Mülheim an der Ruhr – Eppinghofen
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Gebietscharakter und Ausgangslage
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Der zentral gelegene Stadtteil Eppinghofen grenzt im Bereich des Hauptbahnhofes an die Mülheimer Innenstadt an. Im Westen erstreckt sich der Stadtteil bis hin zur Ruhr, die allerdings durch Industrieflächen (Friedrich-Wilhelm Hütte) sowie durch große Verkehrsflächen für die Bewohner nicht unmittelbar zugänglich ist. Auch die Verbindung zu den nördlich angrenzenden Stadtteilen Dümpten und Styrum wird durch Industrie- und Gewerbeflächen erschwert. In östlicher Richtung ist der Stadtteil durch die Grünfläche „Auf’m Preisberg“ abgegrenzt. Der Stadtteil selbst ist durch eine dichte, vielfach gründerzeitliche Baustruktur geprägt. Grün- und Freiflächen fehlen größtenteils.

In Eppinghofen leben zurzeit ca. 12.200 Menschen aus über 90 Nationen (Stichtag für alle Statistiken ist der 31.12.2013). Die Bewohnerschaft ist im Vergleich zur Gesamtstadt sehr jung, was auf die vielen kinderreichen Familien zurückzuführen ist. Eppinghofen ist zudem einer der wenigen Stadtteile in Mülheim an der Ruhr der bevölkerungsmäßig zukünftig weiter wachsen wird. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund liegt bei ca. 40% (Gesamtstadt: ca. 19%). Auch in diesem Bereich ist ein Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen; dieser Trend spiegelt sich in der Gesamtstadt wieder. Die Sozialstruktur ist durch einen hohen Anteil an Leistungsempfängern nach SGB II und III mit ca. 10% (Gesamtstadt: 5,9%) geprägt, wobei besonders Ausländer und Erwachsene unter 25 Jahren betroffen sind. Der Anteil an Haus- bzw. Wohnungseigentümern ist relativ gering, was sich erheblich auf die Mieterfluktuation auswirkt. Statistisch gesehen, tauscht sich die Bevölkerung in Eppinghofen alle fünf Jahre aus.

Eppinghofer Straße Eppinghofer Straße

Eppinghofen ist kein offizieller Stadtteil, sondern ein anhand von zwei statistischen Bezirken abgegrenzter Bereich. Eine Stadtteilidentität ist bei den Bewohnern zwar vorhanden, jedoch nicht institutionell abgebildet. Daher war es zunächst Hauptaufgabe des Stadtteilmanagements Eppinghofen Kontakte zu ansässigen Akteuren zu knüpfen und Stadtteilstrukturen aufzubauen.

Potenziale und Handlungsansätze

Der Stadtteil zeichnet sich neben seiner Nähe zur Innenstadt durch eine gute ÖPNV- Anbindung, eine intakte Nahversorgung sowie durch vielfältige kulturelle und religiöse Angebote aus. Es ist ein lebendiges, sich ständig wandelndes Quartier. Dieser Wandel muss für das Quartier und seine Bewohner verträglich gestaltet werden, was Politik und Verwaltung veranlasst hat, sich im Programm Soziale Stadt zu bewerben.

Das daraus resultierende Stadtteilmanagement begleitet seitdem diesen Wandel als Instrument vor Ort und bildet die Brücke zwischen Politik, Verwaltung und Bewohnerschaft. Darauf aufbauend stehen die folgenden Ziele im Mittelpunkt:

  1. Nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen und Lebensverhältnisse
  2. Stärkung der lokalen Ökonomie
  3. Förderung des Zusammenhalts und der Integration

Um diese Ziele konkret bearbeiten zu können, wurde das Integrierte Handlungskonzept Eppinghofen 2012-2016 erstellt, das folgende Handlungsfelder umfasst:

