Remscheid Rosenhügel
Meilensteine
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Gebietscharakter und Ausgangslage
Blick auf Remscheid Rosenhügel Blick auf Remscheid Rosenhügel

Rosenhügel ist ein Arbeiterstadtteil in der kreisfreien Stadt Remscheid (120.000 Einwohner, Mittelzentrum) im Bergischen Land. Der Stadtteil liegt in der Nähe der Innenstadt und hat 3.850 Einwohner bei einer Größe von rd. 39 ha.

Ehemalige Werkswohnungen Ehemalige Werkswohnungen

Entgegen der Vermutung, dass der Stadtteil seinen blumigen Namen von Rosengärten hat, leitet er sich von „Rossenhügel“ ab, geht also auf die Rosse (Pferde) und Fuhrwerke zurück, die in der Vergangenheit das Ortsbild prägten. Die Bewohner waren vor allem in der unmittelbar angrenzenden Bergischen Stahlindustrie beschäftigt oder in kleinen Betrieben im Bereich der Werkzeugherstellung. Diese Nähe zur Industrie führte im 2. Weltkrieg zu einer weitgehenden Zerstörung des Stadtteils.

Nach dem Krieg entstanden verschiedene Wohnheime für Flüchtlinge aus Ostpreußen und Pommern. Schon früh kamen viele Gastarbeiter vor allem aus Italien, für die eine eigene Siedlung („Klein Palermo“) gebaut wurde. Heute leben im Stadtteil viele Menschen mit Migrationshintergrund, mit 35,3% liegt der Anteil deutlich über dem gesamtstädtischen Durchschnitt (Gesamtstadt 14,8 %). Der Anteil der Kinder und Jugendlichen liegt bei etwa 21% und damit leicht über dem städtischen Durchschnitt (Gesamtstadt 19 %). Auch der Anteil der Sozialhilfeempfänger ist mit 5,9 % höher als in der Gesamtstadt (3,9 %) (Stand 31.12. 2003).

Typischer Straßenzug Typischer Straßenzug

Das ehemals positive Erscheinungsbild und Image des Stadtteils änderte sich nach und nach, ausgelöst durch den wirtschaftlichen Strukturwandel sowie veränderte Ansprüche an den Wohnraum.

Folgen für den Stadtteil sind:

  • schlechter Zustand vieler Wohnungen, insbesondere aus der Zeit des Wiederaufbaus
  • zunehmender Wohnungsleerstand
  • mangelnde Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum durch zu wenige bzw. unattraktive Grün- und Freiflächen
  • fehlende Freizeit- und Betreuungsinfrastruktur für Kinder und Jugendliche
  • Tendenz zur Segration
  • fehlende Kommunikationsmöglichkeiten im Stadtteil

Potenziale und Handlungsansätze
Haus in der Stephanstraße vor und nach der Fassadengestaltung Haus in der Stephanstraße vor und nach der Fassadengestaltung

Der Stadtteil Rosenhügel besticht durch seine guten Lageeigenschaften: er bietet einerseits die Nähe zur Innenstadt und grenzt zum anderen an den Grüngürtel der Stadt. Es sind Flächen vorhanden, die für Spiel und Freizeit oder qualitätsvollen Wohnungsneu- bzw. umbau genutzt werden können.

Neben diesen räumlichen Potenzialen gibt es eine erkennbare Bereitschaft der Bewohnerinnen und Bewohner aktiv an der Veränderung ihres Stadtteils mitzuwirken. Diese Bemühungen müssen kontinuierlich unterstützt werden.

