Hamm Westen
Meilensteine
Ansprechpartner
Gebietscharakter und Ausgangslage
Der Hammer Westen<br>(Foto: H. Blossey) Der Hammer Westen
(Foto: H. Blossey)

Das Programmgebiet Hammer Westen umfasst eine Fläche von ca. 755 ha. Davon sind 600 ha bereits seit März 2000 Teil des Programmgebiets „Soziale Stadt NRW“. 2010 wurde das Gebiet um ehemalige Bergbau-Brachen und Halden des Bergwerks Ost (ca. 155 ha) erweitert.

Der Hammer Westen ist ein dicht bebauter, von der Industrie geprägter Stadtteil. Rund ein Drittel sind Industrie- und Gewerbeflächen. Der Wohnungsbestand ist heterogen. Es sind sowohl gründerzeitlich geprägte Altbauquartiere zu finden als auch Wohnungsbestände der 1960er Jahre. Teilbereiche wurden bereits modernisiert, in anderen Beständen besteht noch Modernisierungsbedarf. Mit der Arbeitersiedlung ‚Isenbecker Hof‘ ist ein städtebaulich wertvoller Wohnungsbestand in das Programmgebiet aufgenommen worden.

Derzeit leben ca. 21.400 Menschen im Programmgebiet. Der Anteil an Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migrationshintergrund ist im Vergleich zur Gesamtstadt erhöht. In Teilbereichen liegt der Anteil bei 70%.

Lippepark – Ort der interreligiösen Begegnung Lippepark – Ort der interreligiösen Begegnung

Ziel des Projektes ist die Stärkung und Stabilisierung des Stadtteils durch die Umsetzung städtebaulicher, sozial-integrativer sowie bildungs- und arbeitsmarktrelevanter Maßnahmen.

Die multikulturellen Nachbarschaften sollen gestärkt werden. Beratungs- und Betreuungseinrichtungen, Begegnungsmöglichkeiten, Spiel- und Freiflächen im Nahbereich der Wohnquartiere sollen ausgebaut und die ehemaligen Bergbauflächen zu einem stadtbezirksüberschreitenden Landschaftspark umgebaut werden.

Potenziale und Handlungsansätze
Ehemals Schacht Franz – heute Lippepark (Foto: H. Blossey) Ehemals Schacht Franz – heute Lippepark (Foto: H. Blossey)

Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt NRW“ werden seit dem Jahr 2000 städtebauliche Maßnahmen sowie Projekte zur Verbesserung des Wohnumfeldes umgesetzt. Gleiches gilt für vielfältige sozial-integrative sowie bildungs- und arbeitsmarktrelevante Maßnahmen (vgl. Chronologie).

Im Erweiterungsbereich stand die Umgestaltung der Bergbaubrachen gemäß des Stadtentwicklungskonzeptes „Im Westen was Neues/Lippepark Hamm“ zu einem attraktiven, multifunktionalen Landschaftspark im Fokus. Durch die Vernetzung mit bestehenden Grünzügen gewinnt diese Fläche eine besondere stadtentwicklungsrelevante Bedeutung.

Am Stadtentwicklungsprozess sind viele Akteure beteiligt. Sie arbeiten intensiv an der Entwicklung ihres Stadtteils. Gemeinsame Aktivitäten sowie die Verbesserung von Kooperationen führen zur Bildung nachhaltiger Strukturen der Zusammenarbeit im Stadtteil. Eine besondere Funktion bei der Bündelung von Aktivitäten nimmt das Stadtteilbüro ein.

Organisation und Lokale Partner
Das Stadtteilkomitee Das Stadtteilkomitee

Seit dem Frühjahr 1998 besteht der Arbeitskreis Hamm Westen: Hier sind die zuständigen kommunalen Fachbereiche, die Träger der Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Schulen, Tageseinrichtungen für Kinder, das Stadtteilbüro, die Polizei und die Wirtschaftsförderung Hamm, das JobCenter, Beschäftigungsträger, Vereine und andere zusammengeschlossen.

