Grenzen aufheben


 Hagen Altenhagen
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Gebietscharakter und Ausgangslage

Der Stadtteil Altenhagen, ein dichtes Wohn- und Mischgebiet, grenzt direkt an den nördlichen Innenstadt- und den Bahnhofsbereich. Er erstreckt sich auf 60 ha Fläche und zählt rund 9.000 Einwohner.

Abgrenzung Programmgebiet
Dieser Bereich ist fast einheitlich mit 4-geschossigen Wohnhäusern aus der Gründerzeit und der Wiederaufbauphase bebaut. Zahlreiche sanierungsbedürftige Fassaden prägen den ersten optischen Eindruck. Teilweise scheinen ganze Straßenzüge nicht "den allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse" zu entsprechen.
Diesem Eindruck entspricht der große Mangel an Freiflächen, sowie die bestehende starke Belastung durch Immissionen und durch den ruhenden Verkehr.

Die Sozialstruktur ist geprägt durch einen hohen Anteil nicht-deutscher Bevölkerung (27,3 %) sowie (zumeist deutscher) Senioren (19%). Hohe Einkommensarmut (11%) ist verstärkt bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten (20%). Die Arbeitslosigkeit liegt bei 13 %
.
Konflikte entstehen vor allem zwischen Jung und Alt - Jugendliche nutzen für die Treffen ihrer Cliquen mangels eigener Aufenthaltsorte den öffentlichen Straßenraum, was vor allem bei Senioren zu Ängsten führt - sowie zwischen Deutschen und Nichtdeutschen.
Häuser aus der Gründerzeit

Eine hohe Fluktuation sowie eine allgemeine negative Stimmung kennzeichneten die Situation im Stadtteil.


Abgrenzung Programm-gebiet


















Häuser aus der Gründerzeit







Potenziale und Handlungsansätze

Positive Aspekte liegen in den vielen privaten lnfrastruktureinrichtungen wie Krankenhaus, Schulen, Kindergärten, einer Kirche und einer kleinen Moschee. Zahlreiche Geschäfte und Handwerksbetriebe existieren entlang der Hauptverkehrsachse und am zentral gelegenen Marktplatz. Eine brachliegende Fläche der Deutschen Bahn AG von ca. 8,5 ha ermöglicht langfristig die Einbettung einer neuen Nutzung in den Stadtteil. Das Stadtteilforum, das sich aufgrund der Konflikte im Stadtteil gründete, setzte sich schon vor der Aufnahme in das Landesprogramm für positive Entwicklungen im Stadtteil ein.

