Moers Mattheck/Josefsviertel
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Gebietscharakter und Ausgangslage

Mattheck/Josefsviertel liegt fast unmittelbar am südöstlichen Rand der Moerser Innenstadt. Die A40 im Süden und eine Bahnstrecke im Osten begrenzen den Stadtteil und trennen ihn vom übrigen Stadtgebiet. Der Teilbereich Mattheck entstand im Jahr 1923 als Kasernenstandort zur Unterbringung belgischer Soldaten. Dieser Ursprung prägt bis heute die isolierte Lage bzw. Betrachtung des Wohnquartiers im gesamtstädtischen Kontext. Ergänzend entstand in den 1970er Jahren eine Großwohnsiedlung mit teilweise bis zu acht Geschossen. Das Josefsviertel ist ein städtebaulich gemischtes Quartier mit einzelnen Hochhäusern, zusammenhängenden 1950er-Jahre-Beständen sowie Einfamilienhausbereichen. Das Programmgebiet beherbergt ca. 4.100 Einwohner (Stadt Moers: 108.990 Einwohner) und ist ca. 60 ha groß.

Mit 36,3 % weisen mehr als ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner einen Migrationshintergrund auf, sie kommen aus über 50 Nationen. Es ist der jüngste und kinderreichste Stadtteil von Moers. Zudem wohnen dort im gesamtstädtischen Vergleich überdurchschnittlich viele Arbeitslose, Sozialhilfeempfänge sowie Schülerinnen und Schüler, die einen niedrigen Bildungsstand aufweisen.

Wohnungsbaustand aus den 50er Jahren Wohnungsbaustand aus den 50er Jahren

Der Stadtteil zeichnet sich durch eine geringe Infrastrukturausstattung aus. Gewerbeeinheiten und Läden befinden sich vorwiegend in Randlage entlang der Hauptverkehrsstraßen. Eine kleine Ansammlung von Ladeneinheiten besteht an der Leipziger Straße, das für die Nahversorgung der Einwohner beider Quartiere von wesentlicher Bedeutung ist. Im Norden befindet sich das St. Josef Krankenhaus mit überörtlicher Bedeutung. Kulturelle Angebote und Treffpunkte fehlten bislang. Im Laufe des Stadterneuerungsprozesses hat sich die Situation mit der Errichtung des Nachbarschaftshauses jedoch erheblich verbessert.

Problemlagen:

  • Der Geschosswohnungsbestand zeichnete sich zu Beginn des Stadterneuerungsprozesses in Teilen durch einen erhöhten Modernisierungsbedarf aus. Insbesondere in nicht modernisierten Beständen in der Mattheck sind erhöhte Wohnungsleerstandszahlen festzustellen.
  • Das Gebiet ist zwar mit Bäumen durchgrünt, doch insbesondere die Freiflächen im privaten Wohnumfeld bieten wenig Nutzungsmöglichkeiten für die Mieter.
  • Ein Zentrum für Mattheck/Josefsviertel fehlt.
  • Das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten ist gering, Leerstände von Ladenlokalen und Gewerbeeinheiten nehmen zu.
  • Attraktive Freizeit- und Treffangebote insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene gibt es nur in geringem Umfang.

Potenziale und Handlungsansätze
Stadtteilskulptur Stadtteilskulptur "Die neuen Bürger" im Rahmen der MaJo-Kulturtage

  • MaJo ist ein attraktiver Wohnstandort mit Grünstrukturen und guter verkehrlicher Anbindung.
  • Aktive Einrichtungen – v.a. eine Grundschule, zwei Kitas – bieten mit vielfältigen Aktivitäten eine hohe Versorgungs- und Bildungsqualität für die Kinder an. Die Gemeinschaftsgrundschule Annastraße ist Muse-Modellschule, das Sankt-Josef-Krankenhaus hat eine überörtliche Bedeutung.
  • Die Umsetzung des ESF-Programms STÄRKEN vor Ort bietet viele Möglichkeiten zur Förderung von Frauen und Jugendlichen.
  • Kulturelle Aktivitäten im weitesten Sinne dienen als Anknüpfungspunkt, um die Stärken eines jeden Bewohners hervorzuheben und somit ein positives Image des Stadtteils zu entwickeln (MaJo-Kulturtage, Mus-e, Stadtteilskulptur und diverse Frauenkunstprojekte)

Das neue Nachbarschaftshaus Das neue Nachbarschaftshaus

  • Eine engagierte Kommune, die das zentrale Projekt der Stadterneuerung – die Errichtung des Nachbarschaftshauses an der Annastraße – zeitnah und konsequent umgesetzt hat.

  • Weitere bauliche Projekte im öffentlichen Raum sind umgesetzt oder befinden sich in der Umsetzungsphase: die Neugestaltung des Straßenraums der Rheinhausener Straße, die Anlage einer kleinen Grünfläche als Platz für die Stadtteilskulptur „Die neuen Bürger“, die Herrichtung und künstlerische Gestaltung der Bahnunterführung an der Rheinhausener Straße zusammen mit Kindern und Jugendlichen, die Erarbeitung von Ideen zur Gestaltung einer Platzfläche an der Leipziger Straße unter Einbeziehung der Bewohnerschaft.
  • Eine engagierte Runde von Einrichtungen, Institutionen, Vereine stellt die MaJo-Konferenz dar.
  • Bewohner, die sich regelmäßig treffen und sich für ihren Stadtteil einsetzen sind in der Bewohnerrunde MaJo-Aktiv vernetzt.

