Gelsenkirchen Südost
Meilensteine
Ansprechpartner


Gebietscharakter und Ausgangslage
Bochumer Straße Bochumer Straße

Gelsenkirchen Südost ist eines der größten Programmgebiete in NRW. Das Gebiet umfasst mit den innenstadtnahen Ortsteilen Bulmke-Hüllen, Neustadt und dem nördlichen Teil von Ückendorf rd. 750 ha und ca. 42.000 Einwohner. Die Gebietsabgrenzung erfolgte in Abstimmung mit der Politik aufbauend auf einer gesamtstädtischen Sozialraumanalyse und einer städtebaulichen Bewertung. Das Gebiet grenzt an das ehemalige Gelsenkirchener Soziale-Stadt-Gebiet „Bismarck/Schalke-Nord“ und im Stadtgebiet von Herne an den Stadtteil „Bickern/Unser Fritz“.

Das Gebiet Südost beinhaltet die sozial und baulich problematischsten Gebiete Gelsenkirchens. Die Arbeitslosigkeit von rd. 28 % ist mit einem hohen Anteil von Dauerarbeitslosen für die Bewohnerinnen und Bewohner besonders belastend. Der Ausländeranteil liegt mit ca. 20 % deutlich über dem gesamtstädtischen Durchschnitt (13 %).

Die Bausubstanz ist heterogen, es überwiegen aber die von der Montanindustrie geprägten, teilweise stark vernachlässigten Quartiere der Gründerzeit. Brach gefallene ehemalige Industrieflächen kennzeichnen das Stadtbild.

Potenziale und Handlungsansätze

Vier Handlungsfelder bilden die Pfeiler des Erneuerungskonzeptes in Gelsenkirchen-Südost:

Städtebauliche Erneuerung, Wohnen, Wohnumfeld, Verkehr, Stadtökologie:
z.B. durch:

  • Entwicklung des Geländes Schalker Verein
  • Haus- und Hofflächenprogramm für private Hauseigentümer
  • Umbau der Fußgängerzone Bochumer Straße
  • pädagogische und ökologische Umgestaltung von Schulhöfen

Lokale Ökonomie, Beschäftigung und Qualifizierung:
z.B. durch:

  • Büro für lokale Wirtschaftsentwicklung
  • Quartiershausmeister Neustadt
  • stadtteilbezogene Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen

Zusammenleben im Stadtteil, stadtteilbezogene soziale Arbeit:
z.B. durch:

  • Öffnung von Tageseinrichtungen für Kinder
  • Neustadttreff - sozialraumbezogene Unterstützungsangebote
  • Integrative Modellschule GGS Wanner Straße
  • Entwicklung der Gesamtschule Ückendorf zur Stadtteilschule

Stadtteil- und Quartiersmanagement, Aktivierung der Quartiersbevölkerung:
z.B. durch:

  • Stadtteilbüro für die Projektentwicklung und als Anlaufstelle für die Bewohner
  • Gebietsbeirat mit Vertretern der Stadtteile und der Kommunalpolitik
  • Quartiersfonds für kleinere bürgerschaftliche Projekte

Bauarbeiten Eingangsplätze Schalker Verein Bauarbeiten Eingangsplätze Schalker Verein

 
Das wichtigste städtebauliche Leitprojekt im Aufwertungsprozess ist die Wiedernutzung des ehemaligen Hochofenwerkes „Schalker Verein“. Das Gelände liegt rd. 800 m vom Hauptbahnhof Gelsenkirchen und der Haupteinkaufszone entfernt. Mit der NRW.URBAN, die rd. 35 ha des insgesamt rd. 100 ha großen Areals als Grundstücksfondsfläche erworben hat, werden dort Misch- und Gewerbenutzungen entwickelt. Grundlage für die Planung bildet der im Herbst 2001 in einem Werkstattverfahren konzipierte städtebauliche Rahmenplan.

Evaluation und Monitoring erhielten von Programmbeginn an einen hohen Stellenwert. Z. B. kann sich das Stadtteilmanagement durch das Projekt-Monitoring flexibel und zeitnah mit den jeweiligen Projektträgern abstimmen. Wiederholte Bewohner¬befra¬gungen spiegeln den Stand der Gebietseinschätzung vor Beginn der konkreten Stadtteilarbeit und im laufenden Prozess.

Organisation und Lokale Partner

Die Stadtverwaltung ist Trägerin des Stadterneuerungsprozesses in enger Kooperation mit den örtlichen Institutionen. Federführend ist das Referat Stadtplanung mit dem Stadtteilbüro als Außenstelle.

Weitere Akteure sind:

  • Kommunale Jugendberufshilfe
  • Kath. Jugendsozialarbeit – Der Förderkorb
  • Caritasverband für die Stadt Gelsenkirchen
  • Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) als Beratungsinstitution
  • Im Bereich Soziale Arbeit:

    • Arbeiterwohlfahrt Gelsenkirchen /Bottrop
    • Caritasverband für die Stadt Gelsenkirchen
    • evangelische und katholische Kirchengemeinden
    • Kinderschutzbund
    • Migrantenvereine

    Im Bereich der Gemeinwesenarbeit und Partizipation sind auf Stadtteilebene Quartier- oder Stadtteilläden in Trägerschaft der Wohlfahrtsverbände installiert worden, die das städtische Stadtteilbüro inhaltlich unterstützen.

