Marl Hüls-Süd
Meilensteine
Ansprechpartner
Gebietscharakter und Ausgangslage

In der Stadt Marl leben rund 89.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Ein Teilbereich des Stadtteils Hüls-Süd wurde 2008 in das Programm Soziale Stadt NRW aufgenommen. Hier leben auf einer Fläche von 28 ha rund 2.150 Menschen (Stand 12/2013).

Achtgeschosser zum Projektstart Achtgeschosser zum Projektstart

Das Programmgebiet Hüls-Süd entstand in den 1960er Jahren mit einer Mischung aus viergeschossigen Mehrfamilienhäusern in Zeilenbauweise und achtgeschossigen Wohnblöcken - insgesamt befinden sich 816 Wohnungen im Besitz der Neuen Marler Baugesellschaft mbH. Zeitgleich entstanden 150 Reihenhäuser im Bungalowstil, die jedoch bereits in den 1960er-Jahren an Einzeleigentümer verkauft wurden. Insbesondere in den Gebäuden der Neuen Marler Baugesellschaft lebt ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Familien, die von Transferleistungen abhängig und mit vielfältigen sozialen Problemlagen belastet sind.

Die besonderen Herausforderungen zum Projektstart:

  • Starke Beeinträchtigung der Wohnqualität durch das dominante, monotone Erscheinungsbild der achtgeschossigen Gebäude und ihres schlechten baulichen Zustands
  • Erhebliche Leerstände im Ladenzentrum aufgrund baulicher Mängel
  • Geringe Attraktivität der Grün- und Freiflächen sowie der fußläufigen Wegebeziehungen

Potenziale und Handlungsansätze

Das Programmgebiet Hüls-Süd baut auf vielfältigen Potenzialen auf:

  • Durchgrünte und ruhige Wohnlage
  • Gute Versorgung mit Schulen und Kindertagesstätten
  • Engagierte Einrichtungen und Initiativen: Martin-Luther-King-Gesamtschule, Canisius-Grundschule, Kindertagesstätten, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Vereine
  • Aufgrund der bereits 2003 begonnenen Stadtteilarbeit besteht eine hohe Akzeptanz des Stadtteilmanagements als Ansprechpartner sowie ein stabiles Netzwerk verschiedener Akteure.

Ladenzentrum Ladenzentrum

In einem intensiven Abstimmungsprozess wurden von der Stadt Marl, der Neuen Marler Baugesellschaft mbH sowie weiteren vor Ort aktiven lokalen Partnern die wichtigsten Kernziele für den Erneuerungsprozess in Hüls-Süd benannt:

  • Beseitigung der problematischsten Strukturen durch den Rückbau der achtgeschossigen Gebäude und Neubebauung der Flächen mit impulsgebenden Wohngebäuden, die eine Strahlkraft für das gesamte Quartier bewirken
  • Aufwertung der privaten und öffentlichen Grün- und Freiflächen gemäß dem städtebaulichen Leitbild „Grüne Höfe Hüls-Süd“ mit Spielhöfen, Quartiershof und Quartierspark
  • Aufwertung des Ladenzentrums und seines Umfelds durch Mobilisierung der Eigentümergemeinschaft, eine architektonische Aufwertung und ein neues Nutzungskonzept verbunden mit einer Aufwertung der umliegenden Freiräume und Wegebeziehungen
  • Sukzessive Modernisierung der weiteren Wohnungsbestände