Das monatliche Treffen der Stadtteilbewohner Das monatliche Treffen der Stadtteilbewohner "MaJo-Aktiv"

  • Ein großer Teil der Wohnungsbestände befinden sich in der Hand von zwei Wohnungsunternehmen, die bereit sind, sowohl im Gebäudebestand als auch in die Außenanlagen zu investieren. Dies wird darin deutlich, dass in Teilbereichen der Bestände bereits gebäudebezogene Modernisierungsarbeiten und Fassadenrenovierungen durchgeführt wurden. Deutlich sichtbar sind darüber hinaus die Erneuerung von Hauseingangsbereichen im Geschosswohnungsbau und die aktuell laufenden Bauarbeiten zur Anlage von Mietergärten.

Organisation und Lokale Partner

Stadtteilmanagement
Projektleitung: Dez. IV Sozialentwicklungsplanung, Michael Schmidt
Lenkungsrunde
Zusammensetzung: Projektleitung, Stadtteilbüro, Integrationsbeauftragter, Fachbereich Haushalt und Finanzen, FB Planung, Leitstelle Älter werden nach Bedarf
Besprechungsturnus: etwa monatlicher Jour fixe

Gremium der Einrichtungen im Stadtteil: MaJo-Konferenz
Zusammensetzung: städtische Einrichtungen, Schule, Schulkinderhaus, Kitas, Vereine, Wohnungsgesellschaften, Kirchengemeinden, St.-Josef-Krankenhaus, Jugendzentren, Polizei, Politikvertreter, Nachbarschaftshaus u.a.
Besprechungsturnus: etwa vierteljährlich im Nachbarschaftshaus

Runder Tisch der Bewohner: MaJo-Aktiv
Zusammensetzung: Bewohner aus dem Stadtteil
Besprechungsturnus: monatlich, darüber hinaus lockere Treffen jeden Freitag

Stadtteilbüro
Personelle Besetzung: Tandemmodell mit einem städtischen Mitarbeiter in Vollzeit (Koordination, soziale Projekte), einer Mitarbeiterin eines externen Planungsbüros (bauliche Projekte) und einem weiteren Mitarbeiter für den Bereich Beratung und Hilfestellung
Aufgaben: Kontakte zu den Akteuren vor Ort, Projektentwicklung und -antragstellung, Projektbegleitung und -durchführung, Moderation der Gremien, Organisation von Veranstaltungen, Anlauf- und Koordinierungsstelle „Stärken vor Ort“

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2000
Gründung einer Expertenrunde unter Federführung des Jugendamtes. Mitglieder sind Vertreter der Verwaltung und Akteure aus dem Stadtteil.
2002
Konstituierung einer verwaltungsinternen interdisziplinären Arbeitsgruppe „Soziale Stadt“
2003
Ratsbeschluss zur Erarbeitung eines Integrierten Handlungskonzeptes

Ratsbeschluss zur Bewerbung um die Aufnahme in das Handlungsprogramm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt“

Die interministerielle Arbeitsgruppe empfiehlt eine weitere Konkretisierung des IHK, v.a. im wohnungswirtschaftlichen Bereich

2004
Beschluss der überarbeiteten Fassung in der Sitzung des Verwaltungsvorstandes
2005
Das Stadtteilmanagement nimmt – zunächst mit einem städtischen Mitarbeiter, ab Dezember 2005 mit Unterstützung durch zwei externe Mitarbeiter - seine Arbeit im Vor-Ort-Büro an der Leipziger Straße auf.

Einrichtung eines Beratungspools im Stadtteilbüro

2006
Erste Ausgabe der MaJo-Stadtteilzeitung

Durchführung des 1. MaJo-Stadtteilfestes

Beantragung der Projekte Nachbarschaftshaus und Anlage von Mietergärten zur Aufnahme in das Stadterneuerungsprogramm 2007. Beantragung des Projektes MaJo-Kulturtage (Modellvorhaben).

Teilnahme am Fachgespräch Wohnungswirtschaft

2007
Durchführung einer Stadtteiluntersuchung durch Studierende der Sozialwissenschaften an der Uni Duisburg-Essen

Durchführung der MaJo-Kulturtage

Erster Spatenstich für die Errichtung des Nachbarschaftshauses auf dem Gelände der Grundschule an der Annastraße

2008
Durchführung eines Wettbewerbs unter drei Künstlern zur Entwicklung von Ideen für die Gestaltung der Bahnunterführung an der Rheinhausener Straße

Durchführung von Wohnumfeldmaßnahmen (Hauszuwege u.a.) auf Grundstücken des Bau-Verein zu Hamburg

Beantragung der Aufnahme in das Programm „Stärken vor Ort“

2009
Eröffnung des Nachbarschaftshauses

Durchführung der Bauarbeiten an der Rheinhausener Straße

2010
Beginn des Projektes MaJo-Bike in Trägerschaft des sci:moers (Einrichtung einer Fahrradwerkstatt, Verleih von Fahrrädern an Bewohner, v.a. Kinder im Stadtteil)
Perspektiven

  • Bessere Beteiligung der Bewohner durch Sozialprojekte und Stärkung der Bürgerinitiative MaJo-Aktiv
  • Stärkung der lokalen Ökonomie
  • Förderung des friedlichen Zusammenlebens im Stadtteil
  • Förderung des seniorengerechten Wohnens
  • Einrichtung eines Jugendtreffs

 



 Ansprechpartner

Amar Azzoug

Stadt Moers
Rathausplatz 1
47441 Moers

Tel.: 02841/201-803
E-Mail: amar.azzoug@moers.de

Stand: 2010

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