Gladbeck Stadtmitte
Meilensteine
Ansprechpartner
Gebietscharakter und Ausgangslage

Gladbeck ist mit 76.000 Einwohnern eine Mittelstadt im Kreis Recklinghausen mit Lage in der Emscherzone des Ruhrgebiets. Das Programmgebiet Stadtmitte umfasst den Citybereich sowie die angrenzenden Wohngebiete auf einer Fläche von ca. 4,6 km² mit insgesamt ca. 18.600 Einwohnerinnen und Einwohnern. Administrativ gesehen handelt es sich um die Stadtbezirke Mitte I und II.

In Mitte I, dem westlichen Bereich der Stadtmitte, befindet sich das Geschäftszentrum mit der Fußgängerzone und dem Marktplatz, dem Rathaus sowie verschiedene soziale und kulturelle Einrichtungen. Weiterhin ist der Bezirk ein konzentrierter Schulstandort für unterschiedliche Schulformen. Verdichtete Wohnquartiere – mit abnehmender Bebauungsdichte an den Rändern – grenzen an den Citybereich.

Der Bezirk Mitte II, östlich der Innenstadt gelegen, ist ein überwiegend von Wohnbebauung geprägtes Gebiet. Am östlichen Rand befindet sich ein Gewerbegebiet mit Fachmärkten sowie Discountern und Getränkemarkt. Durch die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Bahntrasse ist der Bereich Mitte II von der Innenstadt bis auf wenige Verbindungen räumlich getrennt.

Verschiedene Entwicklungen in der Stadtmitte verdeutlichen den Handlungsbedarf in sozialer, wirtschaftlicher und städtebaulicher Hinsicht. Die Familienberichte 2007 und 2012 beispielsweise verweisen auf die schwierige sozial-ökonomische Situation verschiedener Bevölkerungsgruppen, die in der Innenstadt wohnen. Weitere Problemlagen stellen die Situation des Handels sowie städtebauliche Mängel in öffentlichen und privaten Bereichen dar.

Ende 2009 wurde der Stadtteil in das Programm Soziale Stadt NRW aufgenommen.

Potenziale und Handlungsansätze

Mit dem Leitbild „Familienfreundliche Stadtmitte“ zielt das Integrierte Handlungskonzept darauf ab, die Innenstadtbezirke ganzheitlich zu erneuern, zu stärken und zu stabilisieren.

Die Handlungsfelder und Entwicklungsziele verdeutlichen, in welcher Breite die integrierte Entwicklung der Stadtmitte angelegt ist:

  • Handlungsfeld A: Attraktive Innenstadt – Lokale Ökonomie stärken
  • Handlungsfeld B: Öffentlicher Raum in der Stadtmitte: Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität sichern, Potenziale nutzen
  • Handlungsfeld C: Stabile Wohnquartiere: Ganzheitlich betrachtet
  • Handlungsfeld D: Bildung und Soziales, Beratung und Hilfe: Neue Konzepte für neue Herausforderungen
  • Handlungsfeld E: Öffentlichkeitsarbeit, Partizipation und Quartiersmanagement: Für ein nachhaltig positives Image

In den einzelnen Handlungsfeldern sind – anknüpfend an vorhandene Stärken und Potenziale – zahlreiche Maßnahmen geplant. Im baulich-räumlichen Bereich beispielsweise geht es im Wesentlichen darum, bestehende Strukturen wie Plätze, Freiflächen, Schulhöfe und Wohnquartiere gestalterisch aufzuwerten, die Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten zu erhöhen sowie das städtebauliche Erscheinungsbild zu verbessern. Die sozialen Projekte zielen vor allem darauf in Kooperation mit Kindertagesstätten, Familienzentren und Schulen die Kinder und Eltern zu stärken, um unter anderem deren Chance auf Teilhabe an Bildung und Erziehung zu erhöhen. Zur Stärkung des Einzelhandels sind umfangreiche Maßnahmen zur Neugestaltung des Innenstadtbereiches geplant.

Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die unterschiedlichen Akteure werden über Beteiligungsveranstaltungen in den Erneuerungsprozess eingebunden.

Organisation und Lokale Partner

Die Projektorganisation beruht auf drei Ebenen: Der Dezernatskonferenz Stadtmitte, der Projektleitung sowie dem Quartiers- und Citymanagement.

Die Dezernatskonferenz ist eine ressort- und ämterübergreifende Arbeitsgruppe, in der die beteiligten Fachämter vertreten sind und die Maßnahmen des Projektes Stadtmitte strategisch besprochen werden.

Die Projektleitung wird jeweils durch eine Mitarbeiterin/ einen Mitarbeiter des Amtes für Stadtplanung und Bauaufsicht und des Amtes für Immobilienwirtschaft bestritten. Sie sind die Ansprechpartner für das Projekt und haben überwiegend Koordinationsaufgaben.

Das Quartiers- und Citymanagement dient mit dem Stadtteilbüro den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Stadtteilakteuren als Anlaufstelle und nimmt die Aufgabe der Vermittlung zwischen Bewohnerschaft und Verwaltung wahr.

Darüber hinaus ist vom Rat der Stadt Gladbeck ein „Ausschuss für Integrierte Innenstadtentwicklung“ als Verankerung auf der stadtpolitischen Seite etabliert worden.

Wichtige Partner im anstehenden Erneuerungsprozess sind u.a. der Einzelhandelsverband und die Werbegemeinschaft, der Senioren- und Behindertenbeirat, der Runde Tisch Stadtmitte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Familienzentren, Kindertagesstätten und Schulen.

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2009
Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzepts Stadtmitte

Vorstellung und Diskussion in einer Bürgerkonferenz

Einstimmige Beschlussfassung in der Ratsversammlung

Aufnahme in das Bund-Länder-Programm Soziale Stadt NRW

2011
Beauftragung des Quartiersmanagements und Eröffnung des Stadtteilbüros

Start des Hof- und Fassadenprogramms und des Verfügungsfonds

2013
Start des Citymanagements im Stadtteilbüro zur Unterstützung der Lokalen Ökonomie
2011-13
Erstellung des Lichtkonzepts für die Innenstadt von Gladbeck
Illumination Rathaus Illumination Rathaus
Illumination des Rathauses und der Beleuchtung des Willy-Brandt-Platzes als erste Maßnahmen
Ansicht Kinderzimmer Ansicht Kinderzimmer
Eröffnung des „Gladbecker Kinderzimmers“ zur stundenweisen Betreuung von Kindern, wenn Eltern Entlastung z.B. bei Erledigungen benötigen.
seit 2011
Umbau Fußgängerzone Umbau Fußgängerzone
Familienfreundliche Gestaltung der Innenstadt – Neugestaltung der Fußgängerzone

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Im Gesamtrahmen des Integrierten Handlungskonzepts stellt der Umbau der Fußgängerzone eine zentrale Maßnahme dar. Sie steht im besonderen Fokus der Öffentlichkeit, des örtlichen Handels und der Politik. Nach einem städtebaulichen Gutachten und den erforderlichen Planungsphasen, konnte im Frühjahr 2014 der erste Spatenstich erfolgen. Die Umsetzung erfolgt in Bauabschnitten über den Zeitraum von voraussichtlich vier Jahren. Begleitet wurde das Planungsverfahren von intensiver Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung, die in der Bauphase als Baustellenmarketing fortgesetzt wird.
2012/13
Spiel- und Klettergerät Spiel- und Klettergerät
Neugestaltung des Schulhofs Anne-Frank-Schule - Eröffnung im Dezember 2013

