DITIB Bildungs- und Begegnungsstätte Ecke

 
Projektinhalte

Bereichert das Stadtbild
- die neue Moschee

Im Oktober 2008 wurde in Duisburg-Marxloh Deutschlands größte Moschee eröffnet. Das Besondere des im osmanischen Stil errichteten repräsentativen Gebäudes ist jedoch nicht nur seine Größe: Unter einem Dach vereint der Neubau der ‚DITIB Türkisch Islamische Gemeinde zu Duisburg-Marxloh e. V.‘ Gebetsräume für Gläubige und öffentliche Räume für die Begegnung von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen und religiösen Hintergrund. Diese Bildungs- und Begegnungsstätte ist Ausdruck der Öffnung der Gemeinde in den Stadtteil und des Islams in die Bevölkerung.

Marxloh entspricht damit ein Stück mehr dem Geist der Europäischen Stadt, deren Stärke auch darin liegt, Zugewanderten die Teilhabe am sozio-kulturellen Leben zu ermöglichen und Chancengleichheit zu gewährleisten.
 

Projektziele und Zielgruppen

Mit der Einbindung der Bildungs- und Begegnungsstätte in die Moschee verfolgen die Initiatoren, die Mitglieder des Moscheevereins sowie die ‚DITIB Bildungs- und Begegnungsstätte zu Duisburg-Marxloh‘, mehrere Ziele:

  • Hinsichtlich der Öffnung der muslimischen Gemeinde und für mehr Transparenz  in einer sonst eher in sich geschlossen wirkenden Welt soll ein Zeichen gesetzt werden. Das repräsentative Gebäude ist Symbol für Offenheit, Begegnung  und Dialog zwischen allen Menschen, gleich welchen kulturellen und religiösen Hindergrund sie haben, und trägt zum Abbau von Vorurteilen und zur Erlangung interkultureller und
    -religiöser Kompetenz bei. Der Dialog der Kulturen und die Möglichkeit der sachlichen Auseinandersetzung bekommen hier einen würdigen Raum.
  • Akzeptanz für den Islam und für die Muslime soll gefördert werden. Die muslimischen Gemeindemitglieder empfangen als Gastgeber Menschen verschiedener Kulturen und Religionen, wodurch ein Gefühl der Zugehörigkeit und des ‚Angekommen-Seins‘ entstehen kann.
  • Mit Bildungs- und Betreuungsangeboten sollen bestehende Defizite im Stadtteil ausgeglichen werden.

Unter dem Blickwinkel der Transparenz und der Akzeptanz sind als Zielgruppen zunächst die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils sowie der Stadt Duisburg zu nennen. Öffentliche Veranstaltungen (z. B. Tagungen, Lesungen, Workshops und Nachbarschaftstreffen) laden zur interkulturellen Begegnung und zum interreligiösen Dialog von Menschen aller Kulturen und Glaubensrichtungen ein. Mit gezielten Angeboten werden zudem Frauen, Jugendliche und Senioren mit Migrationshintergrund bewusst angesprochen.
    

Trägerschaft und Kooperationspartner

Träger der Moschee ist der Verein ‚DITIB Türkisch Islamische Gemeinde zu Duisburg- Marxloh e.V.‘. Der Moscheeverein war früher in der ehemaligen Kantine des Bergwerks Marxloh beheimatet und wurde von den Arbeitern des Werks gegründet. Er war stets um einen offenen und kooperativen Umgang mit der Stadtteilbevölkerung bemüht. Der Verein war vor allem für das Einwerben der Spenden für den Moscheebau verantwortlich sowie für die Gestaltung des religiösen Lebens in der Moschee.

Während der Bauphase wurde durch die DITIB Gemeinde und die Kooperationspartner ein Beirat als dauerhaftes Beratungsgremium installiert, in dem viele örtliche Institutionen, Vereine, christliche Kirchen, politische Parteien, die Universität Duisburg-Essen, Kaufleute, Nachbarn, die EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH usw. vertreten sind. Dieses Gremium hält zudem intensive Kontakte zum Runden Tisch Marxloh, Vereinsstammtisch Marxloh, Förderverein Marxloh usw. Der Beirat soll auf Dauer in die Organisation der Bildungs- und Begegnungsstätte eingebunden werden. Auf der Grundlage der Vorgaben und Ziele des operationellen Programms URBAN der Europäischen Union und des Leitbildes für die Stadtteilerneuerung des Ortsteils Marxloh wurden Trägerstrukturen für die Bildungs- und Begegnungsstätte erarbeitet.

