Oberhausen, Innenstadt Alt-Oberhausen (OberhausenCity)
Meilensteine
Ansprechpartner
Gebietscharakter und Ausgangslage
Wohnen in Innenstadt Alt-Oberhausen Wohnen in Innenstadt Alt-Oberhausen

Die Innenstadt Alt-Oberhausens ist einer der drei Stadtkerne der Stadt Oberhausen und südlich der „Neuen Mitte“ gelegen. Typisch für den seit 1870 gewachsenen Stadtteil ist das Wohnen in direkter Nähe zur Geschäfts- und Fußgängerzone. In dem urbanen und dicht bebauten Stadtteil leben rund 13.300 Einwohnerinnen und Einwohner auf einer Fläche von 122 ha (Stand 2005).

Das Gebiet gliedert sich auf in einen repräsentativ angelegten Eingangsbereich im Norden, den zentralen Shoppingbereich mit Stadtplatz, mehrere Wohnquartiere, sowie einen Bereich mit Sporthalle, Schule und Bolzplätzen im Süden.

Die Innenstadt Alt-Oberhausen profitiert von einer hohen architektonischen und städtebaulichen Qualität der Stadtplanung aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, allerdings mit der Einschränkung, dass die Grundstückszuschnitte äußerst eng sind. Die Bebauungsstruktur ist stark durchmischt: Wohn- und Geschäftshäuser, klassische Stadthäuser, 3- bis 4-geschossige Mehrfamilienhäuser sowie Einfamilienhäuser und kleine Villen stehen dicht beieinander. Der Stadtteil ist fast vollständig versiegelt. Es gibt nur wenige Grünflächen. Gesamtstädtisch bedeutsam ist der Stadtteil auf Grund seiner vielen Einkaufs-, Dienstleistungs-, Freizeit- und Kultureinrichtungen mit denen er die Versorgungsfunktion für ca. 94.000 Einwohner im Stadtbezirk „Alt-Oberhausen“ übernimmt.

In Workshops, Befragungen und Sozialdatenanalysen in den Jahren 2003/2004 zeigte sich, dass in der Innenstadt Alt-Oberhausen wirtschaftliche, soziale und städtebauliche Probleme miteinander verwoben sind und sich gegenseitig negativ bedingen: Mit dem Rückgang der Kaufkraft haben Leerstände in Wohn- und Handelsimmobilien zugenommen. Das äußere Erscheinungsbild des Stadtteils hatte an Attraktivität verloren. Der Immobilienbestand und das Wohnungsangebot genügen in weiten Teilen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Ein positives und identitätstiftendes Profil fehlte. Im Stadtteil wohnen im Vergleich zum gesamtstädtischen Durchschnitt überproportional viele Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind und von Transfereinkommen leben. Hinzu kommt ein hoher Anteil an Familien mit Migrationshintergrund sowie an Alleinerziehenden, „Multiproblemfamilien“, alten Menschen und Familien mit auffälligen Kindern und Jugendlichen.

Potenziale und Handlungsansätze
Imagekampagne für den Stadtteil Imagekampagne für den Stadtteil

Es ergeben sich auf mehreren Ebenen Potenziale und Handlungsansätze:

  • Imagewechsel: Entscheidend für die innere Dynamik und für die Gewinnung von Kooperationspartnern ist das Herausarbeiten eines positiven, identitätsstiftenden Profils. Alle Projekte sollen die Identifikation durch öffentlichkeitsbezogene Kommunikation stärken. Ein erster Schritt war die Erarbeitung eines gemeinsamen, einheitlichen Begriffs zwischen Stadtmarketing und Stadtentwicklung, so dass nunmehr von „OberhausenCity“ gesprochen wird. Die baukulturelle Identität der „Parkstadt Oberhausen“ als historisches und als neues Leitbild wurde von der Stadtgesellschaft anerkannt.

