Iserlohn Südliche Innenstadt / Obere Mühle
Meilensteine
Ansprechpartner


Gebietscharakter und Ausgangslage

Das Gebiet „Südliche Innenstadt / Obere Mühle“ südlich des Iserlohner Stadtzentrums beherbergt 3.577 Personen und ist von einem Nebeneinander von gewerblichen, Einzelhandels- und Wohnnutzungen geprägt. Gerade die Obere Mühle als ehemaliger industrieller Gewerbestandort in eng eingeschnittenen Tallagen mit heute massiv auftretenden großflächigen Gewerbeleerständen ist eine für die Region symptomatische Problemlage. Ebenfalls problematisch, aber völlig anders gelagert, zeigt sich die Situation im direkt angrenzenden Bezirk der südlichen Innenstadt Iserlohns: Klassische gründerzeitliche Blockrandbebauung mit städtebaulichen Einzelobjekten der Nachkriegszeit formt ein homogenes Stadtbild. Das Quartier ist jedoch einem schleichenden Segregationsprozess unterworfen. An einigen Stellen sind (auch demographisch bedingte) Perforationserscheinungen zu erkennen.

Hinsichtlich seiner Bevölkerungs- und Sozialstruktur weist das förmlich festgelegte Gebiet der Sozialen Stadt Iserlohn einen erhöhten Anteil an Empfängern von Sozialleistungen auf. Der Anteil von Migrantinnen und Migranten liegt über dem städtischen Durchschnitt – dies gilt auch für den Anteil von Personen mit sozialen Auffälligkeiten wie Drogen- und Alkoholproblemen und psychischen Beeinträchtigungen.

Insgesamt befinden sich die Gebäude im Gebiet in eher schlechtem Zustand, insbesondere in stadtbildprägenden Bereichen. Eine hohe Quote von Wohnungs- und Gewerbeleerständen gepaart mit großflächigen industriellen Brachen verdeutlicht die Handlungsnotwendigkeiten.

Potenziale und Handlungsansätze

Die Potenziale für das gesamte Quartier liegen generell in seiner Heterogenität und seinen Freiraumpotenzialen gepaart mit enormer städtebaulicher Dichte in direkter Nachbarschaft sowie in direkter Nähe zur Iserlohner Fußgängerzone. Hinzu kommt eine Vorbildfunktion für viele Gemeinden Südwestfalens, die in ihrer Siedlungstypologie ähnlich gelagerte Probleme innehaben.

Im Kern des Projektes stehen vier übergeordnete Projektziele:

  • Stärkung der Wohnfunktion,
  • Stabilisierung der Sozialstruktur,
  • Nutzung der industriehistorischen Ansätze und
  • Förderung der lokalen Ökonomie.

Kissing & Möllmann Kissing & Möllmann

Dabei sind in erster Linie soziale Projekte als Starterprojekte vorgesehen, während gleichzeitig an der Realisierung der baulichen Leuchttürme gearbeitet wird. Dies sind vor allem die Projekte Kissing & Möllmann (Revitalisierung des ehemaligen Fabrikgebäudes) und die Umgestaltung des Fritz-Kühn-Platzes sowie die Umgestaltung eines Sportplatzes zu einer moderne Sport- und Freizeitanlage.

Insgesamt wurden über 80 Teilprojekte im Rahmen mehrmonatiger Erarbeitungsprozesse mit einer Vielzahl von externen Akteuren wie Institutionen, Verbänden, Kirche, Glaubensgemeinschaften, Bewohnerinnen und Bewohner, Behörden, Grundstückseigentümer usw. abgestimmt. Viele der Teilprojekte beruhen dabei nicht auf Vorgaben aus der Verwaltung, sondern sind entweder ein Ergebnis gemeinsamer Ideenentwicklung oder beruhen auf Vorschlägen aus dem Kreis der externen Akteure. Auch für die anstehende Umsetzungsphase sind die externen Akteure von besonderer Bedeutung, da sie häufig zu Hauptakteuren werden und ein partnerschaftliches Vorgehen mit der Verwaltung, den Quartiersbewohnerinnen und –bewohnern, Eigentümern, Gewerbetreibenden, externen Planern, dem Quartiersmanagement usw. Kennzeichen dieses anstehenden Prozesses ist.

