Soziale Infrastruktur und Stadtteilzentren

Stadtteilbibliotheken oder Begenungsstätten sind Beispiele für das, was klassischerweise 'soziale und kulturelle Infrastruktur' genannt wird. Benachteiligte Stadtteile sind in dieser Hinsicht in der Regel unterdurchschnittlich ausgestattet. Diese Tatsache steht im Gegensatz zu den besonderen Bedarfen aufgrund der sozialen Situation, der vielfältigen ethnisch-kulturellen Hintergründe der Bewohner sowie des vergleichbar hohen Anteils an Kindern und Jugendlichen. Weitere Entwicklungen wie das Entstehen einer Seniorengeneration mit Migrationshintergrund sind absehbar.

Als Anlaufstellen haben Begegnungsstätten, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Bildungs- und Beratungseinrichtungen eine besondere Bedeutung für die Stadtteilarbeit. Vor allem in Stadtteilzentren werden soziale und kulturelle Projekte gebündelt. Sie bilden einen identitätsstiftenden Kristallisationspunkt für alle Aktivitäten der Bewohner und Initiativen im Stadtteil. Die räumliche Nähe engagierter Akteure erleichtert den Aufbau von Kommunikationsstrukturen und Netzwerken. Sie ist Ansatzpunkt für die Verstetigung positiver Entwicklungen und Projekte auch über den Förderzeitraum des Handlungsprogramms hinaus.
Die Soziale Stadt NRW hat daher den Aufbau solcher Zentren trotz angespannter öffentlicher Finanzen ermöglicht. Voraussetzung sind in jedem Fall zukunftsfähige Betriebskonzepte, die sich von der Subventionierung des laufenden Betriebs rasch lösen. Lokale Partnerschaften, Ehrenamt und die Verknüpfung mit Beschäftigung & Qualifizierung können Bausteine sein, die einen dauerhaften Betrieb sichern.

Das Spektrum der Stadtteilzentren reicht von einfachen Lösungen im Bestand bis hin zu umfangreicheren Neu- und Umbauprojekten. Ungenutzte ehemals zentrale Bauwerke wie Zechen- oder Firmengebäude, können z.B. neue Funktionen erhalten.

Durch eine flexible Nutzung vorhandener Räumlichkeiten finden neben Gruppen und Veranstaltungen auch soziale Dienstleistungen aus den Bereichen Gesundheit, Bildung oder Sport, das Stadtteilmanagement oder dezentralisierte Stellen der Verwaltung an einem Ort Platz.

In vielen Stadtteilen werden aktiv neue Konzepte zur Verbesserung der sozialen und kulturellen Infrastruktur erprobt. Gute Beispiele zu diesem Handlungsfeld sind nachfolgend aufgelistet. Wir haben zudem weiterführende Links zum Handlungsfeld zusammengestellt.
 
 

Projekte

 

Einrichtung eines offenen Treffpunkts und sozialen Zentrums für alle Stadtteilbewohner, in dem sämtliche sozialen Angebote im Quartier gebündelt werden.

 

Mit dem Erwerb und Umbau des ehemaligen Rittergutes Herberhausen konnten Räumlichkeiten für die Stadtteilarbeit geschaffen werden.

Projekt:
 

Neunutzung eines denkmalgeschützten ehemaligen Zechengebäudes als Zentrums für Kultur, Dienstleistung und Gewerbe.

 

Prozess zur Öffnung der Schule zum Stadtteil.

 

Preis Soziale Stadt 2010

 

In gemeinsamer Aktion wurde ein neues Zentrum geschaffen für Kinder- und Jugendarbeit, für Vereine, für Stadtteilarbeit.

 

Integration statt Ausgrenzung – Vielfältige Angebote der Bürgerbeteiligung in Lemgo

 

Preis Soziale Stadt 2002

 

Ein alter Bunker wird vom Betonklotz zum lebendigen Quartiersmittelpunkt mit Cafe, Museum und vielen anderen Angeboten.

 

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