Beispiele des Fassadenprogramms Beispiele des Fassadenprogramms

  • Gebäudemodernisierung: Das innerstädtische Wohnen hat in der Innenstadt Alt-Oberhausen Tradition. Aufbauend auf den vorhandenen Qualitäten soll OberhausenCity wieder zu einem attraktiven, besonders urbanen Wohnstandort in der Gesamtstadt Oberhausens entwickelt werden. In einem ersten Schritt wurden eine umfassende Bestandsaufnahme und Typisierung der Gebäude vorgenommen, sowie beispielhafte Modernisierungsmöglichkeiten erarbeitet. Auf deren Grundlage funktioniert auch die vom Büro vor Ort angebotene Modernisierungsberatung für Eigentümer. Weitere Impulse sollen von dem Fassadenprogramm und beispielhaften Projekten für die Gestaltung von Wohnhöfen ausgehen.
  • Öffentliches Grün und Stadtplätze: Die Qualitätsstandards aus der Vergangenheit sollen Maßstäbe setzen für die zukünftige Baukultur, für grüne Elemente und für die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Einige öffentliche Freiflächen, wie z. B. der Grillo-Park vor dem Rathaus wurden bereits restauriert und wieder als Stadtparks in der „Parkstadt Oberhausen“ aktiviert.
  • Kultur- und Bildungsangebote zur Stabilisierung der Nachbarschaften: Wohnmilieus mit einem großen Anteil an Bevölkerung mit geringem Einkommen, Kinderhaushalten, Betagten, Erwerbslosen und Migranten bedürfen einer auf ihre Lebenssituation abgestimmten Angebotsstruktur. Denn gerade diese gesellschaftlichen Gruppen sind weniger mobil und verfügen nur über geringe Ressourcen, sich an Kultur- und Bildungsangeboten in der Stadt zu beteiligen. Desto wichtiger werden primäre und lokale Kommunikations- und Aktionsräume in diesem Bereich. Ein erster Schritt dazu war es, die vorhandenen Angebote für bestimmte Lebenssituationen aufzulisten, sie unter den Multiplikatoren in der Gesamtheit publik zu machen und für diese Angebote bei den Zielgruppen zu werben.
  • Integration durch Bildungsoffensive: Im gesamten Bereich OberhausenCity herrscht eine große soziale Distanz zwischen den einzelnen Milieus, die sich negativ auf das Zusammenleben der Menschen im Stadtteil auswirkt. Sozialpädagogische Handlungsansätze sollen künftig die Möglichkeit zur Interkulturellen Kommunikation schaffen und fördern. Dazu gehört der Ausbau niederschwelliger zielgruppenorientierter Bildungs- und Erziehungsangebote vor Ort. Aber auch konkrete aktivierende Projekte für die Wohnbevölkerung zur Steigerung der Kommunikation und der Identifikation mit dem eigenen Stadtteil.
  • Spielkonzept: OberhausenCity wird nur dann dauerhaft an Attraktivität gewinnen, wenn der Stadtteil für die hier lebenden Kinder und Jugendlichen und deren Familien attraktiv ist. Eine familienfreundliche Stadt, in der man sich „spielend“ bewegen kann, wird sich nicht zuletzt auch attraktiv für Besucher darstellen, die sich hier auch während des Einkaufens aufhalten sollen. Also gehört die Verbesserung des Spiel- und Freizeitangebotes vor allem für Familien mit geringem Einkommen, Kinder und Jugendliche, zu den wesentlichen Aufgaben im Rahmen der Verbesserung des Wohnumfeldes in der Innenstadt.

Organisation und Lokale Partner

Das Dezernat Planen, Bauen, Wohnen hat ein Büro im Stadtteil eingerichtet, in dem ein Team, das mit Mitarbeiter/-innen unterschiedlicher Fachrichtungen besetzt ist, arbeitet. Dies konnte bereits vor Antragstellung zum Programm „Soziale Stadt“ geschehen, weil es gelungen war, Sponsoring-Gelder lokaler Partner dafür einzusetzen.

Die strategische Ausrichtung und die Mittelverwendung im „Projekt-TeamCity“ werden von einem mehrfach jährlich tagenden „Lenkungsgremium“ bzw. seit 2010 von einem „Beirat“ kontrolliert. Das Gremium ist mit Vertretern der Ratsfraktionen sowie mit Vertretern aus dem Stadtteil besetzt (Citymanagement; Lokale Ökonomie, Gastronomie/Hotellerie, Dienstleister, Immobilieneigentümer, Kirchen, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Integrationsrat. Mehrfach konnten im Einzelfall weitere Sponsoring-Mittel akquiriert werden, da die Bedeutung der Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen von den lokalen Akteuren erkannt ist.

Im Jahr 2008 wurde durch eine Reorganisation auf der Basis einer Kooperationsvereinbarung das lokale Citymanagement mit dem Prozess der Stadterneuerung verknüpft.

