Grenzen aufheben


 Düren Süd-Ost
Meilensteine
Ansprechpartner
Projektgruppe Düren Süd-Ost

Gebietscharakter und Ausgangslage

Der Stadtteil Süd-Ost entstand nach dem Zweiten Weltkrieg als reine Wohnsiedlung. Auf einer Fläche von rund 250 ha leben heute ca. 10.500 Menschen, davon fast die Hälfte in durch Geschosswohnungsbau geprägten Bereichen. Der Stadtteil liegt ca. 1,5 km vom Zentrum entfernt und wird von stark belasteten Hauptverkehrsstraßen begrenzt und durchschnitten.

Es fehlten vor allem öffentliche Grün- und Freiflächen, soziale und kulturelle Infrastruktureinrichtungen, Einrichtungen der Nahversorgung sowie Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Ehemalige Fabrik Becker und Funck
Düren Süd-Ost leistet für die Gesamtstadt die Integration überdurchschnittlich vieler nichtdeutscher Bewohner und Aussiedler. Kleinräumig haben sich mehrere städtebaulich und sozial benachteiligte Wohnquartiere entwickelt, u.a. ehemalige und neue Siedlungen des Sozialen Wohnungsbaus sowie in Wohneigentum umgewandelte ehemalige Siedlungen der belgischen Streitkräfte. Gerade hier gibt es einen hohen Anteil von Aussiedlerhaushalten.
Ehemalige Fabrik Becker & Funck






Potenziale und Handlungsansätze

Bereits zu Beginn des Stadtteilprojektes gab es vor allem in den Großwohnsiedlungen des ehemaligen und neuen sozialen Wohnungsbaus aktive Bewohnerorganisationen. Mit dem besonderen "zweigleisigen" Beteiligungs- und Aktivierungskonzept
knüpft das Stadtteilprojekt hier an.

Bislang konnten in den Bereichen
  • Angebot an Gemeinschaftsräumen und –flächen,
  • Nahversorgung,
  • baulicher Erhalt & Erneuerung,
  • Förderung und Aufbau sozialer Netze (insbesondere mit Kindern, Jugendlichen, Frauen und Migranten),
  • Gesundheitsförderung,
  • Sprachförderung und
  • Schule
  • Aufbau selbsttragender Bewohnerorganisationen

einige Erfolge erreicht werden.

Abgeschlossen ist die Umnutzung eines ehemaligen belgischen Supermarktes in einen Jugend- und Bürgertreff. Ein Maßnahmenschwerpunkt wird künftig die Sanierung und Umnutzung einer denkmalgeschützten ehemaligen papierverarbeitenden Fabrik in "Unsere Fabrik für Kultur und Stadtteil" sein.


Organisation und Lokale Partner

Lenkend ist die Projektgruppe Düren Süd-Ost tätig - als verwaltungsinterne, ressortübergreifende Gruppe unter Federführung des Amtes für Stadtentwicklung/ Abteilung Planung und des Jugendamtes. Es gibt ein Projektbüro im Stadtteil mit zwei Mitarbeiterinnen. Diese organisieren den Dialog zwischen Rathaus und Stadtteil, das heißt die Beteiligungs- und Kooperationsprozesse für Maßnahmen und Projekte. Die "Aktivierung" von Bewohnerschaften in ausgewählten Wohnquartieren sowie die Beratung bestehender Bewohnervereine erfolgt durch unabhängige Gemeinwesenarbeiter (gestützt auf einen Kooperationsvertrag zwischen der Stadt und dem Büro für Gemeinwesenarbeit der Ev. Gemeinde zu Düren).

Das Stadtteilprojekt hat die bereits bestehende professionelle Beratung durch die Gemeinwesenarbeit in das Projekt integriert und ausgeweitet. Dadurch sind zusätzlich zu den bereits bestehenden neue Bewohnerorganisationen entstanden: Bürgerverein Satellitenviertel, Interessengemeinschaft Miesheimer Weg, Bürgerinitiative für Freiflächen (BIFF), Nachbarschaftsverein Rotterdamer Straße, Bürgerinitiative ehemalige Belgische Siedlung (BIBS), Mieterinteressengemeinschaft Weworden-/Viandener Straße, Interessengemeinschaft Euskirchener Straße, Mieterinitiative Altbaublitz, Interessengemeinschaft Düppel-/Eberhard-Hoesch-Strasse, Bewohner-Arbeitsgruppen "Treffpunkt für Alle", "Einkaufsmöglichkeiten/Infrastruktur" und "Verkehrsplanung". Dabei spielt das Instrument der Bewohnerversammlung für die Konstituierung der AGs sowie für die Abstimmung weiterer Schritte eine zentrale Rolle.
Weitere aktive Vereine sind die Interessengemeinschaft Süd-Dürener Vereine sowie Siedlergemeinschaft "Am Muttergotteshäuschen".

