Kriminalprävention und Konfliktmanagement

Die Kriminalitätsrate in den Quartieren der Sozialen Stadt ist – soweit bekannt – nicht signifikant höher als in anderen Stadtteilen. Dennoch: Soziale Ausgrenzung und fehlende Aussichten auf angemessenes Einkommen und erfüllende Lebensinhalte können Straffälligkeit auslösen. Dies betrifft gerade viele junge Menschen, die schon frühzeitig für sich keine Perspektive mehr sehen oder einem Gruppen-Druck zum Konsum unterliegen. Formen der jugendlichen Delinquenz sind dann z.B. Vandalismus und Bandenkriminalität, die von der Öffentlichkeit meist stärker wahrgenommen werden als andere Vergehen.

Kriminalprävention beginnt bereits mit der Frage nach dem Sicherheitsempfinden der Menschen. Schon ein Gefühl der Verunsicherung bedeutet einen Mangel an Sicherheit und Lebensqualität mit negativen Folgen – z.B. Einschränkungen des sozialen Lebens und ein verstärkter Wegzug von Bewohnern. Daher zielt Kriminalprävention darauf, mit den verschiedensten Akteuren in Zusammenarbeit mit der Polizei neue Allianzen zu bilden. Es geht zum einen darum, potenzielle Täter vor Straffälligkeit zu bewahren, zum anderen darum, zu gewährleisten, dass sich die Menschen in den Quartieren wohl fühlen.

Kriminalprävention ist Bestandteil von Projekten zur gesellschaftlichen Integration. Ansatzpunkte bestehen in folgenden Handlungsfeldern:

  • Bildung ist nicht nur die beste Prävention; in den Schulen kann Kriminalität (und die Angst vor ihr) auch frühzeitig thematisiert werden, hier sind zudem viele der potenziellen jungen Täter und ihre Eltern noch erreichbar;
  • Gesundheit – z.B. Suchtvorbeugung, um Beschaffungskriminalität auszuschalten;
  • in Städtebau und Wohnumfeld können kriminalitätsfördernde Raumsituationen (z.B. 'Angsträume' wie dunkle Durchgänge) verändert oder vermieden werden;
  • Infrastruktureinrichtungen wie eine lokale Polizeidienststelle oder auch das Stadtteilbüro können das Sicherheitsgefühl der Bewohner allein durch Präsenz verbessern; Kinder- und Jugendeinrichtungen z.B. sind geeignet, mit ihrer Arbeit wesentlich zur Kriminalprävention beizutragen, dies gilt in besonderem Maße auch für Sportangebote;
  • Verantwortung für den öffentlichen Raum und soziale Kontrolle können durch die Stärkung sozialer Netze gefördert werden.

Im weitesten Sinne geht es darum, lokale Partnerschaften aufzubauen, die diese verschiedenen Bereiche zu einer Gesamtstrategie im Sinne der o.g. Zielsetzung wirkungsvoll miteinander verknüpfen.

Zudem gewinnen in den Quartieren Strategien des Konfliktmanagements an Bedeutung. Mit den Bewohnern werden Konflikte, die z.B. im Wohnumfeld, zwischen Nachbarn/Gruppen, innerhalb von Familien oder auch durch interkulturelle Missverständnisse auftreten, geschlichtet. Hierzu wird meist auf freiwilliger Basis eine neutrale Vermittlung angeboten, z.B. als Angebot des Stadtteilbüros. Erfahrungen zeigen, dass so z.B. zwischen verschiedenen Alters- oder ethnischen Gruppen deutliche Verbesserungen des Zusammenlebens erreicht werden können. So wird vermieden, dass Gewalt und andere Delikte aus sich zuspitzenden Konfliktsituationen erwachsen.

Wir haben einige weiterführende Links zum Handlungsfeld zusammengestellt. Gute Projekte der Kriminalprävention und des Konfliktmanagements sind nachfolgend aufgelistet.
 
 

Projekte

 

Mit den neuen 'i-Männchen' im Stadtteil werden Schulwegsicherheit und richtiges Verhalten bei Gefahren frühzeitig ausprobiert.

Stadtteil:
 

Schülerinnen und Schüler der örtlichen Hauptschule gestalten in Kooperation mit vielen Stadtteilakteuren eine trostlose Eisenbahnbrücke neu.

 

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