eines freien Internetzuganges mit Anleitung im Stadtteilbüro gesteigert werden.
  • Ziel: Schaffung von neuem Wohnraum
    Damit wieder mehr von Transferleistungen unabhängige Familien mit Kindern in das Viertel ziehen, muss die Wohnungsstruktur den Ansprüchen dieser Gruppe angepasst werden. Gleichzeitig muss der preiswerte Wohnungsbestand für die sozial schwächere Bewohnerschaft erhalten und behutsam heutigem Standard angenähert werden.
  • Ziel: Integration der Kulturen fördern
    Im Rahmen der Sozialen Stadt wird das gemeinsame Miteinander durch vielfältige Aktivitäten gefördert. Die Bemühungen zur Integration umfassen die Förderung der Sprachkompetenz, die bei älteren Migranten und insbesondere bei Migrantinnen schwach ist, sowie die Verbesserung der (Aus-)Bildungssituation und damit der Beschäftigungschancen unter Einbindung von Schulen.
  • Ziel: Bildungs- und Qualifizierungsangebote schaffen
    Um die Bevölkerungsmischung zu verbessern, sollen neben Zuzügen von Familien mit Kindern die Beschäftigungschancen der Jugendlichen und der Arbeitslosen durch Bildungsangebote verbessert werden.
  • Ziel: Identifikation und Verantwortlichkeit fördern
    Die festgestellten Probleme sollen weniger durch Kontrolle als durch eine Förderung der Identifikation und damit des Gefühls der Verantwortlichkeit für die eigene Lebensumgebung und für die Mitmenschen gefördert werden.

Organisation und Lokale Partner

Die Federführung des Projektes liegt bei der Planungsabteilung der Stadt Euskirchen. Unter Leitung des Baudezernenten finden im monatlichen Rhythmus regelmäßige Projektgruppentreffen statt. Teilnehmer dabei sind VertreterInnen der Planungsabteilung, des Fachbereiches Soziales und des Sanierungsbeauftragten. Bei Bedarf werden weitere Verwaltungsdienststellen an den Steuerungsrunden beteiligt. Um die Sanierungsziele zu erreichen, wurde im Projektgebiet ein Stadtteilbüro eingerichtet. Es ist zweimal die Woche ganztägig besetzt und dient als Informations- und Anlaufstelle, Ausstellungsort und Beratungsbüro. Neben der räumlichen Präsenz werden von vier Mitarbeitern des Sanierungsbeauftragten vielfältige Kontakte mit Mietern, Pächtern, Eigentümern, Vertretern von Vereinen, Verbänden und Schulen sowie weiteren Akteuren gepflegt. Weitere eingebundene Akteure sind

  • Caritas
  • Städtische Wohnungsbaugesellschaft (EuGeBau)
  • Stadtsportverband
  • Schulen
  • Verschiedene Kulturvereine
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Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2007
Beauftragung der Vorbereitenden Untersuchungen
Januar 2008
Planungsausschuss nimmt die Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen zur Kenntnis und beauftragt die Erarbeitung eines Integrierten Handlungskonzepts
September 2008
Satzungsbeschluss zum Sanierungsgebiet
November 2008
Sanierungsworkshops
November 2008
Eröffnung des Stadtteilbüros in der Kapellenstraße 1
Februar 2009
Abstimmung mit MBV und Bezirksregierung zur Aufnahme in das Programm Soziale Stadt
ab März 2009
Verstärkte Ausrichtung der Sanierungsziele auf die Ziele der Sozialen Stadt
Mai 2009
"Grüner wird’s nicht"
Kunstaktion „Grüner wird’s nicht“ mit Studierenden der RWTH Aachen
Dezember 2009
Weihnachtsbaum auf dem Viehplätzchen, Schmuck durch benachbarte Schulen
Januar 2010
Kommunaler Erwerb eines Schlüsselgrundstückes zum Neubau einer Kita mit Wohnungsbau und Gastronomie und Erweiterung der historischen Wallanlage
April 2010
„Schulen stellen aus“: Ausstellung in leer stehenden Ladenlokalen in Kooperation mit umliegenden Schulen
Mai 2010
Grafitti-Aktion Grafitti-Aktion
Graffiti Aktion mit drei benachbarten Schulen unter Anleitung von zwei Künstlern
Juni 2010
Teilnehmer des Fußballturniers Teilnehmer des Fußballturniers
„Viehplätzchen WM“: Fußballturnier in der Parkanlage mit Stadtteilfest



 Ansprechpartner

Koordination

Stadt Euskirchen
Kölner Straße 75
53879 Euskirchen
Fon: +49(0)2251-14451

Herr Knaup (Techn. Beigeordneter)
Email: oknaup@euskirchen.de

Herr Jaax (Fachbereich Soziales)
Email: ajaax@euskirchen.de

Sanierungsbeauftragter

HJPplaner
Kasinostraße 76A
52066 Aachen
Fon: +49(0)241-6082600

Herr Dr.-Ing. H. Heinz
Email: h.heinz@hjpplaner.de

Herr Dr.-Ing. F. Pflüger
Email: f.pflueger@hjpplaner.de

Stand: Juli 2010
Autor: Dr.-Ing. F. Pflüger, Dr.-Ing. H. Heinz

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