Organisation und Lokale Partner
Prozessorganisation (Klick zum vergrößern) Prozessorganisation (Klick zum vergrößern)

Die kommunale Federführung und Projektorganisation liegt im Ressort Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Iserlohn. Für die bürger- und akteursorientierte Zusammenarbeit im Quartier ist in erster Linie das Quartiersmanagement direkt vor Ort zuständig. Alle Informationen über Aktionen, Veranstaltungen, Planungen und Projekte werde von hier direkt in das Quartier getragen. Das Quartiersmanagement ist somit entscheidende Plattform für das Gelingen des Gesamtprojekts. Bereits in der Vorbereitungsphase und Konzeptherstellung wurden mit zahlreichen lokalen Partnern Gespräche über ihre Anregungen und Erwartungen an die Soziale Stadt Iserlohn geführt.

Auf dieser Basis wurden zu den einzelnen Fachthemen und Großprojekten ressortübergreifende Arbeitsgruppen gegründet. Zu Beginn waren diese rein verwaltungsintern besetzt, im weiteren Prozessverlauf werden alle relevanten Akteure in die Planungen einbezogen. Zudem findet in zwei politischen Arbeitskreisen ein regelmäßiger Austausch mit der Kommunalpolitik statt. Mit dem Bürgerverein Iserlohner Südstadt e.V., der sich aus Anwohnern aus dem Stadtteil und Interessierten Bürgern zusammensetzt und im Jahr 2014 gegründet wurde, wird ebenfalls ein enges Verhältnis gepflegt. So kann direkt auf die Anregungen aus dem Quartier heraus eingegangen werden. Der Bürgerverein gründete sich um die positiven Entwicklungen, die das Projekt Soziale Stadt ausgelöst hat, nachhaltig fortzuführen und zu sichern. Der Verein möchte in Zukunft geeignete Arbeitsbereiche des Quartiersmanagements übernehmen und auch neue Themen beleuchten. Der Verein versteht sich daher als Koordinierungsstelle für die einzelnen Arbeitsschwerpunkte z.B. Stadtteilfest, -zeitung, -garten, -netzwerk. Es werden regelmäßig Runde Tische und Vernetzungstreffen im Stadtteil durchgeführt.

Das Soziale-Stadt-Projekt in Iserlohn ist Teil der REGIONALE 2013 in der Region Südwestfalen. Diese begünstigt die Förderung regional orientierter Projekte, die nicht unbedingt aus dem Bereich des Städtebaus kommen müssen. Die Zertifizierung zur Förderwürdigkeit eines Projektes ist neben der Prüfung im zuständigen Ministerium auf regionaler Ebene bei der Südwestfalen Agentur in einem dreistufigen Verfahren erfolgt, bei dem jeweils ein sogenannter REGIONALE-Stern verliehen wurde. Der dritte Stern wurde im Jahr 2012 verliehen und ebnete somit den Weg zu Umsetzung des Projekts. Weitere Informationen

 

Chronologie der Erneuerung

Alle Einzelprojekte der Sozialen Stadt Iserlohn finden Sie auf den Internetseiten der Stadt Iserlohn.

Die Schlüsselrollen im Umsetzungsprozess haben die folgenden Maßnahmen, die im Folgenden skizziert werden:

  • Revitalisierung eines ehemaligen Fabrikgebäudes Kissing & Möllmann mit der Werkstatt im Hinterhof [mehr ...]
  • Umgestaltung Fritz-Kühn-Platz zum Platz der Bürger / Platz der Kultur(en) (inkl. Umbau angrenzender Straßenzüge) [mehr ...]

