Köln-Lindweiler
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Gebietscharakter und Ausgangslage
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Das ‚Soziale Stadt’-Gebiet Köln-Lindweiler umfasst den gesamten Stadtteil Lindweiler im linksrheinischen nördlichen Stadtbezirk 6 / Chorweiler, rund 10 km Luftlinie vom Stadtzentrum Köln entfernt. Die rund 3.500 Einwohner leben je etwa zur Hälfte im mehrgeschossigen Mietwohnungsbau im Kernbereich und in den umgebenden Einfamilienhausbereichen. Eingegrenzt wird der Stadtteil zu allen Seiten durch Autobahnen und Bahnlinien, was zu einer deutlich erlebbaren eingeschlossenen und isolierten Lage führt. Der ca. 1,2 qkm große Stadtteil Lindweiler gliedert sich in einen Kernbereich mit Geschosswohnungs­bauten und umliegende Einfamilienhausbereiche.

Die Arbeitslosenquote sowie die Quote der Bedarfsgemeinschaften nach Sozialgesetzbuch II ist in Lindweiler wesentlich höher verglichen mit der Gesamtstadt. Darüber hinaus liegt auch der Anteil des Erhaltes der Grundsicherung im Alter (über 65-Jährige - SGB XII) höher als der stadtweite Durchschnitt.

Der Anteil an Einwohnern mit Migrationshintergrund beträgt im Kernbereich über 50 % und liegt damit sehr deutlich über dem städtischen Durchschnitt. In einzelnen Blöcken werden Werte von über 60 % erreicht. Ebenfalls auffällig ist der deutlich höhere Anteil an Kindern und Jugendlichen.

Auffällig ist in den Einfamilienhausbereichen der erhöhte Anteil der über 65-jährigen. Es ist abzusehen, dass sich das sterbefallbedingte Freiwerden von Einfamilienhäusern noch um den Anteil der Bewohner erhöhen wird, der aus Altersgründen die Immobilie nicht länger bewohnen kann.

Auf Grund seiner Insellage, seiner problematischen Sozialstruktur und der bisherigen Bevölkerungsentwicklung ist ein Leerstand im Einfamilienhausbereich in den nächsten Jahren zu befürchten, der die Sozialstruktur und das Bild des Stadtteils noch stärker negativ beeinflussen wird.

Die geringe Einwohnerzahl Lindweilers, verbunden mit der eingegrenzten Lage im Stadtgebiet, führt hier zu einer überschaubaren, in Teilen eher dörflich geprägten Bevölkerungsstruktur.

Potenziale und Handlungsansätze
"Lindweiler Treff" des Diakonischen Werkes

Hauptkriterium zur Sicherung der Stadtteilattraktivität für breite Schichten der Bevölkerung ist eine möglichst ausgewogene Bevölkerungsstruktur im Kernbereich zur Vermeidung überforderter Nachbarschaften sowie zur Bewältigung des Generationswechsels in den Einfamilienhausbereichen. Das verlangt nach einem umfangreichen Paket von vernetzten Aktivierungs-, Informations- und Moderationsstrategien, die einen Handlungsansatz mit unterschiedlichen Gestaltungsoptionen voraussetzen. So gehören zu einer nachhaltigen Quartiersentwicklung neben Aktionen der Stadtgesellschaft ohne einen zusätzlichen finanziellen Ressourceneinsatz auch eine kostenintensivere ausreichende Grundasoziale usstattung mit sozialer und kommerzieller Infrastruktur sowie eine bessere öffentliche Erschließung sowohl im Straßen- als auch im Grünbereich.

Zur Verbesserung der Wohnsituation ist unter anderem eine Beratungs- und Angebotsstruktur erforderlich, die eine aktive Begleitung des Veränderungs-prozesses rund um den Einfamilienhausbereich ermöglicht. Dazu gehört auch, den verkaufswilligen Senioren den Verbleib im bekannten Umfeld zu ermöglichen und einen den Bedürfnissen angepassten „Ersatzwohnraum“ im Gebiet anzubieten. Gleichzeitig ist es wichtig, junge Familien als „Hauskäufer“ für den Stadtteil zu gewinnen. Als Vorteile können für Kölner Verhältnisse vergleichsweise moderate Kaufpreise und der mögliche Einsatz handwerklicher Eigenleistung bei der Modernisierung und energetischen Ertüchtigung der Immobilie angeführt werden. So kann auch mit einem nicht so hohen Einkommensniveau der „Traum vom Eigenheim“ verwirklicht werden.

