Heiligenhaus Oberilp
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Oberilper Hochhäuser Oberilper Hochhäuser

Durch die Aufnahme des Stadtteils in das Förderprogramm „Soziale Stadt NRW“ konnten viele vorhandene Ansätze zur positiven Entwicklung des Stadtteils Oberilp intensiviert werden. In einem breit angelegten Bürgerbeteiligungsprozess mit Einzel- und Gruppengesprächen sowie Planungswerkstätten wurden verschiedene Handlungsansätze für den Stadtteil entwickelt und sukzessive umgesetzt. Die Maßnahmen haben die Situation vor Ort verbessert und zu einem positiven Image beigetragen.

Wichtige Meilensteine in dem Prozess waren der Abriss der Immobilie Rhönstraße 10-12 und die Ansiedlung eines Nahversorgungszentrums an der Höseler Straße angrenzend zum Stadtteil Oberilp.

Die durch die Soziale Stadt angestoßenen Entwicklungen sollen nach dem Ende der Förderung in einem integrierten Prozess zur Eigentümeraktivierung ihre Fortsetzung finden.

Die Stadtteilkonferenz, der Runde Tisch der Wohnungswirtschaft und das Stadtteilbüro arbeiten nach wie vor weiter in Oberilp. Das Stadtteilfest findet regelmäßig statt und „Die Oberilper Stadtteilzeitung“ erscheint weiter.

Durch die intensive Teilnahme an den Förderprogrammen LOS sowie Stärken vor Ort, bei denen das Stadtteilbüro die Funktion der lokalen Koordinierungsstelle übernimmt, werden wichtige Impulse für die Menschen vor Ort (Bildungsangebote, weitere Stadtteilstudien zu Schwerpunktthemen etc.) geschaffen.

Gebietscharakter und Ausgangslage
Häuser in der Röhnstraße vor dem Abriss Häuser in der Röhnstraße vor dem Abriss

Die Stadt Heiligenhaus ist ein Mittelzentrum und liegt in der Ballungsrandzone des Städtedreiecks Düsseldorf – Essen – Wuppertal.

Der Stadtteil Oberilp ist ein typisches Produkt der städtebaulich-architektonischen und wohnungswirtschaftlichen Leitbilder der 1960er Jahre – mit den für diese Siedlungstypen bekannten Problemen. Die städtebauliche Struktur des Stadtteils ist zweigeteilt: einerseits der südlich gelegene Bereich mit meist vier- bzw. achtgeschossigen Mehrfamilienhäusern, andererseits der nördliche Bereich, der von Einfamilienhäusern geprägt ist.

Zwischen dem südlichen Geschosswohnungsbau und dem nördlichen Einfamilienhausbereich besteht ein großes soziales Gefälle. Im Stadtteil wohnen insgesamt fast 2.500 Personen und damit ca. 8 % der Gesamtbevölkerung der Stadt Heiligenhaus. Die Entwicklung der Einwohnerzahl ist rückläufig. Auffällig ist, dass die Bevölkerung im Stadtteil Oberilp im Vergleich zur Gesamtbevölkerung deutlich jünger ist. Der Ausländeranteil beträgt 33 % (Gesamtstadt: 12 %). Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund liegt noch deutlich höher: Nach einer Sozialraumstudie für Oberilp, durchgeführt im Jahr 2005 von Prof. Metzger-Pregizer, vermutet man bei über 67 % der Bewohner der Oberilp einen Migrationshintergrund. Wichtige sozialräumliche Determinanten, wie z.B. hohe Arbeitslosigkeit und Sozialhilfequote, sind in der Oberilp besonders ausgeprägt.

Potenziale und Handlungsansätze
Neu gestalteter Europaplatz in Oberilp Neu gestalteter Europaplatz in Oberilp

Bereits Mitte der 1980er Jahre wurden von der Stadt Heiligenhaus gemeinsam mit verschiedenen karitativen Trägern Maßnahmen im Rahmen der stadtteilbezogenen Sozialarbeit initiiert, die über ein „Stadtteilteam“ und die Einrichtung eines „Runden Tisches“ gebündelt wurden. Die integrierte Entwicklung des Stadtteils wurde mit einem differenzierten Maßnahmenprogramm vorangetrieben. Folgende Bausteine, die im Idealfall miteinander kombiniert waren, wurden umgesetzt:

  • Baumaßnahmen, wie z.B. die Neugestaltung des zentralen Platzes und der Außenanlagen der Stadtteil-Grundschule,
  • Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen,
  • Maßnahmen zur Aktivierung der Bewohnerbeteiligung, um betroffenengerechte Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln und die Identifikation zu erhöhen.

