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 Siegen Fischbacherberg
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Bilanz nach mehr als 10 Jahren Programmumsetzung

Die unterschiedlichen integrierten Maßnahmen haben zu einer deutlichen Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen im Stadtteil Siegen Fischbacherberg, seinem Wohnumfeld und der sozial-kulturellen Infrastruktur beigetragen.

Ein Problem bleibt die Entwicklung privater Infrastruktur. Investoren, die sich in den vergangenen Jahren engagiert haben, können sich kaum behaupten. Als städte-bauliches Problem bleibt der leer stehende ehemalige belgische Supermarkt mit über 2000 qm.

Die Jugendkriminalität, Vandalismus und andere jugend- und sozialpolitische Problemfelder sind in Quantität und Qualität nicht von der Situation in anderen auch “besseren” Stadtteilen zu unterscheiden.

Die vielfältigen Projekte und Maßnahmen wurden auch außerhalb des Stadtteils wahrgenommen, teilweise entstand sogar “Neid”. Das Image des Stadtteiles hat sich in der Gesamtstadt jedoch kaum verändert. Eine nachhaltige Imageänderung erscheint als langwieriger, generationenübergreifender Prozess.

Die örtlichen Wohnungsunternehmen und die Stadt Siegen haben im Februar 2005 einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, der die Arbeit von zwei Stadtteilbüros am Fischbacherberg und am Heidenberg zunächst absichert. Die Stadt bietet hier Sozialberatung und Wohnhilfeberatung an. Gleichzeitig gewähren die Wohnungs-unternehmen finanzielle Unterstützung bei gemeinwesenorientierten Projekten.

Gebietscharakter und Ausgangslage

Im Luftbild werden die sehr heterogenen baulichen Strukturen sichtbar.
Die Siedlung Fischbacherberg - ein reines Wohngebiet mit ca. 56 ha und rund 3.200 Einwohnern - liegt auf einem Hügel 2 km nordwestlich des Siegener Stadtzentrums, ist aber nur über eine Straße an das übrige Stadtgebiet angebunden.

Die Geschichte des Stadtteils ist bis heute entscheidend durch seine militärische Nutzung geprägt. In den 60er und 70er Jahren entstanden hier viele Wohnungen für belgische Militärangehörige. Struktur- und imagebildend waren dabei die vier 12- und 13-geschossigen Punkthochhäuser, die sogenannten 'Nato-Zähne'. Mit dem Abzug der belgischen Streitkräfte im Herbst 1992 wurden 268 Wohnungen frei.

Das relativ unverbundene Nebeneinander unterschiedlicher Siedlungs- und Nutzungsstrukturen mit hochverdichteten Wohnkomplexen des sozialen Wohnungsbaus, Reiheneigenheimen, Mehrfamilienhäusern, Doppelhäusern und zwei Übergangswohnheimen ist Ursache für eine ausgesprochen heterogene Sozialstruktur. Neben deutschen Bewohnern leben vor allem türkische und russlanddeutsche Familien im Fischbacherberg.
Im Luftbild
werden die
sehr hetero-
genen
baulichen
Strukturen
sichtbar.

















 

Potenziale und Handlungsansätze

Seit Anfang der 90er Jahre genießt der Fischbacherberg große öffentliche Aufmerksamkeit. Zunächst waren die Überlegungen von der Reaktivierung militärischer Liegenschaften und den Strategien sozialräumlicher Planung bestimmt. Als konsequente Weiterentwicklung dieses Zugangs wurde im Juni 1995 das integrierte Handlungskonzept beschlossen. Es zielt auf eine langfristige und tragfähige Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität der Menschen vor Ort und enthält drei Arbeitsschwerpunkte:
Das Teilkonzept Belegung beinhaltet Vorschläge zur behutsamen und
  sozialverträglichen Neubelegung der freigezogenen Wohnungen (Zeitplanung,
  Mieterauswahl- und Belegungsverfahren, Beteiligung).
Im Teilkonzept Sozialkulturelle Infrastruktur sind Maßnahmen der
  Gemeinwesenarbeit - u. a. Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen,
  Schulsozialarbeit, Stadtteilzentrum, Kulturwerkstatt - dargestellt.
Der dritte Baustein, das Imagekonzept, enthält eine gezielte Aufwertungsstrategie
   für den Fischbacherberg mit öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen, Aktionen
  und Initiativen.