An diesen Potenzialen knüpfen die folgenden Handlungsprinzipien an:
  • Beteiligung der Quartiersbevölkerung bei der Stadtteilentwicklung von der Idee bis zur Realisierung (z.B. Workshops zur Marktplatzumgestaltung, Zukunftswerkstatt für Kinder, Projekt "Angsträume", Konzeptionsentwicklung Jugendzentrum).
  • Stärkung der Eigenverantwortung mit dem Ziel der Problembehebung in eigener Regie
    Das Stadtteilmanagement fördert und unterstützt die Hilfe zur Selbsthilfe durch gezielte Informationen. Im Stadtteilforum treffen Bewohner die Entscheidungen zum Einsatz des Stadtteilbudgets.
  • Synergieeffekte nutzen, durch Netzwerke der Träger/Institutionen, die im Stadtteil tätig sind und sich in die Entwicklung einbringen. So gab es z.B. eine Kooperation von Polizeikommissariat Vorbeugung, Seniorenarbeit, Jugendarbeit, Kirche und BürgerBÜro bei der Konzeption und Durchführung des Projektes "Angsträume".
  • Identifikation und Imageverbesserung
    Quartiersbewohner übernehmen z.B. Eigenverantwortung für Aktionen und Feste. Chancen des Stadtteils werden deutlich gemacht - durch die Verbesserungen der Lebensverhältnisse werden Akzente gesetzt.
    Bei einer Open Space Veranstaltung des Stadtteilforums bildete sich eine AG, die eine Imagekampagne entwickelte und diese zur Zeit im Rahmen des EU-Projektes „Cities regain identity and image“ durchführt.
  • Verbesserung der Lebens-, Wohn- und Freizeitqualität und Schaffung von Arbeitsplätzen
    Zentral sind die Schaffung eines neuen Ortsmittelpunktes durch die Umgestaltung des Marktplatzes sowie die Rahmenplanung für das Bundesbahngelände mit der Perspektive, einen Handwerkerhof zu errichten; Projekte im Bereich Übergang Schule und Beruf, Qualifizierung für türkische Frauen.
  • Investitionen in den Stadtteil stärken, zum einen im Bereich der Investitionen von Hauseigentümern, aber auch im Bereich der lokalen Ökonomie. Hier hat die Beteiligung an dem Projekt „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ zu mehreren Existenzgründungen im Stadtteil beigetragen.
  • Integration und Förderung des multikulturellen Zusammenleben im Stadtteil z.B. multikulturelle Stadtteilfeste, Förderung des Kontaktes zwischen den Kulturen und den Generationen, Projekte in Schulen/Kindergärten und im Friedenshaus (Jugendzentrum). Zur Lösung der Konflikte und zum weiteren Dialog der Generationen und unterschiedlichsten Ethnien bildete sich der Arbeitskreis Integration bestehend aus Multiplikatoren des Stadtteils. Ein Mediationsprojekt wurde initiiert, Sprachförderung für Mütter und Kinder im Kindergartenalter findet statt, zwei Schulen beteiligen sich am mus-e Projekt.

Diese Prinzipien prägen den Prozess der Stadtteilentwicklung und fließen zusammen in die konkreten sozialen und baulichen Projekte ein.




Organisation und Lokale Partner

Organisation und lokale Partner
Eine kommunale ämterübergreifende Arbeitsgruppe koordiniert den Erneuerungsprozess unter Federführung des Fachbereiches Jugend und Soziales.
Projektgruppen mit Akteuren des Stadtteils und aus der Fachverwaltung werden zu unterschiedlichen Themen und zur Projektentwicklung eingesetzt. Das BÜrgerBÜro organisiert und moderiert den Prozess.
Zentrale Funktion vor Ort hat das Stadtteilforum Altenhagen: Seit 1997 tagt dieses Gremium zur Stadtteilentwicklung 4 bis 5 mal im Jahr.

Nach Bedarf bilden sich aus dem Forum inhaltliche Arbeitsgruppen.
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 Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele

1997

Gründung des Stadtteilforum Altenhagen. Ziel: Lösungsmöglichkeiten für die Konflikte im Stadtteil (Jung/Alt) zu erarbeiten


1997/ 1998

Ämterübergreifende Arbeitsgruppe "Vorhalle – Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf" erstellt städtebauliche und soziale Analyse des Stadtteils Altenhagen
Entwicklung eines vorläufigen Integrierten Handlungskonzeptes unter Einbezug des Stadtteilforums Altenhagen und der Quartiersbewohner


1998


Aufnahme des Stadtteils in das Landesprogramm „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“


seit 1998


2002 ein ganztägiges Fest – Start mit religiösen Worten
Regelmäßig alle zwei Jahre ein multikulturelles Stadtteilfest unter dem Motto „ZUSAMMEN LEBEN - MITEINANDER FEIERN“
Das Fest wird organisiert und durchgeführt vom Stadtteilforum aha und dem BÜrgerBÜro aha. Seit 2004 findet es auf dem neu gestalteten Marktplatz Altenhagen statt.