Organisation und Lokale Partner

Innerhalb der Stadtverwaltung wurde die Programmumsetzung von zwei Bereichen betreut: dem Bereich Jugend und Soziales, der auch das Stadtteilbüro vor Ort betreibt sowie dem Bereich Stadtentwicklung.

Die Stadtteilarbeit wird begleitet durch:

  • die Stadtteilkonferenz, bei der zweimal jährlich alle wesentlichen Akteure aus dem Stadtteil sowie der Stadtverwaltung und anderen Institutionen zusammenkommen,
  • örtliche Projektgruppen, die teilweise aus den Open-Space-Veranstaltungen hervor gingen (vgl. Chronologie),
  • den Runden Tisch der Wohnungswirtschaft, an dem die vor Ort aktiven Wohnungsgesellschaften und Einzeleigentümer zusammen kommen sowie
  • den Rat und die Fachausschüsse.

Öffentlichkeitsarbeit für die Stadtteilerneuerung findet über das Stadtteilfest und die regelmäßig erscheinende Stadtteilzeitung „Die Oberilper“ statt.

Aktive lokale Partner waren und sind:

  • Ev. Kirchengemeinde, Gemeindezentrum Oberilp
  • Ev. Kindertagesstätte „Unter‘m Himmelszelt“
  • Städt. Gemeinschaftsgrundschule Oberilp
  • Spielhaus Oberilp
  • Nezwerk Heiligenhaus e.V. (anerkannter Träger der freien Jugendhilfe)
  • Bürgergemeinschaft Oberilp
  • örtliche Wohnungsbaugesellschaften

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
Mitte der 80er Jahre
Gründung des Stadtteilteams und Eröffnung des Stadtteilbüros
Mai 1999
Erster Runder Tisch Oberilp
Okt 1999
Städtisches Konzept für den Stadtteil wird herausgegeben: „Integrierte Entwicklung des Stadtteils Heiligenhaus-Oberilp“
Herbst 2000 bis Frühjahr 2001
Beteiligungsprozess durchgeführt von Planungsbüro Post und Welters mit Einzel- und Gruppengesprächen sowie Planwerkstätten als Grundlage für
  • eine Machbarkeitsstudie über Umnutzungsalternativen für den ehemaligen Supermarkt am Europaplatz,
  • einen Entwurf zur Umgestaltung des Europaplatzes als zentraler Platz im südlichen Bereich des Stadtteils,
  • die Aufstellung eines Integrierten Handlungskonzeptes und
  • einen Abschlussbericht.
2000
Erwerb des Gebäudes des ehem. EDEKA-Supermarktes durch die Stadt Heiligenhaus
2002
Umgestaltung des Europaplatzes
Dez 2003
Beginn der Maßnahmen zu Stadtteilerneuerung:
  • Erstellung eines Gebäude-/ Belegungs- und Modernisierungskonzeptes
  • Umgestaltung des Schulhofs der Grundschule Oberilp
  • Neugestaltung der Grünzugverbindung Hunsrückstraße / Eifelstraße (zw. dem nördl. und südl. Stadtteil)
  • Öffentlichkeitsarbeit und Planung/ Planungswerkstätten sowie
  • Umgestaltung von Haus- und Hofflächen sowie von Außenwänden und Dächern
März 2004
Bügerinnen und Bürger beim „Open-Space“ Bügerinnen und Bürger beim „Open-Space“
Erste Veranstaltung „Open Space – Heiligenhaus Oberilp“ mit großer Beteiligung der Bevölkerung, Wohnungseigentümer und Institutionen findet statt. Ziel: ein offenes Forum für die Themen der Bürgerinnen und Bürger bieten.
Sep 2004
Zwangsräumung der Immobilie Rhönstr. 10-12
Dez 2004
Neueröffnung des mit Hilfe von LOS-Mitteln renovierten ehem. EDEKA-Marktes, der als „Ilper-Markt-Treff“ (Markthalle) von einem Bürgerverein betrieben wird
2005
Herausgabe der Sozialraumstudie Oberilp von Prof. Metzger-Pregizer, Essen
März 2005
Unterzeichnung der „Kooperationsvereinbarung für die zukünftige Belegungs- und Modernisierungspolitik“ zwischen einzelnen Wohneigentümern und der Stadt Heiligenhaus. Darin festgelegt sind gemeinsame Ziele und Verfahren im Umgang mit den Wohnungsbeständen im Stadtteil.
Mai 2005
Die neue Kletterwand wird eingeweiht Die neue Kletterwand wird eingeweiht
Einweihung des umgestalteten Schulhofes und Eingangsbereiches der Grundschule Oberilp mit Kletterwand
Aug 2005
Erwerb des Komplexes Rhönstr. 10-12 im Zwangsversteigerungsverfahren durch die Stadt Heiligenhaus
Apr 2006
Zweite Veranstaltung „Open Space – Heiligenhaus Oberilp“, u.a. zu der Frage: Was soll mit der Fläche Rhönstr. 10-12 nach dem Abriss der Gebäude geschehen?
Nov 2006
Beginn des Abrisses der Immobilie Rhönstr. 10-12 mit Abrissfest
Juni 2007
Auftaktveranstaltung des „Runden Tisches der Wohnungswirtschaft“
Mai 2008
Start des kostenlosen Erst-Beratungsangebotes für Hauseigentümer in den Bereichen:
  • Bautechnische und architektonische Beratung
  • Finanzberatung
  • Energiewirtschaftliche Beratung
2009
Auflage des Förderprogramms zur Gewährung von Zuwendungen für die Umgestaltung von privaten Hof- und Hausflächen sowie von Außenwänden und Dächern im Stadtteil Oberilp-Süd