Neubau Ovelheider Weg Neubau Ovelheider Weg

Die besonderen Erfolge des Erneuerungsprozesses

  • Start des Erneuerungsprozesses mit der Umsetzung des schwierigsten Projekts: Der Abriss von drei achtgeschossigen Gebäuden, verbunden mit dem Neubau von öffentlich geförderten Mietwohnungen durch die Neue Marler Baugesellschaft mbH stärkte das Vertrauen und die Mitwirkungsbereitschaft aller Beteiligten – dieses positive Signal sorgte für Aufbruchstimmung.
  • Schaffung eines Nachbarschafts- und Beratungszentrums im Ladenzentrum: Niederschwellige Beratungsangebote, kulturelle und sozial-integrative Angebote in der Quartiersmitte unterstützte das ehrenamtliche Engagement und die Selbsthilfe der Bewohnerschaft.
  • Vollbelegung des Ladenzentrums mit neuer Nutzungsstruktur: Im Zusammenwirken öffentlicher und privater Investitionen durch einen intensiven Moderationsprozess ist neben gastronomischen und sozialen Angeboten ein Nutzungsmix aus Nahversorgung, gesundheitlichen und medizinischen Angeboten entstanden.
  • Große Resonanz auf die sozial-integrativen Angebote: Die durch Modellmittel gestarteten Maßnahmen werden mit Haushaltsmitteln der Stadt Marl weiter geführt.

Organisation und Lokale Partner

  • Die kommunale Projektverantwortung liegt bei der Ersten Beigeordneten, die Projektkoordination obliegt dem Planungs- und Umweltamt.
  • Die Umsetzung sozial-integrativer Maßnahmen übernimmt das Quartiersmanagement in Trägerschaft der Diakonie (bis 2014 zusätzlich Verein Ev. Schülerinnen- und Schülerarbeit in Westfalen (BK) e.V.) Die Umsetzung der städtebaulichen Maßnahmen wird durch das Büro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH als Projektmanagement begleitet.
  • In der dezernatsübergreifenden Projektgruppe wird unter Beteiligung der Neuen Marler Baugesellschaft mbH im monatlichen Rhythmus über den aktuellen Stand der Projekte informiert, reflektiert und die weitere Schritte abgestimmt.
  • Seit 2003 tagt die Stadtbezirkskonferenz einmal jährlich, in der sich alle Akteure über die Entwicklung des Stadtteils verständigen sowie der Arbeitskreis Wohnen und Infrastruktur.
  • Die Planung und Umsetzung von Projekten wird in interdisziplinär besetzten Projektgruppen vorbereitet.
  • Über die Vergabe der Mittel aus dem Verfügungsfonds entscheidet ein Beirat aus vier Vertretern der Bewohnerschaft und vier Vertretern von Einrichtungen unter Beteiligung von Vertretern aus der Politik.
  • Die Sanierung der Wohnungsbestände und des Ladenzentrums erfolgt in enger Kooperation mit der Neuen Marler Baugesellschaft mbH und den Eigentümern.
  • Im interfraktionellen, nicht öffentlichen Arbeitskreis wird in einem ca. zweimonatlichen Rhythmus über den aktuellen Projektstand und die weitere Vorgehensweise berichtet.
  • Als zentrales politisches Gremium für die Berichterstattung und Beschlussfassung für alle Maßnahmen des Projekts Soziale Stadt wurde der Haupt- und Finanzausschuss (HuFA) benannt.

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2007
Erarbeiten eines ersten integrierten Handlungskonzepts für Hüls-Süd mit begleitender Beratung durch das Städte-Netzwerk NRW

Aufnahme des Stadtteils in das Programm Soziale Stadt

2008
Weiterentwicklung des integrierten Handlungskonzepts um städtebauliche Maßnahmen durch das Büro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH, begleitet durch eine dezernatsübergreifende Projektgruppe
2009
Durchführung des 1. Stadtteilforums Hüls-Süd unter Beteiligung von mehr als 100 Bewohnerinnen und Bewohnern – Wahl des Beirats für den Verfügungsfonds

Start der Projektgruppe Ladenzentrum zur Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie unter Beteiligung der Eigentümergemeinschaft, der Polizei, der Neuen Marler Baugesellschaft mbH, externer Architekten und Vertretern der Verwaltung

Start sozial-integrativer Maßnahmen: Lesepaten, Tanztheater, Musik- und Kunst, „FuN – Familien und Nachbarschaft“, Elterncafé, Gesundheitsprävention

Entwicklung eines Freiraumkonzepts zur Überplanung privater und öffentlicher Freiräume auf Basis des Leitbilds „Grüne Höfe Hüls-Süd“

Abriss von drei achtgeschossigen Gebäuden am Ovelheider Weg durch die Neue Marler Baugesellschaft mbH

