Wirtschaftsförderung und Lokale Ökonomie

Wirtschaftsförderung in den Quartieren der Sozialen Stadt NRW steht für langfristige Strategien und viele kleine Schritte. Sie gliedert sich in zwei Bereiche:

Zum einen schafft Stadtteilwirtschaft oder lokale Ökonomie Arbeitsplätze und versorgt einen Stadtteil mit Einrichtungen des Einzelhandels und Dienstleistungen. Zum anderen kann Gewerbeansiedlung angesichts der vorhandenen Flächenpotenziale dazu beitragen, weitere wirtschaftliche Standbeine zu schaffen. Jedoch fehlt oft die Attraktivität, um im harten inner- oder überstädtischen Standortwettbewerb um Neuansiedlungen bestehen zu können. Für die Reaktivierung großer Flächenreserven vor allem der altindustriellen Stadtteile sind die hohen Kosten für die Sanierung industrieller Altlasten häufig ein Hindernis. Angesichts der ehemals großen Bedeutung als Wirtschaftsstandort ist das schmerzhaft.

Gleichzeitig hat es aber auch einen Wandel der Anforderungen an die Lebensqualität in den Wohnquartieren gegeben. Gefragt ist eine zeitgemäße Form des Nebeneinanders von Wohnen und Arbeiten. Ziel ist es, in den Stadtteilen eine angemessene wirtschaftliche Basis zu schaffen – ein Geflecht von Klein- und Mittelunternehmen (KMU), die in enger Beziehung zu Stärken und Bedarfen des Quartiers stehen.

Potenziale gibt es auch im Einzelhandel: Nachlassende Kaufkraft und die Attraktivität der großen Verbrauchermärkte haben zwar die Einkaufsmöglichkeiten in den Stadtteilen stark ausgedünnt. Viele z.B. von Migranten geführte Geschäfte bieten heute jedoch ein wohnungsnahes Angebot, das es zu fördern gilt.

Hoffnungsträger sind Unternehmens-Neugründungen: Die Quartiere bieten innovativen Selbständigen und Jungunternehmen Anreize mit preiswerten Mieten und interessanten Gebäuden. In vielen Stadtteilen wurden Existenzgründerzentren etabliert, die ein gutes Umfeld für Start-Ups bieten, z.B. mit Schwerpunkt in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Zu diesem neuen Unternehmertum zählen vielfach auch Migranten. Die gezielte Förderung ethnischer Ökonomien in verschiedenen Branchen ist ein wichtiger Teilaspekt der stadtteilbezogenen Wirtschaftsförderung.

Ein neues, gewachsenes Unternehmertum in sozialer Verantwortung ist eine langfristige Perspektive der Sozialen Stadt NRW. Die ersten Schritte in diese Richtung sind angesichts des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds allerdings noch mühsam.

Im Zuge der Stadtteilprozesse gewinnt auch das Arbeits- und Versorgungsangebot durch Initiativen und Projekte an Bedeutung. Diese sind häufig sozial motiviert und münden in wirtschaftliche Tätigkeiten, verortet z.B. in den soziokulturellen Zentren. Diese 'soziale Ökonomie' besitzt noch deutliche Entwicklungspotenziale im Rahmen einer Verstetigung der Stadtteilentwicklung.

Wir haben einige weiterführende Links zum Handlungsfeld zusammengestellt. Zudem stehen aktuelle Informationen (Januar 2010) zum Stand der Lokalen Ökonomie in Förderung und Praxis in NRW zum Download bereit. Gute Ansätze der Förderung einer lokalen Ökonomie sind nachfolgend aufgelistet.
 
 

Projekte

 

Langfristige und nachhaltige Stärkung des Braut- und Abendmode-Clusters und Förderung der Eigeninitiative der Clustermitglieder.

 

Gebäude der Zeche Zollverein als Gründerzentrum mit vielfältiger Infrastruktur und Öffentlichkeitswirkung in Form einer Bürger-Aktiengesellschaft.

 

Neue Impulse im Stadtteil Bismarck durch Stärkung der lokalen Ökonomie, Gelsenkirchen

 

Preis Soziale Stadt 2002

Stadtteil:
Solingen Haseldelle
 

Impulse und Innovationen für das Bergische Städtedreieck in Solingen

 

Preis Soziale Stadt 2006

 

Ein gründerzeitliches Fabrikgebäude als 'Brutkasten' für Künstler und junge Unternehmen sowie Medienbildungsprojekte gleichermaßen.

 

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