Oberhausen Knappenviertel
Meilensteine
Ansprechpartner


Bilanz nach 7 Jahren Programmlaufzeit

Zwischen 1996 bis 2002 wurde das Oberhausener Knappenviertel aus Mitteln des Programms „Soziale Stadt – NRW“ gefördert. Im Rahmen des Stadtteilprojektes sind über 200 Einzelmaßnahmen und Projekte umgesetzt worden, die durch das vor- Ort eingerichtete Stadtteilbüro koordiniert wurden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Viele der entwickelten Maßnahmen basieren im Sinne der "Lokalen Agenda 21" auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit, das heißt, viele Einrichtungen und Initiativen bestehen auch nach dem offiziellen Projektende weiter. Mit dem Umbau des Bunkers "Alte Heid" in Verbindung mit dem Neubau des Stadtteilzentrums Ost zog neues Leben in diesen Teil des Knappenviertels. Hiermit verbunden sind zusätzliche Dienstleistungs- und Bildungsangebote. Aber auch Sprach- und Gesundheitsförderangebote für Kinder wurden bei Institutionen und Einrichtungen im Viertel installiert.

Vielfältige bauliche Erneuerungen und das durchgeführte Fassadenprogramm haben zu einer wesentlichen Verbesserung des Erscheinungsbildes des Knappenviertels geführt, woran auch die gestiegene Investitionsbereitschaft der Eigentümer einen Anteil hat. Es wurden Straßen erneuert und verkehrsberuhigt. Neben der Neugestaltung aller Schulhöfe und Spielflächen im Projektgebiet erhielten auch der Uhlandplatz und der Uhlandpark ein neues Gesicht. Die praktizierte Bürgerbeteiligung trug insgesamt zu einer größeren Akzeptanz von Veränderungen im Knappenviertel bei.

Die im Projekt entstandene Initiative der Gewerbetreibenden und Einzelhändler (KinO. e.V.) engagiert sich auch acht Jahre nach dem Projektende für die Belange des Viertels. Sie führte nicht nur das jährliche Stadteilfest fort, sondern veranstaltet mittlerweile viele weitere jährliche Festivitäten vom Jahrmarkt bis zum Seifenkistenrennen. Auch die vierteljährliche Herausgabe der Stadtteilzeitung „Knappenreport“ wurde von K.in.O übernommen und deren Qualität bis zur heutigen 45. Ausgabe stetig gesteigert.

Das durchgeführte Stadtteilprojekt gab dem Viertel vielfältige neue Impulse. Darüber hinaus war es aufgrund der Vielschichtigkeit und Komplexität des integrierten Handlungsansatzes ein Lernfeld für die Beteiligten aus Politik, Verwaltung, Vereinen und Bürgerschaft. Durch die Kooperationsbereitschaft und das Engagement aller Beteiligten ist ein Netz neuer Kommunikation und Zusammenarbeit im Stadtteil entstanden, das auch viele Jahre nach dem Projektende Bestand hat.

Eine im Jahr 2001 durchgeführte Anwohnerbefragung von 500 Haushalten (1/6 aller Haushalte) zum Stadtteilprojekt Knappenviertel ergab unter anderem, dass sich nach Einschätzung der Bewohner das Image des Viertels in der Innen-, wie auch in der Außenwahrnehmung wesentlich verbessert hat.

Im Jahr 2002 erhielt das Stadtteilprojekt Knappenviertel den "Preis Soziale Stadt". Aus der Laudatio hieß es:

„Das Projekt ist in seiner Innovationskraft und mit seinem Mut außerordentliche Herausforderungen anzunehmen, beispielhaft für andere Stadtumbauprojekte in der Bundesrepublik.“

Seit dem 01.01.2004 befindet sich Oberhausen Knappenviertel formell nicht mehr im NRW-Landesprogramm Soziale Stadt NRW.

Gebietscharakter und Ausgangslage
Der Uhlandplatz vor dem Umbau Der Uhlandplatz vor dem Umbau

Im Knappenviertel leben 6.922 Menschen auf einer Fläche von ca. 126 ha (Stand: 12/05). Das baulich sehr vielfältige Gebiet besteht aus Blockrandbebauung (großenteils noch aus der Jahrhundertwende), zwei- bis viergeschossiger Zeilenbebauung der 50er- und 60er Jahre, aber auch aus bis zu zwölfgeschossigen Hochhäusern.