 

Organisation und Lokale Partner

Eine fachbereichsübergreifende Projektgruppe innerhalb der Verwaltung steuert den Erneuerungsprozess formell und koordiniert die Arbeiten. Die Projektgruppe besteht aus Vertretern der Bereiche Finanzen, Liegenschaften, Stadtentwicklung, Kultur, Jugend, Soziales und Wohnen, aus der Gleichstellungsstelle, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft KEG (Kommunale Entwicklungsgesellschaft Siegen mbH) sowie dem Stadtteilmanager.

Dieser ist Projektleiter und hat seinen Sitz im Stadtteilbüro, dessen Träger bis Ende 2003 die KEG war. Nach Abschluss der städtebaulichen Maßnahmen in der Wohnanlage der KEG (ehemals belgische Liegenschaften) wechselt die Trägerschaft des Stadtteilbüros von der KEG auf die Stadt Siegen. Die KEG beteiligt sich an den Personalkosten des Stadtteilbüros mit 30 % und überlässt der Stadt die Büroausstattung und die – räume kostenfrei.

Weitere relevante Akteure sind:
Jugendtreff
Kirchen, Schulen, Kindergärten
Bürgerinitiative Fischbacherberg
Fischbacherberg aktiv e. V.
Kleingartenverein Fischbacherberg
Mieterbeirat
Wohnungsunternehmen
Miksch + Partner, Architekten AKNW/BDB, Düsseldorf (Baubüro)
Kommunale Entwicklungsgesellschaft Siegen mbH als Wohnungseigentümerin
  der ehemals belgischen Liegenschaften
Feuerwehr, Polizei (Gruppe Prävention)
Sportjugend des Kreises Siegen-Wittgenstein
Verschiedene Bildungsträger, Beschäftigungsträger und Anbieter
  sozialer Dienstleistungen
Einzelne Künstler (projektorientiert z. B. Graffiti-Workshop)
Familienhilfezentrum

Alle Akteure zusammen bilden den Runden Tisch Fischbacherberg. Im Vordergrund stehen: Gemeinsame Veranstaltungsplanung, Vernetzung, Verleih materieller und immaterieller Ressourcen. Für einzelne Projekte bilden sich kleinere Kooperationsgruppen.



 Chronologie der Erneuerung – Meilensteine und Projektbeispiele

1995/96


Eröffnung des Stadtteilbüros in Trägerschaft der KEG (Kommunale Entwicklungsgesellschaft Siegen mbH)

Einführung einer Stadtteilkonferenz
(jährlich 3-4 mal)


Aug 1996


Initiierung eines Stadtteil-Fußballturniers


Okt 1996


Aufbau der Stadtteilzeitung 'Fischbacherberg' aktuell


Jan 1997

Gründung des Fördervereins 'Fischbacherberg aktiv'


Apr 1997


Anlage eines neuen Spielplatzes für alle Altersgruppen

Street Tennis Aktion mit Grundschule, Hauptschule, Westfälischem Tennisverband und Sparkasse


Apr und
Juni 1997


Projektwochen mit Grundschule und Hauptschule mit stadtteilbezogenen Projekten, z. B. 'Unsere Stadt', Bau Biotop


Mai 1997


1. Belegungsphase: 54 WE in drei 4-etagigen Blöcken und einem 2 –etagigen Doppelhaus

Eröffnung eines Stadtteilcafés


Jun 1997


Sanierung und sozialverträgliche Neubelegung von vier Gebäuden mit 51 Wohnungen & Wohnumfeldverbesserung

Zustand vor der Sanierung


Zustand nach der Sanierung

Gründung eines Mieterrates


seit
Nov 1997


Umbau des ersten 'Nato-Zahns'


Jan 1998


Einführung des Runden Tisches Fischbacherberg als Kooperationsgremium aller lokalen Akteure

Wohn-
umfeld vor
und nach
der Ver-
besserung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 








Jun 1998

2. Belegungsphase in einem Punkthochhaus mit 48 WE



Sep 1998


Erstes gemeinsames Stadtteilfest des Runden Tisches



Jan 1999

Umzug des Stadtteilcafés / der Bürgerbegegnungsstätte in das ausgebaute Luftgeschoss des ersten Hochhauses



Mai / Jun 1999


Sprengung von zwei Hochhäusern
auf Grund des entspannten Wohnungsmarktes, Beginn der Planung von kostengünstigen Reiheneigenheimen an dieser Stelle



Jun 1999


Sanierung des zweiten Hochhauses












Jun 2000


3. Belegungsphase in einem Punkthochhaus mit 44 WE



Nov 2000


Fertigstellung einer Park-Palette mit 68 Garagen/Carports

Fertigstellung eines Kinderspielplatzes


Jan 2001


Eröffnung des Kinder-, Jugend- und Familienhilfezentrums in einem ehemaligen Übergangswohnheim



Jul 2004


Der Stadtteil findet erstmals Aufnahme im Programm “Lokales Kapital für soziale Zwecke (LOS)”.