Aufsuchende Eigentümerberatung

Perspektiven

Heiligenhaus Oberilp ist Modellprojekt für Strategien zur Beteiligung von Eigentümern an der Stadtentwicklung: Als einer von vier Stadtteilen in NRW wurde die Oberilp 2005 für das Forschungsprojekt zur „Mobilisierung von Einzeleigentümern im Wohnungsbestand“ ausgewählt. Die Stadt kann nun, unterstützt durch die Innovationsagentur Stadtumbau NRW und das vom Ministerium für Bauen und Verkehr beauftragte Büro STADTBÜRO aus Dortmund, weitere Schritte zur langfristigen Stabilisierung des Stadtteils auf den Weg bringen.

Der Fokus der Quartiersentwicklung in der Oberilp richtet sich nun gezielt auf die bauliche Aufwertung des Wohnungsbestandes. Im Bereich der Immobilien- und Wohnungswirtschaft wird es darum gehen, nachhaltig marktfähige Angebote und Qualitäten zu schaffen. Zu der positiven Quartiersentwicklung trägt auch der Neubau für die offene Ganztagsschule Oberilp 2006 bei.

Durch die noch Ende 2007 erfolgte Eröffnung eines Nahversorgungszentrums in direkter Nachbarschaft zur Oberilp werden die Voraussetzungen hierzu weiter verbessert.

Die seit Mitte 2007 angebotene kostenlose Erst-Beratung in den Bereichen bautechnische und architektonische Beratung, Finanzberatung sowie energiewirtschaftliche Beratung ergänzt seit 2009 die Gewährung von Zuwendungen für die Umgestaltung von privaten Hof- und Hausflächen sowie von Außenwänden und Dächern. Dieses Programm wird in 2010 trotz angespannter Haushaltslage fortgeführt.

 

Materialien zum Download

Städtebauliche Rahmenbedingungen (JPG 1,9 MB)

Ergebnisbericht der Integrierten Stadtteilentwicklung von 2006 (PDF 1,9 MB)



 Ansprechpartner

Koordination

André G. Saar
Stadt Heiligenhaus
Hauptstraße 157
42579 Heiligenhaus

Fon.: +49 (0) 2056 / 13-105
Fax: +49 (0) 2056 / 13-402

E-Mail:
a.saar@heiligenhaus.de
Website:
www.heiligenhaus.de

Stadtteilbüro

Thomas Langmesser
Stadt Heiligenhaus
Hunsrückstraße 35
42579 Heiligenhaus

Fon.: +49 (0) / 2056 / 922491
Fax.: +49 (0) / 2056 / 922492

E-Mail:
t.langmesser@online.de
Website:
www.heiligenhaus.de

Stand: April 2010
Autor: André G. Saar

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