Die unterschiedlichen Beteiligten entwickeln das Stadtteilprojekt in unterschiedlichen Arbeitsformen kontinuierlich weiter. Die Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner findet zum einen projektbezogen statt (z.B. bei einer Planungswerkstatt), zum anderen über die Zusammenarbeit in Gremien (z.B. im Arbeitskreis Kinder). Das Projekt „Lippepark Hamm“ wurde begleitet durch einen Bürgerbeirat, ein Beteiligungsgremium für Interessengruppen, Vereine und Verbände, die sich aktiv in den Planungs- und Gestaltungsprozess einbrachten.

Mit dem Stadtteilkomitee verfügt das Stadtteilprojekt über ein Gremium, welches die Mittel des „Aktionsfonds Hamm Westen“ zur Förderung bürgerschaftlicher Projekte im Stadtteil vergibt.

Die Koordination des Gesamtprojektes wird im Stadtplanungsamt in enger Kooperation mit dem Amt für soziale Integration (Koordination aller sozialen Projekte) und dem Stadtteilbüro durchgeführt.

Das Stadtteilbüro arbeitet darüber hinaus im Bereich der aktivierenden Bewohnerbeteiligung und übernimmt Aufgaben zur besonderen Förderung von Kindern und Familien und zur Integration von Zuwandererfamilien. Träger des Stadtteilbüros ist der Katholische Sozialdienst Hamm (KSD Hamm).

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
1998/1999
Erarbeitung eines integrierten Handlungskonzeptes Hamm-Westen durch den AK Hamm-Westen
März 2000
Aufnahme in das Landesprogramm “Soziale Stadt NRW“
2001
Einrichtung eines Stadtteilbüros im Quartier Westenheide
2002
Ausbau des Bürgerparks/ Unionpark
2004
Umgestaltung des Wilhelmsplatzes zu einem Quartiersplatz mit Raum für gemeinsame Aktionen (z.B. Kitas schmücken den Weihnachtsbaum)
2007
Eröffnung des zweiten Stadtteilbüros an der Wilhelmstraße. Das Ladenlokal versorgt den östlichen Bereich des Programmgebietes und hat aufgrund seiner Lage direkt an der Wilhelmstraße einen attraktiven, gut erreichbaren Standort.
2008
Eröffnung der Erweiterung des Friedrich-Ebert Parks, der mit den Sportbereichen intensiv von Jugendlichen genutzt wird.
Seit 2001
Kontinuierliche Durchführung von arbeitsmarktrelevanten Projekten:
  • „Phoenix” – Integrationsprojekt für junge Erwachsene
  • "Pro Wirtschaft" ein Projekt zur Stärkung der lokalen Gewerbetreibenden; Gründung der Werbegemeinschaft "westside“
  • Archäologische Grabungen im Westhafen
  • "Übergangsmanagement" zur Verbesserung des Übergangs von Schule zum Beruf in Kooperation mit zwei Hauptschulen – Durchführung von sozial-integrativen Projekten im Rahmen der Modellvorhaben:
    • "Rucksack"-Sprachkurse in Kindertageseinrichtungen
    • stadtteilorientierte Jugendarbeit
    • „Miteinander lernen“ Intensivförderung für Kinder und ihre Familien an zwei Grundschulen
2009
Entwicklung des Projektes „Im Westen was Neues/Lippepark Hamm“ im Rahmen eines intensiven Bürgerbeteiligungsprozesses
2009-2014
Umgestaltung der ehemaligen Bergbauflächen zum „Lippepark Hamm“, Gründung eines Bürgerbeirats, Durchführung zahlreicher zielgruppen- oder thematisch orientierter Beteiligungsverfahren zur konkreten Ausgestaltung des Lippeparks Hamm.

