Krefeld Süd
Meilensteine
Ansprechpartner
Gebietscharakter und Ausgangslage
Blick vom Südbahnhof auf die Saumstraße Blick vom Südbahnhof auf die Saumstraße

Seit dem 01.01.2007 befindet sich Krefeld Süd formell nicht mehr im NRW-Landesprogramm „Soziale Stadt NRW“.

Krefeld Süd grenzt unmittelbar an die Krefelder Innenstadt. Der dicht bebaute und besiedelte Arbeiterstadtteil wird durch eine Bahnlinie vom Zentrum der Stadt Krefeld abgeschnitten und von großen Verkehrsachsen (Kölner Straße, Gladbacher Straße, Ritterstraße) durchkreuzt. Krefeld Süd verfügt über kein historisch gewachsenes Stadtteilzentrum.

Krefeld Süd war nie als Stadterweiterung geplant, das Erscheinungsbild des Viertels ist daher uneinheitlich: Neben mehreren unterschiedlich strukturierten Wohngebieten prägen das Gebiet größere Gewerbegebiete, der Hauptfriedhof, die städtischen Kliniken und die Hochschule Niederrhein. Der Stadtteil wird außerdem durch erhebliche Mängel im Wohnungsbestand und im Wohnumfeld beeinträchtigt.

Auf 44 ha leben ca. 18.000 Einwohner. Die Sozialstruktur ist durch überdurchschnittlich hohe Anteile an ausländischen Bewohnern (29 %), Arbeitslosen, Sozialhilfeempfängern und Alleinerziehenden bestimmt.

Es gibt soziale Spannungen, die besonders im Bereich der kommunalen Notunterkünfte am Reinersweg offensichtlich werden.

Potenziale und Handlungsansätze

Die innenstadtnahe Lage des Stadtteils und verschiedene Brachen und Freiflächen bot einen guten Ausgangspunkt für eine städtebauliche Weiterentwicklung. Mit den Großeinrichtungen der Kliniken und der Hochschule sowie einer Anzahl kleiner und mittlerer Unternehmen bestand eine gute ökonomische Ausgangslage. Auch traditionell bestehende kulturwirtschaftliche Strukturen bildeten ein wichtiges Potenzial.

Das integrierte Handlungskonzept vom Februar 1997 benannte zunächst Einzelmaßnahmen als strategische Impulse. Themenfelder waren:

  • die Verbesserung der Wohnraumsituation und des Wohnumfeldes,
  • Hilfen für Kinder und Jugendliche (vor allem im schulischen Bereich),
  • die Förderung des Zusammenlebens und der sozialen Eingliederung,
  • Gesundheit,
  • Kriminalprävention und
  • die Stärkung der ökonomischen Basis.

Sämtliche Projekte sollten mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen gekoppelt werden. Neben der Vernetzung aller Aktivitäten vor Ort und der Verknüpfung der politischen Handlungsebenen kam der Beteiligung der Bewohner eine besondere Bedeutung zu.

Organisation und Lokale Partner

Die Bewohner wurden insbesondere in Form von Bürgergruppenbeteiligt, die zur vorbereitenden Bearbeitung der verschiedenen Handlungsfelder eingerichtet wurden. Nach häufigeren Treffen zu Beginn der Projektarbeit kamen die Gruppen nun noch ein- bis zweimal jährlich zusammen. Ausnahme sind konkret projektbezogene Treffen, z.B. zum Umbau der Fabrik Heeder.

Die Federführung für das Handlungskonzept lag im Geschäftsbereich für Planung und Bau; ein Stadtteilbüro vor Ort gab es nicht.

Kooperationspartner im Stadtteil waren vor allem:

  • Bürgervereine Süd, Süd-West und Dießem;
  • Kath. und Ev. Kirchengemeinden, Haus der Familie, Kath. Arbeitnehmerbewegung, Sozialwerk Krefelder Christen, Ev. Gemeindedienst des Diakonischen Werks;
  • Kindertageseinrichtungen: Städtische und konfessionelle Kindergärten, Tagesstätte für italienische Kinder;
  • Schulen: Kurt-Tucholsky-Gesamtschule, Gemeinschafts-Grundschulen Buchenstraße und Gladbecker Straße, Kath. Grundschule;
  • Jugendeinrichtungen: Städtisches Freizeitzentrum "Süd", Jugendfreizeitheim "Canapee", Jugendtreff Hans Werthmann, Jugendbüro Krefeld-Süd;
  • Alteneinrichtungen: Altenclub St. Martin, Seniorenbeirat der Stadt Krefeld;
  • Zahlreiche Wohlfahrtsverbände;
  • Vertreter der Wirtschaft: Industrie- und Handelskammer, Einzelhandelsverband, Kreishandwerkerschaft, Unternehmerschaft Niederrhein, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Krefeld, Arbeitsamt Krefeld;
  • Diverse Kultureinrichtungen;
  • Hochschule Niederrhein;
  • Klinikum Krefeld.