    Mit Hilfe des Stadtteilbüros sind in den 3 Stadtteilen des Programmgebietes bürger¬schaftliche Gruppen gegründet worden, die sich mit zahlreichen Projekten und jährlichen Festen öffentlich präsentieren.

    Ein Gebietsbeirat begleitet seit Anfang 2003 das Stadtteilprogramm bei Diskussion und Prioritätenbildung der entwickelten Projektvorschläge sowie der Vergabe der Mittel eines Verfügungsfonds.

    Mittlerweile ist das Stadtteilprogramm Südost eingebunden in eine gesamtstädtische Stadterneuerungsstrategie, die von einer zentralen Koordinierungsstelle im Rathaus gesteuert wird.

     

    Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
    2001
    Vorbereitung zur Gebietsauswahl durch gesamtstädtische Sozialraumanalyse (Prof. Strohmeier, Bochum), anschließende städtebauliche Bewertung (Prof. Staubach, Höxter/Dortmund).

    In Perspektivwerkstätten mit örtlichen Akteuren aus Politik, Schulen, Tageseinrichtungen für Kinder, Vereinen und anderen Institutionen werden Probleme, Potenziale, Projekte und Strukturen zur Einbindung der lokalen Akteure herausgearbeitet.

    Gelsenkirchen Südost wird in das integrierte Handlungsprogramm Soziale Stadt NRW aufgenommen

    2002
    Das Stadtteilbüro nimmt seine Arbeit auf

    Arbeitsbeginn JU-Net – Modellprojekt des Arbeitsamtes zur Vermittlung und Betreuung jugendlicher Arbeitsloser

    Ab 2003
    Gründungssitzung des Gebietsbeirates: Wahl der Mitglieder in den Stadtteilkonferenzen sowie Benennung durch die Kommunalpolitik. Der Gebietsbeirat befindet sich mittlerweile in seiner 4. Wahlperiode. Seit Gründung tagt das Gremium mindestens 4 Mal im Jahr und entscheidet in erster Linie über die Vergabe von Mitteln aus dem Verfügungsfonds.
    Ab 2004
    Weihnachtsmarkt Ückendorf Weihnachtsmarkt Ückendorf
    Ein Martinsumzug wird mit dem „Forum Bulmke“ (Zusammenschluss von örtlichen Vereinen und aktiven Bürgern) durchgeführt. Der Umzug hat sich mittlerweile zu einem Stadtteilfest entwickelt und ist im Stadtteilleben fest etabliert. Gleiches gilt für den Weihnachtsmarkt im Pestalozzihain, der von der Stadtteiloffensive „Ückendorf Aktiv“ ausgerichtet wird sowie für das Neustadtfest das im Sommer in der Fußgängerzone Bochumer Straße stattfindet.

    Der Ansatz der Lokalen Ökonomie wird in Gelsenkirchen-Südost mit dem Projekt „Büro für lokale Wirtschaftsentwicklung Gelsenkirchen Südost – kurz BfW“ - umgesetzt. Das BfW verfolgt das Ziel, wirksame Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Ökonomie zu entwickeln und umzusetzen. Dies geschieht in enger Verknüpfung mit dem Bereich der ethnischen Ökonomie, weil sie die lokale Ökonomie in Gelsenkirchen Südost stark prägt und als eine Entwicklungschance für den Standort betrachtet wird.

    Ab 2005
    Durch den Abbruch der riesigen Kraftzentrale auf dem Gelände Schalker Verein wird der Weg für die Neunutzung frei. Neben umfassenden Bodenaufbereitungen und Erschließungsmaßnahmen werden seit 2009 die Eingangsplätze in das Gelände errichtet. Die Fertigstellung ist für Frühjahr/Sommer 2010 vorgesehen.

    Für das Schalthaus, das zentral im Eingangsbereich des Geländes gelegen ist und im Konzept der Eingangsplätze eine besondere Bedeutung einnimmt, wird seit 2007 besonders intensiv durch Marketingmaßnahmen wie z.B. Beleuchtungsaktionen eine Nachnutzung gesucht.

    2005
    Nova Via – internationales Künstlerprojekt zur Belebung leerer Läden in der Bochumer Straße mit breitem Kulturrahmenprogramm (Anerkennung beim Imagewettbewerb der Sozialen Stadt NRW 2005).

    Arbeitsbeginn des Quartiersservice (Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt für Hartz IV-Empfänger für Projekte im Stadtteil) aus dem „Sofortprogramm zur Belebung des Arbeitsmarktes“.