Das Integrierte Handlungskonzept setzt Schwerpunkte in folgenden Handlungsfeldern:

Neugestaltete Freiflächen Neugestaltete Freiflächen

  • Städtebauliche Entwicklung und öffentlicher Raum
    Der mit Bürgerbeteiligung entstandene städtebauliche Rahmenplan bildet die Grundlage für weitere Projekte und Maßnahmen. So soll bspw. das Gelände eines ehemalig genossenschaftlichen Lagerhauses für die Gestaltung von Grünflächen genutzt werden, die allen Generationen zur Erholung und Begegnung im Freien dienen sollen.
  • Wohngebäude und Wohnumfeld
    Es wurde geplant, eine Reihe von nicht erhaltenswerten Mietshäusern entlang der Durchgangsstraße abzureißen und durch eine attraktive Wohnbebauung zu ersetzen. Ein Projekt zur Förderung der Fassaden- und Hofgestaltung soll das städtebauliche Erscheinungsbild verbessern. Im Zuge dieses Projektes sind bis heute eine Vielzahl von Gebäudefassaden aufgewertet worden.
  • Zusammenleben
    In Arbeitsgruppen werden gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Akteuren aus dem sozialen Bereich, der Jugendarbeit, der Institutionen und der Vereinsarbeit verschiedene Projekte initiiert und durchgeführt, z. B. Stadtteilfeste, Aktionen für Kinder und Jugendliche innerhalb und außerhalb der Ferienzeit und Spielplatzbetreuung durch Paten aus der Anwohnerschaft.

Diese gemeinsamen Aktionen verbessern das Angebot und fördern gleichzeitig die Kommunikation innerhalb des Stadtteils.

Organisation und Lokale Partner

Das Stadtteilmanagement betreut seit 2002 die Aktivitäten in Rosenhügel. Im Dezember 2004 wurde das Stadtteilbüro in einem ehemaligen Ladenlokal in zentraler Lage eröffnet. Träger des mit zwei Mitarbeiterinnen besetzten Stadtteilbüros ist die Stadt Remscheid. Das Dezernat Bildung, Jugend, Soziales, Gesundheit und Sport hat die Projektkoordination.

Gremien Gremien

Lokale Partner/Hauptakteure:

  • Bürgerverein Rosenhügel
  • IKE Förderverein für interkulturelle Erziehung e. V.
  • Stadtteil e.V.
  • ISS Netzwerk
  •  

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2001
„Soziale Stadt“ wird ein Projekt im Rahmen der Regionale 2006. Der Stadtteil Rosenhügel wird für Remscheid ausgewählt.
2002
1. Stadtteilkonferenz. Organisation: Dezernat Bildung,Jugend, Soziales, Gesundheit und Sport in Kooperation mit Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen, Köln; jährliche Durchführung mit wechselnden Themenstellungen

Ideenworkshop – Bildung erster Arbeitsgruppen: Freiflächen, Kinder- und Jugendliche, Konsumgebäude. Teilnehmer: Bewohner, Fachleute aus Verwaltung und Institutionen. Aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppen entsteht das Integrierte Handlungskonzept für Rosenhügel

Das Stadtteilmanagement nimmt seine Arbeit auf

Aufnahme des Stadtteils in das integrierte Handlungsprogramm Soziale Stadt NRW

2003
Jugendliche beim Stadtteilfest Jugendliche beim Stadtteilfest
1. Stadtteilfest am Rosenhügel mit ca. 500 Personen. Seitdem jährlich

Spielaktionen in Kooperation mit dem Spielmobil der freien Jugendhilfeträger, den Spielplatzpaten und engagierten Einwohnern

Start regelmäßiger Herbst- und Osterferienprogramme für Kinder

1. Harry-Potter-Nacht. Veranstalter: Stadt Remscheid in Kooperation mit Akteuren im Stadtteil, Westdeutsches Tourneetheater, THW

2004
In-door Spielaktionen als Kooperationsprojekte. Kooperationspartner: Stadtteil e.V. und die Arbeitsgemeinschaft offener Türen Remscheid

Großes Anwohnertreffen. Teilnehmer: 40, Schwerpunkt: Information zur Umsetzung des geplanten Städtebaulichen Rahmenplans

Beauftragung der Städtebaulichen Rahmenplanung. Der Rahmenplan dient als Instrument der Stadtplanung als Grundlage der Veränderungen im öffentlichen Raum

Bürgerbeteiligung zur Rahmenplanung in mehreren Veranstaltungen

Das Stadtteilbüro wird eröffnet

2005
Hier soll eine Freizeitfläche entstehen Hier soll eine Freizeitfläche entstehen
Start des Projektes „Qualifizierung von Migrantinnen“