Das Image des Knappenviertels wurde lange Zeit durch die im Viertel befindliche älteste und größte städtische Obdachlosensiedlung Oberhausens geprägt. Faktisch deuten aber hohe Anteile von Arbeitslosen, Sozialhilfeempfängern und Alleinerziehenden auf die vorherrschenden sozialen Problematiken hin.

Potenziale und Handlungsansätze

Die langjährige Stadtteilerneuerung im Knappenviertel bezieht neben städtebaulichen Belangen wie z.B. dem Umbau von Straßen, Plätzen und Schulhöfen auch soziale, ökologische, kulturelle, lokalökonomische und beschäftigungswirksame Aspekte mit ein. Potenziale boten die verschiedensten Bereiche:

  • Der zentral gelegene Uhlandplatz ist in städtebaulicher Hinsicht bedeutend.
  • Der Uhlandpark bietet Nutzungsmöglichkeiten im Freizeitbereich.
  • Plätze, Schulhöfe und ein Hochbunker (seit März 1998 in städtischem Eigentum) bergen Gestaltungspotenzial.
  • Die Knappenhalde – mit 108 m der höchste "Berg" Oberhausens – ist mit einem Aussichtsturm ein echtes Highlight.
  • Eine große Wohnungsgesellschaft ist zentraler Ansprechpartner für den Wohnungsbestand.
  • Potenzielle Kooperationspartner sind lokale Initiativen und Einrichtungen (z.B. aus der Gemeinwesenarbeit oder eine Initiative von Gewerbetreibenden) und Stadtteilbewohner in bestehenden Nachbarschaftshilfestrukturen.
  • Städtebauliche und ökonomische Potenziale bieten minder genutzte Freiflächen sowie Leerstände in einigen Gebäuden.
  • Mit der Knappenstraße besitzt das Viertel einen funktionierenden Versorgungsschwerpunkt des Einzelhandels.

Während des gesamten Projektverlaufes hat sich deutlich gezeigt, wie wichtig die Arbeit mit Einrichtungen ist, die im Stadtteil ansässig sind oder den Stadtteil gut kennen. Dadurch besteht eine Vertrauensbasis, die für viele Vorhaben unbedingt notwendig ist. Akteure können so erheblich leichter für Projekte gewonnen werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Stadtteilarbeit ist der Aufbau von Netzwerken. Die Zusammenarbeit innerhalb dieser Strukturen ermöglicht die kurzfristige Umsetzung vielfältigster großer oder kleiner Projekte. Auf diese Weise werden Kräfte gebündelt, Ressourcen geschont und dadurch die Möglichkeit geschaffen, mehr "auf die Beine zu stellen" als jeder einzelne Akteur alleine realisieren könnte.

Organisation und Lokale Partner

Die kommunale Federführung lag beim Planungsamt der Stadt Oberhausen. Motor für die Erneuerung im Quartier und für die Aktivierung und Vernetzung der Akteure war das deutsch-türkisch besetzte Stadtteilbüro. Der Beirat des Projektes Knappenviertel hatte entscheidende Lenkungs- und Kontrollfunktion. Er setzt sich zusammen aus Vertretern der Parteien sowie einem Mitglied des Ausländerbeirats, einer Vertreterin der Wohlfahrtsverbände, der Vereine der ev. Kirche und einem Vertreter der kath. Kirche. In achtwöchigem Turnus berät der Beirat über anstehende Projekte und Maßnahmen. Für deren Umsetzung spricht er Empfehlungen an die Bezirksvertretung aus, die das beschlussfassende politische Gremium für das Stadtteilprojekt ist. Auf diese Weise sind kurze Verfahrens- und Beschlusswege garantiert.

Das vielfältige Akteursgeflecht zeigt die folgende Grafik.