    Ab 2006
    Umbau FGZ Umbau FGZ
    Start in ein umfassendes Beteiligungsverfahren mit Anwohnern und Akteuren der Neustadt zum Gestaltungskonzept Umbau Fußgängerzone Bochumer Straße Neustadt.

    Der erste Bauabschnitt befindet sich seit Oktober 2009 in der Umsetzung. Die Vorbereitung zur Umsetzung weiterer Bauabschnitte laufen. Die Fußgängerzone wird in insgesamt 5 Bauabschnitten ein neues Erscheinungsbild erhalten und somit maßgeblich zur Aufwertung der Neustadt beitragen.

    Entwicklung der Gesamtschule Ückendorf zur Stadtteilschule.

    Als Träger für das Projekt Stadtteilschule Gesamtschule Ückendorf hat sich der Förderverein "Schule im Stadtteil" gebildet, in dem Menschen und Institutionen aus dem Stadtteil, Vertreter der Parteien, die Schulleitung und das Stadtteilbüro Südost vertreten sind.

    Durch die Bausteine Umbau der Mensa, Umbau der Aula zu einem Veranstaltungszentrum und Verstärkte Bemühungen in dem Bereich Berufsvorbereitung und Qualifizierung wird sich die Schule dem Stadtteil öffnen und die Aktivitäten zur Stärkung des Stadtteils unterstützen. Gleichzeitig sollen die Bewohner des Stadtteils Ückendorf und Umgebung in die Schule geholt werden. Ende 2009 wurde das kommunale Kino Gelsenkirchen Süd in der umgebauten Aula eingeweiht.

    2007
    Stadtteilladen Bulmke Hüllen Stadtteilladen Bulmke Hüllen
    Eröffnung des Stadtteilladens Bulmke Hüllen.

    Damit wird neben dem Neustadttreff in der Neustadt (seit 2003) ein weiterer Quartiersladen für den Stadtteil Bulmke-Hüllen installiert. Beide Stadtteilläden sind mittlerweile bekannte Anlaufstellen und beliebte Treffpunkte für die Menschen im Stadtteil.

    2008
    Eröffnung des Job Cafés in der Neustadt.

    Das Job-Café ist eine Unterstützung für arbeitslose Menschen, Es berät, hilft Probleme zu bewältigen, wieder Mut zu schöpfen, neue Wege zu gehen, Perspektiven zu entwickeln und selbstbewusster zu sein. Über die Beratungsangebote hinaus lädt das Job-Café zum offenen Treffen ein, um zu „klönen“, Kontakte zu knüpfen, sich über die Selbsthilfegruppen im Job-Café oder Gesundheitsangebote zu informieren.

    Im Rahmen einer Zwischenbilanz und als Vorbereitung zur Fortschreibung des integrierten Handlungskonzepts wurde mit dem Gebietsbeirat eine Klausurtagung zur Bewertung der bisherigen Programmlaufzeit und zur Entwicklung einer Perspektive für die Restlaufzeit durchgeführt.

    2008-2010
    Verfahren zum Strategischen Masterplan Bochumer Straße.

    Für den Bereich der Bochumer Straße zwischen Junkerweg und Virchowstraße werden Lösungen gesucht, wie mit dem sanierungsbedürftigen Altbauten und der schwierigen Verkehrssituation umgegangen werden kann. In einem städtebaulichen Workshopverfahren wurden von verschiedenen Planungsbüros Vorschläge zur weiteren Entwicklung erarbeitet. Ein Empfehlungsgremium bewertete die Entwürfe. Mit zwei Bürogemeinschaften wird seit dem an dem strategischen Masterplan gearbeitet. Die Arbeiten werden im Sommer 2010 abgeschlossen werden.

    Ab 2009
    Fortschreibug des integrierten Handlungskonzepts
    2010
    Maßgeblich durch die Unterstützung des Stadtteilladens Bulmke Hüllen gründete sich der Verein Hüllen Aktiv, der sich die Verbesserung der Lebensqualität und des Zusammenlebens der Menschen im Stadtteil Hüllen zum Ziel gesetzt hat.
    Perspektiven

    Vor dem Hintergrund der fortgeschrittenen Programmlaufzeit ist die Verstetigung, insb. der sozialintegrativen Projekte, das zentrale Thema für die restliche Laufzeit des Stadtteilprogramms Südost. Die Fortschreibung des integrierten Handlungskonzeptes ist der erste Schritt in die Verstetigungsdiskussion, die in den kommenden Monaten intensiv weitergeführt werden wird.

     



     Ansprechpartner

    Koordination

    Janine Feldmann
    E-Mail: janine.feldmann@gelsenkirchen.de

    Rathaus Buer
    Referat Stadtplanung 61/3
    Goldbergstraße 12
    45875 Gelsenkirchen

    Tel. +49 (0)2 09 / 1 69-4124
    E-Mail: janine.feldmann@gelsenkirchen.de
    Website: www.stadterneuerung.gelsenkirchen.de

    Stand: April 2010
    Laux, Stadtteilbüro Südost

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