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Im Mai 2012 konnten die ca. 700 Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Realschule ihren Ideen und Wünschen bezüglich einer neuen Gestaltung des Schulhofs freien Lauf lassen. Aus den Anregungen der Schülerinnen und Schüler und in Abstimmung mit der Lehrerschaft, entstand eine Dreiteilung des Schulhofs mit unterschiedlichen Funktionsbereichen:
  • Spiel- und Sportflächen
  • Bolzplatz
  • Ruhige „Chill-Ecke“ mit Sitzwürfeln
2013/14
Grüne Achse Innenstadt - Schaffung von Grün- und Wegeverbindungen im Bereich der Innenstadt und zu den Naherholungsbereichen Wittringer Wald und Nordpark

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Die Umsetzung erfolgt in Abschnitten. Fertiggestellt sind der Jovyplatz und die Durchwegung des Pastoratswäldchens. Die umfangreiche Neugestaltung des Rathausparks mit Wasserspielplatz befindet sich in der Realisierung.
2014
Planungswerkstatt zur Entwicklungsperspektive des Busbahnhofs Oberhof (Neuorganisation und Umbau) und dessen Anbindung an den Bahnhof-Ost mit drei Planungsteams
2014
Bewegungszentrum Nordpark

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Angrenzend an den Nordpark und an den Kunstrasenplatz des Heisenberg-Gymnasiums ist das Sportflächenangebot um eine moderne Beachvolleyball- und Beachsocceranlage erweitert worden. Die Flächen stehen für eine offene Benutzung zur Verfügung und werden von der Schule und ansässigen Sportvereinen betreut.
2014/15
Jovyplatz mit Bank Jovyplatz mit Bank
Neugestaltung des Nordparks und Erweiterung des Spielangebots

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Der nördlich von der Innenstadt gelegene Nordpark wurde punktuell neu gestaltet und erhält eine zeitgemäße Gestaltung und Ausstattung hinsichtlich kleinerer Platzflächen mit Sitz- und Liegeelementen. Der Spielplatz wird mit neuen Spielangeboten und Sitzgelegenheiten für Kinder und Eltern insgesamt attraktiver gestaltet.
Perspektiven

Die Umsetzung der Gesamtmaßnahme Projekt Stadtmitte ist über einen Zeitverlauf von etwa zehn Jahren vorgesehen. Da das Projekt über EFRE 2007-2013 gefördert wird, mussten Prioritäten gesetzt werden und es sind zunächst die Maßnahmen in die Planung und Realisierung gekommen, die innerhalb des EFRE-Förderzeitraums abgeschlossen werden können. Diese Zäsur ist der Anlass, nach fünf Jahren Laufzeit das Projekt zu bilanzieren und sich mit einer Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzepts für die weiteren Jahre aufzustellen. Dabei sollen insbesondere die Neu- und Weiterentwicklungen aufgegriffen werden.

 

Materialien zum Download

Integriertes Handlungskonzept für eine familienfreundliche Stadtmitte (2009) (PDF 4,3 MB)

Familienbericht 2012 (PDF 2,8 MB)

Fortschreibung des Einzelhandelshandelskonzepts Stadt Gladbeck (2013) (PDF 3,4 MB)



 Ansprechpartner

Stadt Gladbeck

Anja Kämper
Amt für Planen, Bauen, Umwelt
Willy-Brandt-Platz 2
45964 Gladbeck

Fon: 02043 – 99 – 2260
E-Mail: anja.kaemper@stadt-gladbeck.de
Web: www.gladbeck.de

Stadtteilbüro Stadtmitte
Anja Boddenberg
Sandra Desernot
Goethestraße 44
45964 Gladbeck

Fon: 02043 – 787 4513
E-Mail: stb-mitte@stadt-gladbeck.de


Citymanagement
Kraja, Xhenita
Goethestraße 44
45964 Gladbeck

Fon: 02043 – 99 - 2398
E-Mail: Xhenita.Kraja@stadt-gladbeck.de

Stand: November 2014
Autorin: Anja Kämper

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