Grenzen aufheben


 Köln Kalk
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Mit der Anerkennung der Gebietserweiterung Mülheim ist die Auflage des Landes verbunden, im Austausch die Förderprojekte im "Altgebiet" Kalk in absehbarer Zeit zum Ende zu führen.

Während sich in Mülheim die Stadtteilarbeit unter Einbezug der in Kalk gewonnenen Erfahrungen sukzessive aufbaut, steht in Kalk selbst die Aufgabe einer Verstetigung der zahlreichen neuen Initiativen im sozial-kulturellen Bereich im Vordergrund.

Seit dem 01.01.2005 befindet sich Köln Kalk formell nicht mehr im NRW-Landesprogramm Soziale Stadt NRW.

 

Gebietscharakter und Ausgangslage

Die beiden Kölner Stadtteile Kalk und Mülheim sind der Kernraum des dicht besiedelten industriell geprägten Gebietes auf der rechten Rheinseite, der sog. "Schäl Sick", wie der Kölner diese vermeintliche "Rückseite" der Stadt nennt.
Mit einer Fläche von 1.326 ha und der Einwohnerzahl einer Großstadt (115.000) ist das Programmgebiet eines der größten Fördergebiete bundesweit. Großflächige Industriebetriebe aus der Gründerzeit (Jahrhundertwende 19./ 20. Jh.) bzw. deren heutige Brachen und oft direkt angrenzende Arbeiterwohngebiete charakterisieren den Stadtbereich. Die Bausubstanz der Wohnungen stammt überwiegend aus der Gründerzeit, der Zwischenkriegszeit und den Wiederaufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg.
Breite Trassen der Eisenbahn sowie eine Stadtautobahn, die auch die Stadtbezirksgrenze markiert, durchschneiden das Gebiet.



KHD-Halle

Die
denkmalwerte
ehemalige
KHD-Halle 59
und künftige
"Abenteuer-
halle Kalk"






Die Großindustrien des Motoren- und Anlagenbaus (Fa. KHD) oder der Chemie (Fa. CFK) stellten bis Anfang der 1990er Jahre die Lebensgrundlage eines Großteils der Bewohner des rechtsrheinischen Kölns dar. Mit dem Rückzug oder der Schließung der beherrschenden Industrieunternehmen verlor der Stadtbereich mit über 15.000 Arbeitsplätzen mehr als nur seine wirtschaftliche Basis. Viele Bewohner verloren neben dem Einkommen auch Orte von Integration und Heimat. Zurück blieben über 160 ha neu zu nutzende Gewerbe- und Industriebrachen - klaffende Lücken in der Stadtstruktur - die aber auch Chancen bieten, den Stadtraum neu zu gliedern und zu beleben.



Potenziale und Handlungsansätze

Ein wesentliches Potenzial des Programmgebietes Kalk/ Mülheim, das im wesentlichen zum ersten Vorortgürtel Kölns zählt, ist seine innenstadtnahe Lage. Das Bezirkszentrum Kalker Hauptstraße oder das ehemalige CFK-Gelände liegen weniger als 3 km von der Kölner City entfernt.

Entwicklungsziel ist es, die Lagegunst und weitere vorhandene Stärken und Potenziale zu nutzen. Seit Beginn der 1990er Jahre wird der zentrale rechtsrheinische Stadtraum mit dem Entwicklungskonzept Erweiterter Rechtsrheinischer Innenstadtbereich (EERI) durch die Stadtentwicklungsplanung ganzheitlich und integrativ entwickelt. Mit dem übergreifenden Leitkonzept einer "TechnologieSpange Köln" soll der Strukturwandel aktiv gestaltet werden.
Eine Maßnahme ist die Ansiedlung neuer, technologieorientierter Arbeitsplätze. Dies allein kann jedoch die vielfältigen Probleme, die durch den Verlust der früheren ökonomischen Basis für die Bewohner von Kalk und Mülheim entstanden sind, nicht lösen. Bereits seit 1994 wurde daher der Gebietsteil Kalk (rd. 395 ha, 36.200 Einwohner) als einer der ersten "Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf" in das Landesprogramm aufgenommen.

Das integrierte Handlungskonzept - Kalk-Programm - vom August 1994 hat die soziale und wirtschaftliche Stabilisierung des Stadtteils zum Ziel.
Es setzt auf drei Säulen:
  • Wiederaufbau der Wirtschafts- und Beschäftigungsbasis
  • Stabilisierung und Ergänzung der Wohnfunktion
  • Verdichtung der sozial-kulturellen Netze und Verbesserung der sozialen Infrastruktur

Um die Strukturförderung aktiv und problemadäquat im gesamten rechtsrheinischen Kernraum zu gestalten, wurde im Sommer 2000 ein Antrag auf Erweiterung des bestehenden Programmgebietes gestellt. 2001 wurde der Aufnahme des Bereiches Mülheim inklusive des Stadtteils Buchforst sowie Teilen der angrenzenden Stadtteile Höhenberg, Vingst, Humboldt-Gremberg und Ostheim zugestimmt.



