Stolberg Velau / Auf der Mühle
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Bilanz

Das Projekt „Soziale Stadt Stolberg-Velau/Auf der Mühle wurde zwischen dem 1. Oktober 2008 und dem 31. Dezember 2013 durchgeführt.

Das Integrierte Handlungskonzept des Projektes in Stolberg umfasste 14 Teilprojekte, das durch das Städtebauministerium im Durchführungszeit-raum zusätzlich als 15. Teilprojekt durchgeführte MUS-E-Projekt sowie die Aufgabenbereiche des Stadtteilmanagements.

Die Teilprojekte des Integrierten Handlungskonzeptes wurden in einer breit angelegten Bürgerbeteiligung in Zukunftswerkstätten mit den Bewohnerinnen und Bewohnern entwickelt und im Rahmen der Bürgerbeteiligung in 4 Arbeitsgruppen qualifiziert, die während der Förderphase des Projektes bis zur Umsetzung des jeweiligen Teilprojektes kontinuierlich den Fortgang der Teilprojekte begleiteten. Die Arbeitsgruppenarbeit wurde durch die Fachabteilungen der Stadt Stolberg begleitet. Zur fachlichen Qualifizierung und Herstellung der Umsetzungsfähigkeit von Teilprojekten wurden weitere externe Expertinnen und Experten hinzugezogen.

Die entwickelten und qualifizierten Teilprojekte wurden in vier Entwicklungsbereichen (siehe Materialien) realisiert, die besondere Problemfelder im Quartier darstellten:

  • Wohnen und Wohnumfeld
  • Familien und Generationen
  • Lokale Ökonomie, Arbeit und Qualifizierung
  • Interkultureller Dialog

Die Stärken, Schwächen und Chancen des nahezu 5 Jahre dauernden Prozesses Soziale Stadt in Stolberg-Velau/Auf der Mühle wurden durch eine SWOT-Analyse (siehe Materialien) dokumentiert.

Gebietscharakter und Ausgangslage

Die Stadt Stolberg (Rhld.) ist mit ca. 58.000 Einwohnern nach der Stadt Aachen die bevölkerungsreichste Stadt der Städteregion Aachen. Die Ortsteile Velau und Mühle bilden zusammen den Stadtteil Unterstolberg, der als Randbereich der Innenstadt der altindustriell geprägten Kernstadt zuzurechnen ist. Der Ortsteil Velau erstreckt sich am nördlichen Ende des Zentrumsbereiches und bildet mit dem Bereich Steinfurt den Übergang zur Stadt Eschweiler, zu der Velau bis zum Jahr 1935 gehörte.

Velau umfasst eine Fläche von 41,2 ha. Die überwiegend zu Wohnzwecken genutzte Siedlung erstreckt sich auf einem Hanggebiet in Richtung des Stadtteils Donnerberg. Die Bebauung besteht hauptsächlich aus Wohnbauten (Ein- und Mehrfamilienhäusern). Neben vereinzelten frei stehenden Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften dominieren Reihenbauten. Darüber hinaus existieren im Gebiet einige ‚historische‘ Bruchsteinhäuser aus der ersten Hälfte der 20. Jahrhunderts, welche zu Wohnzwecken genutzt werden, sowie Hochhäuser aus den 1970er Jahren. Der größte Teil der Gebäude stammt aus den 1950er bis 1970er Jahren. Ein erheblicher Teil der Mietwohnungen im Quartier, die Ende 1997 nach dem Abzug von belgischen Militärangehörigen neu belegt wurden – die sogenannten ‚Belgier-Häuser‘, befindet sich im Eigentum der LEG.

Entlang der Haupterschließungsachse Eschweiler Straße (L 238) existiert eine gemischte Nutzung aus kleinteiligem Gewerbe und Wohnen. An dieser Straße erstrecken sich auch die Anlagen der Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH – früher VEGLA Vereinigte Glaswerke. Das Unternehmen besaß traditionell und besitzt auch heute noch sowohl für Stolberg insgesamt als auch für den Ortsteil Velau eine hohe (erwerbs)wirtschaftliche Bedeutung. Diese Industriebetriebsanlagen prägen sowohl das Stadtbild bei der Einfahrt nach Stolberg aus nördlicher Richtung als auch den Ortsteil Velau insgesamt.

Im Projektgebiet Velau / Auf der Mühle leben ca. 5.500 Menschen. Das Gesamtmaßnahmengebiet erstreckt sich auf ca. 114 ha. Hier leben überdurchschnittlich viele Menschen unter 18 Jahren, was auch erwarten lässt, dass sich der Alterungsprozess der Bevölkerung in diesem Ortsteil verlangsamt vollzieht. Während in Stolberg 2020 ca. 50 % der Bevölkerung älter als 55 Jahre sein werden, wird dieser Status in Velau erst später erreicht werden. Sowohl im Ortsteil Velau als auch im Ortsteil Mühle wohnen überdurchschnittlich viele Menschen mit Migrationshintergrund, darunter auch zahlreiche ältere Migranten und Migrantinnen.

