Lünen Gahmen
Meilensteine
Ansprechpartner
Gebietscharakter und Ausgangslage
Gahmen-Nord Karlstraße,<br>Gahmener Straße,<br>Gahmen-Süd Hirtenweg Gahmen-Nord Karlstraße,
Gahmener Straße,
Gahmen-Süd Hirtenweg

Der Stadtteil Gahmen liegt im südlichen Stadtgebiet von Lünen mit einer gemeinsamen Grenze zu Dortmund. Auf einer Fläche von 2,8 qkm leben 3.800 Einwohnerinnen und Einwohner (Stichtag 31.12.2009).

Der Stadtteil Gahmen entstand im Zuge der Bergbauentwicklung (1895 wurde hier auf der Schachtanlage "Preußen I" erstmals Kohle gefördert) aus einer Bauernschaft (Schulzenhof Gahmen).

Das Zechensterben im Zuge des Rückgangs der Montanindustrie brachte einen massiven Verlust an Arbeitsplätzen mit sich.

Als Folge des Bergbaus kam es zu erheblichen Bergsenkungen von bis zu 18 m, begleitet von massiven Beeinträchtigungen von Bausubstanz und Infrastruktur.

Im März 1986 beschloss der Rat der Stadt Lünen für den südlichen Bereich des Stadtteils Gahmen die förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet (gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3 StBauFG). In der Zeit von 1986 bis Ende der 1990er Jahre wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen mit Beteiligung Dritter, insbesondere der örtlich vertretenen Wohnungsbaugesellschaften durchgeführt.

Gahmen ist kein homogener Ortsteil. Er besteht im Wesentlichen aus zwei Siedlungsköpfen ím Norden und Süden, verbunden durch eine schlanke Zwischenzone entlang der Gahmener Straße, an der sich ein Gewerbegebiet befindet.

Gahmen-Nord wird dominiert durch Ein- und Zweifamilienhäuser, aber auch durch eine städt. Notunterkunft mit Schlichtwohnungsbau, die für Asylbegehrende genutzt wird. In Gahmen-Süd herrscht mehrheitlich Mietwohnungsbau vor, der nur zum Teil zeitgemäßes Wohnen ermöglicht.

Gahmen hat heute mit 20,1 % an der Gesamtbevölkerung den höchsten Anteil an Minderjährigen. Der städt. Durchschnitt liegt bei 17,4 %. Demgegenüber sind ältere Menschen über 65 Jahren mit 16% unterrepräsentiert (Ø Lünen 21 %).

Der Stadtteil kämpft seit geraumer Zeit mit städtebaulichen, sozialen und infrastrukturellen Problemen:

  • die Abhängigkeit der Bewohner und Bewohnerinnen von Transfereinkommen ist im städt. Vergleich überdurchschnittlich hoch
  • häufig sind Menschen mit Migrationshintergrund, deren Anteil bei über 50% liegt, Bezieher dieser Leistungen
  • der Einzelhandel zieht sich aus dem Stadtgebiet zurück; der letzte Vollsortimenter hat 2008 seinen Geschäftsbetrieb aufgegeben
  • insgesamt leidet der Stadtteil neben den geschilderten Problemlagen unter seinem Negativimage
Potenziale und Handlungsansätze

Die Gahmener Bevölkerung ist bekannt für ihre Bereitschaft, Menschen anderer Kulturkreise zu integrieren

Die „Stadtteilkonferenz Gahmen - Jugend und Soziales“ hat in den vergangenen 15 Jahren durch beharrliche, selbstorganisierte, bürgerschaftliche Aktivitäten sozial-kommunikative Grundlagen geschaffen, auf die mit dem „Integrierten Handlungskonzept“ aufgebaut werden kann und soll. Sie hat erstmals 2003 mit Nachdruck gefordert, die Aufnahme in das Programm „Soziale Stadt NRW“ zu betreiben. Die selbstorganisierte Stadtteilkonferenz wird von den sozial engagierten Akteuren aus Kindergärten, Schulen, Kirchen- und Moscheegemeinden, Parteien, Selbsthilfeorganisationen und Vertretern der Jugendhilfe getragen. Weitere Stadtteilkonferenzen mit anderen Schwerpunkten haben sich im letzten Jahr konstituiert.

Waldfreiheit (Klick zum vergrößern) Waldfreiheit (Klick zum vergrößern)

Somit besteht im Stadtteil eine tragfähige politische und bürgerschaftliche Beteiligungsstruktur.

Potential hat auch die Einbettung der Bebauung in das Landschaftsgrün, das als Image fördernd hervorgehoben werden kann und für Freizeitgestaltung nutzbar ist. In der Blütezeit des Bergbaus im letzten Jahrhundert war Gahmen mit seiner Ausflugsgaststätte „Zur Waldfreiheit“ schon einmal ein Ort für Erholung und Entspannung.