ILS NRW, in Anlehnung an Stadtteilprojekt Knappenviertel ILS NRW, in Anlehnung an Stadtteilprojekt Knappenviertel

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
1996
Startpunkt – Stadtteilprojekt Knappenviertel

Eröffnung des Stadtteilbüros mit einem Straßenfest

Konstituierende Sitzung des Beirats Knappenviertel

1997
Soziale und kulturelle Maßnahmen – Frauencafé, Sozialhilfe- und Ausländerberatung vor Ort, Einrichtung einer Mädchengruppe, projektbegleitende Fotodokumentation, Fotoausstellung "Türkisches Leben im Revier"

Erste bauliche Maßnahmen – u.a. Erneuerung des Bolzplatzes Uhlandstraße und Maßnahmen zur Schulwegsicherung

1997
Zuckerfest – Fest zur interkulturellen Verständigung – von diesem Zeitpunkt an ein jährliches Ereignis im Stadtteil

Bürgerspaziergang – Erkundung des Stadtteils

Stadtteilfest im Uhlandpark (von da an jährlich)

1998
Pflanzaktion mit Kindern

Zukunftswerkstatt – Workshop zur Ziel- und Leitbildentwicklung

Zusammenschluss des Aktionsbündnis Gesundheit

Aufbau einer Stadtteilzeitung

seit 1998
Jugendliche in einer Arbeiten+Lernen-Maßnahme beim Schulhofumbau Jugendliche in einer Arbeiten+Lernen-Maßnahme beim Schulhofumbau
Sprachförderung in Kindergärten, Deutschkurse für türkische Frauen, Kinder- und Jugendkulturprojekt

Weitere bauliche Maßnahmen: Neubau eines Jugendvereinsheimes -Sportplatz SC 20, Erneuerung – Teilstück Brücktorstraße, Verkehrsberuhigungsmaßnahme obere Uhlandstraße, ökologischer Umgang mit Regenwasser – Pilotprojekt zur Regenwasserversickerung, Schulhofumgestaltung Falkensteinschule

1999
Gründung der Werbegemeinschaft K’in’O (KnappenInitiative Oberhausen)

Beginn des Projektes Ganztagsbetreuung an der Knappenschule

Sommerspiele

Grundsteinlegung zum Umbau des Bunkers ,Alte Heid‘ zum Bürgerzentrum mit Straßenfest

Beginn des MUS-E-Projektes an Stötzner- und Knappenschule

Veranstaltung des Kinder- und Jugendkulturprojektes

Weitere bauliche Maßnahmen: Umbau – Teilstück Knappenstraße, Schulhofumgestaltung Knappenschule, Förderung der Fassadenrenovierung und Innenhofbegrünung

2000
Informationsveranstaltung zum Bunkerprojekt

Bauphase des Bürgerzentrums

Weitere bauliche Maßnahmen: Umgestaltung von Schulhöfen und Spielflächen

2001
Offizielle Eröffnung des Bürgerzentrums "Alte Heid" und Eröffnung des Bunkermuseums Oberhausen
Der Bunker mit neuem Obergeschoss Der Bunker mit neuem Obergeschoss
2001
Bürgerversammlung im Bürgerzentrum "Alte Heid"

Das Branchenbuch für den Stadtteil erscheint

2002
Bürgerbefragung Knappenviertel, Evaluation

Seniorenmesse im Bürgerzentrum

Workshop Umgestaltung Uhlandpark

Weitere bauliche Maßnahmen: Erneuerung des Uhlandparks, Neugestaltung des Uhlandplatzes und der Uhlandstraße, Neubau Bolzplatz ,Alte Heid‘, Neubau und Begrünung der Straße ,Alte Heid‘, Umbau des Strickersweges zur Spielstraße und Komplettsanierung der städtischen Siedlung Strickersweg, Teilerneuerung der Bismarckstraße

Workshop Abschlussveranstaltung "Stadtteilprojekt Knappenviertel"

Materialien zum Download

Projektbericht Oberhausen-Knappenviertel 2001 (PDF 2,5 MB)



 Ansprechpartner

Koordination

Dipl.-Ing. Regina Dreßler
5-1-10
Fachbereichsleitung Stadtentwicklung
Technisches Rathaus
Bahnhofstr. 66
46145 Oberhausen

Fon: +49 (0) 2 08 / 825-24 49
Fax: +49 (0) 2 08 / 825-52 60

E-mail:
regina.dressler@oberhausen.de

Stadtteilbüro

Dipl.-Ing. Uwe Wilzewski
Stadtteilbüro
Wilmsstraße 47
46049 Oberhausen

Fon: +49 (0)2 08 / 620 19 90
Fax: +49 (0)2 08 / 620 19 98

E-mail:
stadtteilbuero.lirich@oberhausen.de


Stand: März 2010
Uwe Wilzewski, Stadtteilbüro

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