Grenzen aufheben


 Köln Chorweiler/Chorweiler Nord
Meilensteine
Ansprechpartner

Gebietscharakter und Ausgangslage

Chorweiler-Mitte stellt die größte hochgeschossige Neubausiedlung in Nordrhein-Westfalen dar. Im Norden von Köln gelegen, eingebettet in gewachsene dörfliche Strukturen, umfasst hierin das ehemalige Sanierungsgebiet 'Chorweiler Mitte/Seeberg-Nord' in der Trabantenstadt eine Fläche von ca. 80 ha und zählt rund 17.500 Einwohner. Kennzeichen des Stadtteils sind eine extrem hohe Bevölkerungsdichte mit einem Ausländeranteil von 41 % und eine starke Konzentration sozial benachteiligter Bewohnergruppen.

Athener Ring - Barriere
Mitte der 80er Jahre wurde Chorweiler zum Symbol einer verfehlten Städtebaupolitik: Wohnungen standen leer, Plätze waren verwaist, Anlagen verwahrlost, es fehlten soziale und kulturelle Angebote. Die Bewohnerinnen und Bewohner litten zusätzlich unter dem schlechten Image ihres Stadtteils.

Das Programmgebiet wurde im Jahr 2001 um das Erweiterungsgebiet Chorweiler- Nord ergänzt (Gesamtfläche nun ca. 187,5 ha mit rund 23.500 Einwohnern), um insbesondere auch hier notwendige Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes und zur Stärkung der Wohnfunktion durchzuführen. Auf die langjährigen Erfahrungen und die etablierten Strukturen kann in der fortlaufenden Arbeit zurückgegriffen werden.


Athener Ring-
Barriere















Potenziale und Handlungsansätze

Athener Ring - nach Rückbau
Bereits 1985 beschloss der Rat der Stadt Köln, die Wohn- und Lebensverhältnisse in Chorweiler zu verbessern. Auf der Grundlage einer städtebaulichen Rahmenplanung entstand das Ergänzungsprogramm Chorweiler.

In der ersten Stufe (1987-1989) und in der zweiten Stufe (1989-2000) standen klassische
Stadterneuerungs- und Sanierungsmaßnahmen im Vordergrund: Verkehrsberuhigung, Wohnumfeldverbesserung und Freiraumgestaltung, Aufwertung des Wohnungsbestands, Unterstützung von Selbsthilfeeinrichtungen und eine intensive Bürgerbeteiligung.













Athener
Ring –nach
Rückbau
Spielplatz Osloer

Spielplatz Osloer Straße
1995 wurde im Rahmen des Landesprogramms "Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf – Soziale Stadt" zur sozialen Stabilisierung des Stadtteils ein integriertes Handlungskonzept für die Bereiche Offene Jugendarbeit und Integration der Kinder Jugendlichen im Stadtteil entwickelt. Schwerpunkte liegen bei arbeitslosen Jugendlichen, der Einbeziehung ausländischer Mädchen und der Koordinierung und Betreuung der dezentralen Einwohnerselbsthilfezentren. Drei Phasen gliedern diese Programmstufe:

1. Straßenprojekte: Straßenkinder- und Jugendprojekte der aufsuchenden Sozialarbeit unter dem Aspekt der Partizipation/Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen zur Identifikation mit ihrem Lebensort,... [mehr]

2. Stabilisierungsprojekte: Pädagogische Maßnahmen im Kinder- und Jugendbereich für eine der Normalität des Lebens von Kindern und Jugendlichen angepassten und lebendigen Alltagsgestaltung und zur Förderung von Schulkompetenz und Lebensorientierung sowie... [mehr]

3. Qualifizierungsprojekte: Maßnahmen zur Begleitung und Qualifizierung im Bereich Übergang von Schule zu Beruf bzw. Wiedereinstieg in den Beruf und Unterstützung in Krisensituationen. [mehr]











Organisation und Lokale Partner

Die Federführung für das integrierte Handlungskonzept hat das Amt für Stadtent-wicklung und Statistik der Stadt Köln. Mit der ressortübergreifenden Arbeit folgender Stellen bildet die Stadt Köln das 'Rückgrat' der Stadtteilarbeit in Chorweiler: Allge-meiner Sozialer Dienst, Bezirksjugendpflege, Bürgerzentrum Chorweiler, VHS, Kul-turamt.
Weitere relevante Akteure sind:
  • Katholische Jugendwerke Köln e.V., Kindernöte e.V., Deutsch-Türkischer Verein Köln e.V., Internationaler Bund für Sozialarbeit
  • Jugendcafé Chorweiler e.V., Jugendfeizeitwerk Köln e.V., Jugendkunstschule, Jugendeinrichtungen Pegasus, Northside und Seeberger Treff
  • Jugendzentrum Köln gGmbH, Drogenhilfe Köln e.V., Interkulturelles Zentrum, Freiwillige Feuerwehr Fühlingen/Chorweiler
  • Heinrich-Böll-Gesamtschule, Waldorfschule, Gustav-Heinemann-Hauptschule und Henry-Ford-Realschule
  • Soziale und gewerbliche Nutzer des Handwerkerhofs Chorweiler


Köln Chorweiler - Leitungs-, Planungs- und Vernetzungsstrukturen der Projektträger



 Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele


 Bauliche Maßnahmen (Stufen 1 und 2)

1. Stufe
1987-89


Rückbau und Entsiegelung der mehrspurigen Elbe-Allee zugunsten des Olof-Palme-Parks, Bau der Jugendeinrichtung Netzestr., Fahrrad-, Rollstuhl- und Nähwerkstatt, Anlegen von Kleingärten und Pflanzung von Bäumen


Elbe-Allee / Olof-Palme-Park

Elbe-Allee










Elbe-Allee / Olof-Palme-Park


Olof-Palme-
Park








2. Stufe
1989-95


Grünflächen/Stadtplätze: Neuanlage 'Kleiner Park', Gestaltung Pariser Platz, Umgestaltung Lyoner Passage u.a.