Meilensteine und Projektbeispiele
September 2007
Erste Voruntersuchungen im Rahmen einer Clusteranalyse zur wissenschaftlich fundierten Raumanalyse auf gesamtstädtischer Ebene
August 2008
Gesamtuntersuchung „Stadtumbau Iserlohn“, in der vier Iserlohner Gebiete mit besonderem Handlungsbedarf klassifiziert wurden, darunter auch das heutige Projektgebiet
Juli 2009
Überarbeitung der Gesamtuntersuchung, Erstellung eines Handlungskonzeptes, Förderantrag für das Programm Soziale Stadt

Verleihung des ersten REGIONALE 2013 Sterns für das Projekt

Dezember 2009
Verleihung des zweiten REGIONALE 2013 Sterns für das Projekt

Einrichtung von interdisziplinären Arbeitsgruppen, die sich um die Realisierung kümmern

Frühjahr 2010
Große Resonanz bei der Durchführung von Stadtteilspaziergängen mit interessierten Bürgern

Erster Zuwendungsbescheid Städtebauförderung

Mai 2011
Eröffnung des Quartiersbüros an der Peterstraße
Juli 2012
Verleihung des dritten REGIONALE 2013 Sterns für das Projekt
April 2013
Bürger- und Planungswerkstatt zur Umgestaltung des Fritz-Kühn-Platzes
2014
Fertigstellung der ersten größeren Baumaßnahmen Gründung des Bürgervereins Iserlohner Südstadt e.V. (BIS)

Seit dem Jahr 2010 befinden sich folgenden Maßnahmen (vgl. Maßnahmenplan) in der Umsetzung:

  • Maßnahme 2.2 Umnutzung Christophery (Abbruch des Gebäudes erfolgt im Jahr 2015)
  • Maßnahme 2.3 Revitalisierung des ehemaligen Fabrikgebäudes Kissing & Möllmann
  • Maßnahme 4.2 Verbesserung der Nutzbarkeit des Freiraums Hardtstraße
  • Maßnahme 5.1 Gestaltung der ehemaligen Bahntrasse zu einem attraktiven Fuß- und Radweg
  • Maßnahme 5.4 Umgestaltung des Straßenzuges An der Schlacht / Hohler Weg (Baubeginn August 2014)
  • Maßnahme 5.5 Friedrichsstraße 64
  • Maßnahme 6.3 Sportplatz In der Läger
  • Maßnahme 6.7 Werkstatt im Hinterhof
  • Maßnahme 6.23 Bürgerraum Am Bilstein

Perspektiven

Für die Bewohner und Akteure im Quartier ist es vor allem zu Projektbeginn sehr wichtig, dass der Prozess der Sozialen Stadt „wirklich etwas bewegt“. Ohne ein konkretes Interesse und Engagement der direkt vor Ort Ansässigen können Prozesse der Soziale Stadt und Identifikation mit dem Quartier nicht funktionieren.

Wichtig für das Gelingen des Projektes ist zudem die Umsetzung des ganzheitlichen Ansatzes. Dies verhindert nicht nur die bloße Realisierung einiger weniger Teilprojekte als Leuchttürme, sondern bietet den Quartiersbewohnern zugleich einen tatsächlich nachhaltigen Konzeptansatz, der die wirklichen Probleme im Quartier anpackt und nach dem entsprechenden Zeitplan in entsprechende Projekte münden lässt. Die Stadt Iserlohn verfolgt daher direkt das Ziel, mit besonders öffentlichkeitswirksamen Groß- und Kleinprojekten einen mitreißenden Projektstart zu realisieren, um auch tatsächlich positive Folgeeffekte im Quartier erzielen zu können. Mittels eines eigens eingerichteten Raumbeobachtungs- und Monitoringsystems wird sowohl für jedes Einzelprojekt, als auch für übergeordnete Aufgabenfelder und das Gesamtprojekt eine Erfolgsmessung durchgeführt. Die eingesetzten Projektmittel sollen so möglichst sinnvoll und zielführend verwendet werden.

 

Materialien zum Download

Maßnahmenplan (PDF 5,4 MB)



 Ansprechpartner

Projektleitung:

Gabriele Bilke (Dipl.-Ing. Architektur)
Stadt Iserlohn
Ressort Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz
Bereich Städtebau
Werner-Jacobi-Platz 12
58636 Iserlohn

Fon: 02371/217-2915
Fax: 02371/217-2991
Gabriele.Bilke@iserlohn.de


Frank Hofmeister
Stadt Iserlohn
Ressort Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz
Abteilung Städtebauliche Planung
Werner-Jacobi-Platz 12
58636 Iserlohn

Fon: 02371/217-2352
Fax: 02371/217-2991
Frank.Hofmeister@iserlohn.de


Stand: August 2014
Lisa Kaatze, B.A. Stadtplanung, Stadt Iserlohn

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