Zusammenleben und Integration

Ein besonderes Merkmal der Soziale Stadt NRW-Quartiere ist ihre soziale und ethnisch-kulturelle Vielfalt – das Zusammenleben von zahlreichen Menschen unterschiedlicher Kultur und Herkunft.

Bewohnerinnen und Bewohner mit Migrationshintergrund stellen bereits heute einen großen Teil der Bevölkerung in den Stadtteilen – teilweise bis zu über 50%. Die größte Gruppe sind Menschen türkischer Herkunft. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Zuwandereranteil weiter ansteigen. Dadurch wachsen zum einen die Anforderungen an stadtteilbezogene Integrationsmaßnahmen, zum anderen kommt den Stadtteilen im Hinblick auf die gesamtstädtischen Entwicklungen eine entscheidende Integrationsfunktion zu.

In den Bereichen Schule und Bildung, Ausbildung und Arbeit zeigen sich Integrationsdefizite besonders deutlich – so z.B. durch Sprachdefizite oder fehlende Orientierung im deutschen Ausbildungssystem. Es fehlen oft integrationsfördernde Angebote zur Beratung oder Beteiligung. Zudem treten bedingt durch ethnische, religiöse und kulturelle Unterschiede gehäuft Spannungen zwischen Bewohnergruppen unterschiedlicher Herkunft auf. Eine besondere Gruppe stellen jugendliche Aussiedler dar. Bei ihnen führt fehlender Halt innerhalb des Gesellschaftssystems immer mehr zu sozial auffälligem Verhalten.

Multikulturalität in den Stadtteilen birgt jedoch auch wichtige Potenziale. So können die sozialen Netze der Migranten und ihre zunehmende Bedeutung für die lokale Ökonomie als Unternehmer und Immobilienbesitzer die Basis für eine intensive Mitwirkung in der Stadtteilentwicklung sein.

Aufgabe in der Sozialen Stadt NRW ist es, Angebote zur Kommunikation und Begegnung und zum interkulturellen Dialog zu schaffen. Für alle Angebote, Maßnahmen und Projekte im Stadtteilprozess ist kritisch zu hinterfragen, ob sie auch die Migranten oder Aussiedler erreichen. Ihre Beteiligung an der Stadtteilentwicklung muss sorgfältig gesichert werden, z.B. durch ein interkulturell besetztes Stadtteilmanagement. Mit dem Förderkonzept "KOMM-IN NRW – Innovation in der kommunalen Integrationsarbeit – eine Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen", unterstützt das Land NRW die Kommunen dabei die bestmöglichen Voraussetzungen für Integration zu ermöglichen.

In allen Stadtteilen wird die gleichberechtigte Teilhabe an Bildung und Beschäftigung besonders gefördert. Sprachförderung der Kinder und vielfach auch der Eltern, ergänzender muttersprachlicher Unterricht sowie besondere Hilfen bei der beruflichen Orientierung sind Beispiele dafür.

Das Spektrum der Aktivitäten für ein besseres Zusammenleben reicht von interkulturellen Kochkursen und gemeinsamen Festen über Sprachförderung und die Förderung der interkulturellen Erziehung bis hin zu Projekten, die auf die besonderen Wohnbedürfnisse von Migranten zielen.

Wir haben einige weiterführende Links zum Handlungsfeld zusammengestellt. Gute Beispiele für Maßnahmen im Bereich Zusammenleben und Integration, die zugleich vielfältige Ansatzpunkte zur Kooperation von Akteuren und zur aktiven Einbindung der Bewohner aufzeigen, sind nachfolgend aufgelistet.
 
 

Projekte

 

Ein Mietergarten-Angebot, das über Gruppenzugehörigkeiten hinweg gemeinsame Interessen und Bewohnerorganisationen ermöglicht.

 

Durch die Teilnahme an diesem freiwilligen Projekt setzen sich Schülerinnen und Schüler mit den Bedarfen älterer Menschen auseinander.

 

Preis Soziale Stadt 2014

 

Das Projekt wurde in Nachbarschaftsforen des freien Trägers Planerladen e.V. entwickelt und reagiert auf den Bedarf nach professioneller Unterstützung in Konfliktfällen.

 

Preis Soziale Stadt 2004

 

Unterstützung von Kindern und Familien in Dortmund, Nordstadt. Ziel ist die frühzeitige Unterstützung und Förderung von Familien

 

Preis Soziale Stadt 2014

 

Öffnung der „Türkisch Islamischen Gemeinde zu Duisburg-Marxloh“ in den Stadtteil und für die Bewohner durch Einrichtung eines interkulturellen Zentrums.

Stadtteil:
Düsseldorf Bilk
 

Die Wohnungsunternehmen und Vertreter verschiedener Ämter der Stadt ergeifen gemeinsam Maßnahmen insbesondere für die dort lebenden Kinder und Jugendlichen

 

Preis Soziale Stadt 2008

Stadtteil:
 

Familienfreundliches WohnLeben im Quartier Altendorf-Nord/Bochold-Süd in Essen

 

Preis Soziale Stadt 2014

 

Im Projekt „Familiengärten“ gärtnern Migrantenkinder und Eltern gemeinsam mit deutschen Senioren.

 

Preis Soziale Stadt 2008

 

Interkultureller und interreligiöser Dialog in Essen

 

Preis Soziale Stadt 2002

 

Förderung von Sprachkompetenz und Integration bei Kindern und ihren Eltern in Tageseinrichtungen und Grundschulen.

Stadtteil:
 

Integrierte Quartiersentwicklung im Hammer Westen mit einem breit angelegten Beteiligungsprozess.

 

Preis Soziale Stadt 2010

Stadtteil:
 

Projekt zur Förderung von Erziehungskompetenzen zugewanderter Eltern.

 

Preis Soziale Stadt 2008

Stadtteil:
Köln
 

Koordination von elf Sozialraumgebieten. Ziel ist es, insbesondere die Teilhabe von benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu fördern.

 

Preis Soziale Stadt 2012

 

Förderung von gesellschaftlichem Jugend-Engagement in Solingen.

 

Preis Soziale Stadt 2014

 

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