Lemgo Biesterberg
Meilensteine
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Bilanz
Wohnumfeldverbesserung Wohnumfeldverbesserung

Im Verlauf des Förderungszeitraums konnte eine erste Stabilisierung des Stadtteils erreicht werden. Dies zeigt sich anhand der sozialen Korrektur bezüglich jugendhilferelevanter Kennziffern, der deutlichen Verbesserung des sozialen Klimas im Stadtteil sowie den sehr gut angenommenen Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung.

Nach wie vor besteht aber im Stadtteil ein erheblicher Handlungsbedarf bezüglich der nachhaltigen Festigung des bisher Erreichten. Die relative soziale „Befriedung“ des Stadtteils ist keineswegs dauerhaft gesichert, sondern gelingt nur durch kontinuierliche Gemeinwesenarbeit. Die verstärkt wahrgenommenen Aufgaben im Bereich Stadtteilmanagement weisen den Weg: nur durch die Bündelung aller zur Verfügung stehenden Kräfte können wir den Anforderungen einer gelingenden Integration genügen.

Wir werden auch künftig bemüht sein, auf Wünsche und Bedürfnisse unserer „Biesterberger“ einzugehen, so dass sich das Zusammenleben und letztlich die Lebensqualität im Quartier weiterhin verbessert.

Gebietscharakter und Ausgangslage
Informationsveranstaltung Informationsveranstaltung

Der Stadtteiltreff Biesterberg befindet sich im oberen Bezirk des Stadtteils Lemgo-Biesterberg (ca. 2.000 Bewohner). Nach dem Abzug der britischen Streitkräfte und dem damit verbundenen Wegzug der Soldatenfamilien sind verstärkt Migranten (Aussiedler und Ausländer) nachgezogen. Der Großteil von ihnen stammt aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion. Die Quote der ALG-II-Empfänger und die Arbeitslosenrate sind hier besonders hoch. Berücksichtigt man den Migrationshintergrund sowie die momentanen Lebensumstände dieser Familien, so ergibt sich eine Vielzahl von Ansatzpunkten für die pädagogische Arbeit. Diese sind zunächst vordergründig in der Beratungsarbeit und der Schaffung von Qualifizierungsmöglichkeiten (z.B. Sprachkurse, Info-Veranstaltungen, Seminararbeit) zu sehen. Die Angebotsstruktur des Stadtteiltreffs richtet sich primär nach den Bedürfnissen und Wünschen der Bewohner.

Potenziale und Handlungsansätze
Nachbarschaftsfest Nachbarschaftsfest

Der Stadtteiltreff wurde im Dezember 1999 eröffnet. Seither wurde die Angebotspalette und die Adressatenstruktur laufend überarbeitet und den Veränderungen angepasst. Zielsetzung der Einrichtung ist, sämtliche Altersgruppen mit ihren Wünschen und Sorgen zu berücksichtigen, ihnen adäquate Angebote zu offerieren und sie somit „an das Haus zu binden“. Die Zielgruppe mit ihren oftmals mannigfaltigen Problemlagen soll im Stadtteiltreff ein „zweites Zuhause“ finden; ein Zuhause, wo man sich wohl fühlt und ernst genommen wird. Durch die Teilnahme an interessanten Freizeitaktivitäten, aber auch durch persönliche Gespräche, gemeinsame Feste und vieles mehr soll der Zusammenhalt im Stadtteil gefestigt und letztlich die Lebensqualität erhöht werden.

Mädchenpower Mädchenpower

Hauptaugenmerk gilt hierbei der Betreuung der Kindern und Jugendlichen, dabei ergeben sich folgende pädagogische Zielvorgaben:

  • Erlernen eines konstruktiven Gruppen- und Sozialverhaltens
  • Entwicklung von Toleranz und Achtung im Umgang mit den verschiedenen Kulturen
  • Alternativen einer konstruktiven Freizeitgestaltung aufzeigen
  • Aktion und Bewegung statt Konsum und „Erleben aus 2. Hand“ (PC / TV)
  • Förderung der individuellen Interessengebiete und Fähigkeiten
  • Probleme frühzeitig erkennen und bearbeiten ("Frühwarnsystem“)

In der Betreuungsarbeit mit den Erwachsenen sind folgende Ziele zu nennen:

  • ortsnahe Betreuung / kurze Wege / gute Nachbarschaft
  • Isolation und Vereinsamung entgegenwirken
  • Partizipation der Besucher an Entscheidungen
  • Aufbau und Einbindung von freiwilligem Engagement
  • individuelle Ressourcen erkennen, fördern und präsentieren
  • aktive Lobbyarbeit