Das Angebot sieht drei Module vor:

  1. Bildungscafé - ein Angebot in lockerer Atmosphäre Begegnung, Bildung, Information, Integration und Gemeinschaft zu erleben
  2. Sprachkurse zum Erlernen der deutschen Sprache
  3. Wege zur beruflichen Qualifizierung „Was kann ich – was möchte ich?“

Start des Projektes „Spielplatzbox“

Start des Projektes „Bildungscafe“ im Stadtteilbüro Behandlung von Schwerpunktthemen wie Einfinden in eine fremde Kultur, Stärkung der Selbständigkeit, Umgang mit Gewalt, Gesundheit, Kreativität, Besuche von Einrichtungen wie Bibliothek, Behörden, Nutzung kultureller Angebote

Ratsbeschluss zur Rahmenplanung

Beschluss zur Umgestaltung des „Konsum“ als öffentliche Freifläche

1. Sommerferienprogramm am Rosenhügel

1. Balkonwettbewerb am Rosenhügel

Start des M-use Projektes an KGS Menninghausen und der GGS Mannesmann

Beginn des Fassadenprogramms „Farbe in den Stadtteil“

Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung des „Konsums“

Start eines Alphabetisierungskurses

Start einer Zukunftswerkstatt für Jugendliche

Prämierung des Balkonwettbewerbes

Podiumsdiskussion im WTT –Unterschiedliche Herkunft- anderes Leben?

Die Endfassung zur Gestaltung des Konsumgeländes durchläuft die Gremien

Herausgabe der ersten Stadtteilzeitung

2006
Am 4. Februar 2006 Beginn der Talentsuche am Rosenhügel für die Revue – Talentnachmittag im WTT

Erstes Treffen Rosenhügeler Senioren

Start eines Theaterprojektes in Kooperation von WTT und GHS Rosenhügel

Die Krimis im WTT – Eine Veranstaltung zur Verbrechensvorbeugung in Kooperation des Kommissariats Vorbeugung, dem WTT und dem Stadtteilbüro Rosenhügel

Eröffnung des Kleiderladens des Kinderschutzbundes Remscheid in einem leerstehenden Ladenlokal- Damen verschiedener Nationalitäten vom Rosenhügel arbeiten dort ehrenamtlich

Figuren führen uns durch Rosenhügel – Start des Kunstprojektes in Kooperation mit der Kunst- .und Musikschule und der GHS Rosenhügel

Podiumsdiskussion im WTT – Unterschiedliche Herkunft- Gleicher Alltag? Weitere Veranstaltungen mit wechselnden Themen

Prämierung des Luftballonwettbewerbes

Prämierung des 2. Blumenschmuckwettbewerbes

Im Rahmen des Fassadenprogramms wurden 52 Bewilligungen ausgesprochen – knapp 70 Häuser können damit neu gestaltet werden

1. Generationengespräch im Stadtteilbüro

2007
Start eines zweisprachigen Vorbereitungskurses Deutsch für Damen mit geringer Schulbildung

Mus-e Fest und Plakettenübergabe in St Josef und an der GGS Mannesmann

Stabpuppen der GHS Rosenhügel werden im Stadtteilbüro ausgestellt

Generationsübergreifendes Projekt mit der GHS Rosenhügel – Senioren im Gespräch mit Schülern der Klasse 7

Herausgabe des 1. Rosenhügel Kalenders

Stadtteil im Aufwind

2008
Stadtführung für Migranten

1. Märchennachmittag im WTT – Große Rosenhügeler lesen für kleine und große Leute

1. Treffen der Migrantinnen 50+

Treffen des Gesprächkreises Deutsch

Rosenhügel wird picobello, Aufräumtag im Bergischen

Start des Sprachkurses Deutsch Sprechen –Deutsch in kleinen Schritten

1. Ehrenamtlichenausflug zum Zirkus Barelli nach Wuppertal

1. Ehrenamtlichenfeier mit Ehrung im Stadtteilbüro

Muse Fest an der GGS Mannesmann mit Spendenübergabe der Lions

Abschlussfeier der Regionalen Runde

Besucherkarusells Parade Paradiso

Stezenlauf und Bodypercussion in Solingen

Bläser in Wuppertal Oberbarmen

Großfiguren in Remscheid

Schrottpercussion in Wuppertal Ostersbaum

Parade Paradiso auf dem NRW-Tag in Wuppertal

„Nutze deine Chance“ startet mit Hausaufgabenhilfe/ Nachhilfe ab 5. Klasse in den Räumen des ISS-Netzwerkes, Hügelstr. 34