  • Stadtentwicklung und Wohnen
  • Energetische Erneuerung und Umweltbelange
  • Bildung
  • Arbeit im Quartier
  • Gesundheit
  • Sport
  • Familie
  • Generationen und Alter
  • Sicherheit, Sauberkeit und Beschwerdemanagement
  • Inklusion, Teilhabe, Partizipation und ehrenamtliches Engagement
  • Kinder, Jugend und Freizeit
  • Kunst und Kultur
  • Öffentlichkeitsarbeit und Imageverbesserung

Als politischer Auftrag wurde zum Beschluss des Integrierten Handlungskonzepts Eppinghofen 2012-2016 formuliert, Spielräume für die Bedürfnisse der Bürgerschaft einzuräumen. Daraufhin wurden durch intensive Beteiligung der Bewohnerschaft und der ansässigen Institutionen und Akteure.

Das Thema „Sicherheit und Ordnung“ wird von den Bewohnern als wesentlich empfunden. In interdisziplinärer Zusammenarbeit wurden verschiedene Maßnahmen unternommen, um dieses Thema gezielt zu bearbeiten:

  • Arbeitskreis „Sauberkeit & Ordnung in Eppinghofen“
  • Stadtteilservice Eppinghofen
  • Team „Sauberes Mülheim“ (mit dem Schwerpunkt Eppinghofen)

Querschnittsthemen wie der Umgang mit dem demografischen Wandel, die Gleichstellung von Mann und Frau und Integration & Teilhabe finden projektbezogen Beachtung.

Organisation und Lokale Partner

Das Stadtteilmanagement Eppinghofen ist seit 2007 in Trägerschaft der Mülheimer Gesellschaft für soziale Stadtentwicklung mbH mit dem ehrenamtlichen Geschäftsführer Ulrich Ernst (Beigeordneter Dezernat V für Bildung, Soziales, Jugend, Gesundheit, Sport und Kultur). Somit agiert das Stadtteilmanagement grundsätzlich eigenständig, jedoch in enger Kooperation mit der Verwaltung. Es wird jährlich im Hauptausschuss der Stadt Mülheim an der Ruhr berichtet. Darüber hinaus finden regelmäßig und projektbezogen Berichterstattungen in den jeweiligen Ausschüssen und der Bezirksvertretung 1 (beschlussfassendes Gremium) statt.

Als Schnittstelle zwischen Bewohnerschaft, Verwaltung und Politik bietet das Stadtteilmanagement Eppinghofen verschiedenen Beteiligungsmöglichkeiten an:

  • Offene Sprechstunden für Bürger
  • Bewohnerforum und daraus entstehende Arbeitsgruppen (für Bürger)
  • Frauenfrühstück
  • Eppinghofer Forum (für Akteure und Institutionen)

