Witten Heven
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Gebietscharakter und Ausgangslage

Das Plangebiet Witten-Heven liegt westlich und nordwestlich der Innenstadt und besitzt den Charakter eines für das Ruhrgebiet nicht untypischen Cityrandes, dem ein einheitlicher Siedlungscharakter fehlt. Es ist kein Stadtteil im eigentlichen Sinne. Hauptverkehrsstraßen, Eisenbahn und Industriebetriebe unterteilen das Plangebiet in verschiedene Wohnquartiere, die zwar räumlich eng beieinander liegen, aber teilweise sehr unterschiedliche soziale Charakteristika aufweisen.

Die Eisenbahn trennt Heven-Ost von Crengeldanz. Über 6.000 Einwohner leben hier, der Ausländer- und Migrantenanteil ist vergleichsweise hoch. Etliche Quartiere sind sehr deutlich überaltert, wenngleich der Anteil an Kindern und Jugendlichen im Plangebiet insgesamt überdurchschnittlich ist.

Aufgrund der starken Kriegszerstörungen prägt die Architektur der Wiederaufbauphase das Bild. Wohnbebauung nimmt hier einen Großteil der Fläche ein, jedoch hat wegen der niedrigen Mieten, der Belastungen aus Verkehr und Industrie und dem schlechten Image als Wohnort eine vergleichsweise geringe Modernisierungstätigkeit stattgefunden. Instandhaltungsmängel sind in vielen Straßen sichtbar.

Einige Wohnquartiere befinden sich in der Hand von Wohnungsbaugesellschaften, ein hoher Anteil der Wohnliegenschaften ist jedoch in der Hand privater Eigentümer, die zumeist am Ort oder in ihrer Immobilie wohnen und diese auch vermieten. Insbesondere an den Hauptverkehrsstraßen finden sich Wohnliegenschaften mit nicht zeitgemäßer Struktur, die die Vermietung oder einen wirtschaftlich attraktiven Verkauf verhindern. Die Bestände in der Hand von Investoren bzw. Eigentümern mit unklarer Unterhaltungsstrategie ist vergleichsweise gering und eher auf vereinzelt gelegene Liegenschaften beschränkt.

Dem Gebiet fehlt es an öffentlichen Grünflächen. Öffentliche Plätze, die Identität und Aufenthaltsqualität bieten, fehlen gänzlich. Die funktionale und gestalterische Qualität der öffentlichen Straßenräume ist überwiegend negativ und prägt das Standortimage wesentlich mit.

Potenziale und Handlungsansätze

Viele Wohnquartiere können im Rahmen einer übergreifenden und langfristigen Aufwertungsstrategie als zukunftsfähig angesehen werden. Das städtebauliche Entwicklungskonzept beinhaltet ein erstes Schema zur Lenkung öffentlicher Investitionen in diese erhaltenswerten Wohnstandorte. Hinzukommen muss jedoch eine verbindliche und ausreichende Beteiligung der bevorteilten Liegenschaftseigentümer. Die bisherigen quartiersbezogenen Eigentümerbeteiligungen haben Ansatzmöglichkeiten gezeigt, die es intensiv fortzuentwickeln gilt. In Fortentwicklung und Pflege dieser Kommunikationsprozesse wird eine wesentliche Aufgabe des Quartiersmanagements liegen, um Kampagnen für Modernisierung und Strukturverbesserung voranzubringen. Auch in städtebaulich benachteiligten Lagen können laufende Bestandsinvestitionen und Dienstleistungen für Mieter zu Vollvermietung und guter Wohnzufriedenheit führen, dies zeigen die Beispiele der Wohnungsgesellschaften mit langfristig angelegter Bewirtschaftungs- und Erhaltungsstrategie.