Organisation und Lokale Partner

Die Vernetzung und Kooperation mit lokalen Partnern und vor Ort tätigen Institutionen wurde seit Gründung des Hauses kontinuierlich ausgebaut. Der Stadtteiltreff ist „Spinne im Netz“ der regelmäßig stattfindenden „Stadtteil-Konferenz Biesterberg“; hier werden die wesentlichen Aktionen und Veranstaltungen initiiert und koordiniert (Stichwort „Quartiersmanagement“). Die Stadtteil-Konferenz wurde im November 2004 als engmaschiger Arbeitskreis gegründet. Vorläufer war eine im Jahr 2001 einberufene Planungskommission für Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung, welche aus Vertretern von lokalen Entscheidungsträgern, vor Ort tätigen Institutionen und Bewohnern des Stadtteils bestand. Aufgrund der äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit wurde nach Abschluss der Wohnumfeldverbesserung die Stadtteil-Konferenz ins Leben berufen. Neben der einladenden AWO sind folgende Partner vertreten: DRK-Integrationsagentur, Grundschule, Hauptschule, Polizei, Jugendamt, Kindertagesstätte, Familienzentrum, Türkischer Arbeiter-Verein, Migrantenprojekt.

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
1998
Beschluss des Rates der Stadt Lemgo: Errichtung eines Stadtteiltreffs in nicht kommunaler und nicht konfessioneller Trägerschaft
1999
In einer angemieteten Wohnung beginnt der AWO-Bezirksverband OWL e.V. mit der Gemeinwesenarbeit
2000
Einweihung der AWO-Einrichtung „Stadtteiltreff Biesterberg“
2001
Beginn des Projektes „Wohnumfeldverbesserung“
2002
Kinderballett auf dem Stadtteilfest Kinderballett auf dem Stadtteilfest
Erstmalige Ausrichtung der Veranstaltung „Stadtteilfest Biesterberg“

Erster Spatenstich bei der Wohnumfeldverbesserung

2003
Preisüberreichung „Soziale Stadt 2002“ in Berlin

Aufgrund der erzielten Erfolge Genehmigung des zweiten Förderungsjahres bei der Wohnumfeldverbesserung

Erstmalig Durchführung der Sommerferienspiele für das komplette Stadtgebiet in Zusammenarbeit mit dem ansässigen Jugendzentrum (ab 2003 in AWO-Trägerschaft)

2004
Wohnumfeldverbesserung Wohnumfeldverbesserung
Zusätzlich Organisation und Betreuung der dezentralen Jugendarbeit in Lemgoer Ortsteilen

Ausbau der Kooperation mit einer ansässigen Wohnungsbaugesellschaft; hierdurch wird eine finanzielle Förderung ermöglicht

Abschluss des Projektes „Wohnumfeldverbesserung“ mit allseits beachteten Ergebnissen

Umstrukturierung der pädagogischen Angebote mit starkem Ausbau der Bereiche „Kinder- und Jugendbetreuung“ und „Erwachsenenbildung

Gründung des Arbeitskreises „Stadtteil-Konferenz Biesterberg“

2005
Weitere Verfestigung der sozialen Arbeit und Ausbau der pädagogischen Angebote

Aufgrund der Einführung der Offenen Ganztagsgrundschule Umgestaltung der Hausaufgabenhilfe in Richtung Förderung von Schülern der Sekundarstufe I

2006
Verkauf der großen Siedlung und Eigentümerwechsel bei einigen Hochhäusern am Biesterberg

Ausweitung der Präventionskurse, insbesondere in den Bereichen „Drogen“, „Gewalt“ und „Elternarbeit“

Erstmalig Durchführung eines Integrationssprachkurses in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

2007
Erstmalig Organisation und Durchführung des Programms „Da mach ich mit“ (Bereich „Außerschulische Bildungsangebote“) für alle Lemgoer Schüler der Sekundarstufe I
2008
Erste Vorbereitungsmaßnahmen für ein neues Tätigkeitsfeld: im Rahmen des Landesprogramms „Übermittagbetreuung für Schüler der Sekundarstufe I“ verbindliche Kooperation mit Lemgoer Schulen
2009
Abenteuerpädagogik Abenteuerpädagogik
Neue Schwerpunktsetzung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: mehr inhaltlich vorgegebene und verbindliche Gruppenarbeit und AGs, weniger „offene Treffs“.



 Ansprechpartner

Koordination

Peter Buchmann
AWO-Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe e.V.
Detmolder Straße 280
33603 Bielefeld

Fon.: +49 (0) 521 / 9216-254
Fax: +49 (0) 521 / 9216-150

E-Mail:
peter.buchmann@awo-owl.de

Website:
www.awo-owl.de


Stadtteilbüro

Sven Neese
AWO-Stadtteiltreff Biesterberg
Max-Born-Straße 9
32657 Lemgo

Fon.: +49 (0) 5261 / 970536
Fax.: +49 (0) 5261 / 921766

E-Mail:
stadtteiltreff-biesterberg@awo-owl.de

Website:
www.awo-owl.de


Stand: Februar 2010
Autor: Sven Neese

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