Jan 2000


Einrichtung des BÜrgerBÜros Altenhagen - Stadtteilmanagement


2000/ 2001


Zukunftswerkstatt zur Stadtteilentwicklung mit Schülern von vier Schulen


Umgestaltung von 5 Schulhöfen – "Offener Schulhof" am Nachmittag



Sept 2001


Eröffnung des Friedenshauses Altenhagen – ein multikulturelles Haus für Kinder, Teens und Jugendliche - Soziales Leitprojekt der Stadtteilentwicklung


seit Sept 2001


Fußball um Mitternacht – 1x im Monat freitags mit ca. 100 bis 150 Jugendlichen. Das Projekt läuft bis zum heutigen Zeitpunkt und ist bei Jugendlichen über die Stadtteilgrenzen hinaus bekannt


Ende 2001 / Anfang 2002

  • Erstellung eines Angstraumstadtteilplanes in Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro, als Grundlage für weitere Projekte und Maßnahmen sowohl im sozialen wie auch im baulichen Bereich
  • Erstellung einer Fotoausstellung - mehrere soziale Projekte

Juli 2002


Ratsbeschluss zur „Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes“ für die Jahre 2002 bis 2005


seit 2002


Unterschiedliche Sozialflankierende Maßnahmen:
  • Mobile Spielangebote im Stadtteil
  • Mediation im multiethnischen Stadtteil
  • Integrierte Sprachförderung für Mütter und Kinder im Vorschulalter
  • Jobladen aha
    Schaffung von Infrastruktur und modellhafte Projektdurchführung für Maßnahmen im Übergang Schule und Beruf für besonders benachteiligte Jugendliche


25.07.2003


BürgerInnen nehmen Ihren Platz in Besitz

Ein Fest zur Marktplatzeröffnung
Der unter intensiver Bürgerbeteiligung umgestaltete Marktplatz - das bauliche Leitprojekt der Stadtteilentwicklung - wird offiziell durch den Oberbürgermeister und den Bezirksvorsteher mit einem Fest eröffnet. Gruppen aus dem Stadtteil gestalten das Bühnenprogramm.


Nov 2003


Entwurfswerkstatt zum städtebaulichen Rahmenplan für den
Bereich Fehrbelliner Straße


seit 2003


Arbeitskreis Integration (als eine Arbeitsgruppe des Stadtteilforums).
Aufgrund konkreter Probleme (Konflikte mit Kindern und Jugendlichen bis hin zu kriminellen Handlungen, Anonymität und Ignoranz im Stadtteil, Konflikten und Ängsten von BürgerInnen, Vorurteile gegenüber anderen Kulturen oder Generationen) im Stadtteil bildete sich der Arbeitskreis, der seit drei Jahren inhaltliche Diskussionen führt und konkrete Projekte plant und durchführt.


seit 2004


Gemeinsam in Altenhagen ... mit Sicherheit!
Ein Stadtteilprojekt der Polizei Hagen in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtteilforum und dem BÜrgerBÜro
Förderung von Fassadengestaltungen
Begleitung von LOS Projekten


seit 2004 jährlich


BürgerInnen nehmen Ihren Platz in Besitz
Frauen- und Mädchentag in Altenhagen

2002 ein ganztägiges Fest – Start mit religiösen Worte






















































BürgerInnen nehmen Ihren Platz in Besitz






























2005 - Workshop einer mus-e Künstlerin der Erwin-Hegemann-Schule





2005


Integrationskonferenz - Open Space Veranstaltung
„FREMDES ZUHAUSE ALTENAGEN - WIR SIND VERSCHIEDEN ABER WIR MACHEN WAS ´DRAUS“
Grundlage für die Entwicklung weiterer Projekte im Stadtteil


2004-2007


Beteiligung am EU-Projekt „Cities regain Identity and Image“ mit drei inhaltlichen Schwerpunkten:

2005-2007


Weitere Bauliche Maßnahmen
Neugestaltung der Straßenbereiche um den Marktplatz
und „Punktuelle baulichen Maßnahmen der Quartiersberuhigung“, z.B. die Entschärfung eines Einmündungsbereichs



Perspektiven

Stand 2006 - Es liegt keine Aktualisierung vor.