Für ein erstes Gebiet (Wannen/Fischertalweg/Sprockhöveler Straße) wird seit 1 ½ Jahren ein freiwilliger Eigentümerdialog geführt. Ziel ist die städtebauliche und liegenschaftliche Neuordnung. Sie verspricht einen deutlichen Aufwertungsimpuls, würde erhebliche private Investitionen bewirken und städtebauliche Missstände beseitigen. Die Verbesserung der defizitären Nahversorgung ist ein weiteres Ziel. Verkehrsführung und –sicherheit sind deutlich verbesserungsbedürftig. Hauptziel öffentlicher Investitionen sind deswegen die im Zuge eines Verkehrskonzeptes umzugestaltenden Straßenräume. Damit verbunden werden Barriere beseitigende Maßnahmen im ÖPNV (Bus und Straßenbahn) und Schulumfeld.

Zwei Grundschulen, eine Jugendeinrichtung und ein Familienzentrum bilden - neben diversen sozialen Kleinstandorten - das Rückgrat sozialer Infrastruktur. Die Stützung und Entwicklung dieser Standorte wird eine wichtige Aufgabe sein, um Heven-Ost/Crengeldanz für Kinder, Jugendliche und Familien attraktiver zu machen, somit den Wohnstandort zu stabilisieren und die Quartiersgemeinschaften zu stärken. Die bisherige professionelle und ehrenamtliche Arbeit verschiedener Akteure hat zu Kooperationen geführt, die es auszubauen gilt.

Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele
2011
Beginn der Arbeit am Integrierten Handlungskonzept
Juni 2012
Ratsbeschluss des Integrierten Handlungskonzeptes, Beauftragung der Verwaltung mit dem Städtebauförderantrag
Okt 2012
Förderantrag (Soziale Stadt NRW)
Frühjahr 2014
Aktualisierung des Integrierten Handlungskonzeptes
Mai 2014
Ratsbeschluss zum Integrierten Handlungskonzept 2014 als Städtebaulichem Entwicklungskonzept und Förderantragsgrundlage
Juni 2014
Erneuerung des Förderantrages
Dez 2014
Zuwendungsbescheid (Soziale Stadt NRW)
Perspektiven

Start in die Stadterneuerung:

  • Bei schwieriger Haushaltslage soll die Stadterneuerung mit zwei investiven Maßnahmen (Freianlagenmodernisierung) an den Grundschulstandorten begonnen werden. Diese Grundschulen mit ihren OGS stellen zusammen mit angrenzenden Einrichtungen (Spielplatz, Jugendeinrichtung, Sportanlagen u. a.) wichtige Standorte sozialer Dienstleistungen und Fürsorge dar. Die Nutzer bzw. Betroffenen und sonstigen Akteure werden eingebunden, um einen gemeinsamen Aufbruch in die Erneuerung zu bewirken und die Standorte weiterzuentwickeln.
  • Die Modernisierung und barrierefreie Ausgestaltung von zwei Spielplätzen ist in zweiter Stufe geplant. Auch hier werden die im Sozialbereich engagierten Akteure eingebunden und die in Witten etablierte Kinderbeteiligung in den Planungsprozess integriert.
  • Die Eigentümerbeteiligung zur Neuordnung Wannen/Fischertalweg/Sprockhöveler Straße führte zu einem ersten städtebaulichen Vertrag mit den beteiligten Liegenschaftseigentümern; diese sind finanziell am Vertrag beteiligt. Er sieht die gemeinsame Beauftragung von Testentwürfen vor. Nach Vertragsabwicklung und Wertung der Ergebnisse soll über das weitere Verfahren entschieden werden.

 

Materialien zum Download

Download des Integrierten Handlungskonzeptes und weitere Informationen (Externer Link)



 Ansprechpartner

Stadt Witten
Planungsamt

Jens Kater
Stadterneuerung Heven-Ost/Crengeldanz
Annenstraße 113
58453 Witten

Tel.: (02302) 581-4144 oder 581-4102
E-Mail: jens.kater@stadt-witten.de

Stand: Dezember 2014
Autor: Jens Kater

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