Die Bildungs- und Begegnungsstätte wird getragen von dem 2006 gegründeten eigenständigen Verein „DITIB Begegnungsstätte Duisburg-Marxloh e. V.“, ein vom Moscheeverein unabhängiger Trägerverein, der sich um alle Geschäfte dieser Einrichtung kümmert (mit einem eigenen, alle zwei Jahre neu gewählten Vorstand mit Geschäftsführer/-in) und eigene Einnahmen und Ausgaben verwaltet (mit eigenem Kassenprüfer). Zur Deckung der Ausgaben verfügt er über Einnahmequellen wie das Bistro und die Seminarräumlichkeiten. Nach außen wird die Bildungs- und Begegnungsstätte vertreten durch den Vorstandvorsitzenden der Begegnungsstätte, der von den Mitgliedern des Vereins gewählt wird. Außerdem verfügt der Trägerverein über Organe, wie die Mitgliederversammlung, die Steuerungsgruppe, das Schiedsgericht, den Vorstand und den Beirat. Er arbeitet bei der Erfüllung der operativen Arbeit in vertrauensvoller und enger Zusammenarbeit mit dem Moscheeverein.
 

Finanzierung

Der eigentliche Moscheebau wurde aus Spenden finanziert und vom Träger (DITIB Türkisch Islamische Gemeinde zu Duisburg-Marxloh e. V.) übernommen. Die Räumlichkeiten sowie die Ausstattung der Bildungs- und Begegnungsstätte konnten mit Mitteln der Europäischen Union (Ziel 2-Programm NRW 2000 – 2006) und aus dem Programm „Soziale Stadt NRW“ gefördert werden. Mit einer Anschubfinanzierung für den Betrieb betrug das Investitionsvolumen für die Begegnungsstätte rund 3,4 Mio. Euro.
 

Durchführung

Bei dem repräsentativen und öffentlichkeitswirksamen Bauprojekt war es besonders wichtig, eine breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu schaffen und die vielfältigen Bedürfnisse der künftigen Nutzer/-innen zu berücksichtigen. Daher wurde schon zu Beginn der Planungsphase ein Beirat aus dem Kreis der lokalen Akteure gegründet, der das Projekt mit richtungsweisenden Vorschlägen und Entscheidungen begleitete. Alle gesellschaftlichen Gruppen wurden in die Planung und Diskussion eingebunden. Nur so konnte das Projekt so erfolgreich werden, dass es heute als Vorbild für ähnliche Vorhaben in ganz Deutschland gilt.

Der Projektverlauf gliederte sich in folgende Hauptabschnitte:

  • Planungsphase ab dem Jahr 2000
    Eine intensive Öffentlichkeitsarbeit fand von Anfang an statt, so dass ein transparenter Prozess stets gewährleistet war.
  • Gründung eines Beirates für die Begegnungsstätte
    Im Juni 2002 wurde der Beirat, bestehend aus Vertreter/-innen sämtlicher o. g. Akteure, eingerichtet und durch die Moscheegemeinde bestätigt. Dadurch wurde eine umfassende Beteiligung am Planungsprozess sichergestellt.
  • Erster Spatenstich 22. März 2005
    An den Feierlichkeiten nahmen u. a. der damalige Ministerpräsident des Landes NRW, Peer Steinbrück, der damalige Bundesbauminister Dr. Michael Vesper sowie Prof. Dr. Ali Bardakoglu, Präsident des Amtes für religiöse Angelegenheiten der Türkei, teil.
  • Kontinuierliche Information der Öffentlichkeit
    Bereits zu Beginn der Bauphase hatte der Verein Begegnungsstätte seine Arbeit mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln (provisorische Büroräume und Projekt „Begegnungsstätte jetzt“ als Treffpunkt im Container) aufgenommen. Wichtigster Teil der Arbeit waren Informationsveranstaltungen für lokale und auswärtige Besuchergruppen, verbunden mit einer Baustellenführung (70.000 Besucher/-innen bis zur Eröffnung).
  • Eröffnung der Moschee mit Begegnungsstätte am 26. Oktober 2008
    An der Feier nahmen rund 10.000 Besucher/-innen und 160 Pressevertreter/-innen teil. Unter ihnen befanden sich prominente Gäste, wie z. B. Prof. Dr. Ali Bardakoglu, Präsident des Amtes für religiöse Angelegenheiten der Türkei und der damalige Ministerpräsident des Landes NRW, Dr. Jürgen Rüttgers.
     
     
 Ihre Ansprechpartner

 
Zehra Yilmaz, Bildungsreferentin
DITIB Bildungs- und
Begegnungsstätte
Warbruckstraße 51
47169 Duisburg

Tel.: +49 (0) 2 03 - 57 89 84-13
dialog@ditib-du.de

 
Dursun Yilmaz
Fachbereich Soziales/
(Inter-)Kulturelles
EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH
Willy-Brandt-Ring 44
47169 Duisburg

Tel.: +49 (0) 2 03 - 99 42 9-42
dyilmaz@eg-du.de


Stand: September 2010
Autor: Dursun Yilmaz

 

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