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2005 Dezember
Aufnahme des Stadtteils Eppinghofen in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“.
2006 März
Beschluss des ersten Handlungskonzepts durch den Hauptausschuss der Stadt Mülheim an der Ruhr.
2007 September
Eröffnung des Stadtteilbüros Eppinghofen
2007 November
Gründung des Arbeitskreises „Sauberkeit & Ordnung in Eppinghofen“ und Aufbau des „Internationalen Frauenfrühstücks“ in Kooperation mit den Caritas Sozialdiensten Mülheim e.V.
2008 April
Projektbeginn des „Stadtteilservice Eppinghofen“
2008 November
Beginn des Beteiligungsprojekts für Kinder und Jugendliche zur Entwicklung von Grün- und Spielflächen. Die Ergebnisse fließen in die Erstellung des Masterplans „Spielen & Bewegen“ ein.
2009 April
Eppinghofen wird Programmgebiet von „STÄRKEN vor Ort“, welches Mikroprojekte zur sozialen, schulischen und beruflichen Integration junger Menschen und Frauen mit Problemen beim (Wieder-) Einstieg in das Erwerbsleben fördert.
2009 September
Durchführung eines Gesundheitstags in Eppinghofen, der über mehrere Jahre stattfand.
2010 Januar
Beginn des „ExWoSt“ Projekts zur Entwicklung von fach-/ ressortübergreifenden und sozialraumorientierten Handlungsstrategien zur Integration sozial benachteiligter Menschen in Mülheim an der Ruhr. Schwerpunkte liegen auf Eppinghofen und Styrum.
2010
Fassadengestaltung eines Wohnhauses am Kreisverkehr Eppinghofer Straße.
2011 Juli
Die Eppinghofer Straße wird auf Wunsch der Bürger mit Blumenkübeln begrünt. Ehrenamtliche Paten kümmern sich um die Pflege.
2011
Workshops zum Thema Klöttschen, welche regelmäßig im Stadtteilbüro stattfanden und in Kooperation mit der Stadtverwaltung durchgeführt wurden.
2012 Juni
Der Hauptausschuss beschließt das Integrierte Handlungskonzept Eppinghofen 2012-2016.
2012 Oktober
Die Auftaktveranstaltung zum Masterplan „Spielen & Bewegen“ findet im Rahmen von Workshops statt. Eppinghofen wird als ein Schwerpunktbereich identifiziert.
2012 November
„Sport vor Ort“ startet an der städtischen Gemeinschaftsgrundschule Zunftmeisterstraße. 2013 wird es auf alle Eppinghofer Grundschulen ausgeweitet.
2013 Juli
Das Stadtteilmanagement übernimmt im Leitbildprozess für Mülheim an der Ruhr die „Ordnungspatenschaft in Abstimmung mit Polizei und Ordnungsamt“ für Eppinghofen.
2013 November
In einer Vernissage werden die Ergebnisse des Fotoprojekts „Leben in Eppinghofen“ präsentiert. Jugendliche haben verschiedene Facetten, Lebensbereiche und Menschen in Eppinghofen fotografisch dargestellt.
2014 März
Der Stadtteilrundgang Eppinghofen wird in Kooperation mit dem Mülheimer Stadtmarketing unter dem Schwerpunkt „Glaube und Religion“ durchgeführt. Ein weiterer Rundgang mit anderer Schwerpunktsetzung ist für 2015 geplant.
2014 Mai
Das Projekt „Durchblick“ der Verbraucherzentrale wurde durch die Kollegen in Mülheim an der Ruhr auf die Bedürfnisse der Eppinghofer Bewohner spezialisiert und wird u.a. in Deutschkursen und Elterncafés durchgeführt.
2014 Juni
Das Projekt „Sportfotografie“ setzt Sportstätten, Sportler und Sportmöglichkeiten in Eppinghofen in Szene. Trendsport wird in besonderem Maße behandelt.
Auszeichnungen

Das Projekt „Sport vor Ort“ wird im November 2013 mit dem Primus Preis der Stiftung Bildung & Gesellschaft für besonders gelungene Kooperationen zwischen Schule und Verein ausgezeichnet.

Perspektiven

Zukünftig liegt ein Arbeitsschwerpunkt auf der städtebaulichen Entwicklung in Eppinghofen. Sowohl im Wohnungsbestand als auch bei den Spiel- und Bewegungsflächen besteht erhöhter Erneuerungsbedarf - - gleichzeitig liegen hier Potenziale zur Verbesserung.

Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen werden im Stadtteil verstärkt eingesetzt, zum einem im Bereich Sprachförderung, zum anderen zur beruflichen (Wieder-)Eingliederung.

 

Materialien zum Download

Integriertes Handlungskonzept Eppinghofen 2012-2016 (PDF 5,5 MB)



 Ansprechpartner

Mülheimer Gesellschaft für soziale Stadtentwicklung mbH
Stadtteilmanagement Eppinghofen
Heißener Straße 16-18
45468 Mülheim an der Ruhr

Alexandra Grüter
Telefon: 0208/455-5192
Fax: 0208/455-585192
E-Mail: alexandra.grueter@muelheim-ruhr.de

Agnes Schauer
Telefon: 0208/455-5191
Fax: 0208/455-585191
E-Mail: agnes.schauer@muelheim-ruhr.de

Stand: September 2014
Autorin: Alexandra Grüter

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