 
Neben dem baulichen Leitprojekt „Umgestaltung des Marktplatzes zu einem Ortsmittelpunkt mit Aufenthaltsqualität“ wurden punktuelle bauliche Maßnahmen der Quartiersberuhigung, die Umgestaltung der Schulhöfe und die Gestaltung von Fassaden unter breiter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger realisiert.

Gerade der soziale Bereich hat mit den sozial flankierenden Maßnahmen und den im Stadtteil geführten Diskussionen und entwickelten Projekten einen großen Teil zu der positiven Veränderung beigetragen.

Wahrnehmbar ist, dass die Stimmung im Stadtteil sich positiv verändert hat. Der multikulturelle Stadtteil ist für die Quartiersbewohnerinnen und -bewohner vermehrt zu einem „Zuhause“ geworden. Der Trend, den Stadtteil als Sprungbrett in andere Stadtteile zu nutzen ist zurückgegangen.

Über die sowohl finanzielle als auch ideelle Unterstützung von Vereinen im Stadtteil konnte einer vielfach kritisierten Bindungslosigkeit im Stadtteil entgegengewirkt werden.

Anknüpfend an die bisherigen Entwicklungen wurden für die geplante Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes - für die Jahre 2006 bis 2008 - folgende inhaltliche Schwerpunktbereiche im Stadtteil festgelegt:

  • Integration – Im Oktober 2005 fand eine Open Space Veranstaltung mit dem Titel „FREMDES ZUHAUSE ALTENHAGEN - WIR SIND VERSCHIEDEN ABER WIR MACHEN WAS ´DRAUS“ statt. Hier wurden Inhalte diskutiert und Arbeitsgruppen gebildet, die sich weiter mit dem Thema Integration und Zusammenleben im Stadtteil beschäftigten und aus denen heraus sich weitere Projekte entwickeln werden. Die Sprachförderung für Kinder und Mütter mit Migrationshintergrund wird weiter fortgeführt.

  • Lokale Ökonomie/Einzelhandel – Dieses problematische Feld (gerade für einen Stadtteil, der direkt an die Innenstadt grenzt) wird weiter bearbeitet werden.

  • Senioren im Stadtteil – Ausgehend von einem runden Tisch zum Thema „Seniorenarbeit im Stadtteil“ wird zurzeit der Ansatz einer multikulturellen Altenarbeit diskutiert. Ein dreijähriges Projekt „Seniorenmanager im Stadtteil“ wurde entwickelt und soll realisiert werden.

Im Jahr 2008 wird es dann um den „Einstieg in den Ausstieg“ aus dem Landesprogramm „Soziale Stadt“ gehen. Nachhaltige Strukturen, die die weitere Stadtteilarbeit tragen, müssen gemeinsam entwickelt werden. Da sich das Stadtteilforum Altenhagen schon vor der Aufnahme ins Landesprogramm und der organisatorischen Unterstützung durch das BÜrgerBÜro Altenhagen um die Belange des Stadtteils gekümmert hat, wird es auch weiterhin die Stadtteilprozesse tragen können. Die im Rahmen der Arbeit entstandenen Netzwerke werden auch weiterhin bestehen bleiben, so dass bisher eine gute Grundlage für eine Verstetigung geschaffen wurde.



Materialien zum Download

Imagekampagne (PDF 0,5 MB)

Integration im Stadtteil Altenhagen (PDF 2 MB)

Soziale Stadt Altenhagen (PDF 0,1 MB)

Portrait Altenhagen (Film RealPlayer 2 MB)


 Ansprechpartner

Koordination

Natalia Keller
Stadt Hagen
Fachbereich Jugend und Soziales
Abteilung Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Postfach 42 49
58042 Hagen

Telefon: +49 (0) 23 31 / 207 - 3608
Telefax: +49 (0) 23 31 / 207 – 2458
E-Mail: natalia.keller@stadt-hagen.de

Website: www.hagen.de



Stand: Januar 2006
R. Pape-Laschat, BÜrgerBÜro Altenhagen

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