Dez 2003


Stadt Siegen übernimmt Trägerschaft des Stadtteilbüros

von der KEG


Feb 2005

Kooperationsvertrag zwischen Stadt Siegen und Wohnungsunternehmen über die weitere Arbeit von zwei Stadtteilbüros (Fischbacherberg und Heidenberg)


Mai - Okt
2005

Die durch die Sprengung von 2 Hochhäusern freigesetzten Restmittel (z.B. durch Wegfall Kulturwerkstatt) werden für die Befestigung und Beleuchtung von 2 Schulwegen, den Bau eines Spielplatzes, Wohnumfeldmaßnahmen und den Bau eines Hochseilgartens eingesetzt.


Sep 2005

Eine Aussiedlerfamilie eröffnet in einer 850 qm großen Gewerbeimmobilie einen Supermarkt.


Sep 2006

Das zweite leer stehende Übergangswohnheim in direkter Nachbarschaft zum Familienhilfezentrum wird umgebaut. Das Erdgeschoss dient als Erweiterungsfläche für das Familienhilfezentrum und für eine Bürogemeinschaft von Migrationsdiensten. In den Obergeschossen entstehen 4 Wohnungen.


Feb 2007

Siegen-Fischbacherberg nimmt am Wettbewerb “Soziale Stadt – Wir setzen Zeichen” teil. Das Gemeinschaftsprojekt der Stiftung “Demokratie im Alltag” und der Stadt Siegen auf dem 75 ha großen, ehemaligen Schießstand der belgischen Streitkräfte wird mit ca. 600.000 EUR unterstützt.
Projektbeginn: Ende 2007/Anfang 2008.

Alle sozial-kulturellen Maßnahmen wie Fußballturniere, Stadtteilfeste usw.
finden jährlich statt.

Mieterfest

Außerdem wurden

  • Projekte der Schulsozialarbeit (Integration russlanddeutscher Kinder
    und Jugendlicher),
  • Projekte gegen Gewalt und Kriminalität in Kooperation mit der Hauptschule,
  • Sprachförderprojekte in Kindergärten (ausländischer und russlanddeutscher Herkunft) für Kinder und deren Mütter (inklusive Schulungen der Erzieherinnen),
  • Antigewalttraining in Kooperation mit einem Bewährungshilfeverein sowie
  • Stadtteilpflege mit Sozialstundenleistenden

durchgeführt.


Perspektiven

Im Vordergrund stehen derzeit wohnungspolitische Probleme. Auf Grund des entspannten Wohnungsmarktes im Sektor „4 Zimmer-Küche-Bad“ und größer sind die Fluktuation in den insgesamt 700 Wohneinheiten des ehemaligen sozialen Wohnungsbaus im Stadtteil ebenso wie die Leerstände gestiegen. Gleichzeitig fällt die Verweildauer im Stadtteil ab.
Auch im Bereich der 700 Wohneinheiten in Eigentum vollzieht sich eine Wende. Immer häufiger ziehen Wohneigentümer weg und es wird immer schwieriger, diese Immobilien zu veräußern.

Die städtebauliche Erneuerung und Infrastrukturentwicklung im Rahmen der Sozialen Stadt wurde Ende 2003 beendet. Seither wird das Stadtteilbüro durch die Stadt Siegen finanziert.
Mit dem Kooperationsprojekt der Hoppmann Stiftung und der Stadt Siegen zur Umwandlung des ehemaligen Schießstandes wurde das Projekt 2007 wieder in das Programm aufgenommen.

Aktuelle Informationen zum Projekt bietet SCHÖNUNDGUT Erfahrungsfeld Fischbacherberg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Materialien zum Download

Verstetigung in Siegen Fischbacherberg (PDF, 39 kB)


 Ansprechpartner

Projektleiter
Hermann Schmid
Stadtteilbüro Fischbacherberg
Schweriner Straße 21
57072 Siegen

Tel.: +49 (0)2 71 / 3 19 00 05
Fax: +49 (0)2 71 / 3 18 08 94
E-Mail: siegen-fischbacherberg@t-online.de


Stadt Siegen
GB 4/5 Eckhard Weidt
Postfach 10 03 52
57003 Siegen

Tel.: +49 (0)2 71 / 404-3279
Fax: +49 (0)2 71 / 404-2739
E-Mail: e.weidt@siegen.de


Stand: August 2007
Hermann Schmid, Stadtteilbüro

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