1. Sport- und Spielefest am Rosenhügel

Rosenhügel blüht auf- Blumenzwiebelpflanzaktion der Anwohnergruppe

Baumbeleuchtung am Stadtteilbüro

Weihnachtsmarkt im Untertal

2009
Konsumabriss beginnt

Gründung des Bürgervereins Rosenhügel

9. Ausgabe der Stadtteilzeitung ist gedruckt

Erste Ausgabe ohne Förderung

1. Spatenstich für die Neugestaltung des Konsumgeländes

Start der BBZ’s – 1. Vortrag im Stadtteilbüro

Bergische MUS-E Ausstellung –Start im Rathaus Remscheid

Fest für Ehrenamtler

Ausstellung „Rosenhügel – gestern und heute“ im Stadtteilbüro

BBZ Wohnen im Alter

Start: Bürgerbeteiligung – Namensfindung für das Konsumgelände

Start des Beratungsangebotes Suchthilfe und soziale Beratung im Stadtteilbüro

Energieberatung im Bildungscafé Rosenhügel

Start der Schreibwerkstatt Rosenhügel

Bürgerverein installiert die Weihnachtsbeleuchtung

Baugenehmigung für das Bewilligte Spielhaus liegt vor.

Weihnachtsmarkt im Untertal

Weihnachtsfeier der Senioren

2010
Winterbasar der Seniorengruppe

Seminar „Sicher Fühlen“ mit der Krebshilfe NRW

1. Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Rosenhügel

Eröffnung des Bergischen Lernladens im Rahmen des Begleitprogrammes BIWAQ

Perspektiven

Die Stadt Remscheid hat durch ihre Initiative den Aufwertungsprozess in Rosenhügel angestoßen. Dabei setzt insbesondere die Einrichtung des Stadtteilmanagements vor Ort ein wichtiges Signal für die Bürgerinnen und Bürger. Bereits jetzt ist festzustellen, dass die mangelhafte Kommunikation im Stadtteil durch die verschiedenen Aktionen, wie z. B. das gemeinsam gestaltete Stadteilfest, wesentlich verbessert werden konnte. Darüber hinaus wird der Stadtteil durch Berichte über das aktive Geschehen und geplante Veränderungen auch von außen positiver wahrgenommen.

Die Einbeziehung des Stadtteils in die REGIONALE 2006 als Verbundprojekt gemeinsam mit Stadtteilen aus den bergischen Nachbarstädten Wuppertal und Solingen hat dem Erneuerungsprozess zusätzliche Schubkraft gebracht. Bei der gemeinsamen Entwicklung von Projekten zum Thema Wohnen und Arbeiten können die Akteure voneinander lernen und geeignete Ideen übertragen.

Als Meilenstein auf dem Wege zur Verstetigung der begonnenen positiven Entwicklungen im Stadtteil stellt sich die Gründung des Bürgervereins Rosenhügel im Jahr 2009 dar. Mit der Gründung des Vereins haben die Bewohner des Stadtteils eine solide Basis für ein starkes bürgerschaftliches Engagement auch über das voraussichtliche Ende des Förderzeitraums im Jahr 2012 hinaus geschaffen.

 



 Ansprechpartner

Stadtteilbüro

Marion Noisten
(Stadtteilmanagement)
Stephanstraße 2
42859 Remscheid

Fon: +49 (0) 21 91 / 46 01 442
Fax: +49 (0) 21 91/20 99 612
E-Mail: Marion.Noisten@remscheid.de

Stand: April 2010
Petra Hellmann-Wien, Stadt Remscheid

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