Soziales Zentrum Lino-Club e.V. Soziales Zentrum Lino-Club e.V.

Einen wesesoziale ntlichen Beitrag zur nachhaltigen sozialen Stabilisierung der Stadtteilentwicklung leisten bereits die sozialen Einrichtungen im Quartier. Lino-Club, Lindweiler Treff aber auch die Förderschule Soldiner Straße übernehmen durch ihre Vernetzungsarbeit eine starke Brückenfunktion zum benachbarten Sozialraum Chorweiler, der mit seinen Angeboten eine breite, interkulturelle Angebotspalette für alle Altersgruppen unterhält. Aber auch der Wille zur Nachhaltigkeit der „investiven“ Maßnahmen wird im Quartier formuliert. Für den zentralen Spielplatz gibt es ein pädagogisch begleitetes Spielangebot des Lino-Clubs.

Organisation und Lokale Partner

Der "Arbeitskreis Lindweiler", der in regelmäßigen Arbeitstreffen tagt, kümmert sich übergreifend um die Stadtteilangelegenheiten und organisiert verschiedene Aktionen im Stadtteil (z. B. Umwelttage, Fotowettbewerb, Stadtteilfest). Er setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern aller in Lindweiler tätigen sozialen Einrichtungen, Kindertagestätten, Schulen, Bezirksjugendpflege, Stadtverwaltung und der Polizei zusammen.

Eine erfolgreiche, von möglichst breiter Verantwortung und Identifikation getragene Umsetzung der nachstehend aufgeführten unterschiedlichen Maßnahmetypen erfordert die kontinuierliche Begleitung und politische Vorberatung durch ein kompetentes Gremium. In diesem Gremium sollten Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Institutionen und Stadtgesellschaft vertreten sein. Hierzu hat sich in Köln die Einrichtung eines „Veedelsbeirates“ bewährt, weshalb auch zur Begleitung der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes Lindweiler hierauf nicht verzichtet werden kann.

 

Perspektiven

Die Entwicklungsziele und die sich daraus ableitenden Maßnahmen für den Stadtteil Lindweiler beziehen sich auf folgende fünf Handlungsfelder mit zugeordneten spezifischen Teilzielen:

  • Handlungsfeld 1 Wohnen / Wohnumfeld / Grün- und Freiraum
    • Unterstützung einer ausgewogenen, sozial stabilen Mieterstruktur im Geschosswohnungsbau,
    • Aufwertung des Wohnumfeldes;
    • Abbau von quantitativen und qualitativen Defiziten bei öffentlichen Spielplätzen;
    • Erhöhung der Attraktivität des Stadtteils insbesondere für junge Familien;
    • Erhalt der Eigenständigkeit von Senioren;
    • Verbesserung energetischer Standards im Gebäudebestand.
  • Handlungsfeld 2 Nahversorgung / kommerzielle Infrastruktur
    • Stützung des noch vorhandenen Angebotes zur wohnortnahen Nahversorgung (Grundversorgung);
    • Erweiterung des Nahversorgungsangebotes, ohne Gefährdung des bestehenden Frischemarktes.
  • Handlungsfeld 3 Arbeit und Soziales
    • Förderung und Stärkung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen im sozialen Nahbereich;
    • Unterstützung und Ausbau quartiersübergreifender Kontakte und Kooperationen zur Überwindung der Insellage;
    • Schaffung der Voraussetzungen für ein Generationen übergreifendes sozial- kulturelles Angebot der Gemeinwesenarbeit.
  • Handlungsfeld 4 Verkehr
    • Verbesserung der Verkehrsbeziehungen zu den angrenzenden Sozialräumen sowie Zentren.
  • Handlungsfeld 5 Evaluation
    • Prozessbegleitende Evaluierung des Integrierten Handlungskonzeptes und Programmsteuerung in Hinblick auf eine nachhaltige Wirkung und Absicherung der Programmansätze.

 



 Ansprechpartner

Stadt Köln

Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Stadthaus Deutz - Westgebäude
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln

Tel.: 0221 221-22267
Fax: 0221 221-21900
E-Mail: stadtentwicklung.statistik@stadt-koeln.de

Stand: Dezember 2014

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