Weitere Akteure sind:

  • Bürgerhaus Ost und Jugendheim Ost, KOT Roncalli-Haus, Jugendheim St. Bonifatius
  • Schulen und Kindertagesstätten
  • Wohnungsunternehmen und Wohnungsverwaltungen
  • Ausbildungs- und Beschäftigungsträger, G.I.B., Job-com, Arbeitsamt
  • Wohlfahrtsverbände, Gesundheitsamt, RAA, Bildungseinrichtungen, Polizei

Kooperationsstruktur

Kooperations-
struktur (Quelle: Amt für Stadtent-
wicklung / Abteilung Planung 2002)















 Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele

Feb 1998


Stadtrat beschließt das Handlungskonzept für den Stadtteil


Feb 1999


Praktischer Start des Stadtteilprojektes: Einrichtung und Besetzung des Projektbüros im Stadtteil


Apr 1999


Abschluss des Kooperationsvertrages mit dem GWA-Büro: Praktischer Start der Aktivierungsarbeit. Das Büro für Gemeinwesenarbeit führt eine umfangreiche Voruntersuchung und 1. Aktivierungsphase (mit Planaktion und aktivierenden Gesprächen) durch.


Frühjahr 1999 bis Frühjahr 2000


Planung und Herstellung einer Freifläche für Spiel und Sport für und mit Kindern und Jugendlichen eines Wohnquartiers: "Jugendtreff Miesheimer Weg"


Mitte 1999


Start des Projektes
Sanierung und Umnutzung eines ehemaligen Supermarktes in einen Jugend- und Bürgertreff: Baubeginn und parallel Mediationsverfahren zum Träger- und Nutzungskonzept


seit Herbst 1999


MUS-E-Projekt in einer vierzügigen Grundschule


1999 / 2000


Projektbüro initiiert und begleitet Aktionen und Projekte:
  • Herausgabe eines Stadtteilführers und eines Infrastrukturatlas
  • Arbeitsgruppe Sport und Spiel
  • Modellprojekt "Verbindung herstellen zwischen Schule, Kita und Stadtteil"
  • offener Frauentreff für Migrantinnen
  • Aktionsbündnis Gesundheitsförderung
  • Sprachförderung
  • Bewohnerbeteiligung an Planungen für Spielplätze und Wohnumfeldverbesserung
  • Stadtteilplan für Kinder


1999 / 2000


Das Büro für Gemeinwesenarbeit initiiert und berät die Bewohnerarbeitsgruppen zu den Themen "Treffpunkt für Alle", "Einkaufsmöglichkeiten/Infrastruktur" und "Verkehrsberuhigung".

Als Resultat der 1. Aktivierungsarbeit durch das Büro für Gemeinwesenarbeit gründen sich 4 neue Bewohnerorganisationen in einzelnen Wohnquartieren.


Dez 2000

Grundsatzbeschluss des Rates zur Fortführung des Stadtteilprojektes bis Ende 2004


2001

Aufbau des Arbeitskreises "Stadtteilbudget" als Entscheidungsgremium über die Vergabe "Freier Mittel"


Nov 2001


Eröffnung Jugend- und Bürgertreff und Spielplatz Lütticher Straße

Spielplatz Luetticher Strasse

Spielplatz Lütticher Straße: Planung mit Kindern und Erwachsenen








Die erste Ausgabe der Projektzeitung für den Stadtteil Düren Süd-Ost "IMPULSE" erscheint.


seit Jan 2002


Zukunftswerkstatt zu
Sanierung und Umnutzung der ehemaligen Fabrik Becker & Funck, Beteiligungsaktionen im Stadtteil zum Nutzungskonzept. "Entscheidungswerkstatt" im September empfiehlt Nutzungskonzept "Unsere Fabrik für Kultur und Stadtteil".
Fertigstellung von Träger-, Finanzierungs-, Förderungs- und Bewirtschaftungskonzept (Gründung einer Stiftung vorgesehen) - Perspektive: Baubeginn Anfang 2004


Sep 2002


Eröffnung des Einkaufszentrums Euskirchener Straße – Erfolg der Bewohnerarbeitsgruppe 'Einkaufsmöglichkeiten/Infrastruktur'


2003


Verkehrsberuhigende Neugestaltung der Lütticher Straße und der Platz- und Außenanlagen des Jugend- und Bürgertreffs

Beginn der Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und Wohnumfeldverbesserung im Bereich der Wörthsiedlung und Umgebung






 Ansprechpartner

Koordination

Projektgruppe Soziale Stadtentwicklung Düren

Stadt Düren, Amt für Stadtentwicklung/ Abteilung Planung
Inken Tintemann
Rathaus Kaiserplatz 2-4
52349 Düren
Tel: 02421-252434
Mail: i.tintemann@dueren.de

Büro für Gemeinwesenarbeit und Soziale Stadtentwicklung (GWA-Büro)
Philippstraße 4
52349 Düren

Silke Strunk
Fon: +49 (0) 24 21 / 188126
Mail: silke.strunk@evangelische-gemeinde-dueren.de

Andreas Bohm
Fon: +49 (0) 24 21 / 188114
Mail: andreas.bohm@evangelische-gemeinde-dueren.de



Stand: November 2004
Gerd Grzella, Amt für Stadtentwicklung/ Abteilung Planung

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