Organisation und Lokale Partner

Das Projekt der „Sozialen Stadt Gahmen“ ist in der Verwaltung im Bürgermeisterbüro organisatorisch eingebunden. In der Politik hat das Projekt bei allen im Rat vertretenen Parteien einen hohen Stellenwert.

Zur Unterstützung des Projekts ist ein Stadtteilbeirat ins Leben gerufen worden. Dem Beirat gehören Vertreter/innen

  • der im Rat vertretenen Parteien,
  • der Stadtteilkonferenzen,
  • der Migrantenorganisationen,
  • der Siedlergemeinschaften,
  • der Mietervertretungen,
  • der Wohnungsbaugesellschaften,
  • der Kirchen,
  • der örtlichen Selbsthilfegruppen und
  • der Wohlfahrtsverbände an.

Die Aufgaben des Stadteilbeirats sind

  • Entwicklung von inhaltlichen und / oder verfahrensbezogenen Empfehlungen zu Projekten und Einzelmaßnahmen
  • Mitwirkung bei der Erstellung der Jahresprogramme einschließlich dazu zu fassender Empfehlungsbeschlüsse
  • Beschlussfassung über die Verwendung des „Verfügungsfonds“ (die Kontoführung liegt bei der Stadt)
  • Mitwirkung bei der Bürgerinformation und –beteiligung; Informieren und Aktivieren der Gahmener Bevölkerung für die Ziele des Programms „Soziale Stadt Lünen Gahmen“ z.B. in „Bürger-Foren“ (immer in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilbüro / dem Quartiersmanagement!)
  • Unterstützung des Stadtteilbüros / Quartiersmanagements z.B. bei örtlichen Veranstaltungen, der Knüpfung durchführungsrelevanter Akteursnetzwerke usw.
  • Strukturierte Weiterleitung von Wünschen, Ideen und Anregungen der Gahmener Bevölkerung an die „Koordinierungsstelle Soziale Stadt“ bei der Stadt Lünen
  • Mitwirkung am Interessensausgleich / Konfliktprävention; Mitwirkung bei der Klärung von Durchführungsproblemen und Entwicklung von Empfehlungen dazu
  • Mitwirkung bei der Evaluierung von Projekten, der Jahresprogramme und der Gesamtabwicklung

Für das Jahr 2010 sind 5 Sitzungstermine vereinbart.

In einem nächsten Schritt soll ein Stadtteilmanagement eingerichtet werden.

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
Jan. 2008
Einwohnerbefragung zu den Lebensbedingungen im Stadtteil
März 2008
Machbarkeitsstudie Planungsgruppe Stadtbüro
Mai bis Sept. 2008
Erarbeitung des „Integrierten Handlungskonzepts Lünen Gahmen“
Sept. 2008
Verabschiedung des IHK durch den Rat der Stadt Lünen
Nov 2009
konstituierende Sitzung des Stadteilbeirats
Perspektiven

Das Integrierte Handlungskonzept Gahmen baut auf den bereits durchgeführten Sanierungsmaßnahmen auf und soll zu einer langfristigen Verbesserung der Lebensbedingungen im Stadtteil führen.

Handlungsschwerpunkte werden die Schlüsselprojekte sein, wie sie im „Integrierten Handlungskonzept“ vorgesehen sind:

  • Schlüsselprojekt „Handelsmitte“
    Verbesserung der Nahversorgung durch alternative Marktkonzepte
  • Schlüsselprojekt „Wohnen“
    Schwerpunkt ist eine Modernisierungsoffensive Gahmener Straße und die Maßnahmen zur Siedlung Hirtenweg
  • Schlüsselprojekt „Grüne Mitte“
    Die große Bedeutung für die funktionale und imagebezogene Aufwertung des Stadtteils ist unverändert hoch. Eine Förderung ist voraussichtlich aus dem Ökologieprogramm Emscher-Lippe möglich. Antragsgrundlagen müssen bis zum Jahresende 2010 erarbeitet werden.
  • Schlüsselprojekt „Soziokulturelle Mitte“
    Widerstreitende Interessen machen hier eine fundierte, fachbezogene Diskussion der Möglichkeiten und Chancen in den nächsten Monaten notwendig.
  •  

Materialien zum Download

Integriertes Handlungskonzepts Lünen Gahmen (Externer Link)



 Ansprechpartner

Maik Powalla

Stadtplanung
Willy-Brandt-Platz 5
44532 Lünen

Tel.: 02306 104-1459
Fax: 02306 9280441
E-Mail: Maik.Powalla.41@luenen.de

Carolin Lüke

Stadtplanung
Willy-Brandt-Platz 5
44532 Lünen

Tel.: 02306 104-1579
Fax: 02306 9280441
E-Mail: carolin.lueke.41@luenen.de

Stand: 2010

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