Viele Bewohner beobachten in den letzten Jahren einen zunehmenden Abstiegsprozess in ihrem Quartier und sind mit wechselseitigen Segregationsprozessen in der kulturell gemischten Bevölkerung konfrontiert. Im Stadtteil konzentrieren sich prekäre wirtschaftliche und soziale Problemlagen. Bereits seit den 1960er Jahren gehört der Bereich Unterstolberg darüber hinaus mit seinen zwei Ortsteilen Mühle und Velau zu dem von Zuwanderern bevorzugt gewählten Wohnquartieren. Dazu haben die Verfügbarkeit von preiswertem Wohnraum im Ortsteil Velau sowie die zahlreichen Industriebetriebe in der Umgebung als Arbeitsstätte für eine große Anzahl von Arbeitsmigranten in den letzten 40 Jahren beigetragen. Der zum Programmgebiet gehörende Ortsteil Mühle, der unmittelbar an die Innenstadt entlang der sogenannten ‚Talachse‘ angrenzt, ist in den letzen Jahrzehnten zu einem beliebten Standort für vor allem von türkischen Zuwanderern betriebene Einzelhandelsgeschäfte sowie andere Kleingewerbebetriebe geworden.

Potenziale und Handlungsansätze

Auf der Grundlage einer ausführlichen Sozialraumanalyse und eines unter intensiver Bürgerbeteiligung erstellten Integrierten Handlungskonzeptes werden 14 Teilprojekte im investiven und nicht-investiven Bereich in vier Schwerpunktbereichen umgesetzt:

  • Verbesserungen im Wohnbereich, Wohnumfeld und städtebaulichem Erscheinungsbild
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation von Familien, Kindern und älteren Menschen
  • Aktivierung von Beschäftigungspotentialen und Schaffung von Qualifizierungsmöglichkeiten
  • Förderung des interkulturellen Dialogs

Mit diesen Handlungsschwerpunkten sollen die vorhandenen privaten Potentiale für eine verbesserte städtebauliche Entwicklung, ein verstärktes bürgerschaftliches Engagement und die sozio-ökonomischen Potentiale im Programmgebiet aktiviert werden.

Organisation und Lokale Partner

Im Jahr 2008 wurde mit der Umsetzung des Projektes Soziale Stadt NRW Stolberg-Velau / Auf der Mühle begonnen. Die Steuerung der Umsetzung des Projekts erfolgt durch eine verwaltungsinterne Steuerungsgruppe mit Vertretern aus verschiedenen Fachämtern und -abteilungen. Ferner wurde ein Stadtteilmanagement eingerichtet, das vor Ort die Umsetzung der Projekte des Integrierten Handlungskonzepts und die Bewohnerbeteiligung organisiert. Dazu wurden im Jahr 2009 ein Bürgerforum sowie Arbeitsgruppen zu den vier Entwicklungsschwerpunkten eingerichtet, die eine kontinuierliche Bürgerbeteiligung gewährleisten.

 

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
Ende 2008
Einrichtung des Stadtteilbüros
Anfang 2009
Konstituierung des Bürgerforums mit vier Arbeitsgruppen analog zu den vier Entwicklungsschwerpunkten des Projekts
Frühjahr 2009
Start der Umsetzung der baulich-investiven Projekte
(Planungsphase, Bürgerbeteiligung)
Ende 2009
Einrichtung des Stadtteilbetriebs Stolberg-Velau / Auf der Mühle

Durchführung des 1. Interkulturenfestivals

1. Durchführung des Förderwettbewerbs WOHN-RÄUME zur Stimulierung privater Sanierungen im Programmgebiet

Okt - Dez 2010
Durchführung des 2. Interkulturenfestivals
Ende 2010
Abschluss der Planungsphase und Bürgerbeteiligung für das Projekt KUGEL Kultur- und Generationenhaus

1. Call zur Teilnahme am Förderwettbewerb ‚Mittelstandsinitiative‘ zur Förderung von Existenzgründern und -festigern im Programmgebiet

Nov 2010
Start der baulichen Umgestaltung der Eschweiler Straße
Perspektiven

Bis zum Abschluss des Programms Ende 2011 werden die weiteren baulich-investiven Projekte sowie die Projekte im sozio-ökonomischen Bereich umgesetzt. Ferner werden die installierten Netzwerke und Gremien der Bürgerbeteiligung zur Gewährleistung einer nachhaltigen Entwicklung weiter ausgebaut.

 

Materialien zum Download

Übersicht Entwicklungsbereiche und Teilprojekte (PDF 123 KB)

Übersicht SWOT-Analyse (PDF 206 KB)



 Ansprechpartner

Katharina Oebel

Amt für Soziales
Abt. Wohnen und Teilhabe
Kupferstadt Stolberg Rhld.
Rathausstraße 1 b
52222 Stolberg

Tel.: 02402/13-267
Fax: 02402/99909-267
E-Mail: katharina.oebel@stolberg.de

Internet: www.stolberg.de


Stand: November 2014
Autor: Dr. Wolfgang Joußen

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