2010
Spatenstich für den Neubau von 104 öffentlich geförderten Wohnungen am Ovelheider Weg

Entwicklung eines Gesamtkonzepts zur funktionalen Aufwertung des Ladenzentrums und Entwicklung einer architektonischen Machbarkeitsstudie

2011
Erstbezug der Neubauten am Ovelheider Weg

Fassadengestaltung eines achtgeschossigen Gebäudes am Ovelheider Weg

Eröffnung des Jugendkulturzentrums auf dem Gelände der Martin-Luther-King Gesamtschule in einem umgebauten Lehrschwimmbecken

Einzug einer Praxisgemeinschaft für Ergotherapie und Logopädie ins Ladenzentrum

Eröffnung des neuen „Multi-Markts“ auf einer Fläche von 400 m² im Ladenzentrum

Umzug des Quartiersmanagements in das Nachbarschaftszentrums im Ladenzentrum und Erweiterung der Angebote des Jugendamts, der Wohlfahrtsverbände und weiterer Gruppen.

Aufbau der neuen Geschäftsstelle und eines Gymnastikraumes des Sportvereins DJK Lenkerbeck im Ladenzentrum

2012
Abschluss der baulichen Maßnahmen im Ladenzentrums

Vollbelegung des Ladenzentrums mit einem Mix aus Lebensmittelversorgung, Beratungsangeboten, Veranstaltungs- und Treffmöglichkeiten, Gastronomie, medizinischer und gesundheitlicher Infrastruktur

2013
Quartierspark Quartierspark
Umbau der grünen Mitte von Hüls-Süd rund um das Ladenzentrum zum „Quartierspark“

Umgestaltung des Parkplatzes vor dem Ladenzentrum zu einem Quartiersplatz

Anlegen eines „Garten der Kulturen“ auf der Fläche des ehemaligen Schulgartens der Martin-Luther-King-Gesamtschule

2014
Markt der Möglichkeiten Markt der Möglichkeiten
Umgestaltung des Schulhofs der Martin-Luther-King-Gesamtschule mit einen zusätzlichen Kleinspielfeld und einer Work-out-Anlage zur Öffnung für den Stadtteil

Aufwertung des Schulhofs der Grundschule Canisiusschule mit einem barrierefreien Zugang zum Quartiersplatz

Entstehung eines Spielbands entlang der Fußwegverbindung Georg-Herwegh-Straße – mit traditionellen Straßenspielen wie Himmel & Hölle

Veröffentlichung des Kinderstadtplans Hüls-Süd, gestaltet von Kindern für Kinder

Ausbau der Fußweges von der Max-Reger-Straße zur Johannes-Brahms-Straße zur „Quartierspromenade“

10-Jähriges Jubiläum des Stadtteilfests „Markt der Möglichkeiten“

Perspektiven

Für 2015 plant ein privater Eigentümer die Sanierung seines Mehrfamilienhauses am Quartiersplatz. Zusätzlich wird die Neue Marler Baugesellschaft mbH ihrer drei achtgeschossigen Wohnhäuser an der Max-Reger-Straße abreißen und durch generationengerechte Wohngebäude ersetzen.

Bereits in der Verstetigung sind die sozial-integrativen Maßnahmen – sie werden mit Haushaltsmitteln der Stadt Marl weiter finanziert.

Zur Zeit werden die Grünordnungs- und Freiraumplanungen umgesetzt. Die Maßnahme geht damit dem Ende zu, die Projektförderung läuft 2016 aus.

 

Materialien zum Download

Projekt-Website der Stadt Marl (Externer Link)



 Ansprechpartner

Koordination
Planungs- und Umweltamt
der Stadt Marl

Ursel Scherpe
Liegnitzer Straße 5
45768 Marl

Telefon: 02365 99-6004
E-Mail: ursel.scherpe@marl.de

Stadtteilbüro Hüls-Süd
Ramona Glodschei

Max-Reger-Straße 99
45772 Marl

Telefon: 02365 5035883
E-Mail: r.glodschei@diakonie-kreis-re.de

Stand: 2014

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