 

Chronologie der Erneuerung

Im Zeitraum 1997 bis 2007 wurden nachfolgende Projekte umgesetzt:

Meilensteine und Projektbeispiele
I. Soziales, Schule, Jugend
  1. Drehscheibe Süd (Seniorentreffpunkt)
  2. Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen seit 1998
  3. Prävention für Wohnungsnotfälle
  4. Freiwilliges Soziales Trainingsjahr
  5. MUSE (Kulturprojekt an Grundschulen in Zusammenarbeit mit der Yehudi- Menuhin-Stiftung
  6. Interkulturelle Pädagogik (Sprach- und sonstige Angebote an Migranten/innen durch VHS)
  7. ESF-Bundesprogramm "Lokales Kapital für soziale Zwecke"(LOS) mit insgesamt 44 Einzelprojekten versch. Träger im Südbezirk, dass von der EU zu 100% gefördert wurde
  8. ESF-Bundesprogramm „Soziale Stadt – Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ) (ab 2009)
II. Investive Maßnahmen
  1. Südbahnhof (abgeschlossen)
  2. Sporthalle Kurt-Tucholsky-Gesamtschule (abgeschlossen)
  3. Soziale Begegnungsstätte Melanchthonstraße (abgeschlossen)
  4. Umbau und Erweiterung der Fabrik Heeder II und II A (abgeschlossen)
  5. Wohnumfeldgestaltung einschl. Schulhof- und Grünzuggestaltung (abgeschlossen):
    • Neugestaltung aller vier Schulhöfe
    • Neugestaltung der Außenanlage im Freizeitzentrum Süd
    • Kinderspielplatz Riddershof
    • Kinderspielplatz Reinersweg
    • Grünzug mit Rad- und Fußwegeverbindung vom-Bruck-Strasse
    • Spielplatz Spinnereistrasse Radweg und Grünzug zwischen Untergath und Lutherstrasse
    • Radweg und Grünzug zwischen vom-Bruck-Strasse und Untergath
    • Spielplatz Fütingsweg
    • Grünanlage Feldstrasse
    • Neue Einzelbaumstandorte
    • Stadtpark Süd
    • Grünverbindung Ispelsstrasse
    • Grünverbindung Seyffardstrasse
    • Grünverbindung Bahndamm Tackheide
    • Grünverbindung Heeder
    • Neugestaltung Lutherplatz
  6. Schulwegsicherung (abgeschlossen)
  7. Hof- und Fassadenprogramm (abgeschlossen)
  8. Neugestaltung der Skateranlage und der P+R-Fläche Voltaplatz (abgeschlossen)
  9. Ausbau des Platzes an der Voltastrasse unter dem Motto „Stadtteilpark für Sport“ (ab 2009)
III. Sonstiges
  1. Lokale Ökonomie (Analyse der Unternehmensbefragung in Kooperation mit der Hochschule Niederrhein, IHK und WFG (abgeschlossen)
  2. Multiplikatorenbefragung in Kooperation mit der Hochschule Niederrhein (abgeschlossen)
  3. Einwohner- und Studentenbefragung in Kooperation mit der Hochschule Niederrhein (Befragungen durch die Studentin/innen der Hochschule Niederrhein)
IV. Weitere Maßnahmen in Krefeld-Süd
  1. Ausbau der Gladbacher Straße (abgeschlossen)
  2. Aufweitung der Kölner Straße zwischen Kochstraße und Ritterstraße
  3. Verbindungsstraße zwischen Kochstraße und Parkplatz an der Fabrik Heeder (abgeschlossen)
  4. Ausbau der Christian-Roos-Straße zu einer Fuß- und Radwegeverbindung (abgeschlossen)
  5. Tunneldurchstich zum Deutschen Ring (abgeschlossen)

Stand: Februar 2010
Hans-Peter Rütten, Stadt Krefeld

nach oben zurück zur Übersicht der Stadtteilprofile