Kontinuierlich durchgeführt wird das Programm zur Gestaltung privater Haus- und Hofflächen, sowie Beratung privater Immobilienbesitzer durch einen Quartiersarchitekten.

Unterschiedliche Aktionen zur Bewohnerbeteiligung z.B. innerhalb von Planungsprozessen aber auch gemeinsame Aktionen, z.B. Straßenfest Friesenstraße, Kinderfest an der Christuskirche, Veranstaltung zur interkulturellen Verständigung finden regelmäßig statt.

Auszeichnungen

Prämierung des Projektes „Mein Kind wird fit – ich mach mit“ im Rahmen des Preises „Soziale Stadt 2008

Lippepark Bergbauspielplatz Lippepark Bergbauspielplatz

Auszeichnung des Beteiligungsprozesses zum Stadtentwicklungskonzept „Im Westen was Neues“

  • mit dem Preis „Vorbildprojekte der Sozialen Stadt NRW“ 2009
  • mit dem Preis Soziale Stadt 2010 und
  • im Rahmen des Ideenwettbewerb für Kommunen der NRW.Bank“ 2011

Auszeichnung der Kinder- und Jugendbeteiligung mit dem zweiten Preis im europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb „City for Children“ 2012

Auswahl des Lippeparks als Modellvorhaben der Deutschen Umwelthilfe 2012 zum Thema „Umweltgerechtigkeit durch Partizipation“

Perspektiven
"Im Westen was Neues"

Die Umsetzung des Programms „Soziale Stadt NRW Hammer-Westen“ wird weitergeführt. Dabei wird der Standort „Bergwerk Ost“ planerisch intensiv betrachtet werden, um weitere wirtschaftliche Impulse im Stadtteil zu setzen. Der Abriss der Hochhäuser an der Waldenburger Straße und die Entwicklung eines neuen, bedarfsgerechten und qualitativ hochwertigen Wohnungsbaus werden eine zentrale Maßnahme in der nahen Zukunft sein. Neben den abschließenden Bausteinen im Projekt „Lippepark“ wird in den nächsten Jahren ein weiterer Schwerpunkt auf dem östlichen Teil des Programmgebietes liegen. Das integrierte Handlungskonzept wird daher überarbeitet und aktualisiert. Dabei wird dem Wohnungsbestand und der Gestaltung des öffentlichen Raumes eine besondere Bedeutung zukommen. Auch die besonderen Herausforderungen des demographischen Wandels, sowie der Zuwanderung von Menschen aus Südosteuropa werden genauer zu betrachten sein. Die Maßnahmen sollen präventiv ausgerichtet sein und zur zukunftsfähigen Entwicklung des Stadtteils beitragen. Ein hohes Maß an Beteiligung unter Einbeziehung des Stadtteilbüros ist vorgesehen.

 

Materialien zum Download

Lippepark Hamm - Der Beteiligungsprozess (PDF 10,2 MB)

Lippepark Hamm - Zwischenbericht (PDF 4,9 MB)

Broschüre Stadtteilprojekt Hamm Westen (PDF 2,7 MB)

Entwicklungskonzept „Im Westen was Neues“ (PDF 6,5 MB)

Beteiligungsbericht „Im Westen was Neues“ (PDF 3,8 MB)



 Ansprechpartner

Koordination

Barbara Conrad
Stadtplanungsamt
Postfach 24 49
59061 Hamm

Telefon: +49 (0) 23 81 / 17-41 68
Telefax: +49 (0) 23 81 / 17-28 93

E-Mail:
conradB@stadt.hamm.de

Website:
www.hamm.de

Stadtteilbüro

Martina Speckenwirth
Stadtteilbüro Hamm Westen
Wilhelmstraße 31
59067 Hamm

Telefon: +49 (0) 23 81 / 87 65 786

Stand: Oktober 2014
Barbara Conrad, Stadt Hamm

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