Organisation und Lokale Partner

Jugendliche gestalten ihre Lebenswelt
Im Bereich Kalk (mit Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst und Ostheim) ist der Arbeitskreis Kalk das zentrale vernetzende Gremium im Stadtteil. Der AK Kalk ist ein Zusammenschluss von inzwischen über 50 sozialen und kulturellen Einrichtungen und Initiativen in Kalk, mit Arbeitsgruppen zu den Themen Jugendarbeitslosigkeit / Interkulturelle Arbeit / Sprachförderung.
Zur Steuerung ist die fachämterübergreifende Projektsteuerungsgruppe "Kalk-Programm" der Stadt Köln eingesetzt. Weitere relevante Akteure sind:

Vingster
Jugendliche
gestalten ihre
Lebenswelt
– eine
Kooperation
der Franziskus-
stiftung mit
der Wohnungs-
gesellschaft
GAG



  • Stadtbereichsmanagement Kalk/ Mülheim: Informations- und Koordinierungsstelle der Stadtentwicklung Köln für soziale Initiativen
  • Stadtteiltreffen Höhenberg/ Vingst
  • Verein zur Förderung der rechtsrheinischen gewerblichen Wirtschaft Köln e.V. (vfw)
  • Interessengemeinschaft Pro Kalk e.V.
  • Rat, Bezirksvertretung Kalk, Sanierungsbeiräte Kalk, Höhenberg/ Vingst
  • Bürgeramt Kalk, Fachämter


Grafik

Integriertes
Handlungs-
konzept
Kalk-
Programm
-Partner und
Kooperationen










Im Bereich Mülheim (mit Buchforst) arbeitet die fachämterübergreifende Projektsteuerungsgruppe "Mülheim-Programm". Weitere Einrichtungen und Akteure sind:
  • Stadtbereichsmanagement Kalk/ Mülheim: Informations- und Koordinierungsstelle der Stadtentwicklung Köln für soziale Initiativen
  • Netzwerk "Mülheimer Bürgerdienste"
  • Themen- und stadteilbezogene Arbeitskreise, z.B. Runder Tisch Buchforst
  • Rat, Bezirksvertretung Mülheim
  • Bürgeramt Mülheim, Fachämter





 Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele

1991


Beschluss zur Erstellung des Entwicklungskonzeptes "Erweiterter rechtsrheinischer Innenstadtbereich" (EERI)


1994


Anerkennung des Fördergebietes Köln Kalk als "Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf"





"Kalk Konferenz" mit Vertretern der Landesministerien, Politik, Verwaltung und Wirtschaft mit Festsetzung der Leitprojekte und Handlungsziele des Kalk-Programms


1995


Vorlage und Beschluss des integrierten Handlungskonzeptes "Kalk-Programm" durch den Rat der Stadt Köln





Beginn der Umnutzung des ehemaligen KHD-Werks, u.a. Errichtung einer Spielstätte der städtischen Bühnen und Außenstelle des Museums Ludwig in denkmalgeschützten Industriehallen ("Halle Kalk")


1997 - 1999


Errichtung und
Inbetriebnahme des Rechtsrheinischen Technologie- und Gründerzentrums (RTZ) auf dem ehemaligen Hagen-Gelände (zwischenzeitlich bereits mit 18 Technologieunternehmen belegt)


1997


Der neue Pavillon


Neubau eines Pavillons für Streetwork an der Kalker Post durch ehrenamtliche Arbeit von Architekturstudenten der FH Köln


Der neue
Pavillon
dient der
Sozialarbeit
mit
Jugendlichen




1997/ 1998


Sanierung, Umbau und Wiedernutzung denkmalgeschützter Altbauten der früheren Batteriefabrik Hagen durch und für den Internationalen Bund (als Beschäftigungsträger des 2. Arbeitsmarktes) sowie für Künstlerateliers


1998


Start des Modellprojekts "Arbeit Sofort" (Träger: Internationaler Bund) zur Beschäftigungsförderung jugendlicher Sozialhilfeempfänger


1998 - 2001


Einrichtung des Technikhofs Kalk (ursprünglich "Gewerbe- und Handwerkerhof") in ehemaligen KHD-Schlepperhallen unter maßgeblicher Beteiligung des 2. Arbeitsmarktes; Bezug von fertiggestellten Gewerbeeinheiten durch Firmen ab September 1999; Beginn des 2. Bauabschnitts zur Einrichtung eines Büro- und Laborgebäudes in KHD-Altbau ab Sommer 2000, Bezug 2001


2001


Fertigstellung und Bezug des neuen Polizeipräsidiums auf dem ehemaligen CFK-Gelände





Anerkennung des erweiterten Fördergebietes Kalk-Mülheim





Erster "Stadtteilaktionstag zum Kalk-Programm" des Arbeitskreises Kalk


2002


Baubeginn Abenteuerhalle Kalk als offene Jugendeinrichtung mit
Schwerpunkt Erlebnispädagogik in denkmalwertem Altgebäude (ehemals KHD)





Erarbeitung, Anmeldung und Bewilligung der ersten Stufe des Integrierten Handlungskonzepts Mülheim-Programm







 Ansprechpartner


Stadt Köln

Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Stadthaus Deutz - Westgebäude
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln

Tel.: 0221 221-22267
Fax: 0221 221-21900
E-Mail: stadtentwicklung.statistik@stadt-koeln.de



Stand: März 2003
Günter Wevering / Marc Höhmann, Stadt Köln


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