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2003
Auftaktveranstaltung „Masterplan Innenstadt“ mit anschließenden Planwerkstätten
Feb 2004
Das Stadtteilbüro wird eröffnet und beginnt seine Arbeit mit der Erkundung, Bürgerbefragung, vertiefter Analyse.
Mai 2004
Der Rat der Stadt Oberhausen beschließt, die Innenstadt Alt-Oberhausen beim Land Nordrhein-Westfalen für das Landesprogramm „Soziale Stadt NRW“ anzumelden.
2004-2005
Veranstaltungsreihe „Modernisierungsoffensive“ zur Information von Immobilieneigentümern u.a. mit Tagung, Diskussion mit Schlüsselpersonen im Stadtteil, Arbeitskreis, 3-wöchige Ausstellung mit Handwerkermarkt, Vortragsreihe
Mai 2005
Konstituierende Sitzung des Lenkungsgremiums
2005
Rege Beteiligung am Nachbarschaftsfest Rege Beteiligung am Nachbarschaftsfest
1. Nachbarschaftsfest an der Friedenstraße

Broschüre „Angebote für Jugendliche: 4teens“ erscheint

Jun 2006
Aufnahme in das Programm „Soziale Stadt“
2006
Start der Mobilen Spielangebote: tägliche Spielangebote auf den Schulhöfen

Entwicklung und Start der Imagekampagne „OberhausenCity“

Veröffentlichung des Sanierungsratgebers: „Schönes Wohnen in der City“

Start des privaten Fassadenprogramms 2006

Fertigstellung des ersten neuen „Spielplatz am Forum Marktstraße“.

2006 –2007
Veröffentlichung von Angebotsbroschüren „Jung sein in der City“, „Alt werden in der City“, „Familie in der City“
2007
erste Mittelbewilligung aus dem Landesprogramm

Beginn regelmäßiger Modernisierungsberatung (Probephase); Bildungsoffensive; Quartiersbudget; Ausstellungen: „Geschichte der Migration“, „Neues Bauen in alten Häusern“ und städtebauliches Gutachterverfahren

2008
verzögerte Abarbeitung aufgrund Auflagen der Haushaltsaufsicht; Prozess Reorganisation;

1. SommerForum – große Beteiligungsaktion auf dem Saporisha-Platz

2009
Beteiligung am Wettbewerb „Standort Innenstadt NRW“ mit dem lokalen CityO.-Management e.V.

Start des ESF-Programms „Stärken vor Ort“

2. SommerForum 150 Jahre Altmarkt; zusammen mit Aktion „Sehen lernen / Sehstation“

Konjunkturpaket II: Umbau Bert-Brecht-Haus/Saporisha-Platz – städtebauliche Wettbewerbe

erstmalige Herausgabe der Imagebroschüre: „OberhausenCity | in echt!“

Baubeginn Eduard-Berg-Platz (Spielraum)

2009/2010
Gewinner im Wettbewerb „Ab in die Mitte – Die City-Offensive NRW 2010“ mit dem Konzept „BBQ – Aufbruch im Bert-Brecht-Quartier
Perspektiven

Die Fortführung und Weiterentwicklung der wichtigsten Handlungsbereiche

  • Modernisierungsberatung und Immobilien
  • Soziale Nachbarschaften / Bildungsoffensive
  • Kultivierung des öffentlichen Raums (Grün/Stadt- und Spielplätze)

sind in einem Entwicklungskonzept definiert. Die Realisierung ist abhängig von einer Lösung der haushaltsrechtlichen Blockade und bedarf einer zeitlichen Perspektive von etwa 5-6 Jahren.

 



 Ansprechpartner

Koordination

Franz-J. Muckel, Citymanager
Projektleiter Projekt-TeamCity
Stadt Oberhausen
Dezernat Planen, Bauen, Wohnen
5-0-00 Projekt-TeamCity
Marktstr. 186

Fon.: +49 (0) 208 / 8253351
Fax: +49 (0) 208 / 8253370

E-Mail:
projekt-team-city@oberhausen.de

Website:
www.oberhausen.de / Wirtschaft und Strukturwandel / OberhausenCity

Stadteilbüro

Dipl.-Ing. Anja Thiel
Stadtplanerin
Dr. Ute Jordan-Ecker
Sozialwissenschaftlerin

Stadt Oberhausen
Dezernat Planen, Bauen, Wohnen
5-0-00 Projekt-TeamCity
Marktstr. 186

Fon.: +49 (0) 208 / 8253351
Fax: +49 (0) 208 / 8253370

E-Mail:
projekt-team-city@oberhausen.de

Website:
www.oberhausen.de / Wirtschaft und Strukturwandel / OberhausenCity

Stand: März 2010
Autor/-in: Anja Thiel, Ute Jordan-Ecker

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