1990-96


Spielplätze/Wohnumfeld: Umgestaltung Tiefgaragendach der LEG,
Aufwertung Spielachse Grünzug Seeberg-Nord u.a.


1991-97


Neugestaltung von Hauseingangsbereichen


1991-97


Straßenrückbau, Verkehrsberuhigung und Entsiegelung: Rückbau Athener Ring und Osloer Straße, Umgestaltung und Lärmminderung Willi-Suth-Allee


1994-98


Hochbau/Einwohnerselbsthilfezentren: Anwohnercafé 'Café Piano', 'Kulturbrücke', Handwerkerhof Chorweiler, Umbau City-Center (Anstoß privater Investitionen in Höhe von 60 Mio. DM) u.a.


1998-99


Teilrückbau und Begrünung der Herstatt-Allee




Schaffung von Lebens- und Entwicklungsperspektiven für Kinder und Jugendliche im Rahmen des Handlungskonzeptes "Offene Jugendarbeit und Integration der Kinder Jugendlichen im Stadtteil":

 Straßenprojekte:

ab Sep
1997


Prophylaktische Arbeit im Rahmen eines Spiel- und Erlebnisprogramms


ab Okt
1997


Mobile Jugendarbeit mit dem Bus ”Wheely” in Chorweiler


ab Juni
1998


Straßen-Kinder-Arbeit in Chorweiler

 Soziale Stabilisierung:

ab Mai
1996


Hausaufgabenhilfe und Berufsorientierung


ab Apr
1997

Berufsorientierung für Jugendliche im Holzbereich


Juni 97-
Apr 01


Musik- und Tanztheaterprojekt


ab Apr
2000


Videoprojekt mit Jugendlichen zur Dokumentation des eigenen Lebensraumes, des Stadtteiles und der Förderprojekte

 Qualifizierung:

ab Apr
1996

Mobile Betreuung und Beratung von arbeitslosen u. schulmüden Jugendlichen




Öffentlichkeitsarbeit und Projektmanagement für die soziokulturellen Einrichtungen


Okt 96-
Juni 01


Integration ausländischer Mädchen in Berufsorientierungsmaßnahmen


ab Dez
1996


Beratung zur beruflichen Orientierung und Qualifizierung für ausländische Jugendliche


ab Juli
1997


Drogenberatung und Suchtprävention


ab Juli
1999


Beratung und Betreuung von Jugendlichen in Bezug auf Schule, Ausbildung und Arbeit




Perspektiven

Stand 2006 - Es liegt keine Aktualisierung vor.

 
Bio-Garten
Im Rahmen der städtebaulichen Sanierung konnten nahezu alle gesetzten Ziele erreicht werden. Die Maßnahmen haben zu einer Verbesserung der Infrastruktur, des Wohnumfeldes und auch der Lebensqualität im allgemeinen beigetragen. Verstärkend hinzu kamen erhebliche private Investitionen in die Erneuerung und Stärkung des bezirklichen Einkaufszentrums (CityCenterChorweiler). Mit der deutlichen Aufwertung des Stadtteils haben auch das Image und die persönliche Identifizierung der Bewohner/innen mit diesem Stadtteil zugenommen.
Bio-
Garten











Aufbauend auf die Nachbesserungen in der 'Neuen Stadt' Chorweiler wird es auch darauf ankommen, längerfristig eine ausgeglichene Bevölkerungsstruktur zu sichern.

Die Umsetzung des Kinder- und Jugendhilfekonzeptes in Chorweiler ist ein flexibler und dynamischer Prozess, der im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften und Arbeitskreisen, unter Beteiligung der Projektakteure, auf veränderte Bedürfnisstrukturen und Projektverläufe reagiert.
Eine Fortsetzung und Weiterentwicklung der bewährten Handlungsansätze und erfolgreich verlaufenden Maßnahmen ist wegen der sozialen Indikatoren in Chorweiler weiterhin geboten. Angesichts der angespannten Lage der öffentlichen Haushalte und der damit einhergehenden rückläufigen Finanzierungsmöglichkeiten wird und muss ein Schwerpunkt der künftigen Stadtteilarbeit sein, Synergieeffekte, Vernetzungsstrukturen und den Transfer in andere Stadtteile bzw. Städte auszubauen und zu unterstützen. Des Weiteren sind nach Beendigung der zeitlich begrenzten Förderprogramme, z.B. des Landesprogramms "Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf", neue Finanzierungsalternativen bzw. Förderquellen zu suchen und zu erschließen.



 Ansprechpartner


Stadt Köln

Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Stadthaus Deutz - Westgebäude
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln

Tel.: 0221 221-22267
Fax: 0221 221-21900
E-Mail: stadtentwicklung.statistik@stadt-koeln.de






Stand: Juli 2003
Rolf Vietzke u. Rainer Haufer, Stadt Köln

nach oben